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Full text of "Index der Petrographie und Stratigraphie der Schweiz und ihrer Umgebungen"

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'597-5' ^ 12, 



Index 


der 


Petrographie und Stratigraphie 


der 


Schweiz und ihrer Umgebungen 


von 


B. Stnder^ 

Professor der Geologie. 


I i mi I 


BERN. 

Yph^ Ut J. DALFlMtai BWk- «nd KuutkuiflttBg OLflctaid). 

1872. 



SUnpflrücli« BacbJradiefvi ia Ban. 


Vorwort. 


«^t^N^^^MM^i^htfft 


Eine neae Bearbeitung der Geologie unseres Landes möchte wohU 
zwanzig Jahre nachdem die , Geologie der Schweiz* erschien, nicht 
fiberflüssig» vielleicht sogar wünschbar sein. In einer Einleitung, 
glaubte ich damals, durch eine Uebersicht der mit der Schweiz in 
näherem Zusammenhang stehenden ausländischen Gebirge, auf die 
Kenntniss der inländischen vorbereiten zu sollen. Unsere Alpen bilden 
den mächtigen Knoten, in welchem die wesentlich verschiedenen West- 
und Ostalpen sich verschlingen, jene weiterhin sich verzweigend in 
den Apenuin und den Jura, diese in die Karpalhen und die nach der 
Türkei hinziehenden Gebirge, alle jedoch, in ihren Steinarten und 
Fossilien, einen nicht zu verkennenden gemeinschaftlichen Typus be- 
wahrend. Es war zu hoflen^ dass, in den auseinander getretenen 
Systemen, die jedem eigenthümlicben Charaktere sich leichter würden 
erkennen lassen, als wo sie sich enger zusammendrängen und unter 
sich verbinden. Dedenkt man aber, wie viel Neues wir seither über 
den Apennin und Italien gelernt haben, dass weder Lory noch Favre 
ihre Werke über die Westalpen geschrieben hatten, dass, besonders 
durch die Reisen von Oppel in Frankreich und England, das jurassi- 
sche System, auf der Grundlage der Paläontologie, eine allgemeinere, 
nicht nur auf Schwaben berechnete Anordnung gewonnen hat, dass, 
▼or Allem, durch die vor zwanzig Jahren kaum begonnenen Arbeiten 
der Reicbsanstalt in Wien und die sich an dieselben anlehnenden 
Aufnahmen in B a i e r n und in der Lombardei, die früher beinahe 
unbekannten Ostaipen uns nicht nur eine neue sehr reiche Fauna, 


IV 

soDderD ungeahnte, von den nord- und westeuropäischen auffallend 
abweichende Gebirgsveihältnisse kennen gelehrt liaben, so wird man 
leicht einsehen, dass die Einleitung zu einer Geologie der Schweiz 
jetzt anders geschrieben werden müsste. 

Inzwischen haben wir auch in der Schweiz das Studium unserer 
Gebirge nicht als abgeschlossen betrachtet. Es bezeugen diess die 
z. Th. noch sich fortsetzenden paläontologischen Werke von Heer, Pictet» 
DE LoRioL, Desor, Ooster u. A. Noch bestimmter sprechen darur 
die von der geologischen Gommission, auf Kosten des Bundes, ver- 
öffentlichten geologischen Blätter des eidgenössischen Atlasses von 
Dufour, bearbeitet von Theobald, Müller, Mösch, Kaufmann, Jaccard, 
Greppin, Gerlach, mit acht Quartbänden, denen bald noch andere 
Lieferungen nachfolgen werden. Von den 23 Blättern des Dufour- 
Allasses, welche Terrainzeichnung enthalten, sind, im Laufe der letzten 
zehn Jahre neun, geologisch colorirt und durch Text erläutert, er- 
schienen, ein zehntes wird nächstens herauskommen, und es ist nicht 
zu bezweifeln, dass die Geologie der beschriebenen Gebirge hiemit 
erst eine sichere Grundlage gewonnen hat. Es wird aber wohl noch 
Jahrzehende dauern, bis die noch fehlenden Blätter werden erscheinen 
können. Von den neun herausgekommenen enthalten vier nur fossil- 
leere, sogenannte Urgebirgsarten, deren Grenzbestimmung nicht lange 
aufhält, fiinf betreffen den Jura, wo frühere Arbeiten vorlagen und 
die Lagerungsverhältnisse wenig Schwierigkeiten darbieten, das zehnte 
gehört fast ganz der Molasse an. Die noch ausstehenden betreffen 
aber grossentheils die Kalkalpen, deren unglaublich in einander ver- 
wickelte Formationen, mit Hülfe der seltenen und oft ganz fehlendea 
Fossilien erst noch zu bestimmen sind. Nach Vollendung dieser Auf- 
gabe, und nicht früher, wird es dann an der Zeit sein, die in diesen 
Arbeiten niedergelegten Ergebnisse zu einem Ganzen zu vereinigen, 
und unter den Jüngern Geologen, die jetzt sich an den Aufnahmen 
betheiligen, wird sich dann wohl ein tüchtiger Bearbeiter dieses ein- 
ladenden Stoffes finden. 

Einstweilen fühlt aber Jeder, der sich um schweizerische, alpine 
oder jurassische, Geologie bekümmert, das Bedürfniss, den gegen- 
wärtigen Standpunkt derselben zu kennen, und, da eine systematische 
Darstellung spaterer Zeit vorbehalten bleibt, möchte eine alphabetisch 


L. 


geordoete, aphorisüscho Zasammenstellang am zweckmässigsteo er- 
scheinen. Es haaft sich überdiess die Synonymie in der Petrographie 
und Stratigraphie auf eine bedenkliche, den Fortschritt der Wissen- 
schaft und die Verbreitung ihrer Ergebnisse im grössern Publikum 
wahrhaft gefährdende Weise an. Man benennt Sieinarlen oder For- 
mationen nach Ortschaften, die man vergeblich auf den besten Karten 
sucht, nach Fossilien, die nur wenigen Fachgelehrten bekannt sind 
und, da dieselbe Felsart oder Formation in verschiedenen Gegenden 
sich anders gestaltet hat, trägt sie so viel besondere Namen, als Ab- 
änderungen derselben bekannt sind. Die Bedeutung dieser Namen 
muss aber oft in vielbändigen Zeitschriften, Jahrbiichern, oder grössern, 
nicht Jedem zagänglichen Werken aufgesucht werden, und es geht 
darüber Zeit und Fleiss verloren, die besser hätten verwendet werden 
können. Ein Index dieser Namen, mit gedrängter Angabe ihrer Be- 
deutung und der Quellen, die nähere Belehrung geben, wird auch 
aus diesem Grunde nicht unerwünscht sein. Der Index macht nicht 
die Ansprüche eines Lehrbuches, er beschränkt sich auf kurze Notizen 
zur Orientirung ; nur in den Artikeln , welche specieli die Schweiz 
betreffen, geht er mehr in's Einzelne ein und sucht den gegenwärtigen 
Standpunkt unserer Kenntnisse darzustellen, lieber die allgemeinen, 
auch im Auslande verbreiteten Steinarten und Schichtencomplexe findet 
man bessere Belehrung in den trefflichen Werken von Naumann, 
Zirkel, Sknft, Cotta etc. 

Es ist kaum nöthig, beizurugen, wie sehr meine Arbeit der 
Nachsicht bedarf. Die zu berathende Litleratur ist so sehr an- 
gewachsen, in so vielen, nur zum Theil mir zugänglichen Schrillen 
zerstreut, und jeder Tag beinahe bringt so viel Neues, dass wohl zu 
erwarten ist, es werde Jeder in dem mit Vorliebe von ihm bearbeitetea 
Fache auf Unrichtigkeiten stossen, oder Wesentliches vermissen. 

Ben» im October 1871. 

B. STÜDER 


Aalenien^ G. Matib. 

Etage Aalenien. Zum Bajoden d'OBB. oder tiefem Braunen Jura 
gehörend. Enth&lt die Zonen der Ammon. torulosus bis und mit Ammon. 
Sauzei Opp. Nach den Eisenerz führenden Schichten Ton Aalen in 
Wflrtemberg benannt. 

C. Mater, tabl. 1864. 

Aarganersandsteln v. Himn. 

S. Molasse. 

T. Humboldt, Gis. des Roches 1823. 

Ackererde« 

S. J)ammerde. 

Aeumlnatasclüehteii. 

Marnes ä Ostrea acunUnata Thubil; Mame$ vistMennes Mabc, 
Ftillersearth (?) — Gelblich oder bläulich graue Mergel, abwechselnd mit 
Schichten Ton merglichtem Kalk, oft reich an Fossilien, besonders 0. acu- 
minata, Belemin. gigarUeuSj Amm. Parkinsoni etc. lieber Oolite sub- 
compacte (Calc. Leedomen Mabo.), unter Great-Oolite. Am M. Terrible 
4** m&ditig. — Nach Oppil im Niveau der Parkinsoni-Zone des oberen 
Bajoden, dem Hauptrogenstein eingelagert. 

Thubmasiv, SoqI. jor. M. de Str. 1832 ; Maboov, Jur. Sal. M. S. G. 
ni. 1848 ; Ofpel, Jara 1858 ; Gbeffin, Jara Bern. 1870. 

Adamellogranlt. 

Tonalit y. Rate. Nach der trefflichen Beschreibung des Herrn Vom 
Ratb ein kömiges Gtemenge von weissem triklinem Feldepath, zwischen 
Andesin und Labrador stehend, graulich weissem Quarz in unregel- 
mässig gerundeten Körnern, an Menge dem Feldspath kaum nachstehend, 
schwärzlich braunem Magnesiaglimmer in 1 bis 3 Linien grossen 

1 


Alberese. — Allaviam. 3 

Alberese 

in Toscana, ein graner oder gelber thoniger Kalkstein, oft schiefrig, 
zBiraäen dnrch Infiltration, 2. Tb. zonenartig, gefilrbt, so im Btunenmarmor 
von Florenz. Ais organische üeberreste enth&lt er die Fwxriden 
des ÜTSches. Gooobi nnterscheidet einen ftltern Alberese ^ der obem 
Kreide angehörend, AmoMniten n. a. Fossilien dersdben enthaltend, mit der 
Fietrarforte in Yerbindong und Ton Nnmmnlitenkalk bedeckt, nnd einen 
jlkngeren, dem Nnmamlitenkalk anfgelagerten nnd von Macigno bedeckten 
Äibere^e. 

COCGHI, Bull. gM. 1656 ; GSATTABOLA tUs. Viale dei Colli. Bell. geol. 
N« 4» 1870. 


AlMen. 


Terrain. S. Gault. 


AlgftascMefer« 

Fleckemnergd. AmaUheefUhan Schafe. Dankelgrane, selten rothe 
fleckige Sddefer von thonigem Kalkstein, mit Ammofdien des mitü^*en 
Liaa. Bezeidmend ist Inooeranms Falgeri. Dem eocenen Flysch oft 
tftnsdieEd ähnlich, mit Fucoiden, die von den Flyschfncoiden abweichen. 
AJs Einlagerangen kieslige schwärzliche Kalksteine nnd rothe Homsteine. 
Nach OoxBEL im hintern Algftn, aber Adnete$*kalk , in grosser Mächtig- 
keit an der Nordseite der Mädelergabel. Thxobald fand die Algäo- 
sdueCer, z. Th. vdi BekmnUen uadBivalven, am Rhätikon, im nntem 
Engadin nnd in LiTignonnd khigt Ober die Schwierigkeit, sie vom 
B^ndnarschiefer za trennen, daher er beinahe geneigt ist, diesen nnr als 
eine Fortsetzung derselben zu betrachten. Ein Yerzeichniss von Petrefacten 
gibt ZinsL. 

Eflcraa, Vorarlberg , Schw. Dksch. XIII , 1853 ; QüMBSL, Bair. Alpen 
1861; Y. BiGBTHOFEN, Vorarlberg, Geol. RA. X. 1859; Theobald, 
Graab. I und II, 1863 und 1865 ; ZiTTEL, Jb. d. RA. 1868. 

illuTion anclemie. 

Terrain de iransp. anden. Nach Nxokxb nnd Elh dx B. die nnter 
dem erratischen Schntt liegenden geschichteten Kiesbildnngen in den Um- 
gelmngen von Genf und im südöstlichen Frankreich. 

KSGEXa, Etades 1841 ; EUB DB BSAITKONT, R^vol. da globe Aon. des 
sc. nai. 1829—1830. 

llluyiiim 

bezeichnet die noch in der Fortbildung begrüTenen Ablagerungen der 
Jetztzeit, wie Dammerde, Torf, Flossgeschiebe n. s. w. 


4 Alpengranit. 

Alpengranit. 

Protogingranit. Erystallinisch körniges Gremenge von Feldspath, 
Quarz und Glimmer. Der Feldspath ist theils Orthoklas, theils Oligoklas. 
Der Orthoklas weiss, perlmutterglänzend , selten blassroth bis rosenroth, 
in krystallinischen Partie'n, zuweilen auch in zoUgrossen, gut begrenzten 
Zwillingen ausgesondert, stets Torherrschend ; der Oligoldcu, weiss oder 
blass grün, wenig gl&nzend bis beinahe matt, mit den flbrigen Elementen 
yerwachsen , krystallinisch mit Zwillingsstreifung , in kleineren Partie'n und 
gegen den Orthoklas zurflckstehend. — Der Quarz , wasserhell, grau 
oder blassviolett , glasig, dicht oder feinkörnig, fast sandig, die unregel- 
mässigen Zwischenräume ausfallend. — Der Glimmer ^ ein zweiaxiger 
Eisenglimmer, in hexagonalen dicken Blättchen, schwer spaltbar und nicht 
elastisch, dunkelgrün, wenig glänzend, durch Aussatz an der Luft bronze- 
farbig. Früher als Ghlorit oder Talk betrachtet, daher man Protogin Ton 
Granit glaubte trennen zu sollen. Meist ist nämlich der Glimmer in fast 
mikroskopischen Schuppen zu kleinen unregehnässig begrenzten Nestern 
und kurzen Streifen angehäuft, die wie Aggregate Ton Chlorit aussehen. 
Liegen diese Streifchen paraUel, so entsteht der Granit vdni von Saüssubb. 
Obgleich grüner Talk und Ghlorit nicht fehlen, sind sie doch nicht con- 
staut und nicht wesentlich. Der Oligoklas besonders ist oft mit kleinen 
Talkblättchen gemengt und mag ihnen seine grüne Farbe yerdanken. In 
den mittleren, rein granitischen Partie^n fehlt der Talk oft ganz, ersdieint 
dann häufiger, so wie die Steinart in Gneiss übergeht und wird Torherr- 
schend in den schiefrigen Abänderungen. In Abänderungen tritt audi der 
Glimmer sehr zurück, die andern Bestandtheile sind enger verwachsen und 
der Granit nähert sich dem Eurit, 

Elufträume sind gewöhnlich mit Quarz ausgefüllt. Zuweilen erweitern 
sie sich klafterhoch, der Quarz sitzt dann, als Bergkrystall , seltener 
als Rauchquarz ^ an den Drusenwänden, auch wohl in Individuen, die 
viele Kilogramm wiegen. Andere £lüfte sind mit Eurit angefüllt und ent- 
halten in Drusenräumen Krystalle von Adular oder gemeinem Orthoklas. 
Häufig bildet erdiger Chlorit Ueberzüge auf diesen Quarz- und Feld- 
spathkrjstallen , oder erfüllt auch, in grösserer Menge, die noch leer ge- 
bliebenen Räume der Drusen, erscheint aber, umgekehrt, auch wieder als 
Einschluss der Bergkrjstalle. In diesen Krystallhöhlen fiindet man den 
meist oktaedrischen rothen Flussspath, wasserhellen Apatit , Eisenglanz, 
seltener Bleiglanz (Tiefengletscher). Selten wird der Stein von Molybdün- 
glanz^ in grössern blättrigen Aggregaten, durchzogen. 


Alpenkalk, — Alpenkohlen. 5 

In den grossen Massen ist der Alpengranit, ohne in der Anordnung 
seiner Elemente Neigung zum Gneiss zu verrathen, in dicke Tafeln ab- 
gesondert, die in der Mitte der Masse in der Begel verücal stehen und 
auf beiden Seiten der Axe zufallen, wie ein nach oben sich öffnender Fächer. 
Ausnahmen fehlen indess nicht. In der Yerl&ngerung dieser Hauptmassen 
verliert sich die Fächerstructur, die Tafeln fallen, obgleich immer sehr steil, 
nach gleicher, gewöhnlich südlicher Richtung. Zuweilen auch erscheint der 
Granit in horizontale Bänke zerklüftet. Mit der Tafelstructnr verbindet 
sich, nach der Aussenseite der Gebirgsmassen, oft auch eine innere Ab- 
änderung. Es erscheint gewöhnlicher Glimmer, in schwarzen, glänzenden 
Blättchen, oder der frühere chloritische Eisenglimmer und Talk mehren 
sich, die Blättchen ordnen sich parallel. Das Gestein wird, im ersten Fall, 
ein gewöhnlicher Gneiss, im zweiten ein Alpen- oder Proiogingneiss, 

Der Alpengranit bildet die Kernmasse und meist die Gipfel der 
äusseren, d. h. westlichen und nördlichen Mittelzone des Alpenzuges, der 
Aiguilles Rouges, des Montblanc, der Grimsel und des 
Gotthard. Die Granite der inneren oder südlichen Alpen, Baveno- 
granit^ Coderagranit, JuliergranU^ Adamellogranit, Beminagranit u. s. w. 
unterscheiden sich vom Alpengranit vorzüglich durch deutlicher entwickelten 
Glimmer. 

D. SaubsüBE, Voyages; JUIUNS, J. des Mines XIX, 1806*, FOUSNET, 
Alpes entre le Valais et l'Oisans , A. de Lyon IV , 1846 \ Delessb, 
Mem. Bur la Protog. Bull. geol. VI, 1849; HtLLEB, Baal. Verh. 
1865-1870. 

Alpenkalk^ 

eine nicht mehr übliche Benennung des Kalkes der Kalkalpen, bevor, mit 
Hülfe der Paläontologie, eine genauere Altersbestimmung und Gliederung 
desselben möglich war. Man unterschied altern und jungem Alpenkalk 
und glaubte jenen als Uebergangskalk , diesen als identisch mit dem 
norddeutschen Zechstein zu erkennen, daher die Benennung Alpenkalk 
mngekehrt auf diesen übergetragen wurde. 

Flubl, Geb. von Bayern 1792 ; REU88, Lehrb. d. M. 1806 \ v. HUMBOLDT, 
Gisem. des Boches, 1823; v. Leonhabd, Felsarten, 1823. 

Alpenkohlen 

heiflsen die in den Kalkalpen von Oesterreich, westlich von Baden und 
Neustadt, vielfach ausgebeuteten Steinkohlen, begleitet von Pflanzen- 
abdrOcken und marinen Mollusken. Sie gehören zwei Formationen an. 
Die einen Flötze sind den Greatnerschiefem eingelagert und sind Lias^ 
kohlen, die Gruben liegen am Südrand des Wienersandsteins , bei 


6 AlpinH. ^ AmaltheenthoD. 

Bernreat, Grasten, Hinterholz, Grossav, im Pech- 
grab e n. Die andern gdiOren den LunstersckicMen an und sind Keviper- 
kohlen; ihre Omben liegen bd Baden, Kirchberg a. d. Pielach, 
Tflrnitz, Scheibbs, Lnnz, Oppenitz n. s. w. — In den 
Schweizer- nnd SaTOier- Alpen lassen sich diesen Kohlen anreSien 4IA& 
EoeenkoMen Ton Beatenberg, Diablerets, Pernant, Entre- 
yernes, nnd die Kimmeridgekohlen Ton Boltigen nnd Darbon. 

LXPOLD, Kohlengebiet, Jb. d. RA., 1865; Studbb, G. d. S. 1853, 
Fatbb, Savoie 1861. 

Alpinlt^ SncLiB. 

Ein zwisdien Vermcano (s. d.) und Oneiss schwankender qnarzreicher 
grflner Schiefer, von Thiobald seinem Casannaschiefer beigezfthlt. Smun 
erweiterte später den Begriff nnd dehnte den Namen auf andere alpiniache 
Oneisse ans. 

SnOilB, PetrogeDese, 1862; — Peträa, 1866. 

Altmannschlchten^ Esobib. 

Ein Olied des unteren alpinen Neocom. Schwärzlich grttner Sandstein; 
an der Anssenfläche oft rostbraun durch zersetzten Olanconit oder Schwefel- 
kies. In Appenzell, am Altmann und an den flbrigen Gebirgen der 
Sentisgruppe 100 bis 200°', am Pilatus nur 1 bis 3"" mächtig. Ein 
Gemeng von GlauconU- und Quarzkömchen , schwach aufbrausend, ohne 
zu zerfallen, der Schwefelkies in mikroskopischen EOmem, oder auch 
haselnnssgrossen Knollen eingemengt. — Als Petrefacten yorzftglich grosse, 
aber schwer trennbare Cephalopoden , femer Toxa$ier SeniigianuB , Dis- 
coidea maoropyga^ CoUyrUes oüukm. Die Altmannschichten liegen auf 
dem neocomen Kieselkalk nnd werden bedeckt Ton den DmsbergscJnchten 
oder dem Knollenkalk. 

SchrifU. Mitth. von EscHEB; Kattfmahn, Pilatus, 1867. 

Amaltheenthon. 

Amaliheenmergel , SoHAm. Fleckenmergel ^ Algöuschiefer , Gomb. 
Graue, schwarz gefleckte über dem rothen Adneterkalk liegende, in 
Platten spaltende Mergelkalke mit Anmwn. amaltheiu (margarUatus) 
u. a. Fossilien. Dem mittleren Lias, Schwarzen Jura d Qu. ent^rechend. 
Weithin anhaltend in den deutschen Nordalpen. S. Algäuschiefer. 

SOHAfSiimi, LboHH. Jb., 1847, p. 804; GtMBIL, Bftir. Alp. 1861. 


AmmonifeenkAlk. — AmuiotiiteB-Zonen. ^ 

Attunonlteiikalk. 

Die Benennong ist aof ammoiütenreiche, meist rothe Kalksteine (Calc. 
ammonitico rosso) yerschiedenen Alters, Tom Lias bis in den Neocom 
angewandt worden nnd hat daher, ohne n&here Bezeichnung, keinen wissen- 
schaftlichen Werth. • 

Im Tessin, oder doch ztm&chst der schweizerischen Grenze, zeigt sich 
der rothe Ammonitenkalk , dem oberen Lias entsprechend, als Decke des 
imteren Lias von Saltrio nhd Yiggitt, aof dem M. Oeneroso, zwischen 
Arzo nnd GüTio, bei Ligornetto, Induno u.a. Stellen. Es ist der- 
selbe rothe Ammonitenkalk, der in der Brianza, bei Erba, Suello etc. 
Torkommt und längs dem Fuss der Alpen, noch weiter östlich, stets mit 
grossem Ammonitenreichthum , fortsetzt. Er ist nicht zu Tcrwechseln mit 
ebenfikUs rothem Ammonitenkalk, d«r bei Trient und RoTeredo gebrochen 
wird, Mf ißt Orelize von Jura nüd Kreide liegt und Ton Bbniki dear 
KflMMridgetftnCe beigeordnet, von Opk^n. als der tMidnischen Stufe ange- 
hörend bezeichnet wird. 

Beide, nach der Steinart leicht zu verwechselnde, aber paläontologisch 
weit auseinander liegende rothe Ammonitenkalke zeigen sich, obgleich in 
etwas verschiedenem Niveau, auch in den nördlichen Kalkalpen. Der rothe 
Adneterkalk enthält Ammoniten aus allen drei Stufen des Lias. 
Man kann ihn dem AmmoniHco rosso von Mendrisio und der Brianza 
Tergleichen. Weiter westlich finden wir dieselbe Stufe in Vorarlberg, 
im Alfenz- und oberen Lechthal. Der obere rothe Ammonitenkalk 
der tithonischen Stufe am Haselberg bei Ruhpolding, S. von Traun- 
stein, die Muschelbreccie von Rogoznik in den Karpathen, die Ammo- 
nitenlager bei Ghambery und Grenoble, dagegen können dem Kalk 
Ton Rover edo entsprechen. 

Embich, österr. u. bair. Alp. Jb. d. RA., 1853 ; HsBiAir, Basl. Verh. 
1853, p. 71; ▼. HAtJüB, Trias, Lias und Jura. Jb. d. RA. 1853; 
ESCBO^ Yorarlb. Schw. Dks. 1853 ; ▼. RlCBTHOFnr, Forarlb. Jb. d. 
RA. 1859; GÜKBEL, Bair. Alp. 1861; Oppel, die tith. Etage, D. 
Z toch . 1865 ; Benxkb, Beitr. 1868; Neobi e Sfbeafico, Varese e Lugano, 
Ist. Lomb. 1869; Stoppani, Paleont. Lomb. IV^ 1867. 

Anm^iriteii-Zmieii. 

Oppkl hat 21 der 32 Zonen, in welche er den Lias, Dogger und Malm ein- 
getheilt, nach den fflr sie charakteristischen Ammonitenspedes, die flbrigen 1 1 
nach Arten anderer Geschlechter, bezeichnet. Ton diesen Namen hat Mösoh 
für seine 24 Zonen oder Schichten nur 5 beibehalten. Nach seinem Tor- 
gang findet man, in diesem Index die OppiL*schen Zonen, ualer dem durch 


3 Ammonitioo-rosao. — Ancepa-Zone* 

Weglassnng des Greschlechts oder der Species abgekflrzten Kamen, z. B. 
Zone des Ammon. Humphriesianus anter Humphriesianuszonef Zone der 
Äsiarie supracoralina anter AstartenmergeL 

Opfel, Jnraformat. 1858. 

Ammonltieo-rosso. 

S. Ammonitenkalk. 

AmpUbolith. 

S. Homblendfels. 

AmphlstegineiikAllu 

Dem Leithakalk des Wienerbeckens angehörend, als Baostein bei 
St. Margarethen gebrochen. Weiss oder lichtgelb, weich and porOs» 
ein sandiges Agglomerat organischer Trümmer and Torherrschenden 
Afnphisteginen. 

SUBSS, Boden von Wien, 1862. 

Amygdalold. 

S. Mandelstein. 

Anag^nlte^ Hact. 

Conglomerat Yon Granit, Gneiss, Glimmerschiefer, Qnarz- a. a. 
krystallinischen Felsarten, verkittet darch ein sandiges oder schiefriges 
. Cement. Es gehört dahin der VerrucanOy das Conglomerat Ton Valorrine, 
die grosskömige Qrauwacke des Harz. 

Anamesite« 

Feinkörniger Doleiit, den Uebergang bildend in Basalt. 

Anceps-Zone, Oppxl. 

Zone des Amm. anceps Rein. Mittleres Callovien, antere Omaren* 
schichten Mosoh. üeber Amm. maarocephalus , anter Amm. cUhleia. 
Im Aargaaer-Jara findet Mosch die Omatenschichten zwar in zwei petro- 
graphisch verschiedene Stafen getrennt, eine antere aas braanen Eisen- 
oolithen and eine obere aas gelben Thonkalken bestehend, erkennt aber 
in der reichen Faana beider keinen Grand, sie von einander za scheiden. 

Opfil, Jura, 1858 ; Möscb, Aarg. Jura 1867. 


Andr6 St.- ^ Anhydrit. 9 

Andr« 8t.- 

-Eorallenfels. Mabcoü. Ausgezeichnetes Korallenlager auf dem Fort 
St Andr6 bei Salins, lO"" mächtig. Unten, 8"*, der graue, dichte, sehr 
z&he Kalkstein, mit Kieselnieren und voll Korallen; über ihm, 2"^, weisser 
dichter, dflnngeschichteter Stinkkalk mit Belemniten, Nerineen und Myen. 
Nach Oppil AUt die Stufe in das Niveau der Humphriesianus-Zone. 

Mabcoü, lettres s. 1. Jura 1857-, Ofpbl, Jaraf. 1858. 

Angulatas-Zone , Oppkl. 

Zone des Amm. angulalus^ im untern Lias, über Amm. planorbis, 
unter Amm. Bvldandi^ Insedenmergel Mosch z. Th. 

Anhydrit« 

Der wasserfreie schwefelsaure Kalk bildet in den Alpen überall, wo 
man tiefer in das Oebirge eindrang, den Kern der Gypsmassen und wird 
an der Aussenfiäche nicht sichtbar. Der Anhydrit, sagt t. Chabpsntiks, 
wird in den Salzwerken von Bex oft erst 60 bis 100 Fuss vom Tage 
einwärts erreicht. Nur an sehr steilen Gehängen, deren aufgelockerte 
Oberfläche fortdauernd abfällt, zeigt er sich unverändert an der Aussenseite 
des Gebirges. — Der Anhydrit von Bex ist feinkörnig bis schuppig, 
raachgrau bis dunkelgrau, wird aber, dem Wechsel der Temperatur und 
Feuchtigkeit ausgesetzt, blasser bis weiss, verli^t seine Härte und sein 
Gefflge, blAht sich auf und geht in Gyps über, der zuweilen noch das 
recfatwinklichte Gefüge des Anhydrits erkennen lässt. Einlagerungen von 
Thonschiefer , und auch der Anhydrit selbst, enthalten Steinsah, fein 
eingesprengt, oder in Adern und als Gement kleiner oder grösserer 
Trümmer von Anhydrit, Thonschiefer und dunklem thonigem Kalkstein. 
Die Anhydritmasse selbst bildet eine stockförmige Einlagerung im Liaskalk. 
Ueber die Verbreitung und geologische Lage des Anhydrits s. Gyps. 

Im äussern Jura konmit der Steinsalz enthaltende Anhydrit, in den 
durch Bohrung erhaltenen Salinen von Schweizerhall, Äugst, Rhein- 
felden, Ryburg, unter gleichen Verhältnissen wie im Neckarthal, als 
Einlagerung im Muschelkalke, vor. 

V. Chabpkntibb, J. des min. 1819; — Leonh. Jbch. 1861*, — Poggd. 
1825; ▼. Albebti, salurg. Geol. 1852; HSBUN, Bafll. Ver. 11. 1836; 
VI. 1844 ; MÖ6CH, Aarg. Jura 1867. 


10 Anäiradt. 

Anthradt. 

Eisensdiwarz , sanmitschwan , pechschwarz, giUnlidi sAirafs, halb 
metaffisdi gttnsend his beinah matt, zuweilen bunt angelaufen; fidit mfl 
mnsdüigem Brach, Bdinppig bis erdig nnd zerreiblidi. Die Hftrte 4es 
dichten 2 bis 2,5 , das s. 0. 1,4^1,7. Wesentlich reiner Kohlenstoff, 
in der B^;el 90 bis Aber 90 V^, mit Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und 
Asche, in schwankenden Verhältnissen, durch Uebergänge sich an die 
Steinkohle anschliessend, so dass dasselbe Lager zuweilen an einer Stelle 
aus Steinkohle, an einer andern aus Anthracit besteht. Im Feuer, bei 
starkem Luftzuge, ohne merklichen Geruch verbrennend, mit oder ohne 
Flamme, aber nicht schmelzend. 

Der Anthradt bildet in unserer Hittelzone der Alpen meist dflnse 
Lager, Streifen und Nester, begleitet yon grauem oder schwarzem, zuweilen 
sandigem Thonschiefer, der z. Th. als Dachschiefer benutzt wird und 
auf Col de Balme und bei Erbignon, am Westabfall der Dent de 
Mordes, Abdrücke der Steinkohlenpflanzen enthält, die z. Th. durch weissen 
oder gelben Talk vertreten sind. In grösseren Massen erscheinen, als 
Nebengestein, oder mit dem Schiefer abwechselnd, meist dünn geschichtete, 
graue und schwarze Sandsteine, mit vielem, dunklem, vereinzelt auch mit 
weissem Glimmer, der z. Th. das Cement vertritt, so dass es schwer hält 
die Steinart von Gneiss zu unterscheiden und wirklich auch Ueberg&nge 
stattzufinden scheinen. Mit dem Sandstein wechseln Conglomerate , oft 
ohne Grenze damit verbunden, erbsen- bis kopfgrosse Trümmer von Quarz, 
Homstein, Kieselschiefer, selten Granit, niemals Kalkstein einschliessend, 
durch das Cement des Sandsteins, oder durch z. Th. mit Gneiss zu ver- 
wechselndem Sandstein fest verkittet, grau bis schwarz, auch violett oder 
grün (PoudUngues de Valorsine). 

Die ÄnthracUbildung tritt aus Dauphin^, durch Savoien, 
auf beideh Seiten der Montblancmasse, in das Wallis ein. Die 
nördliche Zone erscheint zwischen Martigny und St Maurice, links 
und rechts von der Rhone, in einer wohl eine Stunde betragenden Mächtig- 
keit, mit verticaler Schichtung, in der Höhe ftcherfömug sich verbratend, 
zwischen Gneiss eingeklemmt und wird auf der östlichen Hochfläche, auf 
Foullyalp, von mächtigen Kalkgebirgen überlagert, ohne weiter östlich 
deutlich wieder hervorzutreten. Am Bristenstock in üri kommen 
Nester von Anthracit vor, die früher abgebaut wurden. Ob die Anthradt- 
streifen, die am Bifertengrat, auf der Ostseite des Tödi, auf Kalk- 
schiefer liegen und von schwarzen Schiefem und Sandsteinen, überein- 
stimmend mit denjenigen des Bhonethales, begleitet werden, derselben 


AniigoriogneisB. \\ 

Fonnation angehören, kann 4T8t daroh das Auffinden TOn Pflanzenabdrücken 
entsohieden werden. Erst am Brenner, in Tirol bei Steinach, hat 
Pi(nDJEB wieder gut bestimmbare Steinkohlenpflanzen nachgewiesen. — 
Die sfldliche Anthracitzone streidit Ton La Salle im Aostathal, in der 
Richtong des Meridians, westlich vom Bemfaardspass , die Hanptkette 
flbersteigend, Aber Liddes, den Col d'Etablon und Is^rable nach 
dem Rhonetbal and lässt sich, längs dem Fnss der linken Thalseite, ILber 
Ghandoline and Bramois bis nach Tnrtmann yerfolgen. Einen 
Anthradtstreifen, der, westlich tob dieser Zone, zwischen Bon rg &aint- 
Pierre nnd Yal de Ferret, dorch Dolomitgebirge von ihr getrennt 
erscheint, glaubt Faybx als der Trias angehörend betrachten za sollen, 
was jedoch Ton Gkslaoh bestritten wird. Dagegen erscheinen die Steinkohlen 
der Nommnlitenbildong , an einzelnen Stellen, wie am Mittaghorn S. Ton 
Fratigen and auf der Gadmenflnh, als Anthracit. — Bei Hanno, NW 
TOD Lngano, in Tessin, sind zahlreiche, aber kaom näher bestimmbare 
Abdrücke Ton Kohlenpflanzen in einem dem Glimmerschiefer eingelagerten and 
als Baostein ausgebenteten Gonglomerat vorgekommen, ohne jedoch von 
beträchtlicheren Anthracit- oder Kohlennestem begleitet za sein. Das 
Conglomerat enthält GeröUe von Quarz, Glimmerschiefer, Gneiss^ Granit, 
nicht aber von Porphyr oder Kalkstein. 

De SAUBSOBB, Voy. 1779 ; Negkkb, Valorsine, H. de Gen. 1828 ; FAvnB, 

Anthr. M. de Gen. IX \ - Savoie 1867 ; STÜDEB, W. A. 1834 ; — G. d. S. 

1853; - t. anthr. de« alpes, Bali. g. XIU, 1855 ; GEBLACH, SUd- Wallis, 

1871-, Pichleb, Ferd., ym. 1859-, Nkgbi e SFBEAnoo, Varese e 

Lugano, Jst. Lomb- 1869. 

JlntigoriogiieiflSy Gbblach. 

Brianlich schwaner iilmimer mit etwas hellgraaem Olmmer ge- 
mogt, weisser feinkörniger Feldspaih in dünnen parallelen Streifen mit 
tt abwechselnd, selten, nach Art des Augengneisses , ans- 
, heller ghisiger Quarz , in einzehien KOmem oder in sandigen 
parallel den Feldspathstreifen, mit diesen oft verwachsen. Nach 
ScHBnon stimmt die diemlsche Zasammensetznng flberein mit deijemgen 
des granem Oneiues oder onteren PluionUa des sächsischen Erzgebirges. 
Nadi Qiblaoh steigt dieser Gneiss, als schmaler Keil, ans der Gondo- 
lehhKht am Simplon aof and zieht dann NO nach Pommat, Bavona, 
Peeeia und weiter Ostlidi. Mineralogisch nnd chemisch scheint er nicht 
verschieden von der herrschenden, vieUach za Weinirfeilem nnd Platten 
gsbrodieiien Stebmrt der oberen Tessinthäler nnd der Umgebungen von 
Dotto-d'OsBola. 

QOLACB, sehw. Dka. ZXIO, 1869 ; SOBIBMB, Faetsohr. 1866, p. 173. 


12 Antiklinale-Linie« — Aphanit. 

AnttUlnale-Lliile« 

Sie scheidet die sttdlich, den Alpen zufallende Nagelfluh and Molasse, 
welcher die Höhen bei Than, die Bäachlen im Entlebuch, der Rigi 
Q. 8. w. angehören, Ton der nördlich fallenden and zeigt sich, bald als 
ein Gewölbe, wie an der Falkenfluh, zwischen Bern and Thun, bald 
als antiklinales Thal, wie im Entlebuch, bald dachförmig als ein 
nach unten sich öffnender Fächer, wie bei Luzern, ütznach und in 
Appenzell. 

An einigen Stellen wiederholt sich die Biegung, zwei antiklinale Linien, 
mit dazwischen liegenden Synklinalen, erscheinen parallel neben einander, 
wie KAuncAiTK es in der (regend yon Luzern und weiter östlich nach- 
gewiesen hat. 

Studbb, Hol. 1825 j — G. d. S. 1853 -, KAUFMANN, schw. Dksch. ZVII. 
1860. 

AonscUefer Mojs. 

Obere Abtheilung der HallstAdterkalke mit Amm, aonoides, A. tria- 
dicuSy A, Wengensis, A. cywbifoi*mis, A, Haidingeri, HcUobia Lommelü 
u. a. unter ihnen liegt, als tiefere Abtheilung des Hallstädterkalks, der 
Metiemichikalk ; Aber ihnen, nach Wegbleiben mehrerer Stufen, die in 
andern Gegenden vorkommen, der Wetlersteinkalk. 

MOJSraoyiOB, Obere Triasbildongen, Jb. d. RA. 1869. 

Aphanit. 

Dichter OrOnstein. Trapp, Com^nne, Pierre de come, Spilit 
Dicht oder Terschwindend krystallinisch-kömig, grfln bis grttnlich 
schwarz. Inniges Gemeng der Bestandtheile des Diorits, also Ton Hombhnde 
und OUgoklas oder des Diabas, d. h. von Pyroxen und Labradoi\ 
Die üebergänge in klein- und grobkörnige Abänderungen, mit deutlich 
getrennten Elementen, oder mikroskopische Untersuchungen müssen ent- 
scheiden, ob der Aphanit als ein Diorit oder als ein Diabas zu betrachten 
sei; von chemischen ist kaum Hälfe zu erwarten. Nächst der Hornblende, 
dem Pyroxen, der als Augit oder Diallag eine verschiedene Rolle spielt, 
und den Feldspathen, vermitteln aber auch Epidot^ Chlarity Glimmer^ 
Serpentin wieder andere Verbindungen, besonders mit der vielgliedrigen 
Familie der GrQnen Schiefer (s. d.) 

Dioritische Aphanite, von dunkler Färbung, sind in der Mittelione 
der Alpen ziemlich verbreitet, nicht in grossen Massen, eher lagerartig, 
im Gneiss und in krystallinischen Schiefem. Auch DiaUag-Aphanite fehlen 


Aphanitporphyr. — Aptmergel. 13 

nicht in den Serpentinregionen von Wallis nnd Bünden. Dagegen 
sind angitische Aphanite, die mit dem nordischen Trapp verglichen werden 
könnten nnd dem Basalt sich nähern, nnsern Alpen nnd der Schweiz 
flherhanpt, wie der Basalt selbst, fremd. Den Aphaniten mnss man aber 
wohl anch die granUch grünen, oder anch violetten nnd rothen, dichten 
Gesteine beizählen, die, bei Stalla am JnUer nnd an andern Stellen, 
als eine Abänderung der Grünen Schiefer auftreten, öfters mit Säuren 
aufbrausen und in innigem Gremenge Epidot oder Chlorit zu enthalten 
scheinen. Es sind diese Aphanite anch als Spilit bekannt und an 
mehreren Stellen gehen sie, theils mMandektein, theils in Varhlit über. 

De Saiibsuhs, Voy. *, Studer, Glarns n. Graub. Leonh. Jb. 1827 ^ ^ 
G. d. S. I, 1853 j Theobald, Graub. 1866. 

Aphanitporphyr. 

S. DioritporphTr. 

AptanergeL 

Terrain Aptien. Zur untern Kreide gehörend, über Urgonienj 
unter GatUt. In den Alpen als gelbe, graue oder schwarze Mergel, oder 
dunkle Kalksteine, zuweilen mit grünen Körnern. Lagerstätte von Orbit. 
lenticuUaris u. a. Petref. Am Pilatus ist dieser Aptkalk, nur 1"* bis lO"" 
mächtig, etwas eisenhaltend, dem obersten Urgonien eingelagert So 
auch in andern Gebirgen der Ostschweiz. In Savoien folgt unmittelbar 
auf ihn der Gault, mit dem er auch früher vereinigt wurde. In 
Dauphin^ (Dröme) bilden die schwarzen oder dunkelblauen Aptmergel 
hohe von Graben durchfurchte Halden und zeigen sich arm an Petrefacten. 
— Im Jura kennt man den Aptien vorzüglich bei der Asphaltgrube in 
Val-de-Travers, bei S'* Groix und an der Perte-du-Rhöne. 
Das untere Aptien, oder Bhodanien Rbnev., besteht aus blauen, rothen 
oder gelben Mergeln, in einer Mächtigkeit von höchstens lö"" nnd ent- 
hält zahlreiche Fossilien, unter denen Belemn, senUcanaliculatuSy Pteroc. 
pelagi, Plicatula placunea bezeichnend sind. Eine einzelne Schicht besteht 
beinah nur aus Orbiiulites lenticularis. Der obere Aplien von ge- 
ringerer Mächtigkeit, ist ein grünlicher oder gelber Sandstein, z. Th. als 
Breccie zertrümmerter Korallen nnd Echinodermen, die auch, besser erhalten, 
mit verschiedenen Acephalen im Sandstein vorkommen. 

Favbe, Saroie 1861 ; Kaufmann, Pilatus , 1867 \ Renevieb, Perte da 
Rhone, Schw. Dks. XIV, 1855; PiCTET, PaUont. suisse I— IV 1854 
bis 1867 ; JACCABD, Jura Vaud. 1869. 


14 Aptychenkalk. — Aqnitanien. 

Aptyclienkalk. 

Die Benennung leidet, wie viele von palftontologischen Geschlecht» 
namen hergenommene, an dem Uebelstande, dass sie, je nach der vor- 
kommenden Aptychenspedea , anf yerschiedene Formationen angewandt 
worden ist. Die Hornstein fahrenden, weissen, grünen, rothen, kiesligen 
Wetzsteinschiefer Ton Ammergan in Bayern, mit Apt. alpinus, 
OüMBEL, Apt, latus, Apt. punctatus n. a. werden von Gombbl als ober- 
jnrassisch, von Oppkl und ZrmL als tithonisch betrachtet. Derselben Stufe 
entsprechen die granen Kalkstein- und Mergelschichten von Oberalm bei 
Hallein, die nach Lipold bis 1000 Fnss Mächtigkeit erreichen, und die 
rothen Aptychenkalke des Klippenkalks der Karpathen. Nach der 
Schweiz hin gehört wohl der lichtrothe Aptychenkalk von Kren, S. von 
Yils, derselben Zone an. In der nördlichen Kalkkette der Ostschweiz 
glaubt MösoH, in der Basis der tithonischen Stufe, diesen Aptychenhalk auf- 
gefunden zuhaben. S. Baifriesschichten. In den Alpen derLombardie 
entspricht demselben die Majolka, oder ein hellrother Kalk mit Aptychus 
der, enge mit ihr verbunden, sie vom rothen, liasischen Ammonitenkalk 
scheidet. Damit flbereinstimmend fand Zittsl auch in den Gentral- 
Apenninen feuersteinreiche, graue, grflne oder rothe Schiefer, imt Apt. 
Mus, Apt. punctatvSf als Grundlage der tithonisdien Stufe. — Verschieden 
von dieser weit verbreiteten Aptychenzone scheint eine jüngere, dem Neocom 
angehörende, bezeichnet durch Apt, Didayi oder verwandte Arten. Dahin 
gehören die SchrammbachersMchten in Salzburg, auf welchen die Ross- 
felder- oder Neocomschichten liegen; dahin femer die Aptychenscfaichten, 
hellgraue, merglichte, V^ ^^ ^ ^^^^ ^^^^ Kalkb&nke, an der Ganisfluh 
in Vorarlberg. Im alpinen Neocom der Schweiz kommt Apt. Didayi ver^ 
einzelt vor (Justithal, Stockhorn, Freiburgeralpen, Chablais), 
erfaUt aber nicht für sich ganze Schichten. Zahlreicher findet man ihn in 
Dauphin^ und in der Provence. 

SCHAFHitmi, Leonh. Jb. 1B46 a. 1853 ; ESCBER, schw. Dkscb. 1853 : 
EXMXBICH, Jb. d. RA. 1853; r. Haueb, Jb. d. RA. 1853; GtMBSL, 
B. A. 1861; ▼. RIGHTHOFEN, Jb. d. RA. 1862; WlAOBf, Benecke 
B. 1866 ; Offbl, die tilb. Etage d. g. Ztech. 1865 ; ZlTTlL, Centr. Ap. 
in Benecke Beitr. H. 1869. 

Aqnitanien. 

Etage Aqnitanien heisst nach C. Matib die untere Süsswasser-Mdaaae 
mit Einlagerungen von Pechkohle und Sttsswasser- oder Landconchylien ent- 
haltenden bituminösen Kalksteinlagem, aber mit Ausschluss der bei Lau- 
sanne auf der Pechkohlenstufe liegenden Grauen- oder BlAtter-Holasse. 


Archampaandsteia. — Aresefaenerge]. 15 

Areliaiiipsaiidstebi. 

Chpte d'Archamp od^ de Yembres. Weisser oder hellgraner fein- 
kOroigeF Sa&dstein mit EalkoemeBt, fest nnd in der Witterung ausdauernd, 
daher in vielen Steinbrüchen abgebaut und zur feinem Architectur, Säulen, 
Gesimsen etc. verwendet Mit den Sandsteinlagem, die mehrere Meter 
mftchtig sind, verbinden sich blaue Mergel und bituminöse Kalklager, alle 
mit SO«' NW fallend und sich an den NWFuss des Salöve bei Genf 
anlehnend. Die Schichtflächen des Sandsteins zeigen deutlichen Wellen- 
schlag und cyündrische, sich kreuzende WtUste, wie die Zop^latten. Von 
organischen Ueberresten fand sich ein Chamaropsblatt, und es steht 
wohl ausser Zweifel, dass die Büdnng der untern Sflsswasser-fMolasse 
angehdre. 

NlCKKB, Etudes g^l. 1841. 

Ardesekalk. 

Galcarea metallifera Ccmoia. Grauer, selten röthlicher doloButischer 
Kalk und Dolomit, z. Th. wie zerfressen, oder mit rundlichen Höhlungen, 
die concentrisch schalig ausgefüllt sind und einen gesuchten Marmor 
(Oddadino , Rtesenoolüh) liefern. Fossilien sind selten und kaum be- 
stimmbar, dagegen enthält er Adern und Nester von Bleiglanz, Blende, 
Galmei, Eisenkies, auf die wiederholt Bergbau versucht worden ist. Un- 
deutlich geschichtet Eine mächtige Gebirgskette bildend, die bei Ardese, 
in der oberen V. Seriana, nach Leuna in Y. Brembana durchstreicht 
Nördlich und unter ihr liegen schwarze, merglichte Kalksteine, die dem 
Perledo- und Varennakalk gleichgestellt werden, und zuletzt folgt, bei 
Cromo, der Verrucano. Ueber dem Ardesekalk liegt Raiblkalk, die 
Sdüchten von Gomo und Dossena, und der Ardesekalk wird daher dem 
Hallstädterkalk gleichgesetzt. Um diese Annahme mit der angenommenen 
Formationsfolge in Einklang zu setzen, vergleicht Mojsisovics die im 
liegenden vorkommenden fossilreichen Mergelkalke den Partnachmergeln. 
Früher hatten Cubioni und v. Haijkb den Ardesekalk mit dem Esinokalk 
vereinigt und, nach einer Aeusserung (Note 1867. § 752) scheint Stofpanx 
mcfat immer sicher, beide Dolomite trennen zu sollen. 

V. Hau», Lomb. Schichtf. Jb. d. RA. IX , 1858 ; Stofpani, Bivista, 
1859; CUBIoia, Appnd. Ist Lomb. 1858 ; — ter. di Besano, üi. Lomb. 
1863 ; — y. Trompia, Ist. Lomb. 1870 \ — HOJSIBOVICS, Jb. d. RA 
1869. 

Areschemergel^ Maboov. 

Bandige, graue Mergel, in meierdicken Bänken abwechselnd mit san- 
^geD| in Sandstein ttbergehenden fnssdicken Kalkmergellagem, mit Amrn. 


Iß Argoyien. — Arietenkalk. 

opalinusy Amm. hifrons^ Amm. Aalenris n. a. Bei Ar esc he, 4 Eilom. 
SO Yon Salins 8*" mächtig. Dem tieferen Bajocien angehörend, zanftchst 
aber den Mergeln TOn Pinperdu, unter dem unteroolithischen Eisen- 
rogenstein. 

MlBCOü, Lettres, 1857. 

ArgoTien^ Maboou. 

Scyphienkalk. Bläulich graue thonige Mergel, abwechselnd mit 
bläulichen, dichten Thonkalklagem, von 1 bis 3 Fuss Dicke, die sich oft 
als an einander gereihte rundliche, kopfgrosse Knollen gestalten, bei 30"" 
mächtig. Mit Arnm, biplex, A, polyplocus, A. cordatus, Oryph. düatata, 
Tereb. insignis, Trig. clavellata, vielartigen Myen und Spongien. 
Ueber den Oxfordmergeln, unter dem Corallien. — Im Aargau mächtig 
entwickelt und z. Th. die Chaillesstufe des westlichen Jura vertretend, auch 
in Franche-Gomt6 indess, bei Salins, Ghampagnole u. a. Orten 
vorkommend. 

MASCOU, J. Sal. M. Soc. g6ol. III. 1848; — Lettrea 1857. 

Arietenkalk^ Mosoh. 

Gryphitenkalk. Unterer Lias z. Th. Umfasst die Zonen Oppkl's 
von Amm. Bucklandi, Peniacr. tvberculatus , Amm. obtusus, Amm. 
rarico8tatus , die sich zwar im Schweiz. Jura auch finden, aber schwer 
trennen lassen. Bläulich graue oder schwarze dichte Kalksteine, öfters 
bituminös, von bedeutender Festigkeit, in deutlichen durch Mergelblätter 
getrennten Bänken; im Basler Jura hie und da als Baustein verwendet, 
im Aargau 2 bis 6*" mächtig ; südlich vom Bemer Jura im schweizerischen 
Jura nicht mehr entblösst. Meist reich an Petrefacten, besonders der 
Arietenfamilie, und an Gryphiten. — In Steinart und Petrefacten dem 
nordjurassischen und schwäbischen Arietenkalk sehr ähnlich, tritt derselbe 
am Nordrand der Kalkalpen, in Savoien bei Meillerie, in der West- 
schweiz in den Umgebungen von Bex und Aigle und am Langeneck- 
grat bei Blumenstein, in geringen Spuren auch noch am Thuner- 
see hervor; dann fehlen weiter östlich sichere Anzeigen, bis er, obgleich 
beschränkt und ohne den gewohnten Beichthum an Ammoniten, in Glarus 
wieder hervortritt; bis jetzt sein letztes sicher gestelltes Vorkommen in der 
Ostschweiz. Jenseits dem Khein tritt die Stufe, mit verändertem Gharakter, 
als rother Adneterkalk auf. — Ein Uebergang zwischen dem schwarzen 
und rothen Arietenkalk scheint sich in den Tessiner und lombardischen 
Gebirgen darzubieten. Der Kalk von Saltrio, mit Amm, Buddandi 
und Gryph. arcuata, aber auch jüngeren Arten, ist schwarz oder graa, 


Arkesin. |7 

mit Tielaa Eieseloiereii, and hat die grösste Yerbreitnng Tom SAdab£all des 
Ciimpo ddi Fiori über die Madonna di Yarese, Induno und Saltrio 
an den Kordabüall des Monte Generöse; der Brocalello Ton Arzo, 
mit Wien Terebratdn, Spirifer and Otnoiden, selten mit Anunoniten, 
ist roth, gelb and weiss, gefleckt and in einander yerlaofend, der KaUc 
Ton Yiggit ist aschgraa, oolithisch oder breccienartig. 

MOSCH, Aarg. J. 1867 ; Studeb, G. d. 8. 1853 ; Faybb, Savoie 1£67 ; 
BAGHMAim, Berner Mitth. 1863 ; Ulyizzaiu, Bocce del Ticino, 1849 ; 
Mebian, Basl. Hitth. 1853, p. 71 ; Neobi e Spbsafioo, Mem. d. Jst. 
Lomb. 21. 1869. 

Arkesin. 

JuBiNx definirt den Arkesin als bestehend ans Quarz, Feld^aih, 
Hornblende, SteatUj Chlorii nnd meist anch Sphen, Gutot, der in neuerer 
Zeit die Benennung wieder benutzt hat, beschreibt die Steinart als eine 
grflniich gelbe, meist schiefrige, talkige oder chloritische Grundmasse 
mit zahlreichen Erystallen Ton Qtuirz, Feldspath^ Hornblende und hie 
und da sehr kleinen Sphenkrystallen. Keine der vielen im südlichen 
Wallis geschlagenen und im hiesigen Museum befindlichen Stücke entspricht 
ganz dieser Charakteristik, und auch die in der Genfersammlung Ton Jübins 
als Arkesin bezeichneten Stücke stimmen nicht überein mit der, nach Gütot, 
Jetzt Arkesin genannten Steinart. Kurze Hornblendprismen fehlen nie und 
Bind zuweilen streifweise h&ufig, meist auch ist Sphen yorhanden; der 
Quarz ist in erbsengrossen , gerundeten, nicht krystallisirten , getrennten 
Partie'n eingewachsen, fehlt auch wohl ganz; die Grundmasse endlich ent- 
spricht wohl z. Th. der Beschreibung yon Gmror, sie ist aber weder Talk 
nodi Chlorit, sondern ein Gemenge eines weissliehen, Torherrschenden und 
dnes donkelgrOnen Minerals, beide schiefrig und enge yerwachsen; der 
weisse Bestandtheil lässt sich leicht ritzen und schmilzt ziemlich leicht zu einem 
schwarzen Glas, der dunkelgrüne scheint nicht yerschieden yon den chlorit- 
Ihnlichen Glimmeraggregaten des Alpengranits. Feldspath glaubt man in 
Dicht ritzbaren, wmssen, mit der weissen Grundmasse Terwachsenen, dichten 
Theüen, die schwierig zu weissem Glas schmelzen, zu erkennen, krystalliniseher 
Feldspath fehlt. Der schiefrigen Beschaffenheit der Grundmasse entsprechend 
zeigt der Arkesin nähere Verwandtschaft zum Gneiss als zum Granit. Die 
ersten Stücke dieser Steinart wurden von Jübihx unter den Trümmern des 
Miagegletschers , auf der SW Seite des Montblanc gefunden. Später 
wurde Gutot, in Folge seiner Untersuchungen über die Fündlinge, auf sie 
aufinerksam und fand sie auch anstehend auf dem Gol de Crdteseche, 
über den man aus Germontane nach Y. Pellina gelangt Ein Stück 

2 


18 Arkoee. 

habe ich Yom AroUapass, Ton der Felsstofe, auf welcher das Kreuz steht, 
mitgebracht. Sie ist stark yertreten in den Moränen der Ferpecle-^Moirj* 
nnd Zinalgletscher. Nach Geblaoh bildet indess der Ärkerin nnr 
untergeordnete Massen im Gneise- und Schiefergebirge der Hochalpen. 
Aus Arkesin besteht der grosse Block yom Steinhof nnd eine grosse 
iZahl anderer dieser Gegend, zwischen Bnrgdorf nnd Herzogen* 
bnahsee. 

JUBnvB, J. d. IGnes ZIX, 1806*, GtrrOT, Boches da basain errat, du 
Rhone, Bull, de Neach. 1847 ; Studee, 6. d. S. 1853; 6BBL4GH, Penn. 
Alpen, iSchw. Dks. 1869, p. 88; — Söd- Wallis, 1871. 

Arkose. 

Sandstein, ans Qtiam nnd Feldspalhköm&m bestehend, mit Olknmer 
nnd Kaolin. Ein Zerstömngsprodnct Ton Gneiss oder Granit. Klein oder 
grobkörnig; bald der Qnarz, bald der Feldspath Toriierrschend, letzterer 
bald frisch, bald kaolinartig. Das Cement thonig, kaolinartig oder kiesUg, 
znweUen anch fehlend nnd die Masse als loser Granitgms. Bozn nnter- 
scheidet zwischen einer Arkose mit kiesligem Cement, die er dem Bont^ 
Bandstein gleichstellt, nnd einer Arkose mit kalkigem dement, die Liaa» 
oder Jnrapetrefacten enthält 

Die Steinart wnrde zuerst, als geschichtetes Zwischenglied zwischen 
Granit nnd aufgelagerten Ealksteinbildnngen, Yon ra Bomabd nnd Baon- 
oNiABT in Bnrgnnd nachgewiesen, später bei Waldshut, Carla* 
bad, in der Pfalz. — Fatbb wendet die Benennung auch auf einen 
quarzigen, in Quarzit flbergehenden Sandstein an, der in grosser Ana- 
dehnung in den Westalpen und Schweizeralpen zwischen dem Gneiaa 
oder Anthracit und dem Lias oder Jurakalk liegt und Ton ihm, sowie 
schon Yon Rozir, Foübnit und Lobt, als Bnntsandstein betrachtet wird 
(siehe Quarzit, Yerrucano, Zwischenbildnngen). Eine 3 bis 5* mächtige, 
leicht mit Gneiss zu yerwechselnde Arkose, Torherrschend Quarz mit weissen^ 
grOnen oder blassrothen Feldspaththeilen und Talk fest yerwachsen, m 
dicken NW fallenden Schichten, bildet, auf der SW Seite der Jungfrau, 
dem Gneiss unmittelbar aufliegend, die Grundlage der Zwischenbildungen 
und des Kalkgebirges. 

BBOHONIABT, de 1' Arkose^ A. des sc. nal. 1826 , ROUT, mont. entre U 
Loire et le Rhone, M. de la S. g. IV. 1840; FODBinET, Ball. g. 1850; 
LORT, Daaph. 1860; FATBB, Rech, en Sa^oie, 1867; STUDIE, W. 
Schw. A. 1834, p. 192. 


Arlbergkalk. — AroUagneies. 19 

Arlbergkalk. 

Partnachdolomit, Kenper-Trias. Schwärslich graner, fester, poröser 
Kalk, abwechselnd mit hellerem Dolomit, leicht in Sand zer&dlend, Ranch- 
wacke und glimmeriger Sandsteinschiefer. Anf beiden Seiten des Arl- 
berges, in Vorarlberg nnd Tirol, yerbreitet. Ueber den Partnachmergeln, 
der tiefsten Stufe, worin Halobia Lommelii yorkommt, nnd unter dem 
Hasel- und Salzgebirge Ton Hall in Tirol. V. Biobthofkv setzt den Arl« 
bergkalk in das Niveau des Hallst&dterkalks (S. Cassian, unterer Eeuper), 
M0J8I8OW108 in das tiefere, des Partnachdolomits, der mit seiner Unterlage 
Ton Mergehi über dem Muschelkalk liegt Thsobald glaubt, nach strati- 
graphischen Folgerungen, ohne Unterstfltzung durch Petrefacten, den Arl- 
bergkalk, sowohl im nördlichen , als im südlichen Bünden nachweisea 
zu können. 

E8CHEB, Vorarlb. Schw. Dksch. 1853 ^ GÜHBEL, B. A. 1861 •, v. RiCHT- 
HÖFEN, Jb. d. RA. 1862 ; MOJSDSOWICS, Jb. d. RA. 1869 ; Theobald, 
Bünden, 1864 und 1866. 

AroUagnelss. 

Talkgneiss. Die erstere Benennung verdient vor der zweiten, früher 
für dieselbe Steinart gebrauchten, den Vorzug, weU diese auch auf Protogin- 
gneifls, was eine andere Steinart ist, angewandt wurde; weil femer eine genauere 
Untersuchung erst entscheiden wird, ob der bl&ttrige Bestandtheil Talk, 
Chlorit oder Glimmer ist Die Farbe ist ein reines, etwas gelbliches Gras- 
grün. Der Glanz der kleinem Bl&ttchen talkähnlich, v. d. L. schmelzen 
ae leicht zu schwarzem Glas. Die Blättchen sind meist zu ausgedehnten, 
die Schieferabsonderungen ganz bedeckenden üeberzügen vereinigt und so 
innig verwachsen, dass nur durch den Schimmer getrennter Pünktchen und 
ein flasriges Gefüge die Zusammensetzung erkennt wird. Nester und 
Aederchen wie im Protogingneiss , kommen nicht vor. Diese Ueberzüge 
umhüllen weisse, sehr feinkörnige Platten und flache Mandeln, die z. Th. 
reiner Quarz zu sein scheinen; in andern haben sich perlmutterglänzende 
Partie'n von Orthoklas ausgeschieden und die randlichen dickeren Mandeln 
bilden einen sogenannten Augengneiss; in noch andem ist die ganze, (rft 
zollgrosse Mandel ein gut begrenzter Orthoklaszwilling. 

Man erkennt diesen Gbeiss unter den Steinarten, die Saussübb vom 
Col St Theodule beschreibt und der grüne Bestandtheil wird auch von 
ihm ab Glimmer bestimmt Es ist die vorherrschende Gebirgsart der 
Pemiinischen Alpen von oberhalb Aosta nach NO bis ans Weisshorn; 
ne bildet die Hauptmasse des Matterhorns, der Dent Blanche, des 
G^ Cornier, des Weisshorns, und erscheint in enger Verbindung mit 



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jl^jcoc, Cafc. conffieo 


Astartenmergel. — Athleta-Zone. 21 

zuweilen blassrothem oder gelb und violett geflecktem Kalk, auch weiss, 
kreidefthnfich, oder oolithisch, mit z. Th. grossen Eömem. Petrefacten, 
meist N e r i n e e n oder Grinoiden, sind nicht häufig. — Oberer Theil 
der Astartenstufe Thübm., welche im oberen oder weissen Jara den Corallien 
oder Diceraskalk zur Grundlage, die Eimmeridgestofe zur Decke hat. Mächtig 
entwickelt im westschweizerischen and französischen Jnra. Bei Salins gibt 
Mabooü diesem Kalk eine Mächtigkeit von 28"*. 

Thibiua, H. d. Str. 1830; AUbcou, Jura Saliaois, Mdm. S. Gdol. m, 
1848-, Etallon, Leth. brunt. Schw. Dkach. XVIII, 1861-, JACCABD, 
Jura Yaud. 1869. 

Astartenmergel. 

Grane oder gelbliche, sandige Mergel, mit Einlagemngen yon mer- 
gfichten Kalkbänken. Reich an Petrefacten, die zuweilen Lumachelllager 
bilden. Charakteristisch ist Astarte supracaralKna d'OsB. Unter dem 
A s t a r t e n k a 1 k (s. d.) und mit diesem , im westlichen Jura , die 
Astartenstufe bildend. Die Mächtigkeit dieser Mergel im Neuch&teler Jura 
erreicht nach Jaccabd SO"", im Jura von Salins nach Mabooü 3"". 

Astarten-Zone Opp. 

Astartien Thubh; Sequanien Mabo. Von Oppsl der Kimmeridge- 
gmppe eingeordnet, über der Diceras arietina, unter der PtBroce$'a Oceatu. 
Als Ldtmaschel Astarte supracorallina d^Onn. Die Stufe zerfällt in einen 
Ästartenkalk und Astartenmergel, jener oben, dieser unten. Thubhann 
theilt das Astartien noch in ein Epiastartien , Zone Astartienne und ein 
Hypoastartien. 

Masoou, Jura Sal. M. s. g. III. 1848; Oppel, Juraf. 1858; THUBMANN ET 
Etallon, Leth. Brunt. Schw. Dks. XVIII, 1861. 

Astlen. 

Etage Astien C. Mateb. Die pliocenen, fossilreichen, grauen Mergel 
von Ast i, Gaste 11-Ar qua to, Mas ser an o u. a. Gegenden. In 
der Schweiz setzt C. Mateb in diese Zeit die letzte Erhebung der Alpen 
nnd die Auswasdiung der Thäler. 

C. Mateb, tabl. 1868« 

Athleta-Zone Opp. 

Z(me des Arrnn. athleta PhUl., im oberen Calloyien. Omatenschichten 
UosoH. Ueber Amm. anceps, unter Amm. biarmatus. S. Anceps-Zone. 


22 Aubcrsonien. — Austernlager. 

Anbersonleiu 

Nach rAnberson, W von S. Croix im Waadtländer Jura. Eine 
Abtheilnng des Yalangien. Mabcoü bezeichnet als Rockes d'Aüberson das 
untere Yalangien, zwischen dem Pnrbeck und dem Limonit, und nennt als 
Leitmoscheln: Strombus SaiUieri, Sigaretus PidanceU, Naiica Sautieri, 
Ooniopygus decoratus und yorzugsweise Toxaster Campichei. Die mittlere 
Mächtigkeit schätzt er auf 80 Foss. Jaggabd dagegen will fftr diese Ab- 
theilnng den Namen Yalangien stehen lassen nnd den Limonit nnd roth- 
braonen Kalk, die ohnehin bei Yalangin zu fehlen scheinen, als Auber- 
sonien bezeichnen. Die Fauna dieses oberen Yalangien ist weit reicher 
und mannigfaltiger, als die des untern. 

Mabcoü, Bibl. aniv. Arch. 1862 ; JAGCASD, Jura Yaud. Suppl. 1870. p. 51. 

Anerkalk. 

Dichter, dunkelgrauer Kalk, dünngeschichtet, die Schichtflftchen mit 
fettem Thon bedeckt. Die nicht seltenen Ammoniten und Terebrateln 
bezeichnen ihn als Ozfordkalk. Steile Schichten bei Au im Bregenzerwald 
unter den neocomen Aptychusschichten der Canisfluh. 

ESCHEB, Schw. Dks. Xin. 1853 ; v. RiGHTHOFEK, Vorarlb« Jb. d. R A. 
1862. 

Angengneiss. 

Gneiss mit Aussonderung grosser elliptisch begrenzter Feldspathkr3r8taUe, 
oder euritischer kleinkörniger Aggregate yon weissem Feldspath und Quarz, 
um die sich der Glimmer herumbiegt. Bei Andermatt in ürseren, bei 
Obergestelen am Sfldfusse der Grimsel, bei Zinal in Anniyiers. 

Austernagelflnli. 

S. Austemlager. 

Anstemlager. 

Petrefactenlager, die TOrherrschend oder ausschliesslich Schalen von 
Austern enthalten, kommen vorzugsweise in jungem Tertiärbildungen Tor. 
So im südlichen Frankreich mit Ostrea crassissima und 0. undata, bei 
Paris die Austembank mit 0. longirosiris , 0. callifera, 0. cyathula. 
In der Molasse der Schweiz ist seit alter Zeit das Austemlager bei Hüt- 
ligen, zwischen Bern und Thun, fast nur aus Schalen yon 0. irassissima 
bestehend, bekannt. Im Elettgau bei Schaffhausen liegt eine Bank 
Yon Nagelfluh mit 0. undata, 0. canadensis, 0. virginiana auf der 
untem Blättermolasse. 

Stüdkb, Molasse, 1825 ; Bachmamn, Thierreete bei Bern, 1867 ; WÜBTBM- 
BKBOEB, Klettgau, Zs. d. D. G« 1870. 


ATicula-contorta« — Badenerschichten. 23 

ATicula-eoiitorta-Stafe. 

S. Bhätische Stufe nnd Contorta-Zone. 

Azoische 

Stemarten and Formationen heissen diejenigen, TOn denen man voranssetzt, 
dass sie den Erdboden Tor dem Auftreten organischer Wesen gebildet 
haben. S. ürgebirge und Urgebirgsarten. 

Azzarolastnfe Stoppani. 

Contortazone, Eössenerschichten, Infralias, Geryillienschichten. In der 
Höhe hellgrane Mergel- und Ealklager, unten yoriierrschend schwarze 
Hergelschiefer mit Einlagerungen von schwarzen Ealk- und Lumachell- 
schichten. Mehrere hundert Meter mächtig. Beich an Fossilien, besonders 
im höheren Theil der BUdung. Eine Eorallenbank (Banco mouireporico) 
begrenzt sie gegen den aufliegenden Lias-Dolomit. Bei TAzzatola, auf 
der rechten Seite der Yal Bitorta, gegenüber Lecco. — Stoppaih be- 
Bchrftnkte firflher die Stufe auf den höheren hellgrauen Theil und betrachtete 
den tiefem , schwarzen als der S. Gassianbildung entsprechend , überzeugte 
sich indesB später, dass beide AbtheUungen paläontologisch nicht zu 
trennen sind. 

Stoppabi, Studii, 1857; — Rivista, 1859; — Paläont. Lomb. 1860. 

Bächisandsteln. 

Plattenförmige, feste marine Molasse, in steU aufgerichteten NW 
bllenden Schichten, welche in Bach bei Richterswyl, am oberen Zürcher- 
see gebrochen wird. Bläulich oder grünlich grau. Die Oberfläche eben, 
oft mit Glimmer bedeckt, oder wellenförmig, von Kohlenstaub geschwärzt, 
auch wohl mit warzigen Erhöhungen. 
Zürcher Keajahrblatt 1862. 

Bactryllienmergel. 

S. Partnachmergel. 

Badenerschichteii Moso'h. 

Corallische 6r. Moüsson; Weisser Jura y Quknst.; Zone des Amm, 
tmuUobatus. Oppxl. Thonige Ealkbänke, knollig mit merglichten Zwischen- 
lagern, gelblich weiss oder bräunlich. Voll Scyphien Echinodermen, 
Crinoiden, Brachiopoden, Acephalen, Gasteropoden^ Cephalopoden. Mosch 
Murt 50 verschiedene Ammonitenarten an, besonders Planulaten. Die 


24 Badiotische Groppe. — Bajocien. 

Mächtigkeit betrftgt 10 bis 15"'. Die Büdang setst Ton der Schwäbischen 
Alp fort nach dem Randen bei Schaffhansen, wo seit alter Zeit ihr 
Beichthmn an Petrefacten berühmt ist, zeigt sidi dann im Aargan am 
Schlossberg bei Baden nnd bei SchOnenwerth, yer&ndert aber nadi 
Westen zu ihren paläontologischen Charakter und scheint in das westr 
schweizerische Astartien (s. d.) flberzngehen. 

MOüBSOH, Baden im A. 1840; Oppel, Palftont. Hitüi. 1862; MOaCH, 
Aarg. Jura, L867. 

Badiotlsche Gruppe Mojs. 

Badioten nennen sich die romanischen Bewohner der ümgebimgeii 
Ton S. Cassian in Süd-TiroL Mojsisowios benennt nach ihnen die 
tiefere Abtheilnng seiner Koamischen Stufe, welche nntar der Khätischen 
und Aber der ^omcAen Stnfe liegt. Die BadioHsche Qruppt enth&it des 
oberen HalUtädterkalk , oder die Aonschiefer, nnd Aber diesen die 
Cardilchorenaia' oder Raibelschichten. Unter ihr liegen, als unterer^ 
HalUiädierkalk , die Schichten mit Amrnon. Meitemichiij über ihr der 
WeUer$teinkalk. 

MOJBOSOTICS, Obere Trias, Jb. d. g. RA. 1869. 

B^jMien. 

Terrain Bajocien; Calcaire de Bayenx d*Obb. Es nmfasst den Inferior 
Oolithe bis and mit Fullersearth yon Smidt; den Dogger Rom., den Braunen 
Jura a, /?, Yi ^ nnd s pars Qu. ; nach Oppxl die Zonen des Amm. torulosus^ 
Trig. navis, Amm. MurcUsonae, Amm. Humphriesianus, Arnim. Parkinsan»; 
nach Mosch die Opalimtssch., Murchisonaesch,, Sowerbyisch,, Humphriesich 
nassch., Blagdenisch. nnd den Hauptrogenstein; nach Mabcoü das Gris 
superliasique, die Oolithe ferrugineusej den Calccdre laedonien und Calc. 
A Polypiers und die Mames visuUennes; nach TnüBHAjm das Qris 
superliasique j die Oolithe ferrugineuse j Oolithe subcompacte nnd die 
AcuminatamergeL 

Der tiefere TheU des Unteren Jura, oder das Bajoden, ist, wie die 
Gliedemng desselben zeigt, im schweizerischen Jura von grosser Bedeatnng, 
und einige Glieder sind reich an Petrefacten. In den Alpen sind bis 
jetzt durch entsprechende Petrefacten nur vereinzelte Vorkommen des 
Bajocien, nicht aber in grössere Entfemnngen regdmftssig fortsetzende 
Glieder desselben nachgewiesen worden. 

TnUMUHN, Soul. jur. M. d. Strawb. 1832 ; MlKOOty, Jura salinois, M. 
8. göol. ni. 1848 ; MOSGH, Aarg. Jura, 1867. 


Balfriesscbichten — Bann^kalk nnd -mergel. 26 

Balfriessekichten Escheb. 

Donkelgraiie Schiefer und Ealkbänke, auf Balfriesalp, am West- 
abfall des SO Auslftnfers der Charfirsten, 400 bis 600 Fass mächtig, 
über dem Qnintenkalk, unter dem Neocom-Eieselkalk des Alviergrates. 
HöscH tremit die untern, mehr schiefrigen, znweilen Fljrsch and Dach- 
schiefer ähnlichen Schichten, die oft auch mächtiger sind, von den höheren, 
in denen der Kalkstein vorherrscht. Beide AbtheUungen hat er vom ümer- 
see bis an den Bhein und vom Pragelpass bis an das Schächenthal fast 
ohne Unterbrechung verfolgt. In der untern Abtheilung fand er Bei. 
bipartitus. Bei. dilatatuSf Bei. Orhignyanus, Amm. quadrisulcatns, 
Aptyckus Bidayi, Apt, Gümbeli und betrachtet sie als entsprechend dem 
Aptjchenkalk (s. d.), der ander^värts die Grundlage der tithonischen Stufe 
bildet. Der aufliegende Kalkstein ist, theils dunkelgrau bis schwarz, theils 
hellaschgrau und enthält Terebr. janitor (dUphya) u. a. Fossilien, die sie 
als tithonische Stufe charakterisiren sollen. Die Fossilien der unteren 
Abtheüung lassen indess eher auf Neocom schliessen. 
Escheb a. MOsch, schrifll. Mitth. 

Balingermergel Mabcoü. 

Bläulich graue Hergel und merglichte Kalksteine, erdig mit Anlage 
nun Schiefirigen. Die Kalklager rauchgrau, mit dem Mergel abwechselnd 
und nach oben an Zahl abnehmend, 10 bis 12°" mächtig. Im tiefem Theil 
Amm. Tumeri, Amm, oxynotttö, Amm. platUcosia, Bhynch. rimosa u. a., 
im bfibem Amm. raricofiatus , Tereb. nwniamalis n. a. Oberste Stufe 
des untern Lias, über dem Kalk von Blegny, unter den Schwabenmergeln. 
Bei Balingen im SW Württemberg, audi bei Pinperdu, in der Nähe 
lon Salins. 

HABC0T7, lettres b. 1. Jura, 1857. 

Bann^kalk und -mergel Mabcoü. 

Pt^roc^rien Thubm., Kimmeridgien d^Ons. unten graue oder gelbliche 
sandige Mergel, 5"" mächtig, mit reicher Fauna, Naut. giganteuSj Amm. 
gigas^ Pteroc. oceani, Natica hemisphaericaj Ostrea solitaria und mannig- 
faltige Myen. Auf dem Mergel hellgraue, bis weisse, z. Th. röthlich ge- 
fleckte Bänke von dichtem, flachmuschligem Kalkstein, zuweilen mit Neigung 
zu Breccien, 40" mächtig. Als Leitmuscheln fahrt Mabcou Nerinea Elea 
mA Clypeus acuttAS an. Verzeichnisse der bis jetzt gefundenen Fossilien 
geben Thübmanh und Gbeppin. Der classische Fundort ist Bann 6 S von 
Porrentruy. S. Kimmeridgien. 

Haboou^ lettres, 1857-, Thübhann et Etalon, Leth. Brunt. Schw. Dks« 
XVin— ZX-, GBEFPm, Jura Bern., 1870. 


26 Bardellone — Bartonstofe. 

Bardellone. 

Schiefrige, graue Mergel, leicht zerstörbar, Zwischenlager in der Pietra 
forte oder jungem B^reide bei Florenz. 

Bellet, del Com. Geol., 1870, p. 122. 

Bardiglio. 

Weiss und grau, oder hell- und dunkelgrau geflammter Marmor, in 
Italien häufig zu Platten verarbeitet und polirt. Der Bardiglio der 
Apuanischen Alpen (Stazzema, Campiglia) liegt auf Yerrucano und 
wird von weissem, salinischem Marmor bedeckt. Er wird als Umwandlung 
des anderwärts in gleicher Lage vorkommenden dunkelgrauen, kieselfreien, 
meist dichten Kalksteins betrachtet und, nach Petrefacten, der Trias beige- 
ordnet. Der Bardiglio von Yolpino, am Ausgang der Y. Camonica, 
ist Anhydrit (Yolpinit) und gehört ebenfalls der Trias an. 

Fleusuu de B., J. d. Ph. an 6, IV ; Bbocghi, Min. di ferr. II, 1807 \ 
Savi e Meneghdu, Toscana, 1851. 

Barr^mien. 

Etage Barr^mien Coqüani). Dichter, fester Kalkstein, weiss oder 
gelb, mitKnauem von gelbem oder braunem Feuerstein, bezeichnet durdi 
Scaphites Yvanii, Ancyloceras Emerid u. a. aufgerollte Cephalopoden. Bei 
60™ mäditig, zwischen dem Neocomien mit Toxaster complanatus und dem 
ürgonien liegend. Nach Piotet entspricht das Barr6mien der alpinen Fades 
des Neocomien, wie sie im Justithal, in der Stockhomkette , in den Frei- 
burgeralpen, an den Yoirons, am Mole, bei la Gharce (Dröme) und in der 
Provence entwickelt ist, und ist nicht als eine selbständige, getrennte Stufe 
zu betrachten. 

COQUAND, Bull. Soc. g^l. XIZ, 1862-, PICTET, Arch. Bibl. univ.. 1863. 

Bartonstnfe 

heisst G. Mateb die obersten marinen Lager des Pariser Grobkalkes, oder 
die Oris et sables de Beauchamp. Paläontologisch stimmen, nach HfiBXBT 
und Remevier, damit überein die Conchylienlager von Faudon, S. Bonnet, 
Pernant, Entrevernes, der Diablerets und La Cordaz, sowie 
auch von Ronca und Castel-Gomberto im Yicentinischen, im Bemer 
Jura das Tongrien von Del^mont und Porrentruj. C. Matsb ver- 
bindet damit die Petrefactenlager der Balligst öcke, des Nieder- 
horns und des Pilatus. 

Hebert et Renevieb, Bull. g^ol. 1854-, C. Mateb, tabl. 6ynchr.l865. 


Basalt — Bavenogranit. 27 

Augitisdie Felsarten« Basalt, Dolerit, Diabas, finden sich nicht auf 
sdiweizerischem Boden, weder aof der Nordseite, noch anf der Südseite 
des Alpenzngs, weder im terti&ren Mittelland, noch im Jora, wohl aber 
«ndere Gesteine der Pyroxenfamilie, mit Diallag oder Diopsid. Die der 
Schweiz am nächsten liegenden angitischen Massen sind nördlich die Dolerite 
des Kaiser stahls, die Basalte des Hegans nnd der schwäbischen 
Alp, südlich die Basalte des Monte Baldo und des Hügellandes von 
Ticenza. 

Bathonlen. 

Terrain Bath. Es enthält den Stonesfield slaie, Greai-OoUthe, Brad- 
/brdday, Forest-marble^ Con^brashSmm; den höheren I/n^er- oder Braunen 
Jura € QüENST.; den Great-OolUhe et Forestmarble, Corribrash^ Maboou; 
den Great'Oolithe et Calc. roux sableux, Dalle nacrie Thurmann; das 
Digonabett und Lagenalisbett Oppel; die Variansschichten Mösoh. — 
Das Bathonlen, das im SW England über 400 Fass mächtig entwickelt 
nnd mehrfach gegliedert ist, hat im nordwestlichen nnd nördlichen Jura 
eine Mächtigkeit von kanm 25^, als Mergel, merglichte Ealkplatten, 
oder feste, oolithische und Lnmachell-Platten. Die Parallelisimng nach 
yerschiedenen Gegenden ist sch?rierig, da der petrographische Charakter 
nnd mit ihm aach die Fauna sich verschieden gestalten und einzelne 
Glieder, die in der einen Gegend sehr mächtig auftreten, in andern oft 
nahe liegenden fehlen. In den Alpen entspricht den Variansschichten 
das petrefactenreiche Lager von schwarzem Kalk mit Nestern von Eisen- 
oolith und Bothseisen in der zwischen dem Gneiss und dem Hochgebirgs- 
kalk liegenden Zwischenzone am Nordrand der Finsteraarhorngruppe. 

ThüRMAMN, Soulev. jar. M. de Straab., 1832; AUbcou, J. salin. H. 
S. G. m^ 1848-, MÖSCH, Aarg. J., 1867 •, Gbeppin, Jura bernois, 1870; 
Bachmask, Bern. Hitth., 1863. 

Baveiiograiiit. 

Granitit Rosx, Miarolit Foubnet. Körniges (xemeng von fleischrothem 
Orthoklas y verwachsen mit Albit, weissem OUgoklas, graulich weissem 
Quarz und stark glänzendem schwarzen Glimmer. In Drusenhöhlen fleisch- 
rothe, undurchsichtige, oft mehrere Zoll lange Orthoklasfiwillinge und 
Bergkrystalle, seltener Flussspath, Turmalin, Hornblende, Epidot, Dato- 
lüh, mehrere Zeolitharten , Kalkspath. Stellenweise, besonders wo die 
Steinbrüche tiefer eingedrungen sind, ist der Orthoklas weiss, so dass man 
Handstflcke schlagen kann, die ohne Trennung rothen und weissen Granit 
enthalten. Die Drusen fehlen im weissen Granit, dagegen ist er ziemlich 


28 Beauchampgrappe — Belvedereschichten. 

regelmässig, beinahe vertical zerklüftet, parallel der Schiefernng des an- 
grenzenden Glimmerschiefers, ohne Neigung jedoch in Gneiss überzugehen. 
Beide Granite werden in zahlreichen Steinbrüchen, bei Baveno and Fariolo, 
tan Einflnss der Tosa in den Langensee, ansgebentet; bei den genannten 
Orten Torzügtich die rothe Abänderung, am nördlich anstossenden , aber 
isolirten M. Orfano die weisse. 

▼. Buch, Berl. Akad. 1827 ; FOüBKer, Alpes entre le Valais et rOisans, 
Ann. de Lyon, IV *, Stüder, G. d. S. I. 1851 ; SCHBBBEB, Festschrift, 
1866; GSBLACH, Penn. Alpen, Scbw. Dies., 1869. 

Beauchampgrappe. 

Gres de Beauchamp.* Gr^s et sables moyens. Weisser oder hell- 
grauer und gelber Quarzsand, der Bänke und Blöcke Ton Sandstein um- 
schliesst und reich an mannigfaltigen, oft zerbrochenen marinen Fossiliett 
ist. Die untere Stufe enthält die obersten Nummuliten der Pariserformation 
und liegt über dem eigentlichen Grobkalk, oder häufiger auf einem sie 
davon trennenden brackischen Mergel. Sie enthält viele Ealksteingeschiebe 
und, nebst Numm. vanolaria, auch viele Korallen, Die mittlere Stufe besteht 
unten aus Sand, oben aus sandigem festem Kalkstein; Fossilien, besonders 
Ceriihien, Cyrenen, Cythereenj kommen vorzüglich nach oben hin häufig vor. 
Die obere Stufe ist, theils feiner thoniger Sand, theils Hergel und Ealk- 
mergel, und mehrere ihrer höheren Fossilien tragen bereits einen brackischen 
Charakter. Die ganze Gruppe hat viele Fossilien mit dem eigentlichen 
Grobkalk gemein. Auf ihr liegt der Calcaire lacustre moyen de 
S* Ouen. — Nach HfossT und RBinevisB entsprechen der Beauchamp- 
grappe die alpinen Fossilienschichten von S^ Bonnet und Faudon, N 
von Gap, Pernant und Entrevernes in Savoien, Diablerets und 
La Cordaz oberhalb Bex, sowie auch, am Südfuss der Alpen, diejenigen 
der Yicentinischen Hügel. G. Matbr vereinigt damit auch die 
Fossilienlager der Ralligstöcke, des Niederhorns und z. Th. des 
Pilatus. 

D*AKCHUC., hist. 11, 1849; — Bull, g^ol., 1860; EtSKRT et Resevibb, 
Bull. geol. XI, 1854 ; C. Mateb, tabl. 1865; Kaufxann, Pilatus, 1867. 

BelTedereschlehten. 

Jüngste Tertiärbildung des Wiener Beckens, die höchsten Stellen der 
Stadt und Vorstädte bildend; nur von quartären Ablagerungen bedeckt 
In der Höhe gelber Sand, bis 6 Fuss mächtig, als Hauptmasse Gerolle 
(Schotter) von Quarz und krjstallinischen Steinarten in rothgelbem Lehm. 
Beich an üeberresten vorweltlicher Säugethiere. 

StTEBS, Boden von Wien, 1862. 


BerninagraDÜ — Beaauoschiefer. 29 

Bemlnagraiiit. 

Von mittlerem Korn. Weisser and . röthlich weisser Orthoklas nnd 

• 

grauer Quatm in ziemlich gleicher Menge; OligoUas grttn, matt; dnnkel- 
graaer, feinschnppiger GUmmer^ zuweilen fehlend. GrQner Chlorit oder 
Talky theils in getrennten Flasem, theils zn Bl&ttem yereinigt, die in 
grosserer Menge eine sdiiefrige Stractor veranlassen and einen Ueber- 
gang in Gneiss erzeugen. Nach Thiobald zeigt sich aacfa Hornblende als 
Oemengiheil, oft in solcher Menge, dass die Felsart in Syenit ttbergeht. 
Es ist auch sonst schwer, daselbst zwischen Granit, Syenit and Biorit feste 
Grenzen zu ziehen, da sie auf geringe Entfernangen anter sich abwechsein, 
sich gegenseitig durchbrechen, oder in einander ttbergehen. 

Vom Rate, Berninageb. D. g. Ges. IX, 1857; Thbobald, Graub., 1866. 

Besan^onkalk nnd -mergel. 

Etage S^qoanien Mabcoü; Etage Astartien Thübmaitn. Unten weisse, 
stark aufbrausende sandige Mergel mit eingelagerten plattenfOrmigen Bänken 
Ton weisalichem dichtem Kalk und Sandstein, bis 5"* mächtig. Im tiefern TheO 
Phasian. striata, Natica dubia, Mytilus jurensis, höher Ästarte tninirnaj 
Ostr. sandaUnaj oben Ostr. Brtmtrutana, Myt. pectinatuSj Rhynch. pH- 
eatella und mehrere Echinodermen. Einige dieser Arten finden sich auch im 
aufgelagerten Kimmeridgien. — Auf diesen Mergeln liegt, 30* mächtig, 
der Kalk von Besangen, dicht oder oolithisch, die OolithkAmer zuweilen 
mit Spathcement (Pierre blanche), weiss, hellgrau, rosenroth, mit Trig. 
geogr.j TVig, picta, Echinodermen und Korallen. 

MaboOU, Lettres^ 1857. 

BesanoscUefer. 

Schwarze, bituminöse Schiefer z. Th. Ton Papierdioke, biegsam nnd 
brennend, mit üeberresten Ton Fischen und einem Saurier, abwechselnd 
mit Kalklagem. NO Ton Besano, S vom westlichen Luganersee, und von 
da ostwärts fortsetzend, als Grundlage des M. Generöse und M. Ga- 
prino, zu verfolgen bis Ben o zwischen Porlezza und Menaggio. — Diese 
Schiefer liegen auf der mächtigen Dolomitbildung des Esinokalks und 
mfissen der Rhätischen Gruppe, nach Nsobi und Spbxafioo dem Bonebed 
aagdiören. Froher glaubte man sie mit den schwarzen Plattenkalken von 
Periode, am Ostufer des Gomersees, worin ebenfalls Saurier vorkommen, 
tereinigen zu sollen; derEalk von Periode liegt aber unter dem Esino- 
kalk und fiillt in das Niveau der Gassianerschichten. 

COBNAUA, Pachypl. Edwardsii, Jst. Lomb. VI, 1854; ßTOFPülI, SiadH, 
1857, p. 283 ; — Kote ad un corso^ 1867, p. 306 ; COBIONI, t. triastd 
di Besano, Jst. Lomb. 1863; MBOBI e SPBBAnco, Lugano, 1869. 


80 Biancone — BimiunmatuB-Zone. 

Biancone. 

Dünngeschichteter, flachmaschliger Kalkstein, weiss, schwach glänzend his 
matt, mit Ansscheidongen, in Enanern oder Adern, Ton grauem Feuerstein, 
der anch wohl, innig beigemengt, den Kalk yerkieselt. Enrzklflftig und 
eicht in prismatische Trflmmer zer&llend. Petrefacten sind selten. Aptychus 
Didayi und Amm. Asterianus bezeichnen ihn als Neocom. In der 
Brian za liegt der Biancone auf der MajoUca und dem rothen Am- 
monitenkalk; im untern Etschthal, wo er eine Mächtigkeit yon 80 Fuss 
zeigt , auf dem meist rothen Diphyakalk und wird bedeckt Ton rother 
Scaglia. So auch weiter östlich. 


misif Vicent., 1824; CUBIONl, Kotizie solla Lomb*, 1844; 
Stofpabi, Studii, 1857, p. 69; BENECKE, Beitr. I, 1868. 

Blarmatns-Zoiie. 

Untere Oxfordschichten Oppxl. Zone des Amm. biarmatus, A. ariS" 
iatus , A. ocukUuiy A. cordattLS. Mames ozfordiennes z. Th. Thübm., 
GhiBssLT, Masoou; Omatenthon, Brauner Jura € Qubnst. z. Th. — Im 
westlichen Jura blaugraue Thone mit yerkiesten Petrefacten, meist sehr 
zahlreichen kleinen Ammoniten; Aber dem Callovien und den Athleta- und 
Anceps-Zonen, unter den Ghailles und Scyphien. Im nördlichen Jura treten 
Eisenoolithe an die Stelle der Thone, die Petrebcten sind nicht Torkiest 
und diejenigen der Zonen des A. anceps und A. athleta lassen sich nicht 
dayon und yon einander scheiden. Mösoh yereinigt ebenfalls die Zone 
mit den Omatenschichten, ttber den Macrocephalusschichten, unter den 
Birmensdorferschichten, mit denen erst er die Oxfordgruppe beginnt. Die 
Mächtigkeit im westlichen Jura erreicht selten 2"". 

Ofpel, Jaraf. 1858 ; liABCOU, Jura sal. H. de la S. Q. BI, 1848 ; MOeCH» 
Aarg. J., 1867. 

Bimammatas-Zone. 

Locherschichten Oppbl. Bezeichnet durch Ammon. bimammatus 
QüSNST. Zum Weissen Jura y oder den Spongitenschichten Qoxnst. ge- 
hörend und bis in den W. J. d oder die Wohlgeschichteten Kalkbänke 
au&teigend. Im Aargauer Jura entsprechen dieser Zone die Crenularis- 
schichten Mösoh. Im westlichen Jura ist Amm. bimammatus bis jetzt 
nicht Torgekommen. 

Ofpel, Jorass. Cephai. Uitth., 1862; H06CH, A. J., 1867. 


Birmensdorfenchichten ^ Blättermolaase. 31 

Binnensdorfersckicliteii. 

Untere Lacnnosasch. Mosoh. Zone des A. transv&'sarius Opfkl ; Ar- 
gOTien (pars inf.) Mabc; Spongitenlager, Weisser Jura / (z. Th.) Qxtenst.; 
Calc ä scypbies Dxs. et Gn. Dflnne Lager Ton aschgrauem, rappig zer- 
fressenem Kalkstein, abwechselnd, besonders unten, mit etwas dunkleren 
H ergelschichten ; nach oben wftchst die Dicke der Mergellager bis zu 1™ 
Dicke. Die Mächtigkeit der ganzen Stufe erreicht kaum 15*°. Beiche 
Fauna, meist eigenthflmlicher und einen wichtigen Horizont gewährender 
Arten. Je nadi der Gegend unterscheidet sich eine Spongüen-FadeSj eine 
Cephalapode/n-Fades^ eine MyacUen-Fades und eine Corallen-Fades. — 
Die Stufe findet sich, als tieferer Oxford, ttber dem Omatenthon, mit 
wechselndem petrographischem und paläontologischem Charakter, aber sehr 
ungleicher Mächtigkeit, im ganzen Jura, von der Waadt her durch Solo- 
thnm und Aargau bis in den Randen und die Alb. Sie fehlt auch in den 
Alpen nicht und ist von Baohmank in Glarus nachgewiesen worden. Es 
ist kaum zu bezweifeln, dass sie sich auch in der Westschweiz werde ent- 
decken lassen. 

MOeCH, d. FlötKgeb. im Aarg., Schw. Dksch. XIV, 1857 ; — Aarg. Jara^ 
1867 •, OPFEL u. WAAGEN, Bcnecke Beitr. I, 1866 ; BACHXANN, Bem^ 
Mitth., 1863. 

Bitumen. 


S. Asphalt. 


8. Stinkstein. 


Bitamlnoser Kalk. 


Blagdenlsclilchteii Mosoh. 

Blaue Kalke, Brauner Jura Yj ^ Qtxnst. Dunkle oder gelblich 
braune Kalksteine, zuweilen dunkle OolithkOmer enthaltend; meist dicht 
und fest, aber auch sandig, thonig und schiefrig. Petrefacten nicht häufig, 
in den festen Bänken kaum trennbar. Bezeichnend ist Amm. Blagdeni 
Sow. Die Mächtigkeit oft kaum 1"^, aber auch bis 25"*. — Die Stufe 
liegt auf den Humphriesianusschichten des untern Braunen Jura und wird 
Tom Hauptrogenstein, oder jflngem Stufen bedeckt Opfsl hat sie mit den 
Humphr.-Schichten vereinigt Im Solothumer, Basler und Aargauer Jura 
verbreitet» 

MO0CH, Aarg. Jura, 1867* 

BlUtennolasse. 

Plattenf&rmig abgesonderte Molasse von mittlerer oder geringer Festig* 
deren Schichtflächen mit braunen oder schwarzen Blattabdrttcken 


B2 BlftUersteia — Blegoykalk. 

bedeckt sind. Vorzüglich der nnt^n Süsswassennolasfle angehörend, aber 
auch hoher in der Molasse nicht fehlend. Tnnnel and Umgebungen von 
Lausanne, Aarwangen, Mnrgenthal, DeUmont. 

HEBE, Tertiftr-Flora der Schweiz, 1855-1859; — Urwelt, 1865. 

Blatterstein. 

S. Variolit 

BlanseUefer Tbsobald. 

Ealkglimmerschiefer, Cipollin. Olimmer, Quarz und £att, oder auch 
bloss Glimmer and Kalk. Eine Ab&nderang der im südlichen Granbünden 
verbreiteten Schiefer, die Tbeobald theilfi der Trias, theils als Caaanna- 
sohiefer der Dyas beiordnet. 

Thsobald, Graub., 1666. 

Bleglschlehten Eschkb. 

Eisenoolith, 1 bis 6 Fuss mächtig, der sich l&ngs dem ganzen Nord- 
rand der Finsteraarhommasse verfolgen lässt and za verschiedenen Zeiten 
Bergban veranlasst hat. Die zahlreichen Fossilien werden gewöhnlich am 
Oberblegisee, anf der SO Seite des Glärnisch, aas Blöcken ge- 
wonnen, die von der hohen IB'irstwand herabfallen, oder von Krieg smatt, 
am W Abfall der Jan gf ran. Es sind vorherrsdiend Ammoniten, die 
grösstentheils dem obem Bathonien d'Obb, oder den Yariansschichten Mosoh, 
in geringerem Yerhältniss dem Callovien d'Obb., oder den Macrocephalns- 
schichten Oppel and nnr in sehr schwacher Zahl dem altem Oolith, den 
Marchisonaeschichten entsprechen. Das Hangende des Eisenooliths in der 
Ostschweiz bilden die Scfaildschichten, das Aeqaivalent der Birmensdorfer- 
oder tieferen Ozfordzone, das Liegende die Echinodermenbrecde, die der 
Homphriesianaszone za entsprechen scheint. 

STUnEB, G. d. S., 1653; BACHlCAim, Bero. Mitth., 1863; ESCHBR, schft 
Mitth., 1871. 

Blegnykalk Mabooü. 

Unterer lias; Bncklandi- and Pentacrinitenzone Opfki*. Bl&alich 
schwarzer dichter Kalkstein, mit splittrigem Brach, die deatlichen ^/i bis 
2 Fass dicken Kalklager oft darch dünne Zwischenschiditen von scbwarzem 
Mergelschiefer getrennt, im Ganzen 4 bis 5™ mächtig. Leitmascheln eind 
Bei. acutus, NaiU. striatus ^ Amm. Bucklandi^ Awm. Conyheari^ 
Pleurot. Marcousana^ Spirifer Wakotü, PeirUacr. tubercuUitus u. a. — 
In vielen Steinbrüchen aufgedeckt bei Blegny, östlich bei SaliiiA. 

MABOOU, Letlres, 1857. 


Bleierze — Bohuerzthone. 33 

Bleierze. 

Der Bleiglanz, die einzige Bleiverbindung, die hier in Betracht kommt, 
ist in ansem Alpen keineswegs selten; der, in alter and nenerer Zeit, an 
einigen Stellen, besonders auch des Silbergehaltes wegen, unternommene 
Abban ist aber beinah überall eingestellt worden. Am eifrigsten worde 
in Bünden gearbeitet. Bereits im 14. Jahrhundert, und nach vielen Unter- 
brechungen, auch noch im Anfang des jetzigen, wurden die vielfach den 
Polomit durchbrechenden Bleiglanz- und Galmey^gänge in Scarl auf Ses- 
venna, zwischen XJnter-Engadin und dem Münsterthal, abgebaut. So auch 
die im Kalkgebirge aufsetzenden Gränge, von gleichem Gehalt, am Silber- 
berg in Daves, auf der linken Seite des Landwassers. Auch oberhalb 
Ardez in Y. Tasna wurde auf Bleiglanz gebaut. Mit nicht besserem 
Erfolg wurden einst die Bleiglanzgänge oberhalb- Schmitten und auf 
Despin in Schams und an andern Stellen in Bünden in Angriff genommen. 
— In den Westalpen versprach man sich am Ende des vorigen Jahrhunderts 
einen guten Ertrag von dem Abbau der von Schwerspath begleiteten Blei- 
glanzgänge im Gneiss des hinteren Thalgrundes von Lauterbrunnen, 
aber auch hier wurde die Arbeit bald, mit beträchtlicher Einbusse der 
Actionftre, eingestellt Im Lötschthal, S. von Lauterbrunnen, wird da- 
gegen die Förderung der silberhaltenden Bleierze, seit Jahren, mit Auf- 
wendimg beträchtlicher Capitalien fortgesetzt. Auch an andern Stellen in 
Wallis, inderMassaschlucht,beiNendazundIserable,sindGruben 
in Arbeit gestanden. — Bei Servoz in Savoien, wo unter den verschieden- 
artigen Erzen auch silberhaltender Bleiglanz gewonnen wurde, ist aller 
Bergbau seit Ende des vorigen Jahrhunderts eingestellt. 

V. Saus, Bergb. in B. K. Sammler II, 1806; SSLB, Stud. v. Leonh. 
I, 1812 ; C. ESCHEB, über Lauterb. Alpina, II, 1807 *, GUETiUBD, J, 
d. H., 1795 u. 1814; ▼. Sal», Graub. Jahrb. VI a. VIII, 1861. 

Bohnerz. 

S. Bohnerzthone. 

BohneraEthone. 

Argiles sid^rolithiques. Das Muttergestein der im Jura weit ver- 
breiteten Bohnerze, Theils in weiter Ausdehnung, wie im Thale von Del6- 
mont, den obersten Jurakalk in einer mittleren Mächtigkeit von 20 bis 
30"* bedeckend, theils KlOfte und Vertiefungen im Jurakalk ausfüllend. 
Der tiefere nicht geschichtete Thon, Bolus, worin vorzüglich das Bohnerz, 
in einzelnen Körnern, oder in grossen Nestern und Streifen dicht gedrängter 
KOmer, vorkommt, ist sehr fest, so dass die Schachte und Stollen oft keiner 

3 


\ 


j}4 Bohnerztbone. 

Bekleidung bedflrfen, rauh und txodcen im AnAlhlen, feaerbesti&ndig, meist 
roth oder blase gelb, auch yiolett, seltener blau, in Torscfaiedenen blassen 
nnd dunkeln Nflancen gestreift oder geflammt Schwarze Streifen sind durch 
Mangan erzeugt, das sich zuweilen reiner in Adern und Nestern aussondert 
Häufig sind weisse Flecken, die aus feinem Eieselsand bestehn, der auch 
wohl in grösseren Massen sich anhäuft, den Bolus yerdrängt und als 
Hupererde für Glasfabriken ausgebeutet wird. Zuweilen hat sich die 
Kieselerde, die als Sand im Bolus eingemengt ist, auch zu Knauem tou 
Chalcedon yerdichtet Im nördlichen Jura, bei Aar au, kommen, wie bei 
Liehl und Schliengen in Baden, graue und braune Jaspiskugeln tot. 
Wasserheller Gypsspath ist nicht selten eingemengt und hat sich auch in 
der Unterlage von Jurakalk entwickelt; seltener ist Kalkspaih, Die 
Trümmer der abgetragenen Hochofen zeigen, dass auch Zink, Zi/rva^ Ar- 

m 

senik und andere, näher zu untersuchende Substanzen in unbestimmbar 
geringem Yerhältniss beigemengt sein müssen. Von organischen XJeber- 
resten findet man in dem Bolus niemals die geringste Spur, die man als 
demselben eigenthtUnlich betrachten könnte; die Knochen und Zähne yon 
Landthieren und die jurassischen Mollusken oder GeröUe, die besonders 
in 'den Kluftausfüllungen vorkommen, sind offenbar mit der übrigen Masse 
zufällig eingeschleppt worden. 

Die oberen Thone, die vom Bolus oft durch etwas Kalknagelflub ge- 
trennt werden, enthalten niemals beträchtliche Mengen von Bohnerz und 
gewöhnlich nicht einmal einzelne Körner. Sie sind oft weit mächtiger, als 
der Bolus, aber von Schichtung ist auch bei ihnen nichts wahrzunehmen. 
Die Farbe ist ein oft lebhaftes Gelb, auch Grün und Grau und geht nur 
nach unten in Hoth und die bunte Farbenzeichnung des Bolus über. Was 
diese Thone aber besonders unterscheidet ist ihr fettiges Anfühlen, das 
auf Kluftflächen auch durch FettgUnz sich ankündigt. Sie sind, besonders 
nach der Oberfläche hin, kalkführend und enthalten in ihrem tiefem Theile 
zuweilen Knauer von körnigem Kalkstein. Allgemeiner ist aber, auch hier, 
wie im Bolus, die Einmengung von Gyps, theils Fasergyps, theils in grossen 
Zwillingen (fer de lance), theils schaumig (niviforme). Organische üeber- 
reste, die man als bezeichnend für das Alter der Formation betrachten 
könnte, fehlen auch diesen oberen Thonen, und nur in den höchsten, horizontal 
geschichteten Mergeln und Kalksteinen hat Gbeppin Chara$amen und eocene 
Knochen gefunden. Die deutliche Schichtung und die Yerschiedenheit der 
Steinart dieser obersten Massen erlauben jedoch kaum, sie mit den Bohnerz- 
thonen als (eine unter gleichen Verhältnissen entstandene Formation zu 
vereinigen. 


Bohnerzthone. 35 

Die BobnerzkOrner, concentrisch schalig, haben Erbsengrösse , doch 

kommen anch grössere, aber weniger regelmässige Knollen yor. Sie haben 

die Farbe des sie einschliessenden Bolus nnd sind daher meist roth. Es 

sind Yerbindongen von Eisenoxyd mit Kieselerde, Thonerde nnd Wasser, 

mit Spnren 7on Mangan nnd anderen Stoffen. Nach den yon Qüiqüsbez 

mitgetheilten Analysen enthält das Bohnerz yon Del^mont auf 100 Theile 

annähernd: 

Kieselerde 1 1 

Thonerde 10 

Eisenoxyd . 65 

Wasser 14 


100. 

Oefters sind die reicheren Bohnerznester theilweise umschlossen yon 
einer zolldicken Kruste yon weissem oder bläulichem Thon (fleur de mine). 

Die Bohnerzthone , mit oder ohne Bohnerze, zeigen sich, meist als 
KluftausfOllung, oder an der Aussenfläche des Jurakalks, bereits in Dauphin^ 
(Lory), wo an mehreren Stellen der Kieselsand (Huper) beträchtlich ent- 
wickelt ist und ausgebeutet vdrd, yerbreiten sich dann in den schweizerisch- 
französischen Jura und erstrecken sich nach Franche-Comt^, Baden, Württem- 
berg and Nordbaiern. Sie werden, wo sie nicht frei liegen, bedeckt yon 
toQgrischen Ablagerungen, Kalknagelfluh oder Molasse. Im Schweizer Jura, 
wo früher an yielen Stellen auf Bohnerz gearbeitet wurde (Solothurn, 
Kfittigen bei Aarau, Klettgau) beschränken sich die Ausbeutungen 
jetzt auf Matzendorf bei Baistal und den Bemer Jura (Del^mont, 
Seprais, Gourroux). Hupererde wird gegraben zuLengnau, P6ry, 
Court etc. 

Das Alter der Bohnerzthone lässt sich nur aus ihren Lagerungs- 
yerhältnissen bestimmen ; denn die Klüfte und Felstrichter sind offenbar in 
selir yerschiedenen Zeiten, durch den yon der Oberfläche weggeschwemmten 
Thon und Schutt ausgefüllt worden, da sie Petrefacten aus allen Stufen 
des Jura und Knochen oder Zähn^^ yon Landthieren enthalten , die theils 
der eocenen, theils der Diluyialzeit angehören. Im Thale yon Del^mont 
werden die Bohnerzthone yon Kalk- und Sandsteinen bedeckt, die, nach 
den darin enthaltenen Ueberresten, unzweifelhaft der tongrischen Stufe an- 
g^ören, sind also älter als diese. Ist es nun ferner gestattet, wie auch Loby 
annimmt, die Massen yon weissem und grauem Kieselmehl in Sayoien 
und in der Dauphin e als Hupererde und Vertreter der Bohnerzbildung 
zu betrachten, so kann diese nur in die Eocenzeit gesetzt werden, da jener 
bei 50 Fuss mächtige Kieselsand, südlich yon St. Jean de Couz bei 
Chambery, deutlich der oberen Kreide aufgehigert ist und yon Molasse 


\ 


3Q Boifl'de-Raabe-Siafe — Bollschiefer. 

bedeckt wird. Hiemit stimmt auch die grosse Mehrzahl der Knochen nnd 
Zähne Ton Landthieren überein, die in den Elansfüllnngen Ton Mor- 
mont, Solothnrn, Egerkingen, Montier nnd an mehreren Orten- 
in Württemberg (Frohnstetten) gefunden worden sind, indem sie 
den im Gyps von Montmartre vorkommenden Arten entsprechen. 

Die Entstehung der Bohnerzthone hat man auf mehrfache Art zu 
erklären versucht. Bbokqniabt und, nach ihm, Thibbia, Gresslt, Quiqsbez 
u. A. dachten an Geysir ähnliche, Kieselerde und Eisen führende Quellen; 
DxFFKXB, dem auch Fbaas sich anschliesst, betrachtet die Bohnerzkömer 
als Pseudomorphosen, vorzüglich vod Schwefelkiesknollen, die sich mit dem 
Thon, nach Art etwa des Limonits, und einer seichten Wasserbedeckung 
abgelagert hätten. Auch abgesehen von einem pseudomorphen Ursprung 
ist nach den von Stapff angefahrten Thatsachen eine Verwandtschaft 
der Bohnerze mit den Sumpferzen nicht zu verkennen. Schon Mamvcl 
(Höpfner^s, Mag. 1789) bezeichnet die Bohnerze als Sumpferze. Jedenfalls 
stammen die damit vorkonmienden organischen Ueberreste nicht aus der Tiefe. 
BBONomABT, Ann. des sc. nat , 1828 ^ BIEBIAN, Beitr.^ 1821 -, WALCHlfEB, 
Mem. de Strasb., 1830; Gbessly, Jara sei. Schw. Dksch. V, 1841-, 
Thibbia, Statitft. Hte. Saonne, 1833; — Ann. d. M. XIX, 1851; 
QinQUEBEZ, Scbw. Dksch. XII, 1852; KOCHLIN, Bull. S. G. XUl, 
1856; GBKPPm, Schw. Dks. XIV, 1855; - Jura Suisse, 1867; — 
Jura Bernois, 1870; MÖ8CH, Aarg. J., 1867; Dbffneb, VVürttb. JH. 
XV, 1859; Stapff, Zts. d. d. g. G., 1866 ; Wübtembebokb, Klettgau, 
Zs. d. d. G , 1870. 

Bois-de-Banbe-Stnfe. 

S. Dinotherium-Sirde. 

BolUnger-Sandstein. 

Zur untern Süsswasser-Molasse gehörend. Steil N fallende, unklar 
abgesonderte Schichten mit Einlagerungen von bunter Nagelfluh und blauen 
Mergelnestem , bei Bollingen am oberen Zürchersee. Hier fand sich 
darin ein Kiefer von Paläoth. Schmvü und gegen ütznach hin kommen 
in demselben Sandstein Abdrücke von Chamcsrops vor. Der feste, in der 
Witterung gut ausdauernde, z. Th. grobkörnige Stein wird als Quaderstein 
oder zu Thür- und Fenstereinfassungen ausgebeutet. 

Bollsehlefer Mabcoü. 

Oberer Lias, Toarcien d'OBs. Schwarze oder dunkelgraue schiefrige 

Mergel, mit Knauem von thonigem Kalk. Bezeichnend ist Posid. jBrotmü. 

Bei Salins zu Pinperdu, Aresche und Blegny. — Berühmt durch 

ihre Reptilien, Fische u. a. ueberreste zu B o 1 1 bei Kirchheim in Württemberg. 

MABGOU, Lettree, 1857. 


Bolus — Bradl'ord-flay. 37 

Bolus. 

S. Bohnerzthone, 

Bonebed. 

Eine oft kanin einige Zoll dicke Schicht, worin Enochentrttmmer, Zähne 
und Schuppen von Fischen oder Reptilien, anch wohl Coprolithen durch 
Sandstein oder Mergel verkittet sind. Zuerst in England, auf der Grenze 
Ton Idas und Keuper, dann in Schwahen, in gleicher Lage, und auch im 
oheren Muschelkalk nachgewiesen. Das ohere Bonehed mit den es he- 
gleitenden Schichten entspricht den KOssenerschichten und hildet das untere 
Glied von Gümbel's Rhätischer Gruppe, deren oheres Glied der Dachstein- 
kalk ist. Beide Bonehed werden yon Mosoh im Aargauer Jura angefilhrt. 
Das an der unteren Grenze des Lias vorkommende an der Ergolz, S 
TonBasel-Augst, in rothem Mergel, 0,9°" mächtig, da^enige der Letten- 
kohle auf der oberen Grenze des Muschelkalks, an der Bare n ha 1 de, 
W Ton der Staffelegg hei Aar au, sandig, pechschwarz, und in der 
Schambelen, bei Mailingen an der Reuss, als braune, dolo- 
ndtische Sandmergel. In den Alpen ist bis jetzt das obere Bonehed, 
bezeichnet durch zahlreiche Knochenüberreste, mit Sicherheit nur an zwei 
^teUen aufgefunden worden, die eine bei Matringe im Chablais durch 
Fatbb, auf der Grenze von Keupergyps und Lias, die andere durch Yallkt 
in Manrienne auf dem linken Ufer des Are. 

MOSCH, Aarg. Jura, 1867; FAVRE, Savoie, 1867. 

Braekwasser-Molasse^ 

bezeichnet durch eine Fauna, wie schwach gesalzene Lagunen oder oceani- 
sche Delta sie enthalten. Dazu gehört der BalUgsandstein, worin marine 
und Süss- oder Brackwasserconchylien gemengt vorkommen. Auch einige 
Bänke der Molasse von Luzern zeigen einen vielfachen Wechsel einer 
marinen und Sttsswasserfauna. 

Heeb, Urwelt, 1865^ p. 427-, Kaufmann^ Schw. Dks. XVII. 1860. 

Bradford-clay. 

In enger Verbindung und als obere Fortsetzung des Great Ooliths, 
diesen von Forest-marble und Combrash scheidend. Dunkle Thone mit 
Avicula costata, Tereb. digona^ Apioor, Parkinsaniy entsprechend dem 
Calcaire de RanviUe und der Digona-Zone Oppel. Fbokhsbz wählte die 
Benennung Bradfordthon fQr die über dem Hauptrogenstein liegenden 
Mergel, die von Mkbiah als Discoideenmergel, von Thtbmank als Mames 
ä Ostrea acuminata, von Mabgoc als Mames Y^uliennes, oft aber auch, 


38 Brandschiefer — Braunkohle. 

kurzer, als Bradford bezeichnet worden, ein Fehlgriff, der yerwirrenden 
Einfloss auf die schweizerische Oeologie des Jura zur Folge hatte. Die 
Fossilien dieser Mergel entsprechen yielmehr demjenigen des Combrash. 

FSOIIHERZ, Jura des Breisguus, 1838; Ofpel, Juraform. 1858, p. 453; 
MOLLIR, Bael. Jura, 18t>2; — Baal. Verh., 1870. 

Brandschiefer« 

Braun- oder pechschwarze, stark mit Bitomen imprflgnirte Schiefer, 
die mit bUner, Tielen Boss absetzender Flamme and bituminösem Geradi 
brennen, ohne za zerfallen. Meist in dftnne Tafeln spaltbar. S. SeeCsU* 
fischsdiiefer. 

Branner Jnra Quemst. 
Von den Opalinnsthonen, Br^ J. a bis zu den Ornatenthonen Br. J. g. 
QüKNBTBDT, Jura, 1858. 

Braniikohle. 

Schieferkohle, Lignit. Bräunlich schwarze, dicht zosammengepressie 
Holzstllcke, Pflanzenstengel, Schilfarten, Moose u. a. Yegetabilien, durdi 
eine homogene schwarze Masse filzartig verbunden und sich in dflnae 
Schichten ablösend. In horizontalen Lagern, yon 1 bis 12 Fuss Mächtig* 
keit, der diluvialen Kiesbildung oder auch dem Oletscherschutt, untergeordnet, 
von denen sie unten und oben durch bläulich-graue Thonlager getrennt 
werden, die auch wohl ausbleiben, so dass die Kohle unmittelbar von Kies 
oder erratischem Schutt begrenzt wird. Die Kohle wird zuweilen durch 
Zwischenlager von Thon« Sand oder Kies in mehrere Lager getrennt. Die 
Pflanzen gehören, so weit sie sich erkennen lassen, noch jetzt im Lande 
lebenden Arten an. Es finden sich Stämme und Tannzapfen der Roth- 
icmne, der gemeinen und Bergföhre, der Lerche, Eiche, Birke, des 
Ahorn, von Schüfrohr, Wasserpfeffer, Preisseibeere u. s. w., in gröester 
Masse aber auch Moosarten« Von Thieren sind besonders zwei in unsem 
Sümpfen noch lebende Käfer, Donada discolor und sericea, mit metallisch 
glänzenden blauen Flügeldecken, stark vertreten, es kommen aber auch 
andere Arten vor. 

Bei Morsch wyl, zwischen Rorschach und St. Gallen, liogt das 
2 Fuss mächtige Kohlenlager mitten in erratischem Schutt^ der es 14* bis 
SO* hoch bedeckt Bei Utznach, wo die Kohle seit etwa 60 Jahren stark 
abgebaut wird, liegt sie im Kies horizontal auf vertical stehender Molaase 
and wird von abwechselnden Kies- und Sandbänken bedeckt Aehnlioh 
sind die Yerhältnisse bei Dflrnten, N von BapperschwjL Bei Strätligen, 


Breccie ^ Brixnergranit;. 39[ 

im alten Bett der Kander, liegt das im vorigen Jahrhondert bearbeitete 
horizontale Lager wieder in erratischem Schutt 

Nach Hkkb ist es nicht zweifelhaft, dass diese Brannkohienlager ala 
alte Toifinoore za betrachten sind, die spater von Kies nnd Schutt bedeckt 
wurden. 

ZOLUKOIVB, Über Utanach, N. Alpina II, 1827; DSGKK, Bericht der 
St. Call. Ges. 1861; Heeb, Drwelt, 1865; — d. Scbieferk. v. Uts- 
nach, 1858. 

Breeeie. 

Ein ans eckigten TriUnmem bestehendes Gestein. Die Trümmer müssen 
eine GrrOsse haben, dass ihre Gestalt mit blossem Ange leicht erkennbar 
ist, sind sie kleiner, so bilden sie Sandstein. Nach der Steinart der 
Trümmer unterscheidet man Granitbreccie , Porphyrbrecde, Kalkbreocie 
v. 8. w. Die Yerkittong geschieht, mehr oder weniger fest, durch ein 
deutliches dement, oder die Trümmer sind so innig in einander gefügt, 
dass ein Cement gar nicht sichtbar wird. S. Homfluhgestein. 

Brislacher Kalk. 

Grobkalk Gbisslt. Gelber oder braunrother, sandiger Kalkstein, 
mit Geschieben von Jurakalk, übergehend in jurassische Kalknagelflnh, 
oder in groben bräunlichen Sand, oft in enger Verbindung mit grauen, 
braunen oder rothen Mergeln, die gewöhnlich seine Decke bilden. Reich 
an Steinkemen und Schalen von Conchylien der tongrischen Stufe, auch 
lAmnazfthne und Halianassaknochen. — Im nördlichen Jura bei Coeuve, 
Bodersdorf, Aesch, Brislach, Portlandkalk oder Bohnerz aufliegend, 
bedeckt von Süsswassermolasse. Bezeichnende Fossilien sind HaUanassa- 
knochen, Natica crasaatina, CeritMum plicatum, Cassidaria Nystii, 
Oitrea cyaihala, Ost. callifera. 

Mesun, Basler Verh., 1837 ; Gbesslt, Jura Soleur. Schw. Dksch. lY ; 
Thusmann u. Studeb, Bern. Mitth., 1853; Studeb, Geol. d. Schw. 
II, 1853; HKBKBT, t. tert du K. de TEorope Bul. göol. Xn, 1855; 
GUPPIM, essai 8. le Jara^ 1867; — Jura Bemois, 1870. 

Brixnergraiilt. 

Mittelkömiges Gemeng von mattem, weissem oder gelblich weissem 
OUgoklaa, lebhaft gl&nzendem, graulich weissem Orthoklas, graulich weissem, 
durchscheinendem Quans in Körnern und br&unlich schwarzem, hexagonalem 
QUmuner. Als Beimengung enthält er zuweilen schwarzen Turmalin, auch 




^, l^*r«jK^»i'vr. 


ttuid^M h^mfu^JUf n^ridUe ift liffü$Pt EblifCTvi^« tos scfcvanm Kalk- 
«^^Mifff» bi^94^:Vt^ mA Ammern. Aon. üeber deo llesadolft-Dolmnit, 
nw^ 4^ H^cbkiiUiu t^m W^nf». die fk Tom ScUem-IXolQniit trennen, 
i^MT idi nmM ^ mumUjfifkur b^id^^kt. In der Umgebung Tcm Buchen- 
#i«(M «m4 LivioftlliiogOf im Qoellgebiet des Carderole. 

V. fU^mrwms», hn^-nuA. l^i: Sttb, S. Cassan Jb. d. RA. 1868, 

BneklABdf-Zoiie Ofp. 

Vl\iiU*f i*r Arii(^U!nlatlk , Möscb« Ueber der Angnlatns-Zone, unter 
Avif 'rabi^rciiltttuf-Zone. Die 8 Zonen oder Bette, die Offkl im nntem 
li\m ttiitorNdietdi^t, laünen sich, nach Mösch, im schweizerischen Jura nicht 
%U ((Airontiti) Clliedor erkennen« 

Ol'FKL, Jurftf*, 1858; M08CH, Aarg. J., 1867. 

Bfindnersehiefer. 

(^rauo Schiefer, Stud. z. Th. Grane nnd schwarze Thon- und Mergel- 
Hc^liiAfor, meist aufbrausend, theils leicht zerfallend, theils durch stärkeren 
KldNc^lgohalt foBt; durch zunehmenden Ealkgehalt übergehend in thonige 
Oclor reinere Kalkschiefer; als Einlagerungen auch dickere Bänke Ton 
dunkolgrauom Kalk; oft auch abwechselnd mit dunkelgrauen, festen Sand- 
»tc^inon und Bandsteinschiefern. Nicht selten sind diese Schiefermassen 
durchiüogc^u von farblosen Quarzbändem oder grosskömigen Gemengen von 
glanlitt^m Quar« und Kalkspath, einige Zoll bis ein Fuss mächtig, der 
Hohli^fnrnnic parallel oder Klüfte ausfüllend. Zuweilen auch erhöht sich 
dor Ulaiu d«« Thonsohiefers bis zur Aehnlichkeit mit Glimmer, oder es ist 
wirklich hollftrauer Glimmer ausgeschieden, mit welchem dünne Quarzstr^fen 


Bunte Mergel. 41 

rerwachsen sind, nnd man würde unbedenklich die Steinart für Glimmer- 
schiefer erklären, wenn sie nicht mit der grossen Masse der Thon- und 
Kalkschiefer in engster Yerbindnng stände. Auffallend sind die vielen 
Biegungen und gewaltsamen Ejiickungen dieser Schiefer, so dass oft auf 
eine Erstreckung weniger Meter in einer Schichtlage eine Menge von 
Sätteb und Mulden auf einander folgen. Diesen Biegungen folgen auch 
die Qnarzbänder und stehen an der Aussenfläche frei hervor, wenn der 
Schiefer durch Verwitterung ausgefallen ist 

Aus dieser Schieferhildung besteht ein grosser Theil der Gebirge des 
nördlichen und mittleren Graubflndens, Prättigau, Schanfig, die 
Lenzerhaide, Oberhalbstein, Domleschg, Savien, Lugnetz 
sind Yon ihr umschlossen, man sieht sie an den Strassen des Schyns und 
der Yiamala. Welcher geologischen Epoche sie angehöre, ist unent- 
schieden. Thsobald schwankt zwischen Lias und Unterjura, ist auch 
geneigt, sie mit den Algäuschiefem, von denen sie jedoch durch die breiten 
Gneissgebirge von Montafun getrennt sind, zu vereinigen. Es ist möglich, 
dass, trotz der Uebereinstimmung der Steinart, die Bttndnerschiefer mehreren 
Formationen verschiedenen Alters entsprechen. Im Prättigau und 
Schanfig enthalten sie Helminthoiden und Fucoiden, die man von den 
gewöhnlichen eocenen Flyschfucoiden nicht unterscheiden kann; auf dem 
Chnrwaldner Faul hörn glaubte Theobald Bdemmten und Orypheen 
2n erkennen. In grossen Bezirken fehlt jede Spur organischer üeberreste. 

Studbr, Davos und Mittel B., Schw. Dksch. 1837 u. 1839-, - Geol. 
d. S. I. p. 376; Thbobald, Graub. 1864 u. 1866; Vom Rath, D. 
geol. G. 1862. 

Bunte Mergel. 

Gelbe, grflne, vorherrschend rothe Mergel kommen in verschiedenen 
Formationen vor. 

Sie fehlen selten in der oberen und unteren Süsswassermolasse und 
können zur Unterscheidung derselben von der marinen Molasse dienen, der 
sie fremd bleiben. In der unteren Süsswassermolasse gewinnen sie in der 
Westschweiz, besonders am oberen G^nfersee, eine bedeutende Mächtigkeit 
nnd Festigkeit und wurden von Neckkr unter dem Namen Molasse rouge 
als eine von der Molasse verschiedene, ältere Bildung betrachtet, was durch 
die, zwar seltenen Pflanzenüberreste (Sabal, Cinnamomumy Acer) nicht 
gerechtfertigt erscheint. Weniger fest, 5 bis lö*" mächtig bilden diese 
rothen Mergel auch die Grundlage des Yullj, Jolimont, Jensberg 
im Seeland und erstrecken sich nach Bern und dem Aargau hin. In 
ähnlicher Lage wie bei Yevey finden wir sie in der Grundlage des Rigi 
bei Wäggis. 


42 Bante Schiefer. 

Beschränkter, als in Schwaben and Lothringen, begleiten die bnnlBii 
Mergel anch den Keuper und seinen G/ps, sowohl im nördlichen schweize- 
rischen Jura, als in den Westalpen bei Matringe in Sayoien. 

Studhr, Melasse 1825; ^ G. d. 8. 1853; NsOKBR, Stades 1841; 
H3UB, Terk. Flora 1855; die Werke über den Jura von Mbbiah, 
MüLUBB, Grbsslt, MÖ60B, Gbbppin ; Faykb, Sayoie 1867. 

Baute Sehiefer. 

Rothe, violette, gelbe, grOne Thonschiefer, rein oder sandig. Meist 
yon beschränkter Yerbreitnng nnd als Begleiter oder ümwandlangen Ton 
Steinarten angleichen Alters. 

In enger Yerbindnng mit Qoarzit nnd dolomitischem Kalk bilden 
bnnte, meist rothe Schiefer ein Glied der Zwischengesteine, die, am innem 
Band der nördlichen Kalkalpen, den Kalk vom Gneiss trennen. Sie liegen, 
wie die übrigen Zwischengesteine, dem aufgelagerten Kalk parallel, ab- 
weichend auf den SchichtenkOpfen des Gneisses. Ibre Mächtigkeit über- 
steigt selten einige Meter. Petrefacten fehlen ganz. Der aufgelagerte 
Kalk ist mittlerer Jurakalk, und man hat in den bunten Schiefern bald 
Keuper, bald Buntsandstein sehen wollen. 

Nahe verwandt mit denselben scheinen rothe und grüne Schiefer, 
ebenfalls mit Quandt verbunden, die auf dem Jochpass, zwischen Hasli 
und Engelberg, auf Nummulitenkalk aufliegen und unter das jurassische 
Kalkgebirge des Grauhorns einfallen, als ob hier der Jurakalk und die 
Zwischengesteine abnorm über die eocene Bildung wären flbergescfaoben 
worden. 

Zwischen D r 6 n e und A r b a z , oberhalb Sitten, stehen rothe 
und grüne Schiefer, letztere zu Wetzsteinen ausgebeutet, mit Gyps und 
Rauchwacke in Verbindung und könnten vielleicht als verkieselte Keuper* 
mergel gedeutet werden. 

Einer andern Klasse von Steinarten gehören die rothen und violetten 
Schiefer an, die in Mittelbünden beiTinzen, am Rothen Bflhel 
in Domleschg u. a. Orten mit den grünen oder grauen Schiefem und 
dem Serpentin dieser Gegenden verbunden sind. Sie erinnern an den 
Galestro von Toscana und enthalten, wie dieser, Einlagerungen von rothem 
Jaspis. Eine Analyse des rothen Schiefers von Tinzen verdankt man 
YoM Rate. 

NliOKjBR, Valorsine M. d. Gen. 1828; Favbjb, Saroie 1867; druDBBt 
6 d. S. 1853; Vom Rath, Bemina. D. geol. Ges. IX. 1857. 


BantSAndatein ^ Calcaire roux aableux. 43 

Bontsandsteln. 

6rts bigarr^. Klein- bis feinkörnig; randliche oder eckige, krystalli- 
niflcbe Qoarzkömer durch ein kiesliges, thoniges oder merglichtes Clement 
mehr oder weniger fest verkittet. Der Sandstein mit kiesligem Clement, 
oder Quarzsandsteiny liegt in der Regel in der Tiefe, der Thonsandstein 
in der Höhe. Im ersten tritt das Gement oft beinahe ganz zorAck. Yor- 
herrscfaend roth, ab^ auch grfln, gelb, grau, weiss, oft mehrfarbig gestreift 
oder geflammt; dentlich geschichtet, in dicken Schichten bis schiefirig. 

Der Bnntsandstein greift ans Schwaben nnr sehr beschränkt in die 
nördliche Schweiz ein, wo er bei Wallbach, Mampf and Znzgen 
snfiancht, meist Yon jflngerm Eies nmgeben. Anf dem rechten Rheinofer 
wurden frflher die Bnntsandsteine yon Rheinfelden stark abgebant, 
gegenwftrtii^ werden, Ton Degerfelden vorzüglich, Schleifsteine in die 
Schweiz eiagefflhrt. Waldshnt, wo der Bnntsandstein nnter Tag durch 
Stollenarbeit ansgebeatet wird, liefert die bekannten Mühlsteine und dem 
Mineralogen die schönen Qaarzdrnsen mit Ejdk- and Flossspath. 

Ueber das Vorkommen des Bantsandsteins in den Alpen s. Qnarzit 
und Yerracano. 

MÖBCH, Aarg. J. 1867. 

Caleaire Indonien Maboou. 
S. Calc. sabcompacte. 

Caleaire k polyplers Thouiu. 

Graae dichte Kalksteine mit Kiesehiieren, gedrängt voll verkieselter 
Corallen, regelmässig geschichtet Im Jora bei Sa lins aof der Höhe des 
Fort S^ Andr6, über dem Calc. ledonien, anter den Yesnlmergeln, 
Maboou. Nach Obbppin, im Bemer Jnra, lO*" mächtig, anter den Ham- 
phriesianosschichten , mit Amm. Sowerbyi and hänfigen Corallen. Nach 
Oppel im Niveau der Hamphriesianus-Zone des Bajoden. 

Thibbia, Hie Saöne 1833; Maroou, Jura Sah M^m. 8. G. 1848 ; Oppbl, 
Jnraf« 1858; Grbppin, Jura Bern. 1870. 

Galeftire roux sablenx Thubmank. 

Forest-marble ; Untere Lagenalissch. Oppel; Yarianssch. Mösoh; 
Oberer Bathonien d'Obb.; Combrash Mülu». — Bräunlich rother san- 
diger Kalkstein von geringer Festigkeit, mit Einktgerangen von gelben 
oder grauen Mergeln, z. Th. oolithisch. Die ziemlich zahlreichen Fossilien 
scUedit erhalten. Am Mont Terrible bis 10", an anderen Stellen bis 


44 Calcaire subcompacte — Callovien. 

30" mächtig. Unter der Dalle nacrie, über dem Great-Oolüe. Ein 
reiches Petrefactenverzeichniss gibt Gseppin. 

Thubmamn^ Soul. jur. M. de Strasb. 1832 ; Gbbppik, Jura Bern. 1870; 
MfLLBR, Baal. Vcrh. 1871. 

Calcaire snbcompaete Thushakn. 

Calc. isedonien Mabcou. Dichter, gelblich oder röthlich grauer, zu- 
weilen blan gefleckter Kalkstein, mit Spaththeilchen oder Oolithkömern, von 
beträchtlicher Festigkeit. In dicke Bänke abgesondert, 40 bis 60"* mächtig. 
Die Fossilien sind nicht häufig und schlecht erhalten. Es ist der untere 
Hauptrogenstein des Basler und Solothumer Jura, über dem Eisenrogen- 
stein, unter dem Calc. ä polypiers, oder, wo dieser ausbleibt, unter den 
Yesulmergeln. Nach Oppbl im Niveau des Amm. Saussd, oder mittleren 
Bajocien. 

Thurmann, Soul^v. jur. M. de Str. 1832; Marcou, Jura Sal. M. d. 
G. 1848; Grbppin, Jura Bern. 1870; Oppbl, Jura 1858. 

Calciphyr Brononiabt. 

Kömiger Kalk, der Krystalle von Feldspaih, Pyroxen, Granat oder 
andere Mineralien einschliesst. Faybx führt weissen Kalkstein mit ein- 
geschlossenen kleinen Feldspathkrystallen an vom Col Joli und Gol 
de Bonhomme, Lory schwarzen dolomitischen Kalkstein mit Albü- 
kry stallen aus der Maurienne; BBocHAira! gelblichen, seltener grauen 
dichten Kalkstein mit Einschlüssen von Feldspaih und Quar» vom Kl. 
St. Bernhard; vorzüglich ist auch der weisse körnige Kalk in Yal 
Pellina, gedrängt voll Gi'anaten und Pyroxenkryst. zu erwähnen. 

Brongniart, J. d. M. XXIII. 1808; Lory, Bull. 8. G. 1861, p. 751; 
Favre, Savoie III. 1867; v. Rath in Gerlach, Süd- Wallis, 1871, 

Calloyien d'OnB. 

Kelloway-rock , Oxfordien inf^rieur , Br. Jura g Quknst. z. Th. 
Das Callovien, oder die Grundlage der Oxfordgruppe, zer&Ut, nach Oppil, 
von oben nach unten, mit Ausschluss der Ornaten- oder Biarmaten-Zone 
Oppel, in die Athleta-Zone, Anceps-Zone und Macrocephalns - Zone ; 
nach Mosch in Oberes C. oder Omatenthon und Unteres G. oder 
Macrocephalusschichten; Thurmahk u. A. beschränken die Benennung auf 
das Untere C. — Der schweizerische Jura enthält diese, meist fossilreichen, 
z. Th. eisenoolithischen Glieder des Callovien vorzüglich in seiner nörd- 
lichen Verbreitung, im Bemer, Basler und Aargauer Jura. — Die früher 


Caldchiste — Casäannaschiefer. 45 

in den Nordalpen, zwischen Gneiss and Hocbgebirgskalk , als CallOTien 
bestimmte Eisenoolithbank gehört, nach der Mehrzahl ihrer Petrefacten, 
* den Parkinsonischichten oder den Yarianschichten Mosgh an. 

Habcou, Jura salin. M. See. geol. III. 1848-, Oppel , Juraf. 1858; 
MöscH, Aarg. J. 1867; Bachmann, Bern. Mitth. 1863; C. Mayer, 
tabl. 1864. 

Calschiste Bbong. 

S. Kalkschiefer, Grane Schiefer, Flysch. 

Campilerschlehten y. Ricuthofen. 

• 

Oben und unten rothe , thonige glimmerreiche Schiefer , im mittleren 
Theil graae und gelbe danngeschichtete bis schiefrige Kalksteine. Reich 
an Petrefacten, besonders Gasteropodeny auch Ceratiten, Posidonomyen etc. 
z. Th. aber einstimmend mit denen des deutschen Muschelkalks. — In Sttd- 
Tirol, ttber den Schichten von Seiss, unter dem Yirgloriakalk, die 
ebenfalls dem Muschselkalk angehören. — In den südlichen Schweizeralpen 
bis jetzt nicht erkannt. 

V« Richthofbn, Jb. d. RA. X. 1859; — Süd-Tirol 1860. 

Caprimontanaschichten Mosch. 

Merglichte Kalkschiefer mit Stacheln von Rhabdoddaris caprimon- 
iana Des. Oberste Schichten der Crenularisstufej s. d. Die früher von 
M08CH eingeführte Abtrennung wurde später yon ihm nicht festgehalten. 
M68CH^ Schweiz. Verli. in Liizem 1862 : — Aarg. Jura 1867. 

Gaprottnenkalk. 

Rudistenkalk , Schrattenkalk , Hieroglyphenkalk , Neocomien sup6r. 
IJrgonien d'OaB. — S. ürgonien. 

Garditaschichten. 

S. Cassianerschichten. 

Cargnenle. 

S. Rauchwacke. 

Casannaschiefer Thbobald. 

Aeltere Graue Sdiiefer Stüdeb; Thonglimmerschiefer; krystallinischer 
Thonschiefer. Schwankend zwischen Thonschiefer und Glimmerschiefer. 
In der Regel auf Gneiss, unter Yerrucano liegend. Abwechselnde Schiefer- 
lagen, bald graue bis schwarze Thonschiefer, bald schmutzig grüne Chlorit-, 
Talk- oder Hornblendschiefer, bald unvollkommene oder deutliche Glimmer- 


4 6 Casfittanerschicbten . 

schiefer, aüe durch üebergftnge verbanden, oder eine Abänderung ausge- 
dehnt allein herrschend. — Mächtig entwickelt zwischen Bormio und 
Livigno, auf den Pässen von Trepalle und Casanna, auch bei 
Tan f f e r s und in der Umgebung des r 1 1 e s. Wahrscheinlich gehören ihm 
auch viele Schiefer der westlichen Hochalpen an, die, wegen unbestimmter 
Lagerung, nicht genauer bestimmt werden können, so die Schiefer in der 
Umgebung von A ms tag und das Reussthal abwärts, die Schiefer femer 
die, in der Axe der Bemeralpen, vom Tödi bis nach dem Lötschthal 
fortsetzen. — In den östlichen Sodalpen erkennt Susss im Thongümmer- 
schiefer, der Lagerstätte des Zinnobers von Vallalta bei Agordo und 
Idria, von Kupfer- und Eisenerzen, die Fortsetzung des Casannaschiefers 
von Banden. Derselbe liegt über der Steinkohlenbüdung der Stangalp in 
Steiermark und unter dem rothen Grödner Sandstein, den Susss dem Yer- 
rucano oder Rothliegenden gleichsetzt. 

Studbr, G. d. S. 1851; Thbobald, Graab. 1864 — 1866; SuBflS, 
Rothl. in deu Südalpen A. d. W. 1868. 

Cassianerschichten. 

Carditaschichten. Grauer, sandiger Mergel, mit eingeUigerten Kalk- 
schichten, die an der Aussenfläche oft rostbraun und oolithisch verwittern, in 
enger Verbindung mit schwarzen und braunen augitischen Tufen. Reich an meist 
eigenthümlichen Petrefacten, unter denen Cardita crenata charakteristisch 
ist; ausserdem Ammon. Aon, Goniat, Eryn, Orthoc. elegans, Nucula 
Uneata, Cidaris alata, Encrinus vcaHanSy CiienUd, variabile u. a. Von 
sehr ungleicher, mit den Tufen bis auf 2000 Fuss anwachsender Mächtig- 
keit. Den Wengen- oder Halobiaschichten, die zuweilen derselben Gruppe 
beigezählt werden, aufgelagert, bedeckt von den hohen Gebirgsstöcken des 
Schlemdolomit. Zuerst bekannt auf den Höhen S oberhalb St. Cassian 
und Gorfara, dann auch auf der Seisseralp, am Fuss des Lang- 
kofels und Schiern u. a. Stellen in Süd-Tirol. Weiter westlich findet 
man die Gruppe wieder in den Schichten von Gorno und Dossena in 
den Alpen von Bergamo, weiter östlich in einem Theil der Schichten 
von Raibl und im Muschelmarmor von Bleiberg. In den nördlichen 
Alpen entsprechen den Cassianerschichten die Oppenitzerschichten in Oester- 
reich und die Carditaschichten, die bei Hall in Tirol das Hangende des 
Haselgebirges bilden, schwarz, in enger Verbindung mit Anhydrit und 
Rauchwacke. 

Münster u. Wissmann, Büdöstl. Tirol 1841 ; Klipstbin, östl. Alpen 
1843; EmkbiOH, Sud-Tirol, in Schaubach deutsche Alpen 1846; 
v. RiCHTHOFBN, Süd-Tirol 1860; Stur, S. Cassian Jb. d. RA. 1868; 
Mojsisovics, oberer Trias, Jb. d. RA. 1869. 


Celleporenkalk — CenoADBincrgel. 47 

Celleporenkalk^ 

eine Ab&nderang des Leithakalks yorherrschend aus Knollen und Trflmmern 
der Cellep, globularis bestehend; weich, zellig, technisch von geringerer 
Bedeatnng. In den Brüchen von Stein abrann, Loretto u. a. bei 

Wien. 

SuBfiS, Boden von Wien, 1862. 

Gementstein. 

S. Hydraulischen Kalk. 

Cenommnieiu 

Terrain Cen. d^Osn., Rothomagien Jacoabd. — Gelblich oder grünlich 
grane Mergel mit festeren Zwischenlagern von granlich weissem Mergelkalk; 
bis 50" mftchtig. Im Jnra, anf Ganlt liegend, als oberste durch charao- 
teristische Petrefacten bezeichnete Stnfe der jurassischen Kreidebildung, am 
See St Point, bei Oje, S^^-Groix, Souaillon bei St. Blaise. — 
In den Alpen zeigt sich diese Stufe auf Cheville, am S Fuss der Dia- 
blerets, als eine sehr feste hellgraue Kalkbank zwischen dem Gault und 
der Nummulitenbildung. In Sa^oien und in den mittleren und östlichen 
Schweizeralpen ist dieselbe bis jetzt nicht nachgewiesen worden. 

Jaccabd^ Jnra Vaudoie, 1869; Rbnbvibr, Ball. Vaud. IX. 1866. 

Cenomisch. 

S. Kainozoisch. 

Cerlthienkalk 

des Mainzer-Beckens. Beiner oder sandiger Kalkstein, übergehend in 

Qoarzsandstein. Die zahlreichen Conchylien, besonders Cerithien (C, pli- 

caium, C. submargaritaceum etc.) tragen einen brackischen Typus. In 

enger Yerbindung damit steht der Landschneckenkqlk. Beide liegen im 

unteren Miocen, aber dem Tongrien, und werden von G. Matkb in den 

oberen Theil seiner Aquitanischen Stufe in das Niveau der Pechkohlen 

der Paud^ze und der S fallenden Nagelfluh gesetzt. Güioikl dagegen 

erkennt in dem Mainzer Cerlthienkalk die brackischen Mergel von Orten- 

burg, die er dem Muschselsandstein der Schweiz parallel stellt. 

Sakdbbbobb, Mainz B. 1858—1863; C. Matbr, tabl. 1858; Gümbbl^ 
B. Alpen, 1861. 

Cemansmergel Marcou. 

Marnes k Plicatules Mabcou, Spinatuszone Oppxl. Graue, sandige, 
gtimmerreiche Mergel abwechselnd mit B&nken von merglichtem, oft sandigem 


48 Ghablaiskalk — Chaillesschichtet); 

Kalkstein, bis 6"* mächtig. Mit Amm. spinatfis, Plicatula spinosa, PecUn 
CBquivalvis u. a. Unter den Schiefern von Boll, über den MargaritatuS' 
oder Schwabenmergeln, an der obem Grenze des Mittleren Lias. — Bei 
Gernans, von Salins. 

Marcou, Lettres, 1857. 

Chablaiskalk Favre. 

Es ist kaum anzunehmen, dass alle Gebirge in dem grossen Baom 
zwischen der Rhone und der Giffre, die Faybk als Lias bezeichnet, der- 
selben Formation angehören, denn auch die Steinarten sind unter sich sehr 
yerschieden, hier ein dem Glamer ähnlicher Dachschiefer, dort ein fester, 
bräunlich verwitternder Sandstein, bald kiesliger schwarzer, bald thoDiger 
rother Kalk. Eine Rhynchonellaj das einzige Fossil, das ich, nach längerem 
Suchen, NO von der Pointe de Machillj, unweit der Alphatten So m- 
man, fand, scheint, nach Bacumann, dem Kimmeridge anzugehören. Die 
vorherrschende Steinart indess in diesem Grebiet, die im engeren Sinn als 
ChablcUskalk bezeichnet wird, ist eine fest und dicht verwachsene Kalk- 
foreccie, im frischen Bruch kaum als solche erkennbar und wie homogener 
schwarzer Kalk aussehend, an der Aussenfläche aber deutlich als Agglo- 
merat erscheinend. Die Trümmer von Sandkorn- bis über Zollgrösse, sind 
fast ausschliesslich dunkle bis schwarze, meist eckige Kalksteinbrocken, 
von denen die einen an der Aussenfläche blass werden, die andern in heil- 
bräunliche Erde übergehen. In geringerer Menge sind Trümmer von 
schwarzem oder hellgrünem Thonschiefer, Thonglimmerschiefer, noch seltener 
von Granit beigemengt. An einigen Stellen wird der Kalk beinah ver- 
drängt durch Quarzkömer und der Stein geht in einen dunkeln Sandstein 
über, der sich mit einer rostbraunen Yerwitterungskruste bedeckt Häofig 
sind Adern von Kalkspath. Felsbildung zeigt sich nur an Einlagerungen tod 
homogenen schwarzen Kalkbänken, meist ist das Gebirge bis auf den 
obersten Kamm bewachsen. Organische üeberreste scheinen der Kalk- 
breccie ganz zu fehlen und auch aus den Lagerungsverhältnissen lässt sich 
ihre geologische Stellung nicht beurtheilen. Bei Tanninge liegt sie aof der 
Anthracitbildung , bei Matringe auf der Rhätischen Stufe, am Südrand 
auf Nummulitenkalk. S. Hornfluhgestein. 

Favre, Savoie 1867; Studbr, G. d. S 1853; — Bern. Mitth. 1851 
und 1854. 

Challlesseliichteii^ Thibbia. 

Kieselnierenschichten Fbomh.; Zone des Cidaris fiorigemma Orr. 
Blaue oder braune Mergel und merglichte, sandige Kalkbänke, welche &n^* 


ChamoBit — Ch&telkalk. 49 

bis kopfgrosse Engeln (Sphirües), oder Trümmer von Eugelschalen and 
flache Linsen (Chaäles) yon rauchgranem Kieselkalk, schichtweise yer- ' 
theilt, enthalten. Aach die organischen Ueberreste, yorherrschend JScAmo- 
dermen and KaraUerij sind meist yerkieselt and darch Chakedon ersetzt. 
Die Mächtigkeit kann wohl aof 20" bis 30°" steigen. — Die ChailleS" 
schidUen bilden die oberste Stafe der Oif ordgrappe , die Grandlage des 
Goralrag, der z. Th. noch dieselben Petrefacten enthält, and entsprechen 
den Orenidarisschkhten Mosch, dem Ärgoüien Mabooü z. Th., dem weissen 
Jura ß — S Qu. •— Sie stellen eine besondere Facies des oberen Oiiford dar, die 
im Jara yon Franche-Gomt6, Bern and Basel entwickelt ist, im sad- 
lieberen Jara and im Aargaa aber darch Mergel- and Kalkbänke mit 
yielen Scyphien ersetzt wird, denen die Ghailles and Kieselfossilien fehlen, 
und die z. Th. aach paläontologisch abweichen. 

Thibbia, Notice, M. de Strb. 1. 1830 ; — Stat. Hte Sadne 1833 ; Thub- 
MANN, Soul. H. de Strb. I. 1830; Gbeppin, J. Bern. 1870; Mbrian^ 
Leonh. Jb. 1864. 

Chamoslt 

Chamoisit Bebthikr. — 10 bis 15"" mächtige Einlagerang im Kalk 
and Kalkschiefer des nördlichen Seitenthaies Ghamoson im unteren 
Wallis, an der oberen Holzgrenze, 1910*" Aber dem Meer. Eisenerz, das 
za Ardon geschmolzen wurde, ein Eisensilicat mit Thonerde und Wasser, 
nicht sehr yerschieden yon den Bohnerzen oder dem Hisingerit. Grün- 
lich schwarz, an der Aussenfläche rostbraun, fein oolitisch, kömige Partie'n 
mit dichten yerwachsen, rhomboedrisch oder prismatisch zerklüftet. Nach 
den selten yorkommenden Ammoniten, Belemniten und Rhynchonellen 
(lacunosa) der Oxfordgruppe angehörend. 

GuETHABD, J. d. fliin. 1814; Berthieb, A. d. M. 1820; Studbb, 
W. Alp. 1834; - G. d. S. 1853; FoURNBT, A. d'agr. de Lyon, 1849. 

Channouthien. 

Etage C. Mateb. Mittlerer Lias, yom Jamesonibett bis Spinatusbett 
Oppxl. — Im ganzen französisch- und schwäbisch-schweizerischen Jura. 
Nach Gharmouth in Dorsetshire bei Lyme Regis. 

C. Mayeb, tabl. 1864. 

Ch&telkalk. 

Dicht, mit muschligem Bruch, hellgrau bis beinahe weiss, rauchgrau, 
bläulich, grflnlich grau, roth, mehrere Farben in einander yerwaschen. 
Dickere oder plattenförmige und knollige Lager, welche beinahe ein conglomerat- 

4 


SQ Cbloritgneiss 

Ähnliches Ansehe erhalten ^ die SchichtflSchen nnd Knollen bedeckt nit 

' grttnen oder rothen Thonbl&ttem. Die meist zahlreichen PetreCEurten, besonden 

Atamofiiten and Aptychm, setzen den GhAtelkalk in das obere Oxford, 

anf die Stofe der Eieselnieren- und ScTphienkalke, wenn man es nicht Tor> 

zieht, ihn, statt mit spedell jorassischen, mit der tithonischen Stofe Oppb.'» 

zu yergleichen, wofür auch seine nahe Verbindung mit NeocomsGhichten 

za sprechen scheint. — Der Gh&telkalk, benannt nach GhlLtel-St. Denis 

oberhalb Yevey, bildet eine bald nur 10, bald gegen 100* mächtige Yor- 

stofe in der änssersten Kette der Westalpen, zwischen der Arre nnd den 

Thnnersee, nnd wird Öfters zu baulichen Zwecken gebrochen. Er ist 

bekannt an den Voirons, an der Yeyaise, am Niremont, bei Bot* 

terens nnd am Gnrnigel, stets den Alpen znfallend, fiberlagert tqo 

Neocom nnd Flysch, dem Klippenkalk der Karpathen ähnlich, aas dem 

Flyschgebirge heransstehend. 

Studbb, W. Alpen 1834; — G. d. S. 1853 j Favba, Savoie 1867; 
GiLLiBBON, Arch. de la Bibl. Univ. 1870; E. Favbb, Mol^son, Arch. 
B. ü. 1870. 

CUorltgneigs. 

Gremeiner Gneiss mit eingeme^gtem Ghlorit wird von Thxobau> als 
nicht seltene Felsart im sfldlichen Bonden angefahrt — Yox Rate be- 
zeichnet die Schiefer der linken Seite des Maderanthaies als Chiorit- 
gneiss : < weisser Feldspath, weisser Oligoklas^ Qu/orz in runden Kömero, 
Cblorii nnd Taüc theils in kugligen PartieVi, theils in zusammenhängenden 
Lagen , zuweilen tritt auch Hornblende, ein. » Das herrschende Gestein 
dieser Thalseite und des vorderen Etzlithales ist indess nicht ver- 
schieden von dem Schiefer von Amsteg, der dem Casannasckiefer Tbiob. 
nahe steht und es unentschieden lässt, ob der schinunemde Bestandtheil 
Ghlorit oder Glimmer sei. Es streichen diese Schiefer, die auch den nörd- 
lichen Bristenstock bilden, in der Fortsetzung der ähnlichen Steinarten, 
welche, vom Lötschthal her, als die Kemmasse der Berneralpen 
auftreten. In der Mitte des Maderanthales , von Ruppletenalp aus 
das Oriestobel aufwärts kletternd, fand ich bis wohl 500"* Ober dem 
Thalboden, stets diesen Thooglimmerschiefer , und auch der Schutt der 
hohem Felswände bestand aus demselben. In dieser Höhe erscheint der 
Schiefer jedoch mehr nnd mehr nach allen Richtungen durchschwärmt von 
Adern, Streifen und Nestern, worin Bergkrystall^ Ädulcar und erdiger 
Chlorit als Hauptbestandtheile auftreten, nicht selten aber auch basisch 
zerspaltener KaOespaih^ Eisenglcmsi, Sphen, BrookU, rother Stilbü, Efidot, 
BgsBolüh u. a. Mineralien vorkommen. Man glaubt sidi in dem Herde 
zu befinden, wo ans dem Schiefer, doreh einen nieht «klärten Plrocess, 


Chloritschierer •> Cipitkalk. 51 

GBeias und Granit hervorgeht, wie man ihn Im hintern Etzlithal nnd 
in der ümgebimg des Oberalpstocks, auf der Höhe des Brnnni- 
gletschers findet, wo der FekUpath nicht nur in Dmsenrftamen, sondern 
als Bestandtheil der Felsart selbst erscheint. — Nach Mcllsr sind Blöcke 
Ton Gneiss mit blassgrünem Talk und donkelgrflnem , feinkörnigem oder 
schuppigem CUorit durch ganz Made ran zerstreut Anstehend findet 
man die Steinart in grösserer Verbreitung nach dem Ausgang des Thaies zu. 

Studeb, Ball. S. 6. XIV, p. 292, 1856; y. Rate, Zts. d. g. G. 1862; 
MCLLSR, BaBl. Vh. IV, 1867 ; Theobald, Bünden, 1866. 

ChloritscUefer. 

Hehr oder weniger deutlich schiefrige (xesteine von reinem, klein- oder 
feinschuppigem, dunkelgrünem Chlorit, oder Gemenge von Chlorit und Quarz, 
oder Yon Chlorit und zuckerartigem Kalk, oder Dolomit, auch wohl mit 
Beimengung von Talk und Strahlstein. Die Felsart ist eine krjstallinischere 
Entwicklung des GrUnen Schiefers (s. d.) und hat in den Penninischeu und 
Bündner Alpen eine beträchtliche Verbreitung. Wie die Grünen Schiefer 
steht sie oft in enger Verbindung mit Serpentin, und Serpentinschiefer ist 
auch wohl, wie derjenige desRiffelhorns, als Chloritschiefer bezeichnet 
worden. Ausgezeichneter Chloritschiefer findet sich in der Nähe auf dem 
Oornergrat. 

Stüdsb, G. d. 8. 1853; Thbobald, Bünden, 1866. 

Ghloriteyeiiit. 

Chloritfels Th. Chloritische Grundmasse mit Hornblende und schwarzem 
OUmmer nnd eingemengten weissen Feldspathkrystallen , als Gänge und 
Nester im Syenit und Coderagranit. Am Muretpass und im Bergell. 

Thbobald, Bünden, 1866. 

Clcerchlna^ 

in Toscana, ein grobkörniger Sandstein erbaengrosser Quarz- und Jaspis- 
kömer; eine Abänderung des Macigno. 

Tasoioni, Reisen, 1787. 

Opitkalk. 

Brauner, dichter, sdir zäher, bituminöser Kalkstein^ mit Höhlungen, die 
mit Kalk^pathskalenoedeni auagekleidet sind, stark zerklüftet. Beich an 
Korallen, Crmotdenfrümmern, GdariUnsiacheln, Brachiopoden etc. Diese 


52 CSpoUino — Claeydsen. 

50 — 100 Fnss mächtigen, ui Tersduedeoen Stellen in Sad-Tirol, anch am 
Gipit an der Saisseralp, Torkonme&den Kalksteine bilden die Grund- 
lage der Gassianerscliichten, als Ebilagenuig im Angit-Tnt 
V. RiGBTHOFBX, Süd>Tirol, 1860. 

CipoUlM. 

Kalkglimmersdiiefer. Körniger, wtisser Kalk mit beigemengtem Glimmer 
oder Talk, hiedarch oft in Platten spaltend oder scfaiefrig. Schon Saüssuu 
hat die Benennung anch auf dnnkelgrane, köndge, mit Glimmer oder Talk 
gemengte Kalksteine ausgedehnt — Der weisse oder durch grflne Talk- 
blAttchen grOn aussehende CipoUino ist nicht selten dem grOnen Schiefer 
untergeordnet (Evolena, Stall a); Öfters auch dem Glimmerschiefer, 
mit dem man ihn leicht Terwechselt, indem man die Kalkspathkömchen 
für Quarz ansieht. Besteht die Grundmasse aus zuckerartigem Dolomit, 
80 entsteht die auf Campolongo bekannte Steinart Grauer GpolUno 
ist nicht selten im kiystallinischen Grauen Schiefer. Saussuri f&hrt Um 
an vom Gramont, Favbk Tom KL Bernhard u. a. Stellen dieser 
Gebirge; man findet ihn nicht selten im Wallis, am Gotthard und 
in Bünden. 

Savssurb, Voy . § 915 ; Payrs. Saroie 1867 ; Lardt, S. Gotth. Schw. 
Dks. 1833*, Th£OBALD. Büudea 1861—1866. 

Cltadellenkalk Mabooü. 

Galcaires de la Gitadelle. Dichte Kalksteine mit muschligem Bruch, 
graulich weiss, rOthlich gefleckt, fuss- bis 3"* dicke Schichten, im 
Ganzen 20* m&chtig. Fossilien sind selten und meist zertrümmert Auf 
diesem Kalk steht das Fort Belin bei Salins und die Gitadelle von 
Besangon. Früher Ton Marcoü als Forestmarble betrachtet, wurde er 
sp&ter von Oppkl eher dem tiefem Theil seiner Lagenaliszone oder des 
Gombrash gleich gestellt 

Maroou, Lettresy 1857; Oppbl, Jaraf. 1858. 

Clacyeisen. 

Fer de Glucy Marooü. Gelbe oder graue merghchte Kalksteine, 
hirskom-, linsen- bis erbsengrosse Kömer ron Brauneisenstein einsdiliesseiHL 
Bei 5* mächtig. Als Fossilien werden Ämm, macrocephaius ^ AMi^ 
athUta^ Amm. anceps, Amm. Jason, Amm, hecticus u. a. genannt Kb 
Stufe entspricht daher dem GalloTien im weiteren Sinn, d. h. den Macro- 
eephalns-, Anceps- und Athletazonen Oppkl, oder den Macroc^halas- nai 
Oraatenschicfaten Moses. — Glucy liegt SO in der lOihe von Salins. 
Maboou, Lettret , 1857 •, Oppkl, Jonf. 1858. 


Coderagranit — CoDglomerate. 53 

Coderagranlt Tbiob. 

Syenitgranit y. Gotta. Kleinkörnige Gmndmasse aus grauem Quarz, 
weissem OUgoklas und schwarzem OUmmer, mit zahlreichen bis mehrere 
Zoll grossen Zwillingen von weissem oder rosenrothem Orthoklas; durch 
Aufnahme von Hornblende übergehend in Syenit y indem der Quarz und 
Glimmer sich zurückziehen, die grossen Feldspathzwillinge dagegen anhalten. 
Oft zeigt sich verticale oder Neigung zu prismatischer Zerklüftung. Die 
schöne Steinart bildet die obersten, wild zerrissenen und abgestürzten Massen 
der zwischen dem Berg eil und untern Yeltlin stehenden Gebirge. 
Nach unten geht sie, in mittlerer Höhe, ohne scharfe Trennung, über in 
einen kleinkörnigen weissen Granit, ohne grössere Krystalle, mit sehr 
kleinen und sparsamen weissen und schwarzen Glimmerschüppchen. Die 
Gnmdlage bilden dunkle Hornblende- und Ghloritgesteine , welche in allen 
Bichtungen Ton Grängen des kleinkörnigen Granits durchsetzt werden. Der 
Coderagranit stimmt nahe überein mit dem Puntaiglasgranit (s. d.) im 
Yorder-Rheinthal. 

Studbr, G. d. S., 1853; Theobald, Oraub., 1866. 

Complanataschichteii Kaujicann. 

Sandige, dunkelgraue Schichten des Nummulitenkalkes mit Numm, 
complanata, der grössten in der Schweiz yorkommenden Nunminlitenart. 
Am P i 1 a t u s bei 50 Fuss mächtig und von da nach dem Thunersee 
fortsetzend. 

Kaufmakk, Pilatas 1867. 

Cioiicliylieii* 

Terrain. S. Muschelkalk. 

Congerientegel. 

Tegel Ton Jenzersdorf. Unter dem Schotter und Sand bis in grosse 
Tiefe den Boden der Stadt Wien bildend, mit Einlagerungen von Sand- 
oder Oeröllschichten und Knollen von grauem Kalkmergel. Bezeichnend 
sind Schalen von Congerien (C* subglohosa) und Melanopsis ; ausserdem 
kommen üeberreste von Süaswasserschildkröteny Säugethieren und Land» 
pflawien vor. Der Tegel wird vielfach als Töpferthon ausgebeutet 

SUX8B, Boden ▼. Wien, 1862. 

CoBglomerate. 

Poudingnes. Durch ein Cement mehr oder weniger fest verkittete 
randUche Trümmer von wenigstens Haselnnssgrösse. Sind die Trümmer 


54 Contortazone — Corallien. 

kleiner, so heisst ihre Yereinigang Sctndstein, sind sie eckig, so bilden sie 
Brecden. Nadi der Steiiuurt der TrOmmer nnterscheidet man Qranitcongl, 
Porphyrcongl. , Kalkcongl. u. s. w. S. Nagdfluh^ Verrucano, Valor' 
sinecongl. 

Zirkel, Petrogr. 1866, 1. 

Contortazone v. Dittm. 

Zone der Avicula contoria, Eössenersch., Azzarolasch., Infralias, 
z. Th., Rhätische Gruppe z. Th., Bonebed, Oberer Muschelkenper Güxbel, 
G^rviliiensch. Emmrigh, Oberes S. Cassian. — Bonkle bis schwarze Mergel- 
schiefer, abwechselnd mit granen Ealkschichten. In den nördlichen und sfld- 
lichen Alpen über dem Haapt4olomit , anter dem Badisteinkalk. Im 
Rhatikon und Vorarlberg 30—40 Fnss mächtig, bei Kössen, 
NO von Knfstein, mehrere hundert Fnss mächtig und weiter (tetlich 
noch mehr anwachsend, so wie anch in den Lombardischen Alpen. Reich 
an mannigfaltigen, in der Mehrzahl kleinen Fossilien, die einige Verwandt- 
schaft mit deigenigen, der unter dem Hauptdolomit liegenden S. Cassian- 
fossilien zeigen. Nächst Avicula contorta und OervilUa inflata^ sind 
Mytilus fninutu8, Cardium rhäticum, C. atistriacum, Pecten taloniensis, 
Plicatula intuastriata , Tereb, gregaria u. a. charakteristisch. — In den 
schweizerischen Nordalpen zuerst aufgefunden am Rhatikon, später 
bei S p i e z am Thunersee , an den Stockhorngebirgen, in den 
Freiburger- und Waadtländeralpen, an der Dranse, bei 
Matringe u. a. Stellen in S a v o i e n. Südlich vom Luganersee 
fällt noch ein beträchtlicher Theil der dort durchstreichenden Contorta- 
9one innerhalb der Schweizergrenze. S. Besanosch, 

ESOHBR, Vorarlb. Schw. Dksch. XIII 1853; Emmrich, Jb. d. RA. 
1853; V. RiCHTHOFBN, Vorarlb. Jb. d. RA. 1859-, Gühbbl, B. Alpen 
1861 ; y. Dittmar, Cont. Zone, 1864-, Favrb, Savoie, 1867 ; Rbnb- 
yiBR, Infraliae, Soc. Vaad. 1863, Vill, p. 39 ; v. Fi8CHBR-Oo6tbr., 
Bern. Mitth. 1869. 

Corallieii. 

Nadidem in England (1816) durch Surra der Coralrag als ein Glied 
des mittleren Oolithsjrstems , dem Oxfordthon aufliegend, war bezeichnet 
worden, trug Thirria (1830) die Benennung über auf die im französischen 
Jura dem Oxford aufgelagerte Ealkbildung und unterschied darin, als 
untere Stufe, einen Galcaire ä Nirinies, als obere eine Ärgile ä Madri- 
pores et ChaiUes. TflüRMAim fand sich, im Bemer Jura (1832), zu mehreren 
Abänderungen veranlasst. Er liess das Terrain ä ChaiUes direct auf den 


Coralrag. 55 

Oiford, als oberstes Glied dieser Gruppe, folgen und auf dieses ein Groupe 
CaralUeny das, yon unten nach oben, zerfällt in den Calcaire corallieny 
die OoUthe corallienne, den Calcodre ä NMnies und den Calcaire ä 
Astartes. Mabcou (1848), bei Sa lins, setzt das Groupe coralUen 
unmittelbar auf das Argopien^ trennt aber den Calc, ä Astartes davon ab 
und bildet aus ihm eine selbständige Gruppe , als Groupe Siquanien. Dieser 
Trennung trat später (1861) Thübmann auch bei, trennte femer auch das 
T. ä Chailles vom Oxford, um es mit dem obem Jura, als tiefstes Glied 
desselben, zu yereinigen, und liess, als Groupe CoralUen y auf einander 
folgen: Argiles ä Chailles et Sphiriies, Calc. ä polypiers et Cidaris 
florigemma, Calc. crayeux ä Diceras arietina et Nerinea bruntrutana und 
Calc, compactes steriles^ auf welche dann das Groupe Astartien folgt. 
Etwas einfacher theilt Gbepfik das Corallien in das T. ä Chailles, die 
Ootithe corallienne, für welche Zwingen typisch ist, und den Calc. ä 
N6rinies , mit Diceras arietina, vielen Echinodermen und mannigfaltigen 
Korallen, welche an der Gaquerelle, am Pass der Rangiers, W 
von Del^mont, oft gesammelt werden. In seinen Lettres theilt Mabcou 
die Coralliengruppe, von unter nach oben, in den Coralrag von La Cha- 
pelle (N von Salins) und die Oolite corallienne und den Coralrag femer 
in Argiles ä chailleSy Couches ä coraux und Calcaire corallien. — Indess 
hat sich gezeigt, dass Eorallenmassen auf verschiedenen geologischen Stufen 
vorkommen und nur eine locale Facies, nicht den durchgehenden Charakter 
emer Stufe bezeichnen; es entsprechen daher auch die in verschiedenen 
Gegenden als Corallien oder Coralrag angeführten Bildungen oft Stufen 
ungleichen Alters und, um Yerwirmng zu vermeiden, wäre es wünschbar, 
die Benennung fallen zu lassen. Das Corallien des Bemer Jura verliert, 
in seiner Ostlichen Fortsetzung, bei Ölten, seine Korallenfacies, die 
Zoophyten treten zurück und werden ersetzt durch Cephalopoden und 
Acephalen, welche, bis jenseit des Rheins, in den Wangenerschichten 
MOBOH und den wohlgeschichteten Kalkbänken Quekst. die herrschende 
Fauna dieser Stufe bilden. 

Thirria, Mem. de Stbg. 1830 ; Thübmann, ibd. 1632 j — Scbw. Dks. 
1861 ; Mabcou, Salios. Hem. S. geol. 1848 ; ~ Lettres, 1857 ; Oppbl, 
Juraf. 1858 ; Waaobn^ CImb. des oberen Jara^ 1865 ; HOecH, Aarg. 
J. 1867; Gbbppin, Bern. J. 1870. 

Coralrag 

und 

Coralrag de la Chapelle Maboou. 
B. Corallien. 


56 Corbiculasehicbten — Coroe, pierre de« 

CorbieulMeUehten Sakdb. 

Grelblidie Kalksteine, sandige Mergel and Thone, worin, mit andern 
Fossilien, C(Mrbioula Faujam sehr zahlreich ist. Im Mainzer Becken 
anf dem Cerithienkalk oder auf Bläiteriondstein liegend ond yon LUari- 
nelUnkalk, mit dem man sie sonst vereinigte, bedeckt. 

Corg^enle^ 

oder Cargneule. S. Rauckwacke. 

Combragh 

heisst in England die oberste Stufe der hohem Abtheilong des Unter- 
Ooliths, in welcher, nnter dem Combrash, noch Farest-marbU^ Bradford- 
day, Great'Oolithe , Slorhesfield-slaies nnd Fullers-earth unterschieden 
werden. Ueber dem Combrash folgt der Eelloway-rock und Oxford-day, 
unter der Fullers-earth , als tiefere Abtheilung des Unter-Ooliths , der 
Inferior-Oolith. Auf dem Continent, und in England selbst, lassen sich 
diese Formationen selten mit Sicherheit wieder erkennen, und mehrere 
sind, z. Th. unter neuen Namen, zu grösseren Gruppen yereinigt worden. 
D*Omalius und d^Obbignt fsssten die ganze höhere Abtheilung, yom Com- 
brash bis und mit der Fullersearth , zusammen, als Etage Bathonien, 
ebenso Offkl, als Baihgruppe, mit Beziehung auf den Great- oder Bath- 
Oolithe. Fbomhibz, dessen Eintheilung eine Zeit lang auch fOr den nörd- 
lichen Jura Geltung fand, unterscheidet, zwischen dem Oiiford und dem 
Inferior Oolith, nur Bradfordclayy Haupirogenstein, den er als dem eng- 
lischen Great-Oolithe entsprechend ansieht, und Walkerde. In neuester 
Zeit dehnt Mollsb die Benennung Combrash, for die er oft, nach älterer 
üebung, den Namen Bradford gebraucht, auf das gesammte Bathonien aus, 
mit dem er auch noch einen Theil des Callovien vereinigt, und theilt das- 
selbe in einen Oberen Conibrash, der mit den Macrocephalusschichten 
beginnt, und, tiefer, die Dalle nacrte Thubm. einschliesst , Mittleren Cm, 
dem die Discoideenmergel Mebian angehören, und Unteren C, dem z. Th. 
der Calcaire roux sableux Thübm. entspricht. 

MOllbb, die Corabrashscb. des Baal. Jura, Baal. Verh. 1870. 

Come^ pierre de. 

Com^enne. Hornfels Wall. Während Saüssübk sich über die un- 
sichere Charakteristik dieser Steinart beklagt, sieht er sich doch genöthigt» 
den Namen zu benutzen. Im Anfang seiner Arbeiten yersteht er darunter 
ein Mineral, wie es* scheint meist Hornblende. Später wendet er die 


Gom^enne — GrenalarisBchicbteD. 57 

Benemmng an auf Terschwindend gemengte Felsarten, Eurite oder Felsite, 
wie amFnss der Aig. du Midi, Gneisse, me bei Valorsine, CMorü- 
schiefer (?) , wie beiBionnayamC. d. Bonhomme. In neuerer 
Zeit wird der Name besonders auf die durch Trapp, Porphyr, Granit aus 
Grauwacke, Thonschiefer oder anderen Steinarten erzeugten metamorphischen, 
scheinbar homogenen Contactgesteine angewandt, zuweilen auch statt Felsit, 
Eurit, Aphanit, Mimosit, Trapp gebraucht. Die wahre Natur des Homfels 
ergiebt sich am sichersten, wenn man denselben bis zu seinem üebergang 
in deutlich gemengte Steinarten yerfolgt. 

Corn^enne. 

S. Pierre de Come. 

Cornettone 

heisst in der Brianza der sandige, an der Aussenfläche rostbraune, 
Fljrschkalk llhnliche Kalkstein, der h&ufig als Baustein benutzt wird. Er 
enthält die gewöhnlichen Flyschfucoiden , wechselt aber mit Lagern, von 
einem aschgrauen, thonigen Kalkstein (Ceppo argentino), welcher Kreide- 
petreEftcten einschliessen soll. Bestätigt sich Letzteres, so wäre der Cornettone 
der Pietraforte und ihrem Alberese in der Umgebung von Florenz gleich 
zu setzen. 

Villa, Brianza, 1844. 

Comubianlt. 

PaUdop^tre Sauss. unklar verwachsene Gneisse oder in Gneiss aber- 
gehende Thonschiefer, schmutzig grünlich, röthlich grau oder braun, fest 
und schwer zersprengbar. Mit Einschlflssen von Granat^ Turmalin, Horn- 
blende, Epidot, Pyrit. Meist in der Nähe von Granit, zu den metamor- 
phischen Steinarten gehörend. 

Naumann, Geol. 1, 1850; Zibkbl, Petrogr. II, 1866. 

Crenularissehicliteii Mosoh. 

Bräunlich weisse, oder bunte oolithische Kalkbänke, fest und zu Bau- 
steinen benutzt, oder schiefrig. Mit reicher Fauna, besonders Scyphien, 
auch Eddnodennm, Brachiopodeny Acephalen. Bezeidmend sind Hemi- 
ddaris cremdaris und Rhabdoddaris caprimontana* Meist von geringer, 
kaum einige Meter betragender Mächtigkeit , in der Gegend von Ölten 
indess bis 33* mächtig. — Oberste Stufe der Oxfordgruppe im Aargauer 
Jura, bedeckt vom Coralrag oder Diceraskalk. Im Solothumer und Bemer 
Jura bis weit nach Franche-Ck)mt6 hinein auftretend als ChaülesschicIUen (s. d.) 
M68CH, Aarg. J. 1867. 


fK 






OtMtfSL tkhrt sMcr ^ifiMi 3KjflK9 zwei mekäedar Siaft a 
Zmä^.y^ 0ftm 40sr Trim tt^er i&Er Eäd^äsefea Grs^fe «ii^ilrufV , dem 
flM^ylMuC «rfirlaffeit «ad t« Daffc«<mkin> kdeckt »Kfc als Oftener 
tUmpenrnffd \tm^ilaitX% daaa eiw zd- ■Bten Kreidcgrappe gcMreode, 
MumH all lUmfdder oder Sdkronnfcidkerfdiädktai. 


fl^lbpvaer, fem- bis anttelkitoiiiger gnnitisder Gneiss, mit 
FiUbyaik, waMerliellaB, zaweilen bla«r&thlirfafM , glasigaa Quarz und 
nehmwnem oder auch hellgraaem Glimmer. Dieser, nadi iossern Kenn- 
zeidien, rtm Antigoriognmi {%. d.) kaum za unterscheidende Gneiaa 
gebdrt, zofolge seiner chemisdien Znsammensetzong, nadi Scbkkbxb, dem 
oberen IliUonii, oder dem rothen Gneiss des sftdisisdien Erzgebirges an. 
Er bildet eine beschrftnkte Masse N Yon Crodo in Antigorio, am Za- 
Sftmmenflosf der Detera mit der Tooe. 

ÜBBLACH, tchw, DlEScb. 1869; ScHEEBEB, Peatschr. 1866. 

Cjrenenseliicliteiu 

Abwechselnde Lager 70n Thon und sandigem Mergel mit Einlagerungen 
y<m bitominösem Kallt nnd Braun- oder Pechkohle. Die Fossilien, Gyrena 
iemiiftriata, Cerith. plicatum und margaritaceum tragen einen brackischen 
Typus. Sehr yerbreitet im Mainzer becken, yon yerscbiedener, oft beträcht- 
licher MAcbtIgkeit. Mit ihnen schliessen die oligocenen Bildungen ab und über 
ihnen folgt liläUersandstein nnd Cerühienkalk. In Baiern entsprechen 
ihnen die Pechkohlenbildungen yon Miesbach, in der Schweiz, nach 
C. Matbr, die tieferen Massen der aquitanischen Stufe. 

BANDDaROBB, Unters. U. d. Mainzerbecken , 1853; LuDWia, geol. 
Karte ▼. HesBen; GOmbbl, B. A. 1861; C. Maybb, tabl. 1868. 


Dachschiefer — Dachsteimkalk. 59 

Daehsclilefer. 

Ardoise, Schiste t^gulaire. Die in der Schweiz zur Bedachung ver- 
wendeten Schiefer sind sehr yerschiedener Art. Die einen gehören dem 
Flysch an. Nach frischem Brach schwarz, eben, in metergrosse Tafeln 
spaltend, nadi längerer Aussetzung abblassend und auflockernd ; mit S&uren 
stark brausend und nachher zwischen den Fingern zerreiblich, daher wenig 
aasdauemd. Steinbrüche zu Matt in Glarus, Mühlenen undFrutigen 
am Niesen , Abondance in Chablais. Vorzüglicher sind die ebenfalls 
schwarzen Dachschiefer der Anthracitbildung , die bei SaWan an der 
Pissevache und bei Chandoline und A p r z , gegenüber Sitten, 
gebrochen werden. In den Hochalpen werden Schiefer und Platten aller 
Art, theils geformt, theils roh, von oft mehreren Quadratfuss Oberfläche, 
zur Bedachung benutzt, so die Grünen Schiefer aus dem Malenker- 
thal, die durch ganz Yeltlin verbreitet sind, die Talkglimmerschiefer 
von P s c h i a V u. a. 

Dachsteinkalk. 

Megaloduskalk. Oberer Dachsteinkalk, zur Unterscheidung von Haupt- 
dolomit, der als Unterer Dachsteinkalk angefahrt wird, und bezeichnet durch 
den Einschluss der grossen Bivalve Megalodus triqueter. Weiss, hellbraun oder 
grau, dicht oder schuppigkömig, auch, besonders in seiner untern Masse, als 
Dolomit, grau und feinkörnig, dick bis dfinngeschichtet. Er liegt, in einer 
Mächtigkeit, die in den Ostalpen, besonders im Dachsteingebirge, S von 
Hallstadt, mehrere tausend Fuss erreicht, auf der Grenze zwischen dem 
alpinen Keuper und Lias, als Hauptglied der Rhätischen Gruppe. 
Nächst dem Megalodus kommen zuweilen auch viele Lilhodendren vor, 
und eine Einlagerung, bekannt als Starhembergerschickten (s. d.) enthält 
die Fauna der Eössenerschichten. Von Wien her durchzieht der Dach- 
steinkalk die nördlichen Ealkalpen bis Vorarlberg und Prättigau. 
Im Rbätikon erscheint er, mit den charakteristischen Petrefacten, 20 
bis 100 Fuss mächtig, ist aber auch, kaum trennbar, mit dem aufgelagerten 
Lias vereinigt, zu ganzen Gebirgen angewachsen. Da derselbe in der süd- 
liehen Ealkzone der Ostalpen stark entwickelt ist, so lässt sich wohl an- 
ndunen, dass er auch in das südliche Bünden fortsetze. Thvobald glaubt 
ihn als am Bernina und in Livigno vorkommend voraussetzen zu 
dürfen, ohne jedoch paläontologische Gründe anführen zu können. 

Ebgher, Schw. Dks. 1853; v. Riohthofen, Vorarlb. J. d. RA. 1859; 
Stoppani, Paleont. Lomb. 1860; Qüubjsl, Bair. Alpen, 1861; 
V. Hausb, Uebs. J. d. RA. 1867. 


60 Dalle Dacr^e — Davsizone. 

Dalle nacröe Thubm. 

Aelterer Rogenstein Msrian, z. Th. Spftthige Gnmdmasse, welche 
Oolithkörner und ein lomachellartiges Gemeng zertrflnimerter Fossilien ein- 
schliesst, gelblich, röthlich, oder graulich weiss, mit Neigung zu Perlmutter- 
glanz. Deutlich geschichtet in Platten von einigen Zoll, selten bis zu einem 
Fuss Dicke. Die Schicht- und Bruchflächen uneben, kömig. Die Kalklager, 
zuweilen verkieselt und übergehend in einen löchrigen Hornstein, dessen 
Höhlungen mit Brauneisenocher angefüllt sind. Die Fossilien sind zu klein 
zertheilt, um bestimmbar zu sein ; am häufigsten sind Crinoidentrünuner. Im 
westlichen Jura von ausgedehnter Verbreitung, 6 bis 8°" mächtig. Als 
Platten häufig benutzt zu trockenen Alpmauem, oder zur Bedachung von 
Hütten. Bedeckt vom Gallovien und über dem Hauptrogenstein liegend, 
fällt die Dalle nacr6e in die Gruppe des Bathonien d'Orb., der Yarians- 
schichten Mosoh, des Cornbrash Molleb. Der letzteren Bildung ist sie 
auch von Thibbu und Thubmakk verglichen worden. (S. Cornbrash.) 
Thubmann, Soul. jur. H6m. de Str. I, 1832. 

Dammerde. 

Ackererde, Terre v^g^tale. Die obersten Massen des aufgelockerten 
Bodens gemengt mit dem Humus (terreau), dem iSersetzungsproduct vege- 
tabilischer, oder animalischer Stoffe. Von sehr ungleicher, wenige Zoll bis 
über ein Klafter betragender Mächtigkeit. Auf Mergel-, Sand- oder Kies- 
boden, ohne scharfe Grenze in diese übergehend. Auf festem, den Wur- 
zeln keinen Halt gestattendem, schief liegendem Felsboden leicht weg- 
geschwemmt und denselben nackt lassend. 

Stüdbb, Phys. Geogr I, 1844. 

DaT»izoiie Opp. 

Zone des Ammon. Davsei. Im mittleren Lias, über der Zone des 
Amm. ibex, unter deijenigen des Ämm. margaritatus. In den Alpen als 
fester schwarzer Eüalk und Kalkschiefer. Der A, Datoßi hat sich bis jetzt, 
im C h a b 1 a i s , weder am Mole, noch zu Meillerie, gefunden, 
wohl aber andere Species dieser Zone; dagegen kommt er vor in dem 
Salzgebirge von Bex und am Langeneckgrat bei Blumenstein. 
OosTXB und Lavizzabi führen ihn an aus dem rothen Ammonitenkalk von 
Mendrisio. — Im Jura zeigt diese wenig mächtige Zone hellgraue, 
merglichte, leicht verwitternde Kalksteine, und A, Davcd^ mit andern Arten 
gleichen Alters, fand sich, sowohl im Basler Jura, als, verkiest, östlich 
von Fr ick im Aargau. 

Oppbl, Juraf. 1858; Oobtbb; Geph., 1860; Lavizzabi, Escurs. nelC. 
Ticino Y, 1859; HÖSCH, Aarg. J. 1867. 


Defendente — Diallagschiefer, ßi 

Defendente-Dolomit. 

Dolomia di San-Defendente e Sasso Mattolino Stofpani. Zwischen 
y. Sassina nnd Esino, Ostlich am Comersee. In der Tiefe, über den 
Perledoschiefern, Banchwacke, höher übergehend in massigen Dolomit und 
dolomitischen Kalk, hell- bis donkelgrau, in der Höhe z. Th. röthlich. Bedeckt 
durch die Raiblerschichten, die diesen Dolomit von der Dolomia media 
fldieiden. Der San -Defendente -Dolomit wird als Aequivalent des Hall- 
stftdterkalks betrachtet. 

Stoppahi, Riviata, 1859, p. 37^ - Note, 1867, II, p. 303. 

Döl^montien. 

Etage D^l^montien Gbeppin; Molasse grise de Lausanne; Etage maj- 
encien Jacgard; Terrain njmph^en Thijbmann et GTbesslt; Untere Süss- 
wassermolasse Studsb, z. Th. — Auf der Grundlage der tongrischen oder 
altem Formationen. Ob das Aquitanien noch damit zu vereinigen sei, lässt 
Gbxpfih anentschieden. Unten rothe und schwarze Mergel, schiefrige 
Kalksteine, bituminöse Schiefer und Blättermolasse, auf dieser bunte, z. Th. 
rothe Mergel mit Hei. Bamondi; oben Süsswasserkalk, unten dunkel grau, 
höher weiss, meist bituminös, mit Einlagerungen bunter oder grauer Mergel. 
Zuweilen bedeckt von marinem Muschelsandstein. — Hügel bildend in den 
Thälem von Court, Del^mont u. a. des Berner Jura, im (ranzen 
20 bis 50"* mächtig. 

Obbppin, Jura Bern. 1870. 

Detritus. 

S. Oebirgschutt. 

Diabas. 

Grfinstein, z. Th. Diorit, z. Th. Aphanit, z. Th. Trapp, z. Th. krj- 
stallinisch kömiges Gemenge von Labrador und AugiL S. Basalt. 

Diallag-Gabbro. 

S. Oabbro. 

DiaUagsehiefer. 

Grüner, dem Serpentin nahe stehender Schiefer mit vorherrschend aus- 
geschiedenem , grauem, metallisch glänzendem Diallag. Mit andern Ab- 
ändenmgen des Grünen Schiefers auf der Höhe zwischen S t a 1 1 a und 
Avers in Bünden, auch auf der Höhe zwischen Presanz in Oberhalb- 
stein und A 1 b i n a 1 p in Schams. 

Stxtdbb, Mitt. B. Schw. Dks. III, 1839 ; Thbobald, Bünden 1864. 


52 DiaUag-Serpentiii — Diluvium. 

Dtallag-Serpeiitlii. 

Ophiolite diallagiqne Bbono. Wie in Toscana, ist in nnsem Alpen 
Serpentin mit aasgesondertem dankelgrünem, bei beginnender Yerwitterong 
bronzefarbenem Diallag nicht selten. So auf dem 6 a i s p f a d zwischen 
Binnenthal and Y. Antigorio, anf der T o d t e n Alp in DaTOs. 

Sttjdeb, Davos, Schw. Dkscb. I, 1837; — G.d. S. 1851; Thbobald, 
Bünden, 1864—1866. 

Dlceras-arietina-Seliieliteii Ofpbl. 

Terrain dic^ratien, Galcaire ä N^rin^es Thuem. et Mabg. Nerineenkalk. 

— Weisser, kreideähnlicher, oolithischer , oder dichter Kalkstein, am M. 
Terrible bis 20" mächtig. Einige Schichten toII Nerineen, Gbkppik 
führt 19 Arten an; aach zahlreiche Corallen; charakteristisch ist Diceras 
arieiina, oder eine Terwandte Species. — Oberste Stnfe des Corallien im 
westlichen Jnra; über den Ciciaris-yiori^emma-Schichten. Im östlichea 
Aargaaer Jara fehlend, oder vertreten darch die Wangenerschichten. 

Thibria, Hte Saöne, 1833 ; Thubmann, H . de Strbg. 1832 ; Oppxi«, 
Juraf. 1858; Dblbcns, H. Rhin, I, 1866; Grbppin, Jura Bern. 1870. 

Dlgonasehicliteii Opp. 

Unteres Bathonien d'Obb.; Bradfordclay z. Th.; Yarianssch. MoeoH 
z. Th. Oolithische Kalkb&nke and Thone, je nach der (hegend in ver- 
schiedener Aafeinanderfolge. Charakterisirt darch Ämcula costata, Tenb. 
digona^ T. maxUlata, Bhynch. öbsoleta, HenUdd. Ludengis, viele 
Bryozoen. Terebr. oder Waldheimia digona scheint im schweizerischen 
Jnra za fehlen. Aas den Alpen führt sie Oostsb an vom Oberblegisee 
am Giftmisch, allein Bachkakn hält die Bestimmung nicht für zweifellos. 

— Die Stafe entspricht dem englischen Bradfordclay, Great-Oolite, Stones- 
fieldslate and Fnllersearth, oder dem Unteren Bathonien; über ihr liegen 
Forestmarble und Gombrash, oder das Obere Bathonien. 

Oppbl^ Juraf. 1858. 

DilHTinni. 

Diluvialbildongen; Qaartftrbildangen; Terrains de transport; Terr. dys-- 
miens Bbo. Bvoklaivd bezeichnete mit dieser Benennung die oberflftchlidiea 
Massen von Eies, Sand, Lehm, grossen Blöcken, Enochenbrecden n. s. w., 
die er nor durch eine heftige, über einen grossen Theil der nördfidien 
Haibkagel verbreitete Ueberschwemmong zu erklären wusste. Im Wid»>. 
Spruch mit dieser Annahme wurden auch geschichtete Massen, die eine 


DinoifaeriamsaDd ~ Diorit« ^ 

lange Dauer ruhiger Ablagerangen yoranssetzen , von ihm als dilamle 
an^noBun^. Zwanzig Jahre etwa später, als die Yerbreitang grosser 
BlAcke und angeschichteter Gremenge Ton Lehm, Kies and Blöcken von 
dsn einen als Gletscherschutt j Ton andern, am neatral za bleiben, als 
erratische Bildungen besonders herTorgehoben worden, beschr&nkte man 
(soerst, glaabe ich, y. Chaspsntibb), aofifallenderweise , die Benennung 
Düumum aof die nicht in diese Glasse fallenden Ueberreste des DUaTiom 
Ton BucsiiAiii), d. h. anf die geschichteten Kies- and Sandlager. Es ist 
n wOnschen, dass das Wort geologischen Schriften fem bleibe. S. Gletscher- 

flchntt, Kiesfaildangen. 

» 

BuCKLAKD, ReliqaiiB diluTlan«^ 1823; — Geology, 1836; ob ChaBp 
FBMTIBB, Glaeiera, 1841, p. 118. 

Dlnotherlumsand. 

Sand Ton Eppelsheim Kaüp; Bois-de-Raube-Bildnng. Lose Gerolle 
mit Eindrtkcken, wahrscheinlich aas den Yogesen herstammend, rother 
Porphyr, Quarz, Amethyst, Chalcedon, rother Sandstein, yorherrschend Jara- 
kalk, mit Einlagerangen Ton Sand, der Heliciten and Limnoeen enthalt. 
Zwischen den Gerollen wurde ein Zahn Ton Dinoth. giganteum gefanden. 
Die Mächtigkeit steigt bis 20". — Als oberste, nnr Ton Dammerde bedeckte 
TerÜftrbildiing im westlichen Theile des Thaies Ton Delimont Von 
GonrfaiTre, nördlich, nach dem Bois de Raube ansteigend, zuerst 
lockere Blätlermolasse, dann knolliger Süsswasserkalk mit rothem Thon- 
cement und HelicUen; auf der Höhe, dorch einen Absturz entblOsst, bei 
15" machtig, der Dinoiheriumhies. Auch bei Steinenbühl, zwischen 
Bflsserach und Meltingen, ein ähnliches, cementloses Geschiebe, 
dessen Steinarten aber eher aus dem Schwarzwald stammen möchten. 

Gbhppin, Jura Bern. 1870-, GCmbbl, B. Alpen, 1861. 

Diorit. 

Grttnstein z. Th. Srystallinisch körniges Gemenge Ton OUgoklas und 
Hornblende, in weiterer Bedeutung ein Gemeng eines triklinem Feldspath 
and Hornblende. Der Feldspath gewöhnlich weiss, grünlich, selten röth- 
hdi weiss, die Hornblende, die gewöhnlich Torherrscht, grünlich schwarz. 
Bei Terschwindendem Eom, so dass der Stein homogen, graulich oder 
grtalieh schwarz, erscheint, heisst er AphaniL Zuwmlen ist Quarz bei- 
gemengt, öflers dunkler OUmmer, oder Chlorit, der zuweilen die Horn- 
blende zu ersetzen scheint. — Diorit oder Syenit (Orthoklas-Hornblende), 
beide, bei Ueinkömigem, verwachsenem Gemenge oft schwierig zu untere 


64 Dioiltporphjrr — Diphyenkalk. 

scheiden, erscheinen in den Hochalpen in grössern, oder kleinem Massen, 
meist als schiefrige Gresteine, in Verbindung mit Gneiss, GrOnem Schiefer 
oder Casannaschiefer, aber anch massig, oft in enger Yerbindnng mit 
Granit, ganz- und nesterweise mit demselben yerflochten, oft anch mit 
Serpentin. Thsobald bezeichnet, anf den BlAttem der Bttndner-Karte, nur 
beschränkte Partie'n als Diorit, meist verbunden mit Serpentin. Sein 
häufiges Vorkommen mit Granit in der Berninagruppe und im 
Ober-Engadin wird, durch Vom Rath herrorgehoben, und unter 
ähnlichen Verhältnissen finden wir ihn in Tavetsch und bis T r o n s. 
Die mächtigste Entwicklung gewinnt aber der Diorit, obgleich gegen den 
Syenit wohl zurückstehend, in der breiten Zone von Homblendgesteinen, 
die, am Südrande der Alpen, von Ivrea her durch die Thäler der Sesia, 
Mostallone, Strona und T o s a bis nahe an Bellinzona 
fortstreicht. 

Studeb, Davos u. MB. Schw. Dks. I u. III: — G. d. S. 1853; Vom 
Rath, Z. d. g. G. IX, X, XIV; Thbobald, Bünden 1864-1866-, 
A. Müller, Baal. Verb. IV, 1869; Gerlach ^ Penn. Alp. Schw. 
Dks. 1869. 

Dlorltporphyr. 

Grttnsteinporphyr z. Th.; Porphyrit Naum. z. Th. — Aphanitische, 
oder feinkörnig dioritische Grundmasse mit ausgesonderten OUgoklas- 
krystallen. Aus der Berninagruppe beschreibt y. Rath Gänge Ton 
Dioritporphyr in feinkörnigem Diorit. Andere Vorkommen in Bünden und 
Bormio werden yon Thbobald angeführt. 

Vom Rath, Z. d. g. G. IX, 1857; Theobald, Bünden, 1866. 

Dloritschiefer. 

Schiefrige Partie'n yon Diorit sind meist mit massigen yerbnnden. 
Die schwarze, glänzende Hornblende, gewöhnlich yorherrschend, wechselt 
mit hellgrauen Streifen dicht gedrängter Feldspathkörner , oder diese sind 
lagerweise ganz yon Hornblende umschlossen. Seltener wird der Feldspath 
yorherrschend. Das Vorkommen und die Literatur s. bei Diorit. 

Diphyenkalk. 

Von den yerschiedenen Arten, in welche die Familie der Terebrat 
diphya zerfällt, scheint nur die Tereb. (Uphyoides mit Sicherheit in den 
schweizerischen Ealkalpen yertreten; sie fand sich, obgleich niemals häufig, 
im Neocom des Justithales am Thunersee , und auf beiden Seiten 
des Brienzersees, in den Gebirgen des Stockhorns und, in der 


Discoideeomergel — Diathenfels. ß5 

Fortsetzung ihrer Yorreihe , oberhalb GhAtel-St. Denis. Ausserhalb 
unserer Grenzen wird sie ans dem Neocom von A n n e c y angefahrt und 
dann erst wieder, nach einer grossen Lflcke, amDevolnj, N -von Gap. 
Ob die T. janitor , ans den bisher als Oxford geltenden Schichten der 
Porte-de-France bei Grenoble, in der Schweiz vorkommt, ist 
zweifelhaft. Sie findet sich bei Ghambery, mit jurassischen Fossilien, 
ond an den Yoirons, in ähnlicher Umgebung wie zu Grenoble. 
Wenn der Fundort der Ormondsstrasse, den Oostsb bei T. diphya 
anfahrt, richtig ist, so wird das Exemplar wohl auch T. janitor sein, und 
OosTEB setzt es allerdings in jurassische Schichten. Auch die T. diphya, 
die GOHBKii, mit Fragezeichen, aus dem Vilserkalk anfahrt, würde, nach 
den sie begleitenden jurassischen Arten, hieher gehören. Auf der Südseite 
der Alpen kennt man T. diphyoides aus dem Biancone der Sette Co- 
muni. Etwas zahlreicher ist die Gruppe vertreten in den höheren 
Schichten des rothen Anmionitenkalks von T r i e n t und Koveredo, 
worin, nebst T. diphya, auch T. dilatatay T. triangulus und redangulus, 
nicht aber T. diphyoides und T. janitor gefunden worden. Vereinzelt 
steht bis jetzt noch die T. erbaensis Soess aus dem rothen Liaskalk von 
Erb a in der Brianza. 

OoSTEB, Brachiop. suisses, 1863; Piotbt, M^l. palöont. 1867. 

Dlseoldeeniiiergel Mjebian. 

Bradford Fbomhebz. Combrash Mollxb. Calcaire roux sableux Thub- 
BANN. üeber dem Hauptrogenstein; braune, eisenschüssige, oft sandige rauhe 
Kalke, dann graue oder gelbe Mergelkalke, auf welche die Macrocephalus- 
schiditen folgen. Die Mächtigkeit übersteigt im Basler Jura selten 10°", 
im Bemer Jura erreicht sie 25 bis SO"". Unter den zahlreichen Fossilien 
sind Ämmon. ParMnsomj Homomya gibbosa, Trig. costata, Lima pectim" 
formis, Ostr. Knorrii, 0. MarsIUi, Rhynch, varians, Rh. spinosa, 
Holectypus depressiis besonders häufig. 

Thubmann, Soul. jur. M. de Stbg. 1832; Fbombjbbz, J. im Breisg. 
1838; HClleb, Basl. J. 1862; Gbbppin, Bern. J. 1870. 

Dlsthenfels. 

Mit diesem Namen, den Yiblet einer Felsart gegeben hat, die auf 
der Insel Syra im griechischen Meere vorkommt, lässt sich auch der 
schöne Glimmerschiefer näher bezeichnen, der die Gebirgskämme auf beiden 
Seiten des Livinerthales bedeckt und an vielen Stellen reicb an GrancU, 
Turmalin , Staurolith , vorzüglich aber an himmelblauem Cyanit ist. 

6 


66 ^^ogger — Dolemia media. 

Her bekumteste Fimdx>rt ctor zwei tetiteren MhwraHaii ist der Stdftb&ll 
des Piazo Forno, oberluifo der Spondaalp, auf der rechten Thal- 
saite, gcfenftber Giornica 

Lavizzari, Mhierali della Sriz. ftal. 1845. 

Aas dem Englischen geborgte Beneiinang für den Unteren oder Braane» 
Jura, Ton den Opaünnsthonen, Br. J. a, anfwfiarts bis and mit den Ornaten- 
thonen, Br. J. <, oder aadi mit anderer Begrenzang. UrsprttngUdi toa 
Phhups beschränkt aaf den eisensehttesigen Inferior OoUte-Sand^ worda 
er später Ton Naümahn a. A. in Deatsdiland aaf den gesammten Braane» 
Jura aasgedehnt, tob Oppsl mit Aasschloss des hohem Br. J. e and g. 

NAUiCAim, Geognosie n, 1854; Oppbl, Jaraform. 1858. 

Dtoleriiie^ Jisim. 

Fddspath haltende Talk- oder Chloritschiefer, flbergehend in Frotogin- 
gneiss. Nach JusDnc and Faybb, in Yerbindong mit gemeinem Talk- and 
OMoritsehiefer, am Montblanc. 

JUBIMB, J. des Min. XIX, 1806; Favbb, Savoie, 1867. 

Dolerit. 

Grob- oder mittelkömiges Gemenge von Labrador and Aagit, mit 
irenigem ütanhaltendem Magneteisen. S. Basalt 

DolHstein. 

Schwärzlich graaer bis schwarzer Kalkstein, ein von kohligen and 
bituminösen Stoffen dorchdrongener Caprotinenkalk ^ im Anschlagen stark 
bituminös riechend, auch Adern and dflnne Streifen von Steinkohle ent- 
haltend. In meterdicken Bänken eine bei 40 Fuss dicke Einlagerang im 
ürgonien bildend, am N Ufer des Alpnacher-Sees , im Dölliwald aus- 
gebeutet. Nicht selten CaproHnen und in grosser Zahl Milioliten ent- 
haltend. 

Kaufmann, Pilatus, 1867. 

Dolomla nedia Stoppani. 

Dolomit Yoa grosser Mächtigkeit in den lomhardiachen Alpen. Der 
untere Theil enthält die P«tre£acten yon Esino (s. d.), der obere Megtih 
iGdua tiiqueier, die DaehsteinluYahe, und Anieula exUii. Der Dolomit 
liegt auf dm Schichten von Gorno und Dossena oder den Raibelsehichten^ 
und wird bededit Yon der Azzarolastufe oder d^ Kössenerschichten. Die 


Dolomit. 67 

stradgraphische Lage der Dolomia media ist also gleidi dexjenigen des 
Haaptdolomits der nCrdlicfaen Alpen. 

Stoppani, Studii geol. 1857 \ — Rivista geol. 1859. 

Dolomit. 

Chemische Yerbindang Ton kohlensaurer Ealkerde and kohlensaurer 
Talkerde, im normalen Yerhältniss mit gleicher Zahl von Aeqoiyalenten. 
Der eine Bestandtheil , besonders der erstere, anch zum zweiten im Yer- 
hältniss yon 2 : 1 oder 3:1, oder ohne bestimmtes Yerhältniss. Oft ver- 
bünden mit kohlensaurem Eisenozydul, oder mit Beimengung von Kiesel- 
erde, Thon, Eisenozyd, Kohle. Die Härte 3,5 — 4,5, das specifische Ge- 
wicht 2,8 — 2,95, beides höher, als bei'm Kalkstein. In Säuren scliwach 
aofbransend und sich nur langsam auflösend. Der Dolomit tritt in den 
Alpen unter verschiedenen Formen auf: 

Als sandiger Dolomit, weiss oder aschgrau, lockeres, oft zeiTeibliches 
Aggregat nnikroskopischer Braunspathkömer , ohne deutliche Schichtung 
oder geschichtet bis schiefrig. Ohne organische üeberreste. Zuweilen mit 
Einschlasaen mannigfaltiger Mineralien. Ein bis 100 " anschwellender 
Streifen dieses Dolomits durchzieht, von der Nordseite des Simplen her, 
dasBinnenthal bis an den Ofenberg, in enger Yerbindung mit tremem 
Marmor, bald ttber, bald unter ihm, dem Gneiss von Antigorio auf- 
gelagert, von Gneiss oder Grauem Schiefer bedeckt, oder damit abwechselnd. 
Mit Einschlüssen von Schwefelkies nud Realgar, seltener von Rauschgelb, 
Blende, Dufrhnoysit, Binnit, Jordanit, BarytoccBlestin u. a. Der Fund- 
ort dieser Mineralien ist auf der Nordseite des Gaispfades, gegenüber 
Imfeid im Binnenthal. — Ebenfalls zwischen Gneiss, Glimmerschieferund 
Belemniten einschliessendem Grauem Schiefer eingelagert, erscheinen die oft 
bis über IOC mächtigen Massen von sandigem Dolomit, die, in Yerbindung 
miGyps, südlich vom Gotthard, in Yal Bedretto, Y. Canaria, auf 
dem Lukmanier und auf beiden Seiten des oberen Livinerthales 
auftreten, und auf Campolongo, seit langer Zeit, durch ihre Einschlüsse 
von Tremolit, grünem Turmaliny weissem üiaspor, rothem und blauem 
Corund, KalkspaihzvcilHngen u. a. Mineralien berühmt geworden sind. — 
fin ursprünglicher, wenn auch nicht mehr thatsächlich nachzuweisender 
Zusammenhang aller dieser Dolomitmassen ist kaum zu bezweifeln. 

Obgleich weisse, sandige Dolomite anch in Bünden vorkommen, so 
tragen die grösseren Massen des Dolomits doch einen andern Typus, der 
aoch in den Ostalpen anhält. Gümbel und nach ihm Theobald haben sie 
als Hauptdolomit beschrieben und dem Keuper eingeordnet. Die Stein- 
art ist mehr oder weniger deutlich und dünn geschichtet, oft verliert sich 


Q3 Dolomit. 

aber jede Spar tob Schichtung und an ihre Stelle treten vertikale Stifte. 
Die Farbe ist hell- bis schwärzlich gran, an der Anssenfläche weisslidi 
durch anhaftenden Yerwittemngsstaub ; der Brach ist feinsplittrig oder dicht, 
aber oft onterbrochen darch weisse mehlichte Flecke and Spathäderchen, 
oder TOn Spathpünktchen schimmernd; die Festigkeit and Härte sind eher 
grösser, als bei gewöhnlichem Kalkstein; aber anter dem Hammer zerf&Ut 
der Stein in kleine eckige Stücke, und die nackten FelsstOcke sind in der 
Begel Ton stets frischen Trümmerhalden, oder von tiefem Dolomitsand um- 
geben; der Fels ist in jeder Richtung Ton Spalten durchsetzt, die nur 
durch die Zertrümmerung sichtbar werden. Wie in Tirol und Süd- 
baiern, ist auch in Vorarlberg und Bünden dieser Dolomit yon 
grosser Bedeutung, aus ihm besteht die Hauptmasse des Kalkgebirges, 
und die wilden Gebirgsgruppen des Tinzerhorns oder die Schluchten 
südlich YOn Tarasp erinnern, ohne jedoch ihrer Grossartigkeit nahe zu 
kommen, an die Dolomitgebirge von Fassa oder Ampezzo. — Hier, 
in Süd-Tirol und weiter östlich in der südlichen Nebenzone der Alpen, 
ist das classische Land des Dolomits, von dessen imponirenden Grestalten 
nur eigene Anschauung einen Begriff zu geben vermag. Die Steinart indess 
ist wesentlich dieselbe, nur häufiger, als der nördliche Dolomit, mit Braun- 
spathkrystallen ausgekleidete Drusenräume enthaltend. — Nur beschränkt 
greifen diese südlichen Dolomite, von den Bergamaskergebirgen her, auch 
in die Schweiz ein. Sie begrenzen nördlich den Porlezzaarm des See's 
von Lugano und versuchen noch im S. Salvatore eine schwache 
Nachahmung der Tiroler Kofel. — Petrefacten sind selten und nur als 
unsicher bestimmbare Steinkeme vorhanden. In Bünden, sagt Theobald, 
sind im Dolomit niemals noch organische Ueberreste gefunden worden. 
Nicht ganz so selten scheinen sie im südlichen Dolomit zu sein. Nach 
den von Lavizzabi im Dolomit des S. Salvatore gefundenen Petre- 
facten hat derselbe bisher als Muschelkalk gegolten; neuere Bestimmungen 
von Stoppani geben ihm das Alter des Kalks von Esino (s. d.) oder 
des oberen alpinen Keupers. 

In den Westalpen fehlt der Hauptdolomit, wie alle tiefern Glieder 
der alpinen Trias, wenn man nicht in den wenig mächtigen Zwischen- 
bildungen (s. d.) ihre Repräsentanten erkennen will. Der Dolomit ist 
indess, wie der Gyps, an keine Altersstufe gebunden, und beschränktere 
Massen und Lager treten auch in jungem Kalkgebirgen auf. So an der 
SW Seite des Rüblihorns bei Saanen, mitten im jüngeren alpinen 
Jurakalk, eine gangähnliche Masse, aussen roth, sandig, im Innern rauch- 
grau und dicht. Eine Analyse ist indess wünschbar. Der Stein braust in 
Säuren ziemlich stark auf und hinterlässt einen beträchtlichen Rückstand 


Drasbergschichten — Echinodennenbreccie. ^9 

Ton Tbon oder Kieselerde. Im schweizerischen Jara ist der Dolomit, wie 
in Frankreich und Schwaben, mit dem Muschelkalk und Kenper verbanden ; 
die Dolomite des Fränkischen Jnra, im W. J. « Quenst, fehlen. 

Eine dritte Form, in welcher der Dolomit auftritt, ist der Röthidolondt 
uid der oft enge damit oder mit Gyps verbundene löchrige, cavemöse 
Dolomit oder die Rauchwacke (s. d.). 

Stüdbb, Mg8. entre le Simplon et le S» Gottb. M. S. G. I, 1844; 
Sartorius v. W. , Poggd. XCIV, 1855; Huoard, Compt. Rend. 
1858 ; V. Rath^ Poggd. CXXII, 1864 ; GCmbbl, B. A. 1861 ; ThbO- 
BALD, Bünden, 1864—1866. 

Drusbergsehlchten Esghsb. 

EnoUenkalk. Dunkelgraue bis schwarze Ealkschiefer, abwechselnd mit 
festem, einige Zoll bis 2 — 3 Fuss dicken Bänken von dunkelgrauem 
merglichtem Kalkstein, die sich in der Verwitterung in Knollen zertheilen. 
Hauptlagerstätte der Exog. Couloni, Ostr. rectangularis, Tox. Brunneri (bis 
jetzt nur in dieser Stufe) , Hol. L'Hardyi, Botriopygus cylindr,, Pygaulus 
Dismculmsii, Die Mächtigkeit der Stufe beträgt 4 — 500 Fuss. Unter 
ihr liegen die Altmannschichten, über ihr die Orbitoliten und der Schratten- 
kalk. EscHKB glaubt dieselbe als Aequivalent der neocomen Mames bleues 
Ton Keuch ätel, den Tox. Bnmneri als Stellvertreter des in ihr fehlenden 
Tox, complanaius ansehen zu sollen. Die Stufe ist in der Mittel- und 
Ostschweiz weit verbreitet: in der Sentisgruppe, am Drusberg im 
Hintergrund des Sihlthales S von Einsiedeln, am Pilatus. 

ESOHBB, schrifU. Mitth. 1871. 

Dubisien. 

Terrain. Aeltere, jetzt aufgegebene Benennung für Purbeck im Jura. 

DbSOR n. GreSSLTj Jura Keucb. 1859. 

Dyas. 

Von Maboou vorgeschlagene Benennung, statt Permische Gruppe j da 
diese in Thüringen und andern Gregenden in zwei Formationen, das Roth- 
Hegende und den Zechstein, zerfiUlt. Nach Mcbohison ist jedoch diese 
Zweitheilong nicht überall durchzuführen. 

Eehiiiodenneiibreecle. 

Von EsoHKB zuerst erwähnt in Vorarlberg, als ein Glied des untern 
Neocom, später von Kautmahn, am Pilatus, in gleicher Lage, an der 
obem Grenze des EieseUsalks, Späthig körniger Kalkstein, grau bis 


70 Ef&ngerschichteu — Eiaenerze, 

Bchwftrzlich graa, aussen meist rostbraan, wohl durch Yerwitterong ein- 
gesprengter grOner Körner. An der Anssenfi&che bedeckt mit hervor- 
ragenden Trflmmem Ton EcMnodermen, KoraUenf zuweilen auch Bioahen. 
Die Mächtigkeit schwankt TOn 10 bis 50 Fnss. — Eine ältere Echinodermen- 
breccie, den HumphriesianusschidUen entsprechend, wird yon Baohmahv 
am Ostabfall des Glärnisch angeführt, als feine kleinkörnige Kalksteine, 
gelblich, grau bis schwarz, 200 Fnss mächtig , mit Avicula tegulaia, Pecten 
pumilus, Rhynoh, spinoea n. a. Fossilien. 

Escher, Schw. Denkschr. XIU, 1B53; Kaüfhann, Pilaios 1867; 
Bachmamn, Bern. Mltth. 1863. 

Effliigerscliicliteii Moscu. 

Impressathone, W J. a Quenst, ; Lettstein Rxngo. — Hell aschgraue 
oder blänlichgraue Mergel und Mergelkalke, durch Verwitterung strohgelb; 
zolldicke bis fussdicke, durch Thonlager getrennte Schichten, yielfach zer- 
klüftet; durch die Hydrometeore leicht zerstört und die Abhänge mit an- 
fruchtbaren Schlammhalden bedeckend; 40 — 50 "^ mächtig; an Petrefacten 
nicht besonders reich. BeL hctötcUus, Amm. plkatilis, Ä, aroUcus, Terebr, 
impressa, yerschiedene EcAmodermen, Die Stufe liefert imAargau und 
weiter östlich das beste Material zu hydraulischem Gement. — Yon 
den vier Stufen, in welche Mösoh die Oxfordgruppe theilt, bilden die 
Eßingerschichten tou oben her, die dritte, unter ihnen liegen die Birmens- 
dorfschichten , über ihnen die Geissbergschichten. Mit gleichem petro- 
graphischem Charakter, wie im Aargau, sieht man sie in Yal de Trayers, 
am Randen und in Schwaben. 

Rbnqgbr^ Schw. Dkscb. I, 1829; MöSCH, Aarg. J. 1667. 

Eisenerze. 

Die Schweiz besitzt, mit Ausnahme grösserer Massen von Spatheisen, 
das in den Bergamasker Gebirgen in reichem Masse abgebaut wird, und 
des LimonUs oder Sumpferzes, wohl alle Arten nutzbarer Eisenerze, und 
auf Tiele derselben ist zu sehr verschiedener Zeit, z. Th. schon zur Zeit dn 
Bömer, Bergbau versucht und Jahrhunderte lang fortgesetzt worden. Getgen- 
wärtig sind wohl nur noch die B(Anerzgreben im Jure im Betrieb. — Als 
Eizenerze wurden benutzt: 

Eisenoxyd. Als Eisenglimmer , in der hintern Tischalp oberhalb 
Ber gfln» im Yerrucano. Als Eisenglanz, ein 2'' mächtiges Lager am Fianel 
im Ferrer athal, in weissem Marmor, der in der Nähe EisengUmmer 


Biseneree. 71 

einschliesst. An beiden Stellen kommt mit ^em Eiaeiiozjd auch SpcUheisen 
KV. Am Gonzen, oberiuJb Bargans, ein, mit eingemengten Ealk- 
BtreifeB, in der Höhe mit Manganerzen verbundenes, bis 6"* mächtiges 
Lager von Rotheiseny in dunklem jnrassisohem, von Neocom überlagertem 
Kalk. In den Zwischenbildnngen, welche an der Nordseite der Finster- 
aarhornmasse, denGneiss vom Hochgebirgskalk trennen, Streifen, Nester 
nnd KnoUen von Eisenglimmer, Rotheisen, Eisenoolith, thonigem Braun- 
eisenstein, hänfig mit eingesprengten Oktaedern von Magneteisen and 
PetreÜEusten des mittleren Brannen Jura, so zu Oberblegi am Glämisch, 
am Südabfall der Grossen Windgelle, im Hasli- und Lanter- 
brunnenthal. Die feinkörnigen Eisenoolithe der Nommulitenbildong, 
die bei Sontfaofen und am Eressenberg verschmolzen werden, and 
aodi am Lowerzersee and an andern Stellen der Ostschweiz vorkommen, 
smd in der Schweiz niemals abgebant worden. S. Olauconie und Eisen- 
ooUth. 

Magneteisenstein. Graben aaf einen mit Schwefel- und Kupferkies 
gemengten Magneteisenstein, von Talkschiefer und Rauchwacke umschlossen, 
befinden sich oberhalb Chemin, auf der Höhe^ welche das Thal der 
Dmnse von Martigny scheidet. Ein lohnender Bergbau auf Magneteisen 
findet statt, in grosser Höhe, zwischen Cogne und Aosta, am Südabfall 
derBecca di Nene. — Mit schlechtem Erfolg ist ein mit Schwefelkies 
gemengtes Magneteisen, das im Dioritschiefer des Puntaiglastobels, bei 
Trons im Yorderrheinthal, Streifen bildet, abgebaut worden. 

Chaimo8it(%, d.) wurde noch vor wenig Jahren oberhalb Chamoson 
im Oxfordkalk gebrochen und mit dem &z von Chemin zu Ardon ver- 
schmolzen. Ein ähnliches Erz, aber, nach Favbx, dem Callovien angehörend, 
wird im Hintergrund von Sizt, am Südabfall der Dents Blanchea, 
ausgebeatet. 

Brauneisenstein. Bei Flond auf Obersaxen, auf dar Südseite 
dai y Orderrheins , wurde, gleichzeitig mit den Gruben in Fontanes, ein 
dichter oder poröser, lAmonit ähnlicher Branneisenstain ausgebeutet, dar 
Lager oder Nestw in dnem auf Thonschiefer und Verrucaao liegenden 
dolomitischen Ei^kstein bildet, der sich noch beträchtlich hoch über dia- 
selben erhebt. — Im südlichtfi Jura sind auch die oberen Schichten des 
Vaiangien, ein fester brauner Kalkstein, z. Th. gedrängt voll hirskom* 
grosser Kömer von Brauneisenstein und früher als Eisenerz abgebaut, hier 
zu erwähnen» 8. Eisenoolith. 


72 EiseDoolith. 

Bohnerz> S. Bohnerzthone. 

Mamuxl, Hopf. Mag. IV^ 1789 ; Gutemabd, J. d. M. 35, 18U; Lusbsb, 
Schw. Dka. I, 1829-, WiSBB, Leonh. Jb. 1842; Thborald, Haiur- 
bilder 1860; - BUnden 1864; y. Salis, Graab. Jabrb. 1861. 

Elsenoolith. 

In den Alpen and im Jura kommen Eisenoolithe anf Terschiedenen 
Stufen 70r. — In den Zwischenbildungen, zwischen Gneiss and Hoch- 
gebirgskalk, ist rother Oolith die Torherrschende Form der Eisenerze and 
die sie begleitenden Petrefacten setzen ihr Alter in die Epoche des höheren 
Unteijora, der Parkinsoni- oder Variansschichien yon Mösoh. Mit ihnen 
sind aber anch Arten des Combrash und sogar des Callovien gemengt 
S. Blegischichten. Der ChamosU dagegen, ein grünlich schwarzer, dorch 
Verwitterung braanrother Eisenoolith, Ton Chamoson in Unter- Wallis, 
gehört, nach seinen Petrefacten, der Oxfordgrappe an. In der Nammnliten- 
bildong kommen Lager Ton feinkörnigem, rothem, oder auch grflnem bis 
fast schwarzem Eisenoolith Tor, oft reich an Petrefacten. die bei Sont- 
hofen and Neakirchen am Kressenberg abgebaut werden und in 
der Schweiz am Lowerzersee und an andern Stellen der Ostschweiz 
vorkommen. 

Im Jura sind die Eisenoolithe sehr ungleich vertheilt. Die obersten 
Liasschichten, die zuSt. Quentin und La Yerpilli^re, yon Lyon, 
durch ihre Eisenoolithe so wichtig sind, zeigen sich, im schweizerischen und 
schwäbischen Jura, als gewöhnliche dunkle Schiefer, ohne allen Eisenreich- 
thum, der erst in den etwas höher liegenden MurchisoncBSckichten erscheint, 
nirgends in der Schweiz indess die grosse Bedeutung erreicht, wie zu 
Aalen und Wasseralfingen. Doch wurde schon früher dieser untere 
rothe oder braune Oolith als Eisenrogenstein, Oolite ferrugineme, hervor- 
gehoben. Auf einer hohem Stufe finden wir Eisenoolith in dem, besonders 
bei Wölfliswyl, Ueken, Bötzen, im Aargau entwickelten oberen Cal- 
loüien, den Omatenschichten von Mösch, wfthrend das untere GalloTien, 
die Macrocephaluszone, bei Salins, Nantua und besonders zu Channaz, 
am W Fuss des Mont du ChAt, sowohl durch Erzreichthum, als dorch 
seine Petrefacten hekannt ist. Eine noch höhere Stufe von Eisenoolith 
bietet sich dar in dem auf den südlicheren Jura beschränkten Valangien, 
dessen oberste Schichtmasse, ein fester bräunlicher Kalkstein, Umonü 
genannt, voll meist abgepktteter Oolithkömchen von Brauneisenstein ist 
und früher im Waadtländer Jura, bei TAuberson, les Fourgs, Me- 
tabief und andern Stellen als Ebenerz ausgebeutet wurde. 

Baohüann, GlaruB, Bern. Mitth. 1863; Dbsor u. Gbbssly, JuraKeacfa. 
1859; Jaccabd, Jura, 1869; HöSOH, Aarg. J. 1867. 


EiBeiiBteih — EncrinitenkallE. 73 

Eisenstein. 

Graulich sch^ivarz, an der Aussenfläche meist rostbraun, mit oft mehr 
ab liniendicker Yerwitterangskraste, ans der die kiesligem Partie'n mehrere 
Zoll weit hervorragen, unebener, splitteriger Bruch, im Jnnem äusserst zfth. 
Ein stark verwachsenes Gemeng von schwarzem Thonschiefer, der sich auch 
wohl wieder aussondert, braunem Quandt und Kalk, stark aufbrausend, mit 
Hmterlassung eines nicht merkbar verftuderten Rückstandes. Ohne grösseren 
Eisengehalt. Auf den sehr unterbrochenen Absonderungen schimmern 
Pünktchen von silberweissem Glimmer. Fossilien äusserst selten. Trigon. 
casiata, Amm. MurchisoncB, Lucma BelUma d^Onn. bezeichnen den unteren 
Braunen Jura. Es ist die Steinart der Scheidegg, der Gebirge zwischen 
Grindelwald und Lauterbrunnen, des Schilthorns und Enge- 
thals oberhalb Murren, und ist in zahlreichen Fündlingen in den Um- 
gebungen von Bern verbreitet. Die Localbenennung ist vielleicht von der 
schwarzen Farbe und grossen Festigkeit herrührend. 
Studbr, Bull. g^l. XXV, 1867, p. 173. 

Eklogit 

Omphacit. Krystallinisch körniges Gemenge von Granat und Smaragdit, 
oder in weiterer Ausdehnung, von Granat und Strahlstein oder Hornblende. 
Ber Granat kirschroth. Der erweiterte Begriff wird angewandt auf eine 
diarakteristische Felsart des Saasthales, die oberhalb dem Allalin- 
gletscher mit Euphotid und Serpentin in Verbindung steht und, als er- 
ratisdie Blöcke, über die Westschweiz und am Jura verbreitet ist Die eine 
Art dieser Eklogite besteht, nach der leichteren Schmelzbarkeit, aus stark 
verwachsener, dunkelgrüner Hornblende, an einzelnen Stellen in Büscheln 
kleiner Nadeln ausgesondert, und damit verwachsenen Partie'n von dunkel 
kirschrothem, derbem Granat. Eingeschlossen sind hie und da sehr weiche, 
stark glänzende, unklar begrenzte Blättchen von grünlich weissem Talk. Die 
andere Art besteht aus einer Grundmasse von verwachsener, kurz- und 
feinfaseriger grüner Hornblende, mit zahlreich eingesprengten runden Kör- 
nern von kirschrothem Granat, selten von mehr als 2^^ im Durchmesser, 
nebst eben so zahlreich ausgesonderten, rechteckig oder schiefwinklig, oder 
UDbestunmt begrenzten, zuweilen mehrere Millimeter grossen, länglichten 
Partie'n eines gelblich weissen Minerals, das ich für Oligoklas halten 
möchte. — Einen ausgezeichneten Eklogit fand Favbe am LacGornu auf 
den Aiguilles Rouges (Savoie H. p. 319). 

Encrinitenkalk. 

Bänke im oberen oder Friedrichshaller Muschelkalk mit vielen Trüm- 
mern von Encr. Ulüformis. Der Kalk rauchgrau oder braun. Man findet 


74 Eoceabildungen — Eruptive Steinarten. 

sie, im änssern oder Plateau- Jma, bei Felsenaa gegenüber Coblenz, bei 
Etzgen, Laufenbarg, Frick, RheiDf elden; im iimeron oder 
Setten-Jora, in der Schambelen an der Renss, auf Staffeleck, 
bei Wölfliswyl, Kienberg. Die Mächügkeit der Bftnke flbersteigt 
selten einige Foss. Wo mehrere^ bis drei, im nftmlichen Profil vorkommen, 
werden sie durch Bänke von Thonkalk, von nickt viel grOsaerer MAditig^ 
keit getrennt. 

MöBOH^ Aarg. J. 1867. 

Eocenblldmigeii. 

Aeltere Tertiflrbildnngen. Etages Snessonien et Parisien d^Onn. — 
Sie umfassen in der Schweiz alle Stufen, die Ober der Kreide und unter 
der Molasse und Nagelfluh liegen und zerfallen in zwei Hauptstufen, eine 
untere, den NummuUienkalk und 'Sandstein oder die Nurnmulitenbildung 
und eine obere, den Ftysch. Beide haben, mit der Kreide, an allen den 
letzten Bewegungen der Kalkalpen Theil genommen, wie auch in den Sftd- 
alpen und Apenninen. 

Epidosit. 

Die OrOnen Schiefer sind nicht selten, z. B. bei Tinzen in Ober- 
halbstein, so vorherrschend mit derbem granlich gelbem Epidot oder PislaaU 
verwachsen und enthalten auch Epidot auf Klüften so h&ufig ava- 
krystallisirt, dass die Felsart nach dem Namen des Hauptbestandth^to 
bezeichnet werden kann. 

Erdpech. 

S. Asphalt 

ErratiBehe Blldmig. 

& FündUnge und OleUchersdmUt. 

EmptiTe Steinarten. 

Im engeren Sinn heissen so die unzweifelhaft durch vulcanische Th&tig- 
keit aus dem Innern des Bodens ausgestossenen, oder ausgeworfenen Stein- 
massen, also augitische, trachytische oder glasige Laven und Auswflrflinge. 
In erweiterter Anwendung wird die Benennung auch für Felsarten gebraucht, 
deren eruptive Entstehung, mit grösserer oder geringerer Wahrscheinlich- 
keit, nur aus ihrer üebereinstimmung oder Analogie mit evident eruptiven 
Steinarten, oder aus geologischen Thatsachen, ihrem Vorkommen als Gänge, 
ihrer Einwirkung auf das Nebengestein, ihrer Gestaltung als Glockengebäife 


Esiuokalk — Euphotid. 75 

oder als Kenunassea erhabener Gebirge n. s. w. gesdilossen inrd, ^rie 
SoMft, Trofp, Trachyty Porphyr, QranU, SytnU n. s. w. Zur Unter- 
sdieidong Yon den fwicanischen im engem Sinn, heissen die letzteren a«eh 
plulomsche Steinarten. 

Esiuokalk. 

Hellgrauer dolomitiscber Kalkstein, in der Höhe übergehend in nackten 
zerklfifteten Dolomit. In Verbindung damit dunkelgrüne bis schwarze Ealk- 
lager, z. Th. grossoolithisch (marmo occhiadino^, und rothe EalMager 
mit Höhlungen, die mit rosenrothen oder wasserhelleu Kalkspathkrystallen 
ausgekleidet sind. In allen diesen Kalksteinen und im Dolomit selbst 
stellenweise eine grosse Menge Steinkerne von Petrefacten, besonders 
Gastropoden, u. a. Chemn. Eschen, Ch, gradata, CK Walmstediü, nftchst- 
dem yiele Natica und Eulima, ferner Amm. cymbifarmis Amm. Eryx etc. ; 
oft beträchtlich gross und meist eigenthümlich. Mächtig entwickelt in den 
Gebirgen Ton Esino und Leuna, von Bellagio am Comersee. Die 
Stufe liegt unter der Rhätischen Gruppe im alpinen Keuper, über den 
Raiblerschichten , im Niveau des Hauptdolomits der Nordalpen. In der 
westlichen Fortsetzung der Esinokalke liegt der S. S a 1 y a t o r e bei 
Lugano. 

SSCHEB, Schw. Dks. XIII, 1853; Stoppani, Stod. geol. 1857; — Pal. 
Lomb. I, 1858; Bbnecke, geol. Beitr. 1868; MOJBISOVIOS, obere 
Tiias, Jb. d. RA. 1869. 

Enphotid. 

Y&rde di Corsica. SmaragdiUGabhro, Erystallinisch kömiges Ge- 
menge Ton Sau$mrii (Jade de Sauss.^ und Smaragdü, grössere Partie'n 
beider Mineralien mit einander Terwachsen. Der Saussurii bläulich oder 
grünlich weiss, sehr blass, selten dunkel, kantendurchscheinend, yerstecktkömig, 
meist dicht mit muschligem Bruch, oft stark vorherrschend; der Smaragdit 
smaragdgrün, deutlich blättrig. Ausserdem oft beigemengter weisser schuppiger 
Talk und ein mit dem Saussurit Terwachsenes röthlich braunes Mineral, zum 
schwarzen Glase sdimelzbar, wahrscheinlich Oranat, obgleich wenig hart, 
zuweilen sind einzehie Pünktchen von Schwefelkies eingesprengt — Die 
einzige Stelle in der Schweiz, auf der man diese schöne Steinart anstehend 
kennt, ist der Saasgrat, in der Höhe des AUalingletschers. Als 
Fflndlinge findet man sie zerstreut über die Westschweiz bis ins Aargau. 
Da Haut seinen Euphotid in zwei Varietäten scheidet, ä diallage verte 
und ä diallage mitall&Uie, y. Buch aber überdiess die Benennung Oabbro 


76 Eorii — Padcs. 

eingeführt hat, so w&re es wohl zweckmässig, den Namen Eki^hoiid auf das 
grüne Smaragditgestein zn beschrftnken, das ohnehin weit seltener ist, als 
der Diallag-Gabbro. 

V. Buch, CataU d'nne coli, de rochea, Werke 1, p. 680. 

Snrit. 

Petrosüex Wall, nnd Dolom. z. Th. Homfels nnd Homstein, Pierre 
de Gome z. Th. Feldstein Hausm. Dichter Feldspath Haut. Felsit Gxbhabb. 
Innig gemengter, homogen scheinender Granit, Torherrschend Feldspath, 
die andern Bestandtheile wie damit yerschmolzen, wenig unter Qnarzh&rte, 
aber z. Th. Tor dem Löthr. schmelzbar; diess die nrsprflngliche Definition des 
Eurits von d'Aubuisson; später wurde die Benennnng z. Th. yerdrftngt, 
in Deutschland durch den Namen Felsit, in Frankreich durch den alten 
Namen Petrosilex. Die Bedingung einer Verbindung zu vollkonmien 
homogenem Aussehen wird indess nicht immer festgehalten und man zählt 
zu den Euriten auch feinkörnige, glimmerlose Granite, in denen sich Feld- 
spath und Quarz, wenn nicht mit blossem Auge, doch durch die Loupe 
unterscheiden lassen. Der Eurit bildet die Grundmasse der meisten Por- 
phyre, durchsetzt in Gängen Granit, Gneiss u. a. Steinarten, oder wechselt 
mit denselben in enge damit verbundenen Massen und Straten. Als homogenen 
EuiH oder dUdhien Feldspath kennt man, nach Saussubb, den mit Gneiss 
Torwachsenen dichten Feldspath der Pisseyache und andere als Petro- 
süex oder PalaiopHre Ton ihm angefahrte Steinarten. Feinkörniger Eurit, 
von Saussubs und Foubnxt als Feldspath beschrieben , bildet zahlreiche 
(Hnge im Gneiss auf beiden Seiten der Rhone unterhalb Marti gny. 

d'Aubuisson, Geogn. 1** ed. 1819, II. p. 117*, Zibxel^ Fetrog. 1866; 
DB Saussubb, Voy. II; Foubmbt, de Martigny k Eviönnaa, Soc. 
d'Agr. 1845; Studbb, Wesü. Alp. 1834, p. 158. 

Facies^ 

zuerst von Const. Pb^vost nachgewiesen, nachher von Gbbsslt in Bezug 
auf den Jura näher entwickelt, von Oppel Typus genannt, bezeichnet den 
verschiedenen Habitus, den eine neptunische Formation oder Stufe, theils 
in ihrer Steinart, theils paläontologisch, theils in ihrer Mächtigkeit ur- 
sprQnglich erhalten hat. So kann gleichzeitig eine Stelle des Ufers toh 
einer Fauna bewohnt sein, die im Schlamme lebt (fades vaseux)^ eine 
andere mit Eorallenbildungen bedeckt sein (fades corallien)^ eine dritte 
an einer Strommündung liegen und ein Gemenge von Land- und Süsswasser- 
producten, meist zertrümmert, mit marinen Ueberresten zeigen (fades de 
charriage). An einer Stelle, wo Ströme viel Geschiebe und Schlamm 


Faule — Faluna. 77 

zufahren, kann die Mächtigkeit der Ahlagemngen schnell anwachsen, an einer 
andern, wo die Brandung das Ufer nur langsam zu zerstören vermag, kaum 
merkbar sein. Im hohen Meer (fades peiagiqite) entfernt von Küsten, 
können die Ablagerungen nur aus organischem Abfall, vorherrschend wohl 
ans Foraminiferen, bestehen und nur langsam zunehmen, ihre Mächtigkeit 
nrass gegen diejenige gleichzeitiger Deltabüdungen oceanischer Ströme, oder 
in rasch fortscheitender Zerstörung befindlicher Küsten, oder anwachsender 
Korallenriffe beträchtlich zurückstehen. — In der Schweiz zeigt der Gegensatz 
der Strandfetcies des Muschelsandsteins zu der Schlammfacies der subalpinen 
Molasse, oder der Ghaillesbildung im westlichen Jura im Gegensatz zu der 
gleichzeitigen Scyphienbildung im östlichen treffliche Beispiele verschiedener 
Facies. Der Einfluss dieser ungleichen, aber gleichzeitigen Verhältnisse 
zeigt sich besonders in den organischen Ueberresten. Dieselbe Formation 
kann an einer Stelle eine Cephalopodenfades ^ an einer andern eine 
SpongitenfadeSy an einer dritten eine Korallenfades zeigen. 

CoKST. FnisvoST, syiicbr. des format. , BuU. g^ol. 1837; Grbsslt, 
Jura Sol. Schw. Dks. 11^ 1838. 

FiiUle. 

S. Verwerfung. 

Falsche Sehlefenmg. 

Eine gegen die Schichtabsonderung sedimentärer Steinarten schiefe, 
oft senkrechte Schieferung wurde zuerst in Deutschland erkannt, dann 
vorzüglich in den älteren Formationen von England und Wales näher ver- 
folgt. Die Schieferung ist oft deutlicher, als die Schichtung, und ausge- 
zeichnet durch die Beständigkeit ihres Parallelismus durch ganze Gebirgs- 
sjsteme, während die Schichtung im Streichen und Fallen vielfache Ver- 
änderangen erleiden kann. Die reiche Erfahrung, welche Shabpe in den 
Gebirgen von Wales gewonnen hatte, verwendete er zur Begründung 
einer neuen Darstellung der Strnctur des Montblancsystems, eine Dar- 
stellung, die von spätem Bearbeitern dieser Gegend, vielleicht mit Unrecht, 
nicht berücksichtigt worden ist. 

ZiEKBL, Petrog. I, p. 114; Shabpb, Struct. of liontbl. Quart, geol. 
n. 1854. 

Fainns 

beissen in Touraine lose Anhäufungen mariner Muscheln und Muschel- 
trflnuner, die zur Verbesserung der Ackererde benutzt werden. C. Matkb 


78 Faule Platten — Felsitporphyr. 

untenclMidet mehrere SUden derselben und setzt die jflngste in die Zeit 
der Molasse des Belpbergs, von Lnzem nnd St. Gullen, die ftiteste in di» 
der Granen Molasse Ton Lausanne nnd der subalpinen Nagelflnh. 

C. Mateb, tabl. 1868. 

Faule PUtton^ 

leicht zerfallende plattenförmige Schichten Ton thonigem oder sandigem 
Kalk, gewöhnlich dem Neocom oder Spatangenkalk angehörend. So in der 
Qmppe des Fanlhorns am Brienzersee, so auch am Nordabfall des Uri- 
rothstockes und am Brisen. 

Studbb, G. d. S. U, 1853. 

Feldstetnporphyr. 

S. Felsitporphyr. 

Felsit GSBHABD. 

Petrosilex, Homstein, Thonstein, Feldstein, dichter Feldspath, Eurit 
Dichtes oder verwachsen krystallinisches Gemeng von Feldspath und Quarz, 
roth, braun, schwarz, weiss. Grundmasse der meisten Porphyre. Für die- 
selbe Steinart hatte später d'Aubuisson die Benennung Eurit (s. .d.) ein- 
geführt, zur Bezeichnung ihrer Schmelzbarkeit, im Gegensatz zu reinem 
Quarz. 

Gbrhabd, Berl. Akad. 1814 u. 1815-, Zirksl, Petrog. 1866. 

Felsitporphyr. 

Feldsteinporphyr, Rother und Schyrarzer Porphyr. Quarzporphyr. 
Melaphyr. 

Die Umgebungen desLuganersees zeigen einzig in der Schweiz eine 
grössere Entwicklung von Felsitporphyren. Nach der Farbe und dem Ge- 
halt an reinem Quarz unterscheidet man daselbst einen rothen, quarz- 
führenden und einen schwarzen, quarzreinen Porphyr. Die Felsitgrundmasse 
des Rotben Porphyrs ist hell bis dunkekoth, seltener grau bis beinah 
weiss, dicht und in der Regel vorherrschend; sie umschliesst, theils ziegel- 
rothe, theils gelblich weisse OrthoklcLSisicillinge, zuweilen auch wasserheUe 
trikUne Feldspaththeilchen , stark glänzende glasige Quarzköm&r und 
seltener grüne Pünktchen oder Blättchen von Glimmer, Eine merkwürdige 
Abänderung erscheint an der Westseite der Halbinsel von Lugano und 
in Yal Gana. Der Porphyr geht über in einen drusigen Gtranii von 
hochrothem Orthoklas, weissem durchscheinendem Quons und wenig grünem 
Glimmer, ohne Grundmasse, als ob diese, zwischen den zmrfickbleibmiden 


Felaitporphyr. 7^ 

KrystaUen, entfenit worden wftre. Der'Sckwaney quarzfreie Porphyr 

zeigt eine grOnUch schwarze oder dnnkelgraiie Gmudmasse , welche kleine 

wasflerheUe oder weisse Füdspaihüm^ omschliesst, die zuweilen aacfa ganz 

fehlen. Oft bemerkt man dnnkel rothbranne Flecken, wie eckigte, innig 

fflit der schwarzen Masse verschmolzene Trümmer des rothen Felsits, und 

zuweilen ist die Brecdenstmctnr auch nicht zu yerkennen. Aederchen 

oder aach grössere Streifen yon dichtem, gelblich grOnem Epidot nnd von 

Brcnmspath sind nicht selten, niemals aber zeigt sich eine Spur von Pjroxen 

oder Hornblende. — Ein Altersunterschied der beiden Porphyre scheint 

nicht zu bestehen, sie durchdringen sich gegenseitig in Gängen. Die von 

Niosi und Sprbaugo mitgetheilten Analysen zeigen keinen wesentlichen 

Unterschied, scheinen indess, nach dem starken Wassergehalt und dem 

beinah gänzlichen Mangel an Alkalien, mit sehr verwitterten Stücken vor- 

genonunen worden zu sein. Ohne tiefgehende Sprengarbeit möchte es 

allerdings schwer fallen, frische Stücke zu erhalten. 

V« Buch, Ann. des sc. nat. X. 1827; Studbb u. Hoffhann, Ball, 
geol. IV, 1833; Studbb, 6. d. S. 1, 1851; Brunnbk, Lugano, 
Schw. Dksch. 1852 *, IIeori e Spbbafico, Mem. Ist. Lomb. 1869. 

In Bünden treten Felsitporphyre verschiedener Art auf. Am nächsten 
steht dem rothen Porphyr von Lugano die, östlich vom Bernina, im 
Heuthal oder Y. del Fain an Kalk, Oneiss und Casannaschiefer an- 
stoBsende Masse; eine rothe Orundmasse, welche dunkelrothe oder weisse 
liniengrosse Fdd^athkrystalle und graue Qiiar^ömer einschliesst, und 
an vereinzelten Stellen, auch im nördlich anstossenden Chiamuerathal 
herrorbricht An der Grenze des Porphyrs dringen handbreite Gänge 
desselben in den Gneiss ein und keilen sich in einer Erstreckung von 
emjgen Fuss oder Ellen aus. Die eruptive Natur des Porphyrs ist kaum 
za bezweifeln. — Näher am Bemina unterscheidet vom Rate noch drei 
verschiedene Qo^rzporphyre : den Serlaporphyr , ^/4 Stunde oberhalb 
Poatresina an der östlichen Thalwand, lichtgraue nicht ritzbare Gnmd- 
maase mit zahlreich damit verwachsenen Erystallen von graulich weissem FM- 
ipalh und grünlich weissem Oligoklas, auch kleinen Schnüren von Epidoi; 
^ M(nU'Per9porphyr, westlich vom Lago bianco, bläulich graue, mit 
dem Messer ritebare OtfgfoMa^-Grundmasse, worin haselnuasgrosse kömige 
Q^tarzpartie'n , liniengrosse Hornblendkrysttdle, tombakbrauner Glimmer 
nnd sehr kleine weisse Feld^cUhkryslalle eingewachsen sind; den Tsdiiervch 
porphyr, westlich vom Morteratschgletscher, grüne, mit dem Messer 
riUbare OUgoklas-Ortmiaizs^e, mit zollgrossen weissen Fe/d^/^a^Akrystalkn, 
Ueinen Qifanskömem, kurzen Hom&Jendsftulen nnd grttnen Glimmer- 
flchappen. Der Serlaporpbyr wird von Thuobau) nicht angeführt, die zwei 


so Felsitporphyr. 

letzten zieht er zum Granit. Dagegen erwähnt er noch einer Porphyr- 
partie, graubraune Grundmasse mit grünlich weissen Feldspathkrystallen, 
am Ursprung des Lischanagletschers, zwischen Dolomitgebirgen, S toh 
Schuls im Unter-Engadin. 

Vom Rath, Bernina, geol. Zts. IX. 1857; Thbobald, Bünden, 1864 
bis 1866. 

Im nördlicheren Bünden finden wir den Felsitporphyr mit Yerrucano 
in Verbindung. Zwischen Bellaluna und Bergün fand yoh Rate emen 
Porphyr mit grünlich grauer oder röthlicher, weicher Grundmasse, die kleine 
weisse i^*e/c%)a^Akrystalle , Chlorii, graue Quarskörner und kleine Agat- 
drusen einschliesst. In zackigen Felsen steigt Prophyr, eine grüne oder 
röthliche Grundmasse mit enge damit Terwachsenen Fe/dspa^Akrystallen 
Ton gleicher Farbe, stark glänzendem Quarjs und dunkelgrünem Glimmer y 
auch röthlich gelbem Bitterspath, aus den Schutthalden des rothen Sand- 
steinschiefers am Sandhubel und Eummerberg hervor. 

Stüdbr, DavoB, Schw. Dks. 1837-, Vom Rate, geol. Ztsch. IX, 1857; 
Tebobald, Bund. 1864. 

In der mittleren Schweiz treffen wir auf das merkwürdige, von Lusseb 
entdeckte Vorkommen von Felsitporphyr an dem Gipfel der Grossen 
Windgelle in üri. Der Porphyr, graulich grüne oder braunrothe Grund- 
masse mit unklar begrenzten rothen oder weissen FeldspathkrjsMlen und 
kleinen Qiiarjskörnem , z. Th. schiefrig, ist so enge mit dem Kalkstein 
der über dem Gneiss liegenden Zwischenbildungen verbunden, dass man 
kaum die Begrenzung bestimmen und jedenfalls an kein plutonisches, gang- 
artiges Eindringen denken kann. 

LüSSBR , Schw. Dks. 1 , 1829 , p. 168 ; Studbe, G d. S. II, p. 178 ; 
A. MCllbr, Baal. Vh. 1867. 

Porphyrblöcke, in den Gandecken des Triftgletschers im Hasli, 
dunkel grünlich graue, schwer ritzbare, zu schwarzem Glas schmelzende 
Grundmasse, viele höchstens liniengrosse weissliche FeldspcUhkrystaXle^ 
rechteckig oder unbestimmt begrenzt, einzelne Homblendtheile, ohne Quarz, 
möchten den granitischen Porphyren des Bernina näher verwandt sein. So 
auch die mit dem Protogin enge verbundenen grauen Porphyre , die in der 
Umgebung des Montblanc, bei Valorsine, am Montanvert, in Val 
Ferret vorkommen, und auch von Favre nicht als eruptive, sondern als 
Abänderungen der krystallinischen Schiefer betrachtet werden. Eine Aus- 
nahme macht der Porphyr von Valorsine. Der Granit, der daselbst 
von unten her gangartig in den Hornfels oder Gneiss eindringt, geht nach 
oben in grauen Felsitporphyr über, der im Kern der Gänge grosse Orthoklas- 


Feuerstein — Flysch, gl 

krystalle einschliesst, gegen die Salbänder hin aber in dichten Felsit aber- 
geht. — In der Sammlung von Faybe befindet sich ein Stück von bläulich 
rothem Porphyr von der Nordseite des Mont Br^yent, eine yerwachseno 
kömige Feldspathgrundmasse mit Quarzkömern, dessen jedoch in der 
< Sayoie» nicht erwähnt wird. Dieselbe Steinart kommt in sehr beschränkter 
Ausdehnung, am SW Abfall des Morclesstocks, oberhalb La Suse, yon 

Abgesehen von den angeführten Stellen, hat man bis jetzt in unseren 
Alpen keinen Porphyr gefunden, keine der häufig begangenen Gletscher- 
moränen zeigt Trümmer dieser Steinart, keine Fündlinge deuten auf ein 
früheres Vorkommen derselben in den Alpen. Die bunte Nagelfluh dagegen 
enthält eine grosse Mannigfaltigkeit von rothen, violetten und grünen 
Porphyren, mit und ohne Quarz, die auch in den geschichteten Kiesmassen 
über die ganze flache Schweiz zerstreut sind. 

DB Saüssure, Voy. 1; Ksckbb^ YalorB. 81. d. G. 1828-, FAvaa, 
Savoie 1867; Stüdbk, MüI. 1825; — W. Scbw. Alpen, p. 157. 

Fenersteln. 

FUnt. Der wahre Feuerstein, durchscheinend und scharfkantig, wie 
er in der weissen Kreide vorkommt, fehlt mit dieser den Alpen und dem 
Jura. An seine 'Stelle tritt Hornstein (s. d.), der zuweilen auch Feuer- 
stein oder Flint genannt wird. 

Filous. 

S. Gänge. 

Fleekenmergel. 

S. Algäuschiefer. 

Flint. 

S. Feuerstein. 

Florigemma-Zone. 

Zone des Cidaris florigemma Oppxl, Terrain ä chailles, Calc. et 
Ool. corallien THunHiiNN, Et. corallien d^Ons. — S. Chaillessch. und 
Corallien. 

Flotz, 

alte bergmännische JBenennung für Lager, Schicht, Bank, daher Flötzgebirge, 
FlötskcUkaiem u. s. w., für geschichtete Gebirge, Kalksteine u. s. w. Früher 
imrde auch horizontale Lage in den Begriff aufgenommen (LsHMAim). 

Flyseh. 

Facoidenschiefer und -Sandstein, Niesenschiefer und -Sandstein, Gur» 
nigelsandstein, Macigno alpin, 

6 


Fl^ieh heisst in unseren Alpen, zonächst im Simmenthal, ein schie- 
fHges Gestein and ist wohl identisch mit dem norddeutschen Flötz und 
dem skandinaTischen Fleeze. Die Benennung wurde zuerst von mir (1827), 
zur Bezeichnung der im Simmenthal so benannten Schieferbüdung, eingefilhrt, 
dann yon EEnssTsni aufgenommen, um sie auf die Terschiedenartigsten 
alpinischen Formationen anzuwenden, sp&ter jedoch Ton ihm als das 
Bttdeuropftische Aequi^alent der Kreide definirt, indem er fillschlich an- 
nahm, dass der Flysch, sowohl die Molasse, als die Meisformation bedecke. 
Da der Name mir bequem schien, um stratigraphisch noch nicht fest 
bestimmte Schiefer zu bezeichnen, bediente ich mich desselben, in rein 
petrographischem Sinn, um kurzer und ohne hypothetische Nebenbedeutung 
zu benennen, was £. db Bsaühont und Sibmonda Tenrain juvassique mod(/i^ 
oder fnetamorphique, die Oesterreicher sp&ter Thon» und Kalkglimmer' 
schiefer, Lobt Sddstes lustris, Gsblach Glanasdüefer, Thsobald Ctuanno- 
schiefir genannt haben. So in meinen von 1839 bis 1844 erschienenen 
Arbeiten. Der Name bot die Bequemlichkeit dar, durch Yorsetzworte, wie 
Glimmerflysch, Talkflysch u. s. w. yerscbiedene Varietäten zu bezeichnen. 
Als jedoch von anderer Seite der Benennung eine spedell stratigraphische 
Bedeutung, als die auf dem Nummulitenkalk liegenden Schiefer bezeichnend, 
beigelegt wurde, und hiedurch Verwirrung drohte, liess ich die allgemeinere, 
petrographische Bedeutung fallen, erklärte mich hierüber in der Ver- 
sammlung zu Solothum, 1848, und wählte, statt Flysch, Graue Schiefer, 
als petrographische Benennung der alpinen Schiefer von noch unbestimmtem 
geologischem Alter. 

Der Flysch^ als jüngere eocene Bildung, ist eine Verbindung dunkel- 
grauer bis schwarzer Ealkthonschiefer, bald fest und zu wenig ausdauernden 
Dachschiefern benutzt, bald leicht zerbrechlich, durch' Wasser sich zu 
Schlamm erweichend, und dunkelgraner fester Sandsteine mit Ealkcement; 
beide Steinarten wiederholt unter sich abwechselnd. Die Sandsteine oft 
dicke Platten bildend, die an Felsaufrissen zahnartig hervorstehen, durch 
Zunahme des Cements und innige Mengung übergehend in sandige oder 
reine Kalksteine, ihre Oberfläche oft bedeckt mit Glimmerschlamm oder 
Kohlenstaub. Häufiger, als Sandsteine mit vorherrschenden Quarztheilen, 
«ind Kalkbreoden , feinkörnig bis sehr grosakOniig. Die dunkeln Kalk- 
trümmer innig verwachsen und nicht von einander trennbar, mit ihnen 
stets au heUhraonem Thon verwitterte eckigte Theile, zuweilen auch sUber- 
weisse Glinmierblättchen einschliessend, Au&llend sind die fremdartigen, 
als exotische Blöcke bekannten Fündlinge (s. d.) die an mehreren Orten 
-in dem Flysch eingelagerte Conglomerate bilden. Als organische üeberreate 
kennt man nur Abdrücke von Fucoiden, besonders Chondr. intricaius und 


FJ3'8ch. 83 

Targionü and von den rftthselhaften Hehninihoiden oder XetnerHliien, 
womit die Oberfläche der Schiefer oft dicht bedeckt ist. Häufig, besonders 
im Sandstein, sind Adern, oft mehrere Zoll dick, die ans grossblättrigem 
KatttspcUh nnd Quarz bestehen. Als Seltenheit findet man erbsen- bis 
nnssgrosse (Körner Ton Bernstein im Flysch eingeschlossen (Gnmigel, 
Thonon in Savoien). 

Die normale geologische Lage des FlyscVs zeigt ihn als Decke nnd 
Jflngere Stnfe der eocenen Nnmmnlitenbildnng. So finden wir ihn bei 
Sonthofen, an der Fähnern bei Appenzell, bei Einsiedeln, am 
Pilatus nnd an den Schratten, in Habkern, auf der Nordseite der 
DentdaMidi, anf der Hochfläche derFizs, im Thale TonKeposoir, 
in den französischen Alpen, bei Genua, in Toscana. Er bildet 
in mehreren dieser Gebirge, z. B. in Obwalden, eigene, bis auf den obersten 
Kamm bewachsene Gebirgszuge und erreicht eine Mächtigkeit von mehreren 
hundert and tausend Metern. 

üebereinstimmend, nach Steinart und organischen üeberresten, mit diesem 
offenbar eocenen Flysch ist der Sandstein und Schiefer der Gurnigelkette, 
die sich, durch mehrere Querthäler zerrissen, in der Berra und den west- 
fichen Yorbergen des Mol6son, bis in die Y oirons in Chablais yerfolgen 
lassen. Yergebens sucht man aber auf dieser ganzen Linie nach Nummuliten. 
Der Flysch, den Alpen zufallend, wird am unteren nordwestlichen Abhang 
Ton gleich fallender Molasse unterteuft, und zwischen beiden liegt, eben- 
falls den Alpen zufallend, jurassischer Chätelkalk (s. d.) und Gyps, in 
ähnlicher Lage wie der Klippenkalk in den Earpathen und die St. YeiU 
khichien bei Wien. 

Eine zweite, südlichere Flyschzone bedeckt das untere Simmenthai, 
Ton Wimmis aufwärts bis Boltigen, bildet den Sattel der Saanen- 
mööser und erstreckt sich über Saanen und Rougemont in die Waadt- 
ländenJpen. Der Flysch steht in der Thalsohle meist senkrecht und über- 
lagert, nach oben fächerförmig sich ausbreitend, die Synklinalen Thalwände 
der seitlichen Kalkketten. Nummuliten fehlen auch hier. Unmittelbar 
unter dem Flysch liegt rother thoniger Sewerkalk, unter diesem ältere 
Kreide und Jurakalk. 

Die mächtigste, aber auch räthselhafteste Flyschzone bildet die Niesen- 
kette, die sich Tom Thunersee, mehrfach durch breite Querthäler unter- 
brodien, bis Sepey, oberhalb Aigle, erstreckt und, in mehreren Gipfeln 
ihres scharfen, aber bis oben beweideten Kammes, mehr als 2000"' über 
den Thunersee ansteigt. Der Schiefer, stets die bezeichnenden Fucoiden 
und Helmmthoiden fahrend, ist Torfaerrschend in der untern Masse und 
an mehreren Stellen, in der Umgebung desNiesens, als Dacfaschiefer 


84 Forestmarble — Formation. 

aasgebeatet worden. Die obere Blasse ist grossentheils Flyschsandstein, 
der, in der obersten Decke, das dement oft mehrere Quadratmeter grosser» 
der Schichtung parallel liegender Tafeln von donkelm, petrefactenleerem 
Eallcstein bildet. Am Westende der Kette bildet Niesensandstein und 
FacDidenschiefer auch das Bindemittel des Sepeyconglomerates (s. d.). — 
Die Niesenkette zeigt, in ihrer grösseren Erstrecknng, Nordfallen und 
scheint die jurassische Ealkkette, die sie vom Fljsch des Simmenthai 
scheidet, zu unterteufen. An der Grenzfläche wird jedoch das Nordfallen 
zonehmend steiler, zuletzt vertikal, so dass die Flyschmasse wie an die 
steile Felswand der Ealkkette angepresst erscheint. Auch am südlichen 
Fuss erhalt man nicht bessern Aufschluss. Nummulitenbänke, die, in nicht 
grosser Entfernung, die südlichen Gebirge bedecken, lassen sich, in der 
Grundkge der Niesenkette, nirgends sehen, wohl aber Lager von Jurakalk 
oder älterer Kreide, besonders jedoch Gyps^ in dessen Umgebung meist 
grosse Verwirrung aller Lagerungsverhältnisse und gneissähnliche Ab- 
änderungen des Flysches stattfinden. Eine weithin fortsetzende Yerwerfungs- 
kluft scheint die Niesenkette yon den südlichen Nummulitengebirgen zu 
scheiden. 

Studbb, Ann. des sc. nat. 1827; — Geol. d. WA. 1834-, — GeoU 
d. S II, 1853; Erlftut. z. geol. K. d. S. 1869; Kefbkstein, Zts. V, 
1827; NG. der Erde, 1834; d'Abchiao, bist. III, p. 79, 1850; 
Favre, Rech, en Savoie, 1867. 

Forestmarble. 

Galc. roux sableux Thurmann. Untere Lagenalisschichten Oppkl. 
Yariansschichten Mosch. Sandige, eisenschüssige Kalksteine, von geringer 
Festigkeit, röthlich gelb, hell- bis bräunlich roth, violett, blau, unklar 
geschichtet, mit Einlagerungen und Streifen gelber oder blauer Mergel, 
bis 10™ mächtig. Petrefacten ziemlich zahlreich, aber schlecht erhalten: 
Tereb. lagenalis, Rhynch, varianSy Rh. spinosa^ Ostr. MarshU, Ostr. 
Knorrü, Ceromya concentr^ C. plicata etc. Unter dem Combrash oder 
der Dalle nacr^e und oft nicht davon zu trennen, über dem Hauptrogen- 
stein oder den Parkinsonischichten. — Im Bemer und nördlichen Jura 
ein constantes Glied der Bathgruppe. 

THuaiCANN^ Soul.jur. M. de Strasb. 1832; MÖSCH, Aarg« Jura, 1867; 
Gbbppin, Jura Bern. 1870; Opfbl, Joraf« 1858. 

Formation, 

Bildung, bezeichnet den Inbegriff von Steinarten, Schichten, Lagern, die 
durch ihre Lage, Structur, mineralogisdie BeschaflFenheit und besonders 


Fossilien — Fullersearth. 35 

durch ihre organischen üeherreste, sich als unter fortdauernd gleichen Yer- 
h&ltnissen and durch dieselben Processe entstanden erweisen. Der Begriff 
trird bald in engerm, bald in weiterem Sinn, bald als synonym mit Gruppe, 
Stufe etc., bald als in mehrere Gruppen, Stufen, Glieder zerfallend auf- 
gefasst. Strenge genommen sollte das Wort nur gebraucht werden mit 
Beziehung auf die fintstehungsweise« man sollte nicht Ton Kalkstein-, Sand- 
stein-, Granitformationen, wohl aber von marinen, Sasswasser-, eruptiven 
Formationen sprechen. Leider aber fehlt im Deutschen ein Wort, das dem 
französischen «terrain» entspricht. 

C0N8T. Pbävost, Bull. g^ol. IX, 1839. 

Fossilien^ 

ursprünglich alles Gegrabene bezeichnend und in der Wemer*schen Schule als 
synonym mit Mineralien gebraucht; in neuerer Zeit, nach dem Vorgang von 
England und Frankreich, beschränkt auf organische Ueberreste, für welche 
die alte Benennung «Petrefacten> oder «Versteinerungen» in Tielen Fällen 
nicht anwendbar ist. 

Frledriehshallerkalk 

heisst, nach Albebti, der obere oder Haupt-Muschelkalk, über dem Stein- 
salz fahrenden Anhydrit und Salzthon. Er ist am Rheinufer und in den 
Aufrissen des innem nördlichen Jura in grösserer Ausdehnung entblösst, 
auch mehrfach durch Bohrlöcher auf Steinsalz durchsunken worden. Seine 
Mächtigkeit giebt Mösch zu 24°" an. 

Fneoidensehiefer. 

8. Flysch. 

Fnllersearth^ 

Walkererde. In England über Inferior Oolith, unter Stonesfieldslates und 
Great Oolith. Von Thubmann, als Mames ä Osirea acuminata, 4™ mächtig, 
über den Calc. subcompacte, unter den Great Oolite gesetzt; von Maeoou, 
ab Mames vesuHennes, 3"" mächtig, über den Calc. Isedonien und Calc. ä 
polypiers, unter den Great Oolite. Die Walkererde oder Fullersearth Ton 
Fbomhxbz entspricht, nach ihren Fossilien, nicht der englischen, sondern 
der weit tiefer liegenden Humphriesianus-Zone. Oppsl yereinigt Fullers- 
earth, Stonesfieldslates, Great Oolith und Bradfordclay zu seinem DigotM- 
bett, dem tiefem Theil des Bathonien. 


Qß Fündlinge. 

Fflndllnge. 

Wanderblöcke. Blocs erratiqaes et exotiques. Febblöcke Ton 1 
15,000 Gab* Inhalt, deren Steinart Ton den in ihrer Umgebong vorkom- 
menden Felsarten verschieden ist. Die untere, conventioneil angenommene 
Grenze ihrer GrOsse soll sie von dem Kies trennen und zugleich bezeichnen, 
dass sie nicht durch die noch jetzt bestehenden Thfttigkeiten (StrOme, Gletscher, 
Felsstflrze) von ihrem Stammort zu ihrem gegenwärtigen Fundort geführt 
imrden. Die obere Grenze ist der Inhalt des grOssten bis jetzt bekannten 
Fflndlings. Die Felsblöcke liegen frei auf der Oberfläche des Bodens, auf 
Felsboden, auf Eies oder kleinerem Schutt, oder sie sind von diesen 
grossentheils auch wohl ganz umhflllt. Im Interesse der Landwirthschaft 
sind, in einigen (hegenden, viele künstlich in den tiefem Boden eingegraben 
worden, eine noch grössere Zahl wurde zu industriellen Zwecken zerstört 
und zu Mauern, Marchsteinen, Treppen, Bmnntrögen verwendet. Auf der 
Nord- und Südseite der Alpen, auf dem Bücken oder an den Abh&ngen 
ihrer Ausl&ufer, auf den Hügeln oder im Thalboden der flacheren Schweiz, 
auf den Höhen des Jura und in mehreren seiner Thäler sind diese Blöcke 
noch jetzt in beträchtlicher Menge zerstreut, oder früher da gewesen. 

In engerem Sinn heissen erratische Blöcke diejenigen Fündlinge, deren 
Stammort sich mit einiger Wahrscheinlichkeit nachweisen l&sst, exotische 
Blöcke diejenigen, deren Steinart mit keinen der in den Alpen oder im 
Jura bekannten Felsarten verglichen werden kann. 

Die erratischen Blöcke, welche die grosse Mehrzahl der Fündlinge 
bilden , sind in der Regel polyedrisch , mit geringer Abstumpfung ihrer 
Kanten und Ecken, nicht selten in zwei oder mehrere Stücke zerspalten. 
Oft sind viele derselben Steinart gruppenweise oder auf langen horizohtalen 
Linien und Zonen vereioigt. Ihr Stammort lAsst sich, besonders für die 
besser charakterisirten, mit einiger Sicherheit im Hintergrund, oder in den 
Seitengebirgen der grossen alpinischen Querth&ler nachweisen, in deren 
Gebiet sie liegen, obgleich sie im Hügelland oder am Jura, oft weit über 
das gegenwärtige Stromgebiet hinaus zerstreut sind. Die aus dem Wallis 
stanmienden Blöcke des Rhonegebiets z. B. lassen sich bis über Aarau hinaas 
verfolgen , die Blöcke des Rheingebiets bis weit nördlich vom Bodensee. Die 
grössten bekannten erratischen Blöcke erreichen ein Yolumen von 2000 bis 
6000 Cub." (Pierre ä Bot, Steinhof, Monthey, Devens). Bezeichnend für 
das Rhonegebiet sind die Granite der Montblancgebirge mit grossen Feld- 
spathzwillingen, die Anthracitsandsteine und -conglomerate, die Yerrucano 
von Outre-Rhone, die Yerrucano-Quarzite von Sitten und Anniviers, die 
Euphotide und Eklogite des Saasthals, die Serpentine und Gabbro von Zer- 
matt; für das Aargebiet die Granite der Grimsel, ohne grosse KrystaUei 


Gabbro. 67 

der Seipetttiii des Triftgletohersi der schwane Theasohiefer-Qiianit (Bisen* 
stein) Ton Grindelwnld and Laaterbronnen; fflr das Beassgebiet die 
Gnuiite des Ootthard mit sandigem Qnarz , die rothen Porphyre der Wind» 
gelle, die Serpentine der Unteralp, die Nagelfloh des Rigi; fAr das Linth'* 
gebiet die Yermcano Yon Glaras; für das Rheingebiet die Syenit^ 
gruiite Ton Pnntaiglas. die grünen Granite des Jnlier, die Gabbro aas 
Oberhalbstein, der Homblendfels des Parpaner Bothhoms. 

Die exotischen Blöcke sind, anch die grOssten, abgerundet, und besitzen 
BW bei spaterer Zerspaltiang merkbare Kanten and Ecke. Sie sind, mit 
seltenen Ausnahmen, beschrankt auf die Zone der nördlichen Kalkalpen, 
besonders auf die Flysch-Zonen, und an mehreren Stellen, als ein Gonglomerat 
dem Flysch eingekgert In der Westschweiz,, in grOsster Zahl zwischen der 
Emme und dem Thunersee, sind es yorherrschend Gtanite mit rothem 
Feldspath, wie man sie in unseren Alpen nicht kennt. Der grOsste dieser 
Granitblöcke liegt im Habkernthal und misst bei 15,000 Cnb™. In 
der Ostschweiz, im oberen Sihlthal bei Tberg und im Rheinthal, westlich 
Ton Gr a b s , bestehen die Blöcke aus petrefactenreichen Kalksteinen mehrerer 
jurassischer Formationen, Tom Lias bis Oxfordkalk, die eben&Us in diesen 
Gebirgen anstehend nicht vorkommen. 

Unter den mehrfachen Erklärungen, die man über die Verbreitung 
der Fttndlinge gegeben hat, stösst dicgenige,' welche die erratischen 
Blöcke durch Gletscher an ihre jetzigen Standorte tragen lässt, auf die 
wenigst grossen Schwierigkeiten und wird von der Mehrzahl der Geologen 
als eine der Wissenschaft gewonnene Thatsache betrachtet Räthselhaft 
bleibt die Herleitung der exotischen Blöcke, deren Verbreitung in die Zeit 
der Ablagerung des Flysches gesetzt werden muss. 

V. Buch, Verb, grosser Alpeogescb. Berl. Akad. 1815; C. ESCHBR) 
K. Alpina I, 1821; Studer, Molasse, 1825; — phys. Geogr. 1, 
1844; — Bern. Millh. 1845; v. Gharpbntibr, essal aar les glac. 
1841; VsNBTZ, anc. glac. Sebw. Denksch. XVIIl, 1861; Agassiz, 
glac. 1840; GuTOT, Verb. d. schw. N. in Altorf, 1842; — terr. 
enat. Bali, de Neuch. T. I, II, 1847; A. Esohbr, Geol. Vortge, 
1852; MOHLBERa, Errat, ßildg. 1869; Bachhann, Jurablöcke im 
Flysch, Zürcb VJS. 1863. 

Gabbro. 

Granitone, Der Name Tom Dorfe Gabbro, SO ton Livorno, 
te, beaaidmet in Toseana den Serpentin mit Diallaganssonderufig. Mach 
Abtrenniing des EnphotidB, krystaUinisoh kleiiH bis grosskömiges Oemenfe 
lfm Ijobradar und Diallag. Der Labrador ist meist derb, selten yer- 
waefasen kömig, bl&ulich oder graulich grau bis weiss; der Diallag bl&ttrig. 


86 Gabbro-ro68d ^ Qalestro. 

mit metallischein Perlmutterglanz , gran, braun oder brftanlich grün. Die 
Felsart, in rauhen, blockfthnlichen Steinmassen, ist meist enge mit Serpentin 
oder Grfinem Schiefer verbanden und zeigt Uebergänge in dieselben. Der 
Oabbro erscheint daher vorzugsweise im Gebiete dieser Steinarten, in 
Bünden, Yeltlin und in den Umgebungen des M. Bosa. Ausgezeich- 
nete Abänderungen kennt man bei Marmels in Oberhalbstein, auf der 
Höhe zwischen Stalla und Avers, auf Orse-alp, W von Poschiavo, 
im südlichen Wallis auf der Westseite des Matterhorns, am oberen 
Aroilagletscher, in den Gipfeln oberhalb demVouassongletscher. 
Beträchtlich ausgedehnte Felsmassen bildet er selten. 

E. V. Buch, Gabbro, Mag. N. S. 1810-, Studbe, G. d. S. 1, 1851; 
Vom Rath, Graub. Z. g. G. IX, 1857^ Tbbobald, Bünden, 1866; 
Gbrlaoh, Süd-Wallis, 1871. 

Gabbro-rosso. 

Eisenschüssiges, theils Jaspisartiges, theils dioritisches Grestein, yielfacb 
zerklüftet, in grosse linsenförmige Trümmer oder polyedrische Blöcke zer- 
fallend, auch aus nuss- bis faustgrossen, durch Eisenthon yerbundenen 
Knollen bestehend, die Knauer in frischem Bruch Spilit ähnlich, oft aber 
in schwarzbraune erdige Wacke übergegangen. An mehreren Stellen er- 
scheint die Steinart als Variolith. Auf Drusenräumen kommen Zeolithe 
vor. Im westlichen T o s c a n a und auf E 1 b a in enger Verbindung mit 
Serpentin, von Sayi und Gocom als metamorphische Umwandlung von AI- 
berese und Macigno, von Pilla und Mübohison als eruptives Gestein be- 
trachtet. Aehnliche Steinarten kommen vor in den Serpentingebieten von 
Bünden (Davds, Oberhalbstein) und Wallis (Bimpfischwänge 
bei Zermatt). 

Savi, Mem. 1837—1839 ; CocoHi, Ball. g6o1. 1856, p. 262 ^ Hubchibon, 
Q, g. J. 1850^ p. 374-, Studbb, Elba, Bull. g. S. 1841; — Davos, 
Schw. Dk8. I, 1837. 

Galestro. 

Schisti galestrini. Graue oder bunte Mergelschiefer, in rhombische oder 
prismatische Stücke zerklüftet, z. Th. verkieselt und übergehend in Jaspis. 
In y wbindimg, theils mit der Pietra-forte, der oberen Kreide des Apennins 
von Toscana, theils mit dem Macigno. Die bunte Itürbung und Yerkiese* 
lung zeigt sich besonders in der Nähe von Serpentin in Toscana. WH 
den bunten Schiefem in Bünden und Aostathal übereinstimmend. 

Savi, Mem. 1837—1839-, d*Abchiac, hiei. II. IIl^ Coocm, Bull. g6oL 
1856, p. 256. 


Gand — G finge. 39 

Gand. 

Benennung fOr Trflmmer nnd Felsschntt im Berner-Oberiand. Daher 
Gandeck für Morftne. 

Gandeeken. 

Moraines, Ton Gand d. i. Schutt nnd Eck oder Egg d. h. Gebirgskamm. 
In der deutschen Schweiz üblicher Ansdmck für die von den Gletschern 
gebildeten Schnttw&lle. Die von den Felswänden, welche den Gletscher 
einschliessen, auf ihn fallenden nnd von ihm abwärts getragenen Trümmer 
bflden Seitengandedcen ; die durch das Abschmelzen des Gletschers an 
seiner Yorderwand sich anhäufenden Schuttmassen umschliessen diesen als 
Frontal' oder Endgandecke ; wo, durch Vereinigung zweier Gletscher, ihre 
sich zunächst liegenden Seitengandecken zusammentreffen, entsteht, auf dem 
fortschreitenden Gesammtgletscher , eine Miitelgandecke oder GuferUnie, 
Qrundgandecke , Grundmoräne (Moraine profonde) ist schon desshalb 
ein nicht glücklich gewählter Ausdruck, weil Gandecke oder Moräne die 
Yorstellung einer wallartigen Form enthält, nächstdem, dass das Vorkommen 
ausgedehnter und mächtiger Schuttmassen zwischen dem Gletscher und dem 
festen Felsboden keineswegs erwiesen ist. 

Gänge. 

Filons. Kluftausfüllungen der Felsarten durch später eingedrungene 
oder eingeführte Mineralien. Die Grenzflächen der Gangmasse und der 
Nebengesteine heissen Salbänder. Wo die Salbänder fehlen, und die 
Gangmasse nicht scharf vom Nebengestein getrennt ist, z. Th. in dasselbe 
eindringt, wird die Kluftausfüllung oft durch Infiltration aus dem Neben- 
gestein zu erklären versucht. Scharf begrenzte, schmale und kurze Infiltrations- 
gänge, meist mit Kalkspath oder Quarz ausgefüllt, heissen Adern. Nach 
der mineralogischen Beschaffenheit der Kluftausfüllung imterscheidet man 
Oesteinsgänge, dykes, und Drusengänge, veins. Die erstem bestehen aus 
einer gleichartigen, die Kluft vollständig, oder bis auf schmale Zwischen- 
räume an den Salbändern, ausfüllenden, meist krystallinischen, vulcanischen 
oder plutonischen Steinart und sind, in der Kegel, als von unten her ein- 
gedrungen, als Ityectionsgänge zu betrachten, so Gänge von Laven, Basalt, 
Trapp, Porphyr, Granit. Drusengänge füllen selten die Kluft vollständig 
ans, sondern lassen nach der Mitte hin leere, drusige Räume, deren Wände 
mit Krystallen bekleidet sind, Krystalldrusen bildend. Die Steinart der 
Drusengänge ist entweder einfach, wie in Quarzgängen, Kalkspathgängen, 
oder Terschiedenartig. Im letzteren Fall zeigt sich, in der Regel, in der 


90 Ganggranit, 

Anordnung der Mineralien eine bestimmte Symmetrie, indem, Ton beiden 
Salbändern ans nach der Mitte zn, dieselben Mineralien anf einander folgen. 
Zunächst anf die Salbänder z« B. folgt eine dflnnere oder dickere Lage 
Ton Quarz, auf diese, Ton beiden Seiten her, eine Lage Ton Schwer- 
spath, anf diese ebenso Bitterspath, Flnssspath n. s. w., bis in der Mitte 
die letztem Lagen desselben Minerals sich vereinigen and nur getrennte 
Drosenräome lassen, in welche Krystalle dieses Minerals hineinragen. Zn 
den Mineralien dieser Gänge gehören oft auch Metalle, reine (gedi^iene), 
wie Kupfer, Silber, Wismnth u. s. w., oder als Schwefelmetalle, Antmon- 
metalle, Arsenmetalle, Metalloxyde u. s. w., und bilden Engänge. — Es 
ist klar, dass die Ausfüllung der Drusengänge, besonders der aus yet- 
schiedenen Mineralien zusammengesetzten, nur unter Voraussetzung längerer 
Zeiträume, während welchen die Verhältnisse so oft, als ein neues Mineral 
auftritt, sich verändert haben , begriffen werden kann. Ein Durchflieesen 
von Mineralwassem, aus welchen Niederschläge erfolgten, mag wohl die 
ein&chste Erklärung darbieten. — Die schweizerischen Gebirge sind arm 
an Gängen jeder Art. Im Molasseland und im J u r a sind sie un- 
bekannt, wenn man, in letzterem, nicht die Spaltenausfällung mit Bohnenen 
als Gangbildung betrachten will. In den Alpen sind Drusengänge von 
Quarz im Gneiss- und Schiefergebirge nicht selten; in den Grauen Schiefem 
und im Flysch bestehen sie oft aus einem grosskrystallinischen Gemenge 
von glasigem Quarz und Ealkspath. Als Gesteinsgänge sind die Granit- 
gänge bei Valorsine tmd am Aargletscher, die Gänge von 
rotfaem Porphyr am See von Lugano anzuführen. Die Erzgänge sind 
beinahe ausschliesslich auf das krystallinische Schiefer-, Vermcano- und 
Dolomitgebirge der Hochalpen beschränkt. Ihr Vorkommen ist meist 
nnregehnässig, es fehlen deutliche Salbänder, die Mächtigkeit erleidet 
grosse Schwankungen, oder sie keilen sich, nach kurzem Fortstreichen, 
ganz aus. 

Gangsranit 

heisst der als Gänge auftretende Granit, im Gegensatz zum Gebirgs« 
g r a n i t , der grössere Massen bildet. Ganggranit ist z. B. der von Nsckkb 
beschriebene Granit von Valorsine; auch Tbsobau) führt Beispiele an. 
Ein wesentlicher mineralogischer Unterschied zwischen beiden Graniten ist 
kaum durchzuführen. Der Ganggranii ist in der einen Gegend grob- 
kömiger, in einer andem feinkörniger, in der einen ein£acher, in Felsit 
übergehend, in der andem zusammengesetzter, andere Mineralien enthaltend, 
als der Granit des Nebengesteins. 

Mbckbe, Valoi-sine, H. d. Qen. 1828-, TsBOBAiiD, Bünden, 1866. 


Ganimnien — Gaalt. 91 

OammiiieH. 

Elage 6. LcnaBOL Eine Kreidestofe, oberhalb der Mastrichter Kreide. 
Bonte Mergel und lithographische Kalksteine, mit Austern, Krokodilz&hnen 
und Sftsswasserconchylien, bedeckt von glauconitischen Mergeln, mit zahl- 
reichen Fossilien der weissen Kreide, die Lxtmibik als eine Colonie betrachtet 
Die aus den drei Abtheilnngen bestehende Stufe der Oberen Oaronne 
ist bei 300* mächtig, erscheint weiter östlich, in der Provence, als 
Sttaswasserkalk (Fdtbau) mit Lignitlagem, bedeckt yon rothen Mergeln, 
in beträchtlicher Ausdehnung. 

LanoiBiE, Ball. Soc. g. 1863. 

Guterengraiiit. 

Klein- bis mittelkOmiges Gemeng von Torherrschendem FeldsipcUh, 
wenig graulichem Quarz und nicht wenig dunkel graulich grauem Glimmei', 
in z. Th. sechsseitigen Blattchen, ohne Talk oder Chlorit Der eine Feld- 
spath mit Perlmutterglanz weiss, der andere, enge damit yerwachsen, bei- 
nahe matt, weiss oder blassgrOn. Nesterweise, ohne Trennung yon diesem 
weissen Granit, ist der Orthoklas fleischroth, ziemlich dunkel; der andere 
Feldspath fehlt und scheint ersetzt durch Quarz. Der Granit wird durch 
weisse Felsitgftnge, ohne Glimmer, durchsetzt, die aber nur als Aus- 
sonderungen betrachtet werden können und, ohne Trennung, mit dem 
F^dspath und Quarz des Granits, als inniges Gemeng desselben, im Zu- 
sanmienhang stehen. — Aus diesem Granit besteht die Kette zwischen dem 
Tschingelgletscher und dem Hintergrund des Gasterenthales und 
dem Lötschthale , und auch in dem Gletscherschutt, im Hintergrund Ton 
Lauterbrunnen und in Grindelwald, findet man nur denselben, der Alpen- 
oder Protogingranit fehlt. Die rothe Abänderung des Gasterengranits 
bleibt jedoch beschränkt auf den Hintergrund yon Gastem und ist, so 
Tiel bis jetzt bekannt, das einzige Vorkommen von in grösseren Massen 
anstehendem rothem Granit in der Schweiz. 

Oanlt 

Grte yert sup^rieur, Terrain Albien d'Obb. — Hell- oder dunkelgr&ne, 
bis beinahe schwarze Sandsteine, in Verbindung mit grauem, buntem, oder 
schwarzem Thon, oder schwarzem Kalk mit zahlreich eingemengten dunkel 
grünen (Olaucamt) Kömchen, auch mit fast reinem weissem Quarzsand. 
Von sehr ungleicher Festigkeit, theils fast loser Sand, theils dem Hanuner 
starken Widerstand bietend. Meist von geringer Mächtigkeit, von weniger 


92 GebirgBschatt. 

als 1", höchstens yon 10 bis 15". Sehr reich und oft gedrängt toU tod 
PetreüaCten , besonders mannigfaltigen Cephalopoden , Gastropoden, Äce- 
phalen, Echinodennen, zuweilen yerkiest, auch mit schwarzen Knollen mit 
starkem Gehalt von phosphorsaorem Kalk, die man für Coprolithen hiüt 
— Der Gault bildet den Uebergang yon der untern zu der oberen Kreide; 
er liegt über den Aptmergeln und unter dem Cenomanien. Als ein schwarzes, 
oder, durch Verwitterung des Glauconits oder von Kiesen, rothes Band 
hebt er sich an den Felswänden der Alpen oft deutlich hervor. Berühmte 
Fundorte von Fossilien sind , in Savoien , die Alpen von F i z s und 
Sales, wo zuerst (1820) AI. Bbokqniabt und Bucklaih) die Ueberein- 
Btimmung der Fossilien mit denen der Perte-du-Rhöne und von 
Folkstone nachwiesen , femer der M. G r i o u und Bossetan in 
den Umgebungen von Samoens, Reposoir und Saxonet in der 
Nähe von Gluse. In der Fortsetzung der Gebirge der Dent-du-Midi 
durch die Schweiz, auf La Cordaz und Cheville, in der Kette, welche 
Bern von Wallis scheidet und, in ihrem Fortstreichen, im Lohner, Höh- 
gant und Pilatus ist an vielen Stellen der Gault bekannt, auf grossen 
Strecken aber ganz ausgeblieben. Mit gleichem Reichthum an Fossilien 
wie in Savoien zeigt er sich wieder in den Gebirgen von Appenzell. — 
Im Jura erstreckt sich der Gault, von Mittag her, wie die ttbrige Kreide- 
gruppe, nur wenig aber die Westgrenze des Bemer Jura hinweg und er- 
scheint noch bei Renan im St. Immerthal. Die Steinart ist hellgrauer, 
gelber oder weisser Sandstein und Sand. Von alter Zeit her berflhmt ist 
der reiche Fundort der Perte-du-Rhöne, dem aber nun, nach den 
Bemühungen von Dr. Campighi, derjenige von S. Croix den Rang streitig 
macht. Die Mächtigkeit der Formation mag hier wohl bei 20"* betragen. 
Die untere Masse besteht aus reinem Quarzsand, worin die Fossilien durch 
ihre schwarze Farbe auffaUen. Dann folgen bunte Mergel mit verkiesten 
Fossilien und oben erst grflner oder gelblichter Sandstein. 

Stüder, G. d. S, 1853; Renevibb, Bull. Vaud. IV und IX, 1B54 
bis 1866-, — P. da Rh. Schw. Dksch. XIV, 1855-, PiCTBT et 
Campiohb, S. Croix, 1858—1867-, Favre, Savoie, 1867; JaccabDi 
Jura Vaudois, 1869; Gbbppin, Jura Bern. 1870. 

Oebirgsschntt. 

Detritus, Eboulements. Nackte Felsschichten, in welche die Feuchtig- 
keit eindringt und bei Frostwetter gefriert, oder welche Bestandtheile ent- 
halten, die durch atmosphärischen Einfluss zerstört werden, zertrümmern 
in meist eckigte Bruchstücke von geringer Grösse, die sich am Fuss der 
Felswände anhäufen und Schutthalden bilden, die oft meilenweit sich längs 
den Thalseiten forterstrecken. Die Höhe dieser Halden erreicht oft mehrere 


GeisBberger — Geissbergschichten. 93 

hnndert Meter, die Neigung ist auffallend regelmässig geradlinigt, am Fnss 

hyperbolisch concay, und scheint dem Auge äusserst steil, übersteigt indess, 

nach Messungen, selten 35^ Die ausgezeichnetsten Schutthalden begleiten 

die Dolomitgebirge der südlichen und nördlichen Ealkalpen; aber auch in 

Kalkgebirgen, in den Alpen sowohl, als im Jura, sind sie nicht selten. — 

Eine andere Form der Schuttablagerungen bilden die Schuttkegel (lits de 

d^jection). Wildbäche oder Lawinen, die über Felswände hinabstflrzen, 

oder aus Spalten derselben hervorbrechen, lagern den Schutt an ihrem 

Foss ab, werfen später sich über ihn, bald rechts, bald links, und bilden 

einen Kegel, oder, genauer, einen Halbkegel, der sich an die Felswand 

anlehnt. Auch diese Kegel sind meist von auffallender Regelmässigkeit 

Der Winkel ihrer Böschung ist beträchtlich geringer, als derjenige der 

Schatthalden, weil das Wasser die Trümmer weiter trägt. Elib de Bbait- 

Monn fand ihn gleich 5 bis 10^, Subell gleich 1 — 4 1/2^. Die Bestandtheile 

dieser Kegel sind ebenfalls meist eckigt, klein, oft mit ^and und Schlamm 

gemengt. Sehr yerschieden gestalten sich die Ablagerungen grösserer Berg^ 

siiirzey in welchen hausgrosse Blöcke mit kleinen Trünmiem und Schlamm 

gleichzeitig und schnell sich ablagern. Die grossen Blöcke werden oft am 

weitesten fortgetrieben und es entsteht ein sehr unebenes Hügelland, das 

sich oft bis an die andere Thalwand ausdehnt. 

EUB de Bbaumont, Etna, M6m. IV, 1838-, — G^ol* prat. 1841 bis 
1870; Lbblanc, Bull. gäol. 1842; SuBBLL, torrents des haut. Alp. 
1841; Studbr, phya. G. I, 1644. 

Geissberger, 

in der Volkssprache die Benennung für Granit. Ich finde den Namen 
znerst erwähnt bei Sgheuohzeb in der Alpenreise Yon 1705. 

Geissbergschlchten Mösgh. 

Regelmässig geschichtete, gelbe Ealkbänke, getrennt durch thonige 
Zwischenlager, bei 30" mächtig. Reich an Fossilien, besonders Phola- 
domyen, Ooniomyeny Pleuromyen u. a. Acephalen, auch Phasian. striata. 
Zum mittleren Oxford gehörend und als tiefere Abtheilung der Chailles- 
Btufe zu betrachten, über den Efiingerschichten, unter den Crenularis- 
schichten. — Im westlichen Jura vertreten durch dunkle Mergelschichten, 
kaum yerschieden von den Effingerschichten, und erst am Born und bei 
Ölten, als fester gelber Baustein, in häufigen Steinbrüchen ausgebeutet 
Beinahe der ganze Nordrand des Bötzbergs und ein grosser Theil des 
Geissbergs besteht aus diesen Schichten. Zuletzt findet man sie noch 
in der Lägeren, aber ohne Petrefacten. 
HÖSOH, Aarg. Jura, 1867. 


94 GeröUe — GittateiD. 

Oerolle 

heissen die durch Reibung und rotirende Bewegung in Strömen oder be- 
wegten Grewftssem abgerundeten Felstrflnuner, im Gegensatz yon Geschiebeny 
die nicht gerollt wurden und ihre Kanten und Ecke mehr oder weniger 
bewahrten, wie Felsblöcke, die yon Gletschern fortgetragen werden. Oft 
wird jedoch der Ausdruck Geschiebe, allgemeiner, fflr jede fortbewegte 
Trttmmermasse gebraucht, daher «Stromgeschiebe». Durch Yerkittung der 
OeröUe entstehen Conglomerate. — Oerölle mit Eindrücken (ccdlloux 
impressionnis) heissen die in mehreren Conglomeraten yorkommenden , in 
welche das Nebengeröll sich mehr oder weniger tief eingepresst hat, die 
daher, losgetrennt, concave Eindrucke zeigen. — Oeritzte OeröUe (cailloux 
striis) zeigen an der Aussenfläche feine geradlinigte Hitze, wie die Gerolle, 
die, an der unteren Fläche des Gletschers eingefroren, über scharfe Ecke 
förtgeschoben werden. Hohle GeröUe, yon Kalkstein oder Dolomit, haben, 
durch einen noch nicht aufgeklärten chemischen Process, ihre innere Masse^ 
oft bis auf eine dUnne Rinde, durch Auflösung yerloren, ähnlich wie manche 
Geoden, Adler- oder Klappersteine. Zuweilen ist das Innere theilweise mit 
Sand angefdllt. Im Gegensatz der Geoden und Mandelräume sind die 
hohlen Gerolle in der Regel offen und häufig findet man nur den kleineren 
Theil der Kugelschale. — G^rölle mit Eindrücken sind nicht selten in der 
Nagelfluh, besonders in der Kalknagelfluh des Jura. Geritzte Gerolle aind 
charakteristisch fOr den diluyialen Gletscherschutt. Hohle G^rölle kommen 
yorztkglich in den quartären Kiesablagerungen yor. 

Zirkel, Petrogr. I. 

CtorriUlenblldiiiig Emmxbioh. 

Kössenerschichten. Oberer Muschelkeuper Goiibbl. S. Gontorta- 
schichten. 

Gesehiebe. 

S. Gerolle. 

entstein^ 

schweizerische Benennung des Topfsteins (s. d.). Der Name wird auch 
auf den TavigUancizsandstein ausgedehnt, da man sich desselben aodi 
zuweilen zu Kalkofen bedient. In Folge seines Kalkgehalts leistet jedoch 
der letztere dem Feuer weniger Widerstand, als der wahre Topfstein, «nd 
er schmilzt in stärkerer Hitze. 


Olanskohle — OlauconieB. 95 

CflMiflkoUe. 

Sckwan, stark neUOisch glftnzend, mnscUüger Brach, öfters schiefrig. 
Theils ÄfUhracUj thdls Steinkohle, daher, im ersten Fall, nicht schmelzend, 
schwer, ohne oder mit nur schwacher Flamme verhrennend, als Steinkohle 
schmelzend und mit Flamme yerhrennend. S. Anihradt nnd Steinkohle. 

Olanzschlefer. 

Von GmLACH als Uebersetzong von Sddates lustris Lobt vorgeschlagen. 
Geblach, Schweiz« Dkseh. 1869. 

Glamerschlefer. 

Schwarze Dachschiefer» die, seit alter Zeit, am Plattenb^rg zwischen Engl 
uidHattiiiGlarns abgebaut, zu Schreibtafeln, Tischplatten n. a. bemitzt 
und weithin aasgef&hrt werden. Dickere Platten werden zn Fassboden, dünnere 
ni Dachschiefern , weichere Arten za Griffeln verwendet. Wichtig darcfa 
die darin Torkommenden Skeletabdrücke von nahe an 60 marinen Fiseh^ 
ßriea^ 2 Meerschildkröten and 2 den Sperlingen verwandten VOgeln, 
deren Geschlechter, alle von d^enigen der Secondärzeit abweichend, sieh 
dei^enigen der Jetztzeit annfthem und als eocene betrachtet werden. Diese 
nftchtige Schiefermasse, die sich am Fuss des Freibergs, mit SO Failen, 
im Halbkreise um denselben heromzieht, wird Oberhigert von Yerracane, 
der die ganze obere Masse des Berges bildet. An den vielen Stellen, wo 
iB der Schweiz mit dem Glamerschlefer petrographisch identische Flysch* 
und Fncoidenschiefer als Dachschiefer gebrochen werden, haben sich bis 
jetzt nor bei Attinghansen in Uri mit den Glarnem Übereinstimmende 
RschabdrOcke gezeigt. 

AoASSXZ, Poias. foas. V, 183 ^ Studbb, G. d. S. 1851; Hbbb, Ur- 
welt, 1865. 

Glanconies. 

Felsarten, meist Kalk- and Sandsteine, die viele grüne Körner von Eisen* 
Silicat (Glauconit) einschliessen. Die Körner anterscheiden sich von d^- 
jenigen des Chamoisits darch helleres Grün and den bis dreifachen Gehalt 
von Kieselerde. Meist der Kreidegrnppe, dem Gaalt and der jungem Kreide 
(Craie chlorit^e) angehörend. Aach die grünen Nnmmalitenkalk- nnd Sand- 
steine der Mittel- nnd Ostschweiz können als Glaaconies bezeichnet werden. 
An mehreren Stellen zeigen sich dieselben aach bis tief einwärts als rother 
kömiger Thoneisenstein. 


96 Gletacherbildaugen — Gletscberachatt. 

Gletscherbildongen. 

S. Fündlinge, (^andecken, Gletscherschatt, NoUen, SchliffiOftcfaen. 

Gletscherboden 

heisst die oft ausgedehnte, auffallend ebene Eies- und Sandfläche, die fielen 
Gletschern vorliegt und durch die Ablagerungen des aus dem Gletscher 
hervortretenden Gletscherbaches entstanden ist. 

Gletscherschntt. 

Diluvium cataclystique Neokkr. XJngeschichtete Massen von gelblichem, 
oder grauem sandigem Lehm, oft ohne Beimengung, oft eckige, oder ge- 
rundete Felstrflmmer und Kiesel jeder (jrösse einschliessend, alpinen Kalk- 
stein, Sandstein, Gneiss, Granit, ohne Ordnung gemengt, die Kalksteine häufig 
fein geritzt. Die Mächtigkeit der Ablagerung kann 20 bis 30 "" erreichen, 
die Grösse der eingehttUten Geschiebe viele Gubikmeter betragen, und nicht 
selten ist ein grosser Block nur von Lehm, oder von kaum faustgrossem 
Geschiebe umschlossen. Viele, wenn nicht die meisten Fflndlinge (s. d.) 
sind wahrscheinlich früher von diesem Schutt umhüllt gewesen. 

Aus diesen Schuttmassen bestehen die Gandecken' oder Moränen der 
Gletscher. Die Felstrümmer stammen her von den durch Lawinen und 
Frost sich zerstörenden Gebirgen, welche den Gletscher einschliessen , der 
Lehm und die Ritze der Geschiebe von der Reibung des im Eis einge- 
fromen Sandes auf dem Kies- oder Felsboden, der reine Lehm erzengt die 
milchigte Trübung aller Gletschermassen. 

Uebereinstimmend mit dieser Beschaffenheit sind ungeschichtete Ldim- 
und Schuttablagemngen , welche über die ganze niedere Schweiz und das 
südliche Vorland der Alpen , theils in Gandecken ähnlichen Wällen , theils 
in weit verbreiteten Massen vorkommen. Ihre Grundlage ist entweder 
älterer geschichteter Kies, wie unterhalb Genf, am Ausfluss der Ad da 
und der Kander, bei Utznach, oder Molasse, wie bei Bern, Frei- 
burg und an vielen Stellen der Ostschweiz, oder eine noch ältere Formation, 
wie in den Alpen und am Jura. Sie werden bedeckt, mit Ausgleichung 
ihrer Unebenheiten, durch jungem geschichteten Kies oder Dammerde oder 
sind auch unbedeckt. 

Necksr, Etudes g6ol. 1841 ; v. Chabpbntibb, eseai sur les glaciers, 
1841 ; Agassiz, glao. 1840 ; — nouv. Stades, 1847 ; Martins, Rev. 
d. deax M. 1847 et 1867-, Ttndall^ ihe glac. of the alps, ISeO; 
DoLLFUSS-AusSBTj Glaciers III, V, 1863—1864. 


Glimmerflysch - Glimmerschiefer. 97 

Olimmerflysch. 

Ein durch Glimmerblftttchen oder Glimmei*8cblamm stärker glänzender 
Grauer Schiefer. S. Flysch und Grauer Schiefe. Nicht mehr flblich, 
statt desselben 6lai\9»chiefer^ Thonglimmerschiefer, 

Ollmmerschiefer. 

Micaschiste. Schiefriges Gemenge von Glimmer und Quarz, letzterer 
zuweilen ganz fehlend, zuweilen so Torwaltend, dass die Felsart in schie- 
ferigen oder plattenförmigen Quarzit übergeht. Der Glimmer meist heU- 
farbig, grau bis silberweiss, durch Verwitterung gelb; aber auch dunkel- 
braun bis schwarz und zuweilen heller und dunkler Glimmer vereinigt ; ge- 
wöhnlich Kaliglimmer^ seltener Natronglimmer oder Paragomi, der dunkle, 
Magnesiaglimmer ; in getrennten Blättchen, oder grössern Blättern von 
unbestimmter Form, selten scheinbar hexagonal; häufig zu ausgedehnten 
Scbieferlagen vereinigt. Der Quarz, glasig oder weiss, in einzelnen Körnern 
angemengt, oder zu dünnen kömigen oder dichten Linsen oder Zwischen- 
straten vereinigt, um welche die Glinunerlager sich herumbiegen. Oefters 
verbindet sich der Glimmer mit Talk, oder wird selbst Talk ähnlich, so 
dass man bis auf nähere Untersuchung schwankt, ob man das Gestein 
Glimmer- oder Talkschiefer zu nennen habe. Oder mit dem Quarz ist 
weisser Feldspath verwachsen, durch Perlmutterglanz oder Schmelzbarkeit 
zu erkennen, und die Felsart geht über in Gneiss. Nach anderer Seite 
bin zeigt sich der Glimmer grau, mit schwächerem Glanz, Thon ähnlich, 
und die Steinart geht über in Thonglimmerschiefer und Thonschiefer ; 
oder sie verräth, durch Aufbrausen, Kalkgehalt und wird Kalkglimmer- 
ichiefer. Grauer Schiefer, 

Der Glimmerschiefer ist reich an eingemengten Mineralien. Am 
häufigsten ist kirschrother Granat, in Rhombendodekaedem von Stecknadel- 
knöpf- bis mehr als Baumnussgrösse, ausgedehnte Schichten anfüllend, wie 
bei Airolo, Premia in Antigorio, Südseite des Simplen. Ein aus- 
gezeichnet glänzender brauner Glimmer- oder Paragonitschiefer mit weissem 
Talk gemengt, enthält Granat, Staurolith, Disthen, Strahlstein, schwarzen 
Turmalin, und bildet die höchsten Kämme und Gipfel, auf beiden Seiten 
des Livinerthales, mit einer Mächtigkeit von wohl 1000"" den zucker- 
artigen Dolomit von Gampolongo, Dalpe und Bossura bedeckend, 
in schwachem Massen auch ihm eingelagert. Schwarze Hornblende, in 
Kryttallbüscheln, oder mit Granat dicke Einlagemngen bildend, liegt ebenfalls 
über denn Dolomit, in Y. Canaria und V. Bedretto. — Anderer Art 
sind die feinschuppigen schwarzen Thon- und Kalkglimmerschiefer, verflochten 

7 


98 Globoaeokalk — Gneisa. 

mit Ghlorit- und Hornblendschiefer, welche im Binnenthal, an der 
Nufenen (s. Nofenenschiefer), in Maderan, auf der Gotthardhöhe 
(Sorescia, Schipsius, Sella), am Gaveradi in Tayetsch, Eisen- 
glanzrosen, Rutil, Anat(i^y Brookit, Sphen^ schwarzen Turmalin^ ApaHt 
enthalten ; meist in Drasen, die znm Theil mit grossem hexagonalen Tafeln 
von silberweissem Glimmer ausgekleidet, oder mit erdigem Chlorit erfüllt 
sind (s. Chloritgneiss). — Der erstere hochkrystallinische und der zweite 
feinschuppige schwarze Schiefer bilden mit dem Dolomit eine Masse Ton 
mehr als 2000"" Mächtigkeit, ohne regelmässige Aufeinanderfolge der Stein- 
arten, die auch S gegenüber Airolo, mehrfach mit einander abwechseln. 
Vielleicht ist indess dieser scheinbare Mangel an Regel nur Folge der 
vielfach sichtbaren späteren Störungen der ursprünglichen Gebirgsstructur. 
Diese durch dunkeln Glimmer, Verbindung mit zuckerartigem Dolomit 
und seltenen Miueralien ausgezeichnete Partie von Glimmerschiefer wird 
jedoch an Verbreitung und Mächtigkeit übertroffen durch die enger mit 
Gneiss yerbundenen Partie^n yon hellem oder dunkelm Glimmerschiefer, 
die in der Umgebung der granitischen Gentralmassen , mit Einlagerungen 
yon Gneiss, Hornblendschiefer u. s. w. vorkommen, wie auf der Westseite 
der Montblancmasse, zwischen Valpellina und der Dora Baltea, 
auf der Höhe und Südseite des Simplen, am M. Gener e, im untern 
Veltlin, zwischen Paznaun und dem Stanzerthal. 

ZlRKBL, Pctrog. II, 1866; Stüdbr, Bull. g. XIV, 1856. 

Globosenkalk. 

Kalk mit globosen Ammoniten, s. Hallstädterkalk. 

Gneiss. 

Schiefriges oder flasriges Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer. 
Der Feldspath, gewöhnlich weisser Orthoklas, verbunden mit weissem, 
selten grünem oder röthlichem Oligoklas; der Quarz, dicht und weiss, mit 
denselben körnig verwachsen; der Glimmer silber weiss, grau, grün, gelb, 
braun, schwarz, Kali- oder Magnesiaglimmer, zuweilen beide zugleich. 
Im schief rigen Gneiss wechseln dünne Straten , die aus Feldspath und 
Quarz bestehen, mit Straten von Glimmer, welche die Schieferflächen ganz 
bedecken und jene nur im Querbruch sehen lassen. Im flasrigen Gneiss 
bildet das Gemenge von Feldspath und Quarz flache Linsen oder Streifen, 
die von Glimmer umschlossen sind* Dieselben Gemenge erscheinen im 
Augengndss als dickere Mandeln, bis zoUgross. Demselben nahe steht 
der porphyrarlige Gneiss, worin jene Mandeln durch grosse, aber oft 


Qneiss. 99 

nregelflMsig begreaizte OrtluMasKwillinge vertreten sind. Statt ia zv- 
sammenhängeadea, ebenen oder sick mn die Einsclilftsse henUDschlingendeii 
Lagen, erscheint der Glimmer oft anch in getrennten, aber parallel 
liegenden Blftttehen in der vorherrschenden enritischen Masse und erzeagt 
eine schiefrige oder plattenförmige Spaltbarkett der Felsart, wie im Oranit 
pemt Saü88. 

Nicht selten, in einigen Gegenden vorherrschend, wird der Glimmer 
dvrdi Tcdk oder Chlorit vertreten , es entsteht TaUcgmiss oder Chlorit- 
gneiss (s. d., sowie Arollagneiss nnd Arkesin); oder, der blätterige Be- 
Btandtheil ist anf den Schieferflächen zu einem dünnen Ueberzag ver- 
schmolzen, wie in Abänderungen der Casannaschiefer nnd Grauen Schiefer 
(b. d). Besondere Beachtung verdient die Ersetzung des Glimmers durch 
Hornblende, da der hieraus hervorgehende Homblendegneiss, in grösseren 
Revieren mächtig entwickelt, den gewöhnlichen Gneiss beinahe verdrängt, 
oder doch bedeutende Einlagerungen in demselben bildet. 

Wie nach seinen Bestandtheilen , ist auch in seinem Vorkommen der 
Gneiss unserer Alpen sehr ungleicher Art« 

Eine der ausgedehntesten Partie'n von gewöhnlichem Gneiss, Horn- 
blendgneiss und Glimmerschiefer bildet das Gebirgsland, das sich mit 
immer wachsender Breite, von dem Silvretta- und Fermuntgletscher 
bis an das Stanzer- und Klosterthal erstreckt. Im sQdlichem 
TheUe dieser Gebirge haben die Hornblendschiefer den Gneiss beinahe 
ganz verdrängt. 

Ein anderer Gneiss , den wir als Tessinergneiss bezeichnen , mit 
braunem oder schwarzem Glimmer, in grosse Platten spaltend und vielfach, 
im oberen T e s s i n und Tocethal, zu Weinpfeilern , Treppen und 
zur Bedachung gebrochen, büdet, mit geringer Abwechslung, die Grund- 
lage dieser Gebirge und kann, von unseren alpinen Gneissen, wohl vorzugs- 
weise denjenigen- des Erzgebirges und anderer ausgedehnter, alter Gneiss- 
gebiete verglichen werden. Nach zwei Analysen von Sgheerbr glaubt 
GxBLAcu denselben in den sächsischen Grauen und Rothen Gneiss trennen 
zu können; es wird aber weiterer Untersuchung bedürfen, ob die zwei 
analysirten, mineralogisch kaum zu trennenden Gneisse nicht durch Zwischen- 
glieder sich zu einem einheitlichen Ganzen verbinden, oder in einer Aus- 
dehnung auftreten, welche ihre Trennung, als selbständige Massen von 
ungleichem Alter, unterstützt. (S. Antigoriogneiss und Crodogneiss,) 

Den Alpen zunächst eigenthümlich ist der Alpen- oder Protogingneiss 
(s. Alpengranit), ohne scharfe Grenze an den Granit und Gneissgranit 
sich anschliessend und den Uebergang in Glimmerschiefer vermittelnd. 
Die Bestandtheile sind dieselben wie im Granit, farbloser oder weisser 
Quarz, weisser Feldspath, dunkelgrüner chloritähnlicher Glimmer: die 


100 GneiBSgraait - Gold« 

Gliimneipartie*n sind aber in paralleler Lage und der Stein siialtet nach 
denselben, während im Granit sie in allen Richtungen liegen. 

Noch wäre der porphyrartigen Abändenmg dieses Protogingneisses anf 
beiden Seiten des Montblancmassiys, der Felsiteinlagening in dem 
Gneiss der Pissevache, des porphyrartigen Boflagneisses (s. d.), der 
mannigfaltigen Abändenmgen zu erwähnen, die im Gebiete der Granen, 
Grünen und Casannaschiefer und anf der Nordseite der Finsteraar- 
hornmasse yorkommen; an Vollständigkeit ist aber hier nicht zn denken 
und vieles mnss den Localbeschreibnngen überlassen werden. 

ZisKSL, Petrog. II, 1866. 

Onelssgranil 

Granit yein6 Sauss., ein Granit mit wenigen und getrennten , aber 
parallelen Glimmerblättchen. 

De Saussubb, § 5646. 

Gold. 

Diess edle Metall findet sich in der Schweiz und in ihrer nähern Um- 
gebung, theils auf ursprünglicher Lagerstätte, theils als Waschgold. Ein 
lohnender Erfolg der Ausbeutung ist aber nur an wenigen Stellen erreicht 
worden. 

Noch im Anfang dieses Jahrhunderts wurde am Südabfall des Ga- 
lan da bei Ghur, mit bedeutender Einbusse, auf Gold gebaut. Die Blättchen, 
Körner, Dendriten und nur als Anflug die Schiefer bedeckenden Spuren 
finden sich, mit Quarz, Ealkspath und Schwefelkies, in einem mit Talk- 
schiefer wechselnden z. Th. bunten Kalkstein, der Petrefacten enthält und 
dem untern Jura anzugehören scheint. 

Mit mehr Ausdauer und günstigem Ergebniss stehen, seit älterer Zeit, 
Goldgruben in den Gebirgen und Thälern auf der Ost- und Mittagseite 
des Monte Rosa im Betrieb; gegenwärtig yorzttglich in Y. Toppa S 
yon Domo-d*08sola und in Y. Anzasca, früher auch in Zwisch- 
bergen, oberhalb Gondo am Simplen, in den Thälern Antrona, 
Alagna, Gressoney. Das Gold ist Schwefelkies beigemengt, der mit 
Quarz yerticale Gänge im Gneiss bildet, und wird aus dem yer pochten 
Kies durch Amalgamation gewonnen. 

ROBILANT, M. d. Turin, 1786^ SaüBSüRB, Voy. lY, 1796 ; v. Wbldbk^ 
H. Rosa 1824-, Hibzel-Eschbr , Wanderungen 1829; Thbobau), 
Calanda, Bund. Jb. 1854. 

Als Waschgold führende Ströme nennt man yon Alters her, den 
Rhein, die BeuBs, die Aare und ihre Zuflüsse. Yon Groldfühmng 


Qold. 101 

jener Ströme oberhalb der See*n, die sie anfnehmen, sind kaum sichere 
Angaben yorhanden ; von unterhalb ein&llenden Zuflüssen werden besonders 
die beiden Emmen genannt, und yerfolgen wir diese aufwärts, so werden die 
Angaben immer bestimmter und concentriren sich zuletzt auf die Qew&sser, 
die in der Gruppe des Napfs und Enzi ihren Ursprung nehmen, auf 
die Luttern, Orflnen, Enrzenei, Trüben. In einer Beschreibung 
der (Gemeinde Snmiswald von Pfr. Fstsohebin (Hss. der Oekon. Ges.) 
steht : « Gold wird gewaschen in der Enrzenei und noch reichlicher im 
Hornbachgraben. Yom gleichen Grath , an dessen Ostseite der 
S c h ö n i - und Goldbachgraben sich hinabziehen, laufen westwärts 
der G h 1 - und Frittenbachgraben aus, in welchen ebenfalls, 
jetzt freilich weniger, Gold gewaschen wird. Der von dem gleichen Berge 
in den Dfl rr graben, hinter Trachselwald, auslaufende Laternen- 
graben bringt wieder Goldsand. Das Gold zeigt sich am ersten an solchen 
Stellen, wo viel grober Eies lange auf einander lag und der Bach enge 
eingeschlossen ist. Nach starken Wassergrössen ist die Ausbeute sehr 
gering, am besten filUt sie im warmen Sommer aus. Die Arbeiter haben 
einen Waschbock Yor sich, auf welchem oben ein Ea^n befestigt ist. 
In diesen wird Eies, Sand und Wasser geschöpft, der Eies entfernt und 
der Sand über den mit einem Wollentuch Aberzogenen Bock abgeschwemmt, 
am Tuch bleibt das Gold, als Blättchen von 1 — 2 Linien Grösse, meist 
kleiner, zurück. Diess Ausschwemmen des Sandes wird mehrere Male 
wiederholt und die feinsten XJeberreste werden aus dem Schlamm durch 
Amalgamation gewonnen. In Stücken Ton ^/z bis 1 Loth zusammen- 
geschmolzen wird das Gold an die (Goldschmiede verkauft, die ungefilhr 
5 Ereuzer (18 Centimes) das Gran bezahlen. Der reine Gewinn mag täg- 
lich 7 — 8, höchstens 10 Batzen (1 Fr. bis 1 Fr. 50) betragen.» 

Die Gruppe des Napf besteht aus Nagelfluh, mit Einlagerungen von 
Molasse, das Gold befindet sich daher hier auf secundärer Lagerstätte. 
Unter den NagelfluhgeröUen sind Quarz- und Homblendgestein-Geschiebe 
vorherrschend, ausserdem finden sich einzelne Granite von unbekanntem 
Stammort. Aus den beiden Emmen mag grossentheils, wenn nicht aus- 
sehliesslich, das Gold im Sande der Aare, Beuss und des Rheins stammen, 
auf welches im A a r g a u mit einigem Erfolg gewaschen wird. Der Sand 
enthält ausserdem Eömchen von Magnet^en, nach altern Untersuchungen 
Tiianeisen, femer Oranat, Zirkon, Beryll. 

MOflOH, Aarg. J. 1867. 


103 Golds wylpatten — GCsslingeiBchichteD. 

AoldswylplatteB« 

Plattenförmige , thonig kieslige schwarze Kalksteine, die bei aoldswyl 
am Brinzersee and am Bugen bei Interlaken gebrochen werden. Bis Jetzt 
ohne Fossilien, wahrscheinlich jurassisch. 

Oompholite. 

Von Bbonqnubt vorgeschlagen fbr Nagdfluh. 

Oomo- imd Dossenasdiieliten 'Stoppen/. 

Zwischen der mittlem Yal Seriana und Yal Brembana in den 
lombardischen Alpen. Donngeschichtete rauchgraue Kalksteine und Mergel- 
schiefer mit Myofhoria WhateleycB, M. Kefersteirdi, Gervillia bipartita, 
in Verbindung mit grünlichem Sandstein, intensiv grünen und rothen 
merglichten Thonen, Rauchwacke und Gyps. lieber den bunten Thonen 
der hellgraue Dolomit von Esino, mit Steinkemen meist grosser Gastro- 
poden und Bivalven. Die Schichtenfolge mit Myophorien entspricht, nach 
ihren Fossilien, den Raibel- oder Cassianerschichten. 

E0CHBB, Vorarlb. u. Lomb. Schw. Dkachr. XllI« 1853^ Stofpani, 
Sfeadli, 1857 ; - Rivista, 1859. 

Gossanformation. 

Graue Mergel, Molassa iibnliche Mergelsandsteine und ^ra«e Kalk- 
steine ; reich an wohl erhaltenen Petreüacten, die dex\]enigen des Turomieaii 
in der oberen Kreide entsprechen« In der G o s $ au , einem Thale des Öster- 
reichischen Salzkammergntee , zwischen Abtenau und Hallstadt. Die For- 
mation setzt fleckweise westwärts fort nach Tirol und vielleicht bis nach 
Südbaiern. Bis jetzt ist sie westlich von Vorarlberg nicht nachgewiesen 
worden. 

Rbuss, Wiener Ak. d. W. VII, 1854; GCmbel, B. Alpen, 1861; 
V. RiCHTHOFEK, Vorarlberg, Jb. d. RA. 1862. 

OSsaliiigerschieliteii. 

Beiflingerkalk. Schwarzer dünugeschichteter Kalk mit Anmnon. Aon 
und Halohia Lommeln. Petrographisch und nach den Fossilien Oberein- 
stimmend mit Virglofia- oder Muschelkalk. Bei GOssling, SO von 
Waidhofen, an der Ips in Oesterreich, und Reifling ander 
£nns, nahe an der Nordgrenze von Steiermark. 

LiPOLD^ Kohlengebiet der NO Alpen Jb. d, RA. XV, 1865 \ Stblembb, 
Jb. d. RA. 1865, p. 426; y. Haubr, Uebersichtskarte. Jb. d. RA. 
XVII, 1867. 


GoUhardgranit — Granit. 103 

Gotthardgranlt. 

Feinkörniger, beinah sandiger graulich weisser Quarz, den A. Mollkb 
als Ueberrest des, nach seiner Ansicht, umgewandelten Sandsteins betrachtet; 
sparsamer schwarzer Glimmer, verbunden mit weissem Glimmer oder Talk, 
in Streifen kleiner Blättchen vereinigt und meist mit Neigung zum Parallelis- 
mos, daher Sacssuke die Felsart als Granit veini beschreibt; weisser 
Orthoklas, oft in grösseren Zwillingen ausgesondert; Oligoklas wird kaum 
fehlen, ist jedoch in den vorliegenden Stücken nicht sicher zu erkennen. 
Es ist der Gneissgranit der Gotthardhöhe, hier in verticalen dicken Tafeln, 
an beiden Abhängen, ftcherförmig, gegen die Axe des Gebirgs zufallend. 
Aof Drusenränmen des Prosagipfels Erystalle von Adular, Periklin, 
Bergkrysiall; auf einem Felsitgang, der die Granittafeln schief durch- 
schneidet, am Ostabfall der Fi bbia, wasserheller ^;>aft7 ; amLucendro- 
see Molybdänglanz; an vielen Stellen Tafeln und Bösen yon Eisenglanz 
mit KuiiL 

Pna, S. Gotth. 1784; SaüSSURB, Voy. 1796; Stüdbr, G. d. S. 1851; 
— Bull. S. g, 1856; Lavizzari, Mem. 1843—1849; A. MCller, 
Baal. Verh. IV. 1865. 

Oranatfels. 

• 

Krystallinisch kömiges A^^egat von Granat, zuweilen gemengt mit 
Hornblende f oder anderen Mineralien. Meist nur beschränkt auftretend. 
Anagezeichnet im obem Yeltlin, zwischen Boladore und Leprese» 
Ein mittel- bis kleinkörniger Granit, massig oder in Gängen den GneifiS 
Qod Glimmerschiefer durchsetzend, geht daselbst über in Hjpersthen-Syenit; 
zwischen diesem und dem ihn z. Th. umschliessenden Gneiss scheint der 
Granatfels, mit rothem, braunem und gelben Granat, auch wohl mit Strahl- 
stein gemengt und in Eklogit 'abergehend, eine Schale zu bilden. Diese 
schönen Gesteine sind jedoch meist nur in den grossen TrOmmern unter- 
sucht worden, welche in mächtigen Haufwerken auf der linken Thalseite 
li^en. — Auch in den Glimmerschiefern und Homblendgesteinen oberhalb 
A i r 1 o und auf den Gebirgskämmen des Livinerthales verdrängt 
rothbrauner oder kirschrother Granat zuweilen beinahe die Grundmasse. — 
Beleb an Granat und in Granatfels übergehend sind die Gneisse, Glimmer- 
iduefer und der weisse Mannor bei Bionaz in ValpeUine. 

Nbckbb, Bibl. uDiv. 1829; Studbb, G. d. S. I. 291 ; Thsobald, 
Bünden, 1866; Oeblach u. Vom Rath, SUd-WalHs, 1871. 

Granit. 

Klein- bk groeskitarniges Gemenge von Feldspath, Qoars und Glimmer. 
Dir Ftld^aih in der Begel vorherrschend, meist Orthoklas, mit Perl- 


104 Graaitetlo. 

mattergianz, weiss, gelblich oder röthlicb weiss, grau, grün, roth, in Ter- 
wachsen krystallinischen Partie^ oder in kleineren oder grossen Zwillingen 
porphyrartig ausgesondert; häufig in Verbindung mit einem anorthischen, 
durch feine Zwillingsstreifung und leichtere Schmelzbarkeit sich unter- 
scheidenden Feldspath, gewöhnlich Oligoklas, wenig glänzend, beinah matt, 
weiss oder farbig, aber von Orthoklas verschieden gefärbt. Der Qtiars 
in eckigten Körnern, fett- oder glasglänzend, farblos, weiss oder grau, 
selten in feinkörnigen Nestern. Der Glimmer, weiss oder grau (Kali- 
glimmer), grün, braun, bis schwarz (Magnesiaglimmer), zuweilen beide 
zugleich, in hexagonalen Blättchen, oder Anhäufungen sehr kleiner, unbe- 
stimmt begrenzter Blättchen, zuweilen in Verbindung mit Talk oder CMorü, 
Die Bestandtheile in jeder Richtung durch einander liegend, daher auch 
in der Regel keine regelmässige Absonderung, sondern mehrfache 2^r- 
klflftung und Zertrümmerung in polyedrische Stücke. In einigen Gegenden 
jedoch behaupten die KMte auch grössere oder geringere Ausdehnung, 
und eine paraUele Richtung. Die Bteinart scheint sedimentartig in Bänke 
getheüt und ist auch wirklich von grossen Autoritäten als geschichtet 
beschrieben worden. 

Der Granit erscheint in den Alpen in vielfachen Abänderungen, die 
nicht alle aufgezählt werden können. Zur Uebersicht lassen sich zwei 
Gruppen unterscheiden, die allerdings durch Zwischenglieder unter sich 
in Verbindung stehen. Eine erste Gruppe, die als AlpengrarUt im engem 
Sinn bezeichnet werden kann, umfasst die, durch den Gneissgranit , dem 
Gneiss verwandten Granite der fächerförmig zerklüfteten Gentralmassen, 
die sich nahe am äussern Rand der Mittelzone, aber am innem Rand, 
oder in der Axe der Centralmasse, erheben. Zu ihnen gehört der Pro- 
togin- oder Montblancgranit, der Grimselgranit, Ootihardgranit xl s. w. 
Zur zweiten Gruppe zählen wir die mcuisigen Granite, die vorzüglich am 
südlichen Rande der Mittelzone auftreten und als Granite von Baveno, 
Codera, Julier u. s. w. beschrieben sind. Zwischen beiden Gruppen 
stehen, mit z. Th, schwankendem, bald der einen, bald der andern ge- 
nähertem, bald mit selbstständigem Charakter, die Granite von Valor- 
sine, Gasteren, der Arkesingranit, Puntaigliasgranit u. s. w. 

Eine dritte, als anstehende Felsarten den Alpen fremde Gruppe von 
Graniten bilden die GeröUe der bunte n Nagelfluh und, aus der zerstörten 
Nagelfluh herstammend, im Kies ; auch die exotischen Fündlinge. 

Granitello. 

£btlbgranit, Aftergranit, Aplit, Haplit. Eine meist locale Abänderung 
des Ghranits, worin der Glimmer grossentheiis oder ganz zurückgetreten 


Graoifcgneias — Granitmarmor. 105 

ist; daher ein krystallinisches Gemenge von Feldspath and Quarz. Bei 
kleinkörniger oder inniger Mengong wird die Felsart Felsit oder Enrit. 
Die Benennung Oranitello ist früher auf andere Steinarten angewandt 
worden. In Toscanna bezeichnet sie einen in der Kunst angewandten 
schwarzen Porphyr mit weissen Flecken (Tabqioni). Saussusb nannte den 
Syenit, oder einen Homblendgranit, Granitelio. 

Oranitgnelss^ 

ein dem Granit nahe stehender Gneissgianit, mit wenig getrennten, aber 
parallel liegenden Glimmerbl&ttchen oder Glinmierstreifen; daher schwer 
und unvollkommen spaltbar. Nicht wesentlich yerschieden von dem Oranit^ 
vemi nx Saussubx. 

Thsobalo, Bttaden, 18G6. 

Granitit 

nennt Rosk einen Granit mit rothem Orthoklas, vielem OUgoklas, wenig 
Quarz und wenig schwärzlich grflnem Magnesiaglimmer. Als anstehende 
Felsart in den Alpen nicht bekannt, dagegen lassen sich GranitgeröUe der 
bunten Nagelfluh von Thun als Granitit bezeichnen. 

U. R06B, Ztsch. d. g. u. I. 

Granitmarmor. 

Dichtes und festes, Oolith ähnliches Ealksteinconglomerat ; kleine, 
weisse, rundliche oder wurmförmige, dichte Ealkpartie^n z. Th. concentrisch 
schalig, mit schwarzen auch rothen Kalk- und Kieselpartie'n, ohne 
sichtbares Gement enge verbunden, entfernt dem Granit ähnlich. Die 
weissen Ealkconcretionen sind meist organischen Ursprungs, Nulliporen 
ClMhoihaiminmm), den Algen angehörend, oder Foraminiferen. Der Granit- 
marmor bildet Einlagerungen im Nnmmulitenkalk und wird in Baiem 
häufig polirt und zu architektonischem Schmuck verwendet. Die grössten 
Brttche liegen bei Sinning in der Nähe von Neubeuern. Trttmmer 
derselben Steinart fand ich, vielleicht als erratische Blöcke aus Hoch- 
savoien, am mittäglichen Abfall der Voirons. In der Schweiz ist sie 
bis jetzt nicht vorgekonmien. Am Sfldrand der Alpen wird derselbe Kalk 
an der S u p e r g a , oberhalb G a s s i n gebrochen ; inderBrianza 
ist er, in Verbindung mit Macigno oder Flysch, anstehend bei der Mflhle 
von Paderno am Ufer der A d d a. 

SoHAralUTL, Leonh. Jb. 1846, p. 650; Gümbbl, B. Alp. 1861 ; — B. 
Ak. 1871. 


106 Granitone — Graphit. 

Oraiiitone. 

Italienische Benennung des EuphoUds und Gabbro. 

Granitporphyr. 

Klein- his feinkörnige granitische Gmndmasse, mit zoUgrossen aus- 
gesonderten Orthoklaszwillingen. In Sachsen von Naumann nnd y. Cotta, in 
Frankreich (Departement de la Loire) von Gbunkb beschrieben. In der 
Schweiz bis jetzt nicht vorgekommen, wenn man nicht die Alpengranite 
mit zollgrossen Feldspathzwillingen , deren Gmndmasse jedoch] nicht ein 
kleinkörniges Gemeng ist, dazu zählen will. 

Granit -Tein^ nx Sauss. 

Alpengranit mit zurückstehendem, parallel liegendem Glimmer, in dicke 
Tafeln abgesondert, die sich aber nur sehr schwer oder gar nicht, dem 
Glimmer parallel, weiter spalten lassen und, in dieser Beziehung, sich wie 
massiger Granit verhalten. 

SAUtssuRE, Voy. $ 646. 

GranuUt» 

Leptynite, Weissstein. Schief riges Gemenge von Feldspath und Quarz. 
Der Feldspath^ feinkörnig bis dicht, vorherrschend, weiss, grau, gelblich, 
röthlich weiss, grossentheils , wenn nicht ausschliesslich Oligoklas; der 
Q^arz, grau bis weiss, in dünnen Lamellen oder platten Linsen, paralld 
im Feldspath eingeschlossen. Häufig sind kleine Chranaien eingesprengt 
Auch Glimmer f meist weiss, ist öfters beigemengt und vermittelt einen 
Uebergang in Gneiss. — Thsobald führt im südlichen Bünden an vielen 
Stellen Gänge von Granoüt im Granit und Homblendgneiss an, erwähnt 
aber keiner schi^igen Textur derselben und hätte diess Ghmggestein wohl 
eher Felsit oder Enrit nennen sollen. Wahrer Granulit scheint dtti 
schweizerischen Alpen fremd zu sein. 

Thbobau), Bttnden, 1866. 

Graphit 

Das Mineral ist unter den in der Schweia md in ihren Umgebungen 
vorkommenden Substanzen kaum anzufahren und hat jedenfaUs nur geo» 
li^^hes Int^esse. Saüssdbs fand, gegenüber Ohamonix, am NW 
Abfall des Montblanc, Anflüge von Graphit auf schi^rigeHi Quan, 
der den metamorphischen Schiefem angehören mag , die unter dem Gneiss 
aufsteigen. Foübnst erkannte glänzende Blättchen von Graphit in den 


Grauer GneifiB — Graner Schiefer. ifff 

Ffisitaiehiafeni und dem weisieii Idokras enthaUenden Mannor bei La 
Baue, an der Ecke gegenllber Martigny. Von Ruth fand ssahl- 
reicke bis 1 Lime grosse Biäitchen im weissen Mannor Ton Yalpelliaa. 

DB SaüBBUBB, Voy. 8 719 ; FoüRNBT, de Martigny k Bvionnaz, A. de 
Lyon, 1645, p. 39; Vom Rath u. Gsblaoh, Süd-Wallis, 1871. 

Grauer Oneiss. 

Unterer Plntonit Sghxebbb. Benennung des älteren Gneisses im sächsischen 
Erzgebirge. Viel grauer und weisser Feldspath, vorherrschend Orthoklas, 
untergeordnet natronhaltender Feldspath^ dunkler Olimmer, mittlerer Ge- 
halt an Kieselsäure , nach Bauschanalysen von Schxbbbb, 65 **/q. Gesi^oh 
findet diesen Gneiss flbereinstinmiend mit einem Gneiss der Tessineralpen 
(s. Antigoriogneiss, Tessinergneiss). 

ScauBBRBB, Fe8i»cfarifr, 1866; Gsblach, Schw. Dksch. 1669. 

Graue Sehiefer. 

Graue und schwarze Schiefer der Mittelzone der Alpen, deren geo- 
logisches Alter, einstweilen, weder durch organische Ueberreste, noch durch 
die Lagerung näher bestimmt werden kann. Es sind, theils gewöhnliche 
Kalk- und Thonschiefer , theils dunkle schiefrige Sandsteine, kaum yer- 
Bchieden von norddeutschen Grauwackeschiefern, theils Uebergänge dieser 
Stemarten in Glimmerschiefer, Talkschief^ , Chloritschiefer. Oft durch- 
setzt Ton Adern und fnssdicken Gängen von Quarz. — Die Gk-auen Schiefer 
sind in der alpinen Mittelzone in grosser Mächtigkeit und Verbreitung 
entwickelt und erfttUen vorzugsweise die Räume zwischen den krystalliniscben 
Centralmasfien. Dass sie alle derselben Altersepoche angehören, ist sehr 
inwahrscheinliefa, und fflr dnige lässt sich eine AHersyerscfaiedenheit aus 
der Lagerung folgern, indem die einen unter dem Yerrucano, die andern 
tber demselben liegen. In den Ostalpen sind diese Schiefer, oder doch 
tte höher krystalliniseh ausgebildeten , als Kalk- und ThongKrmner- 
fddeftr bekannt, in Bünden hat Thiobald die älteren als Casanna- 
tddefer, die Jtagem als Bündnerekiefer beschrieben, im Wallis nennen 
wir sie schlechthin Wallisschiefer, in den Westalpen nennt Lobt sie 
ScUsUs lustris, Gsblagb Glangsschiefer , und der entere betrachtet, 
wenigstens den grossem Theil derselben, als Keuperschiefer. In einigen 
Gegenden (Tanninge, Faucigny, Sitten) sind indess diese 
Oraaen Schiefer enge verbunden mit Schiefern der Anthracitbildung , in 
ladcm (Ceurmayeur, Nufenen, Scopi, Bttndea) enthalten sie 
Btlewtttea , ohne dass es bis jetzt gelangen wäre , in den weit frOaeern 


IQ 3 Graawftcke — Greensand. 

fiezirken, wo keine organischen Ueberreste bekannt sind, die Granen Schiefer 

als der einen, oder der andern, oder einer von beiden yerschiedenen 

Gruppe angehörend zu erkennen. Eeuperfossilien sind in den Granen 

Schiefern der Schweizeralpen einstweilen nirgends gefunden worden. 

Studer, G. d. S. I. 1&51; — Bull. Soc.gäol. 1867, p. 177; Thbo- 
BALD^ Banden, 1864-1866. 

Graawaeke 

ist von Alters her die im Harz gebräuchliche Benennung der dort vor- 
kommenden Sandsteine des Uebergangsgebirges und wurde in dieser, eher 
stratigraphischen als petrographischen Bedeutung , auch auf die Uebergangs- 
sandsteine anderer Gebirgsländer angewandt. Noch im Anfang dieses 
Jahrhunderts glaubte man aber den grossem Theil der Kalkalpen als 
Uebergangsgebirge erkannt zu haben und nannte daher auch alle damit 
vorkommenden Sandsteine, in Bünden, Glarus, Wallis, auch den Hohgant- 
sandstein, Niesensandstein, Flyschsandstein u. s. w. Grauwacken, so noch 
V. Buch, Ebel, v, Ghabpbntieb u. s. w. Da in den Schweizeralpen bis jetzt 
keine Spur vom Vorkommen der devonischen oder silurischen Formationen 
nachgewiesen ist, so ist die Benennung Grauwacke einstweilen aus der 
schweizerischen Petrographie zu verbannen. 

Oreat-Oolite. 

Weisse oolithische Kalksteine, kalkhaltende Sandsteine und einige Thon- 

lager 10 bis 40" mächtig, in vielen Steinbrüchen ausgebeutet, über den Stones- 

fieldslates, unter dem Bradford-clay , im Bathonien von England, mit 

grossem Fossilienreichthum. Mittlere Schichten des Digonabetts Opfbl. — 

Im schweizerischen Jura weit schwächer vertreten und arm an 

Petrefacten. Nach Thubmakn am Mont Te]rrible 5*^ mächtig, weiss, 

grau, dicht oder oolithisch, über den Mames ä Ostr. acuminata (Fnllers- 

earth?) , unter dem Galc. roux sableux (Bradford?). Maboou fasst Great 

Oolite und Galc. roux sableux zusammen und setzt ihre Mächtigkeit bei 

Salinsaufl5°. Im nördlichen Jura ist die Stufe nicht deutlich entr 

wickelt, oder mit den angrenzenden enger verbunden, im Bathonien Gbbppin, 

Combrash Müllbb enthalten. 

Thübmann, M. de Str. 1832; Mabooü, J. sal. M.,g^l. 111, 1848; 
QpPBL, Juraf. 1858; Grbppin, J. Bern. 1870; MOllbb, Baal. 
Verh. 1871. 

Oreensand. 

Grünsand. Sandsteine die viel Körner von Olauconü oder Eiaensüicat 
enthalten. In England wird ein Oberer and ein Unterer Ghreensand 


Grhs — Gr^s saperliaeiqae. 109 

unterschieden, Jder entere dem Genomanien^D'OBB. der jungem Kreide, 
der letztere dem Aptien und NeocomieU d'Obb. der altem Kreide ent- 
sprechend. Unter den schweizerischen Steinarten können mehrere, wegen 
eines Gehalts an Glanconitkörnem, als Grünsand bezeichnet werden. Die 
Mokme enthält zwar diese grünen Körner, durch deren Verwitterung ihre 
ursprünglich bläulich graue Farbe in's gelblich Graue übergeht; sie sind 
aber zu sparsam vertheilt, um dem Stein eine hervorstechend grüne Farbe 
zu ertheilen; dagegen ist die Benennung Grünsand mit Yollem Recht 
anwendbar auf eine, vom Pilatus nach Appenzell zu vorkommende Stufe 
des NwnmulitenkalkSy femer auf den Gault, sowohl in den Alpen, als im 
Jura, und auf eine oder mehrere Einlagemngen im alpinen Neocom. 

Sandstein. In der französischen Schweiz heisst Gris ein fester, 
Scolptur vertragender, Molasse ein weicherer Sandstein, man spricht in 
Genf vom Ghrks d'Ärchamp, obgleich dieser Sandstein, wie der von 
Lausanne oder Bern, der Molassebildung angehört 

Gr^B SQperllasiqne. 

Marly Sandstone Thubm. und Gbksslt. Marnes d'Aiesche (bei Salins) 
Mabooü. Dunkle, braune bis schwarze sandige Mergel und Sandsteine, mit 
weissen Glimmerblättchen, oder merglichte Kalksteine, schieft-ig, zuweilen 
oolithisch. In einigen Gegenden mit bauwürdigen Nestern und Lagern 
Ton Eisenrogenstein, der auch als Formationsbenennung üblich ist, in 
andern Gegenden, besser getrennt, über dem Mergelsandstein liegt. Charak- 
teristisch in diesem sind kohlige Fucoideny ausserdem kommt vor Amm, 
opaünus, A. bifrons und schlecht erhaltene Acephalen. Thttrmakh be- 
stimmt die Mächtigkeit, ohne Eisenrogenstein, auf wenige Meter, Gbksslt 
mit dem Eisenrog. auf 30"*. — Oppel stellt das Gros superliasique des 
westlichen Jura, parallel der Stufe mit Trigonia navis, in das untere 
Bajocien, unter die Murchisonseschichten, über die Tomlosus- oder Opalinus- 
schichten, und unterscheidet es von dem englischen Marly Sandstone, der 
dem Toarcien oder oberen Lias angehört; Mabcou dagegen will auch das 
Orte superliasique dem oberen Lias einordnen ; Gbbsslt stimmt mit Oppel 
fiberein, ohne jedoch das Gr^s superliasique vom Marly Sandstone zu 
imterscheiden. 

Maroou, Jara Sal. M. g^ol. HI, 1848; Dbsor and Grbsslt, Jura 
Neuch. 1859; Oppbl, Jaraf. 1858. 


110 Grestenerachichten — Orimselgranit. 

Grestenerschichten. 

Dankle, fossilreiche KAlkgteine, in Yerbindung mit Sandstoin and 
Kohlenlagern, bei Gresten, von Waidhofen in Oestenreieh. 
Früher mit dem Wienersandsteiu vereinigt, an dessen Sfldrand sie liegen, 
dann mit den Lunzerkohlen des Eenpers. Nach den die Kohle begleitenden 
Pflanzen nnd Mollasken dem untern Lias angehörend. 

T. Hauer, Jb. d. geol. RA. 1B53 ; LiPOi«D, Kohlengebiet der NO Alpen, 
Jb. d. RA. 1865. 

Grien. 

Schweizerischer Ausdruck für Kies. S. d. 

Griffelschiefer. 

Thonschiefer , die sich durch das Zusammentreten von Schiefemng 
nnd ZerklOftung, oder in Folge geringerer Festigkeit, in dünnere Stifte 
oder Griffel schneiden lassen. S. Glarnerschiefer. 

Grimselgranit. 

Mittelkörniges Gemeng Ton weissem Feldspath, grauem oder weissem 
Quarz, dunkelgrünem Glimmer und^ gelblich blassgrünem Talk. Der Feld- 
spath ein verwachsenes Gemeng von vorherrschendem, beinahe glanzlosen 
und dicht scheinendem triklinem Feldspath, aus dem sich indess stark 
perlmutterglänzende, rechteckige Orthoklastheile absondern, meist klein, 
doch fehlen porphyrartige Granite nicht ganz ; der Quarz, unter der Loupe 
feinkörnig, Sand ähnlich, oder dicht und glasig, der kömige innig ver- 
wachsen mit dem triklinen Feldspath; der Glimmer , meist zurückstehend, 
niemals in deutlichen Blättchen, sondern, Chlorit ähnlich, in beinahe matten, 
grünlich schwarzen Streifchen und Nestchen; der Talk in schimmernden 
sehr dünnen Ueberzügen der Quarz- und Feldspathpartie^n, oder auch ganz 
fehlend. Ablösungen sind nicht selten mit dunkel graulich grünem Thon- 
glimmerüberzug bedeckt Oefters auch ist glasiger Quarz in Nestern und 
Adern ausgesondert. Diese erweitern sich zuweilen in meter- und klafter- 
starke Drusengänge , Sirahlbänder, den Mutterort von Bergkrysiall, 
Rauchquarz, rothen Flussspathoktaedren und Kalkspath, oft mit Ueber- 
zug von erdigem Chlorit, der auch wohl den übrigen Raum der Druse 
ausfüllt. Die grössten Krystalle stammen aus den Drusenhöhlen von 
Ober-Thäli am Eggischhom, vom Zinkenstock am Unteraar- 
gletscher , vom Tiefengletscher am Abhang des Galenstocks. 
Kleinere Drusen enthalten öfters Krystalle von Epidot. « Wo der 


Grobkalk — Grödner SaDdatein. 111 

Chrftnit an den Glimmerschiefer angrenzt, wie anf beiden Seiten des Unter» 
aargletschers, greifen, von dem Granit ausgehend, Gänge ron Granit nnd 
weissem Enrit in den Schiefer ein, der Schiefemng theils parallel, tbeUs 
sie schief dorchschneidend, auch wohl Trümmer von Glimmerschiefer ein- 
schliessend, der, nahe am Granit verdichtet, von grösserer Festigkeit und 
mit Feldspath verwachsen erscheint (Esoheb).» 

Studbb, G. d. S. I, p. 191. 

Orobkalk. 

Calcaire grossier. Mit Sand gemengter Kalkstein, theils der Sand, 
theils der Kalk vorherrschend, auch mit Thon gemengt, in den Graben 
weich, an der Luft erhärtend, z. Th. erdig bis zerreihlich, dicht oder porös, 
weiss, graulich oder bräunlich weiss, ockergelb bis braun, deutlich dick bis 
dflnn geschichtet, verschiedene Abänderungen mit einander abwechselnd. 
Meist reich an wohl erhaltenen Fossilien, die oft den Stein fast verdrängen, 
einige Lager beinahe nur aus Foraminiferen bestehend. — Sehr verbreitet 
in der Umgebung von Paris und als Baustein benutzt, Hauptglied der 
dortigen Eocen- oder Nummulitenbildung und, in stratigraphischer Be* 
deatong, diese Formation bezeichnend. Die Benennung wird aber zuweilen 
petrographisch, ohne Beziehung auf das geologische Alter, gebraucht. Auch 
ein grosser Theil des miocänen Leithakalks im Becken von Wien und 
in Steiermark heisst Grobkalk. Im Becken von Mainz und Alzey 
gehört der Grobkalk der tongrischen Stufe an und dringt, mit vielen 
Unterbrechungen, in den nördlichen Schweizerjura ein, bis in die Um- 
gebung von Porrentruy und D e 1 6 ,m o n t. 

Thurmann und Studbr, Bern. Mitth. 1853^ Hubert, Bull. geol. XI, 
p. 602, XII, 760; Gbbppin, h\T.\ Bern. 1870. 

Grodner-Sandstein v. RioHTHorEN. 

Rother Sandstein, abgerundete Feldspath- und Quarzkömchen durch 
ein feinerdiges , lockeres Cement verkittet , mit häufig eingemengten 
Glimmerblättchen , zuweilen hexagonal und der Schichtung parallel, der 
Feldspath öfters zersetzt, erdig, grünlich weiss. Selten über 400 Fuss, 
an einigen Stellen aber bis 800 Fuss mächtig. Die Unterlage ist theils 
Thonglimmerschiefer , theils rother Porphyr, im erstem Fall mit scharfer 
Begrenzung , im letztem mit dem , die gleichen Bestandtheile ent- 
haltenden Porphyr durch allmäligen Uebergang enge verbunden. V. Buoh 
kielt den Sandstein für ein Zerstömngsprodnct des Porphyrs, v. Right- 
HOFEV ericennt in ihm eine mit der Entstehung des Porphyrs ziemlich 


112 Grüne Schiefer — Gras. 

gleichzeitige Tafbildang, analog aber ruhiger gebildet als das Bothliegende. 
Auf dem Sandstein liegen die donkelgranen Kalkschichten von Seiss mit 
Triaspetrefocten. 

Y. Buch, Süd- Tirol, Leonh. Jb. 1842; v. Richthofbn, Sud-Tirol, 
1860; SüESS; Aeqaiv. des Roihl. Akad. d. W. 1868. 

Orfine Schiefer. 

Oranlich oder gelblich grüne, berggrüne bis dunkelgrüne Thon- und 
Kalkthonschiefer, schwach gl&nzend bis beinahe matt, meist yerwacbsen 
schiefrig bis dicht, oder auch mit Neigung zu krystallinisch schuppiger 
Textur, übergehend in Chlorüschiefer , Talkschiefer, Serpenlinschiefer. 
Zuweilen dichten gelben Epidot aufnehmend, auf Klüften Epidotkrystalle 
enthaltend, übergehend in Epidotschiefer , oder mit Aussonderungen von 
metallisch glänzenden grauen Diallagblftttem als Diallagschiefer. Mit 
Einlagerungen von Strahlsieinschiefer, Uomblendschiefer, CipolUnschiefer, 
Auch roth, als Bunter Schiefer, mit Einlagerungen von rothem Jaspis. — 
Nach den durch Vom Rath mitgetheilten Analysen der Grünen Schiefer in 
Oberhalb stein ist, wenigstens ein Theil dieser Schiefer, nahe verwandt 
mit Diabasschiefer und dem Schalstein in Nassau. — Die Grünen Schiefer 
erscheinen, yorzüglich in den Serpentingebieten der Alpen, in Bünden, 
im südlichen Wallis, in den Gebirgen von Aosta, als eine Umwand- 
lung der Grauen Schiefer, mit denen sie, in Massen von 100** und mehr 
Mächtigkeit, abwechseln, oder, in derselben Zone, durch, nur in der Farbe 
merkbare Uebergänge zusammenhängen. (S. Sevidtschief^). 

Studeb, Mittel- Bünden, Schw. Dks. III, 1839; — G. d. S. I, 1851, 
Vom Rath, Zisch, g. G. IX, 1857; Thbobald, Bünden, 1864 und 
1866; Gerlach, Sud-Wallis, 1871. 


S. Greensand. 


S. Diorit 


Orfinsand. 


Orftnsteiii* 


Orfinsteinporphyr. 


S. Dioritporphyr. 


Ging. 


Grus oder Gruss ist loser grober Sand und Eies, durch ZerstOrong^ 
gemengter Felsarten, Granit, Gneiss, Gonglomerate u. s. w. entstanden. 


Gryphitenkalk ~ Guitensteinerkalk. 113 

OrypUtenkalk 

hauen die mit QryphcBa arcuata oder cymbium erfflllten Lager des Lias 
und oft aach der ganze tiefere, in dickere Kalklager abgesonderte Lias. 

Oufer. 

Im Bemer Oberland gebräuchlich für Felsschutt. 

Gnferliiiieii^ 

oder Mittelmoränen , nennt man die durch das Zusammentreten zweier 
Gletscher entstandenen, auf beiden Seiten vom Gletscher begrenzten Gan« 
decken auf der Oberfläche des Gesammtgletschers. 

Ofirbegranit. 

MittelkOmiges Gemeng von vorherrschendem dichtem, durchscheinendem, 
grflnem Quarz, fleischfarbenem, perlmutterglänzendem Feldspath und ver- 
einzelten, auf den basischen Flächen stark glänzenden, sonst matten Säulen 
von schwarzem Olnnmer. Der Quarz verliert vor dem Löthrohr sogleich 
die auffallende dunkel seladongrttne Farbe und wird undurchsichtig; der 
Feldspath scheint Orthoklas, ist aber z. Th. verwittert. — Diess merk- 
würdige GFestein ist den Alpen fremd und fand sich nur in einzelnen Blöcken 
im oberen Graben der Gürbe am Gurnigel. 

Gnrnlgelsandsteiii^ 

petrographisch nicht verschieden von Flyschsandstein und, wie dieser, ab- 
wechselnd mit Fucoidenschiefer , aber, ohne mit Nummulitengesteinen in 
Yerbindung zu stehen, einer Kalkbildung aufgelagert, die Oxfordfossilien 
enthält. & bildet, bei 500" mächtig, die obere Masse der Gurnigel- 
kette, Schweinsberge, Berra,Niremont,yoirons, setzt 
aber, weder westlich, noch östlich, weiter fort, wenn man ihn nicht mit 
andern Flyschgebirgen in Verbindung bringen will. S. Flysch. 

Studbr, Westl. Alpen, 1834- — Ertäutgn. z. 2. Ausg. d. geol. Karte, 
1869. 

Gnttensteinerkalk. 

Schwärzlich grauer, z. Th. dolomitischer Kalk, undeutlich geschichtet, 
von vielen Kalkspathadem durchsetzt, bei Annäherung an Dolomit heller 
raachgran, mit Braunspathdmsen. Hauptglied des alpinen Muschelkalks, 
in Verbindung mit merglichtem Kalk , Schieferthon , thonigem , dflnn 

8 


114 öypB- 

gescbichtetem, schwarzem Kalk, Dolomit und Raachwacke; zuweilen durch 
letztere ersetzt. Unmittelbar dem alpinen Bontsandstein oder Werfener 
Sandstein angelagert nnd Ton den alpinen Lettenkohleschichten oder Par^ 
nachschichten bedeckt. — Gnttenstein liegt am K Foss des Schnee* 
b e r g 8, W Ton Wiener-Neustadt Nach Lagerungsyerhftltnissen 
glaubt Thbobald, im nördlichen and südlichen Bünden verschiedene 
fossilienleere Kalksteine und Rauchwacken als Guttensteinerkalk betrachten 
zu dürfen. 

V. Haubr, Gliederung der Tria» etc. Jb. d. g. RA. 1853*, ▼. Richt- 
HÖFEN, Vorarlberg, Jb. d. RA. 1859; GCiobl, Bair. A. 1861; 
Tbxobald^ Bflnden, 1664—1866. 

Gyps. 

Schuppig kömig bis dicht, selten fasrig, weiss, grau, an wenigen 
Stellen roth, zuweilen durch verwitterte Schwefelkiestheilchen roth punktirt. 
Adern und Streifen in Sandstein, Kalkstein, Schiefer, oder in ausgedehntem 
Lagern von sehr wechselnder Mächtigkeit, am häufigsten stockförmig, oft 
viele Meter mächtig, mit unklarer, oder ohne Schichtung. Meist begleitet 
von Rauchioacke; im Innern des Gebirges als Anhydrit. — Im J n r a 
bildet der Gyps, mit Anhydrit, Bauchwacke, Salzthon und Steinsalz, die 
zuweilen über 100*" mächtige Anhydritgruppe des Muschelkalks, über dem 
Wellenkalk, unter dem Hauptmuschelkalk oder Friedrichshallerkalk. Nächst 
dem durch die Salzbohrlöcher durchsunkenen Gyps im äussern Jura, bei 
Schweizerhall, Rheinfelden, Ryburg, tritt dieser Muschel- 
kalkgyps im Innern Jura zu Tag bei Kienberg, Lau fe Hingen, 
Oberdorf, Zullwyl nnd zuletzt S bei Gflnsberg und an der 
Balmfluh beiSolothurn. Häufiger noch, aber mehr in Streifen 
und Nestern, meist mit bunten Mergeln, ohne Anhydrit und SaLsthon und 
gewöhnlich auch ohne Rauchwacke, erscheint der Gyps im jurassischen 
Kenper. Auch der Süsswasserkalk der Pnrbeckstufe enthält nach Jaoqaxd 
in der Nähe von Morteau Gyps, der ausgebeutet wird. Einzelne 
Krystalle und Nester von Gypskrystallen kommen anch in den Bohnere- 
thonen vor. Beschränkter ist das Vorkommen des Gypses in der Melasse. 
Als Fasergyps bildet er Adern in der Süsswassermolasse bei Boudry, 
und in der Nähe von Y e r n i e r, W von Genf; als kömiger und dichter 
Gyps bei Bernex und S. Julien in derselben Gegend. In den Alpen 
folgen die Gypsmassen bestimmten Richtungen, die mit dem Fortstr^chen 
einnlner Formationen und den Hebungslinien des Gebirges in einem ha«m 
za ^perkenaenden Zusammenhange stehen. Ausaeihalb diescar RichtonseB 
ist 4ie Steinaxt beinahe unbekannt So zeigt sich in den sQdlidien Alpen 


Habk ecengran it. }| 5 

der Gjps nur an zwei isc^irten Stellen am nüttleren Comersee, und 
an drei andern zwischen diesem und dem Gardasee, alle in der Trias 
liegend. Dagegen sehen wir eine Reihe rasch auf einander folgender Oyps- 
nuusen aof einer Linie, die der Krümmung der Westalpen in die Haupt- 
alpen folgt, tou Moutiers in Tarentaise Oher den Kleineu 
Bernhard, längs dem Ostfüss der Montblancmasse in*s Wallis ein- 
dringt, diesem aufwärts folgt bis in die Gegend von B r i e g, dann, genauer 
als die Bhone, das Streichen der Hauptalpen festhaltend, über die Nu- 
fenen nach Airolo und V. Canaria fortsetzt und sich noch bis 
an die Grenze von Bünden yerfolgen lässt, überall im Contact mit 
Kalksteinen und Grauen Schiefern, die man nur als jurassisch betrachten 
kaim. Eine kürzere, ebenfalls dem Alpenzug parallele Reihe von Gyps- 
massen ist die am mächtigsten bei B e x entwickelte, hier, seit alter Zeit, 
dareb ihre Verbindung mit Siemsai» bekannt, westlich zu Terfolgen bis 
in die Nähe Yon T h n e s in Savoien, Ostlich Ins an den Thunersee. 
Die autossenden Kalksteine enthalten bei Bex Liasfossilien. Weiter 
iMlich stehen die Gypse in Chablais und vielleicht audi der Frei- 
bvger-Alpea in Verbindung mit rhetischen Ablagerungen. Es erscheint 
liier und in der östlichen Fortsetzung dieser Gebirge, im Simmenthal und 
aif der Nordseite der Stockhomgruppe, der Gyps auf den Verwerfungs- 
hnien, in denen der Flysch an die Kalkgebirge ansttest. Ranchwacken, 
Bunte Schiefer und metamorphische Einflüsse auf die anstossenden F^ls- 
arten sind häufig mit dem Auftreten dieser alpinen Gypse -verbund^OL 

Hbbian, Baal. Verb. 1835—1844; v. Albbrti, salurg. 6eo). 1652; 
y. Chabpbmtier, Gypse de Bex, A. d. M. V. 1820-, Stüdhe, W. 
Alp. 1834; — Ü. d. S. 1851. 

Habkerengranit. 

Grob bis mittelkörniges Gemeng Ton fleischrothem Orthoklas, weissem 
OKgoklaSj gelbem Quarz und schwarzem Glimmer, Der Orthoklas in 
zuweilen zolllangen, aber schlecht begrenzten Zwillingen; der OligoUas 
Torherrsdiend, noch schlechter begrenzt, in kleineren, aber flberall ein- 
gemengten körnigen Partie'n; der Quarz in gleicher Menge, Topas ähnlieh 
und im Glühen die Farbe nicht yerlierend; der Glimmer, an Menge etwas 
znrOckstehend, auf den Spaltflächen stark gl&nzend, auf den übrigen matt. 
— Dieser, als anstehendes Gestein, in den Alpen unbekannte Granit, findet 
oeh in meist abgerundeten, bis haasgrossen Blöcken im Flyschgebiet der 
oArdUdieii Alpen. Die bis jetEt bekannten Zerstreuungsgrenzen sind, west- 
lich die Saanenmööser, östlich Entlebuch und Sachsein. 
Hinfiger sind die Blöcke zwischen dam Thunersee und der Dfis, vorzüglich 


116 Oalbgruiii ~ HjiriDgenchiciiten. ' 

im Habkerenthal, wo, auf Laegiboden, ein Block Yon 
400,000 Gab. F. Inhalt liegt, nnd die regelmässige Einlagerung eines Gon- 
glomerats köpf- bis klaftergrosser Blöcke im Fljsch zu sehen ist — Nftdist 
dem beschriebenen, nnter den Blöcken sehr TOfherrschenden Granit, kommen 
noch andere, den A^n eben&lls fremde Granite nnd Diorite Tor. 

Studsb, Molasse, 1825^ — Massi errat. Bibi. Ital. 1845; — Bero. 
MitUi. 1845, 1865; MunCHiBON, Quart. J. geoK S. 1849, p. 213; 
RCmoBTEE. Schw. Dks. 1850, p. 24. 

Halbgranit. 

S. Granolit 

Hftllstidterkalk. 

Globosenkalk. Unterer Keoperkalk Gombxl; Arlbergkalk t. Rxcora. 
Weisser, gelber, vorherrschend fleisch- bis br&nnlich-rother dichter Kalk 
mit ansgezeichnet mnschMgem Bmch, wegen bnnter Farbenzeichnnng , ge- 
schliffen, zn Marmor Terwendbar. Mit eigenthfimlicher Fanna, besonders 
globosen, kngligen Ämmonüeny zuweilen so dicht gedrängt, dass der Stein 
kanm bemerkt wird; anch Orthoceratüeny Monotis scUmaria nnd Halobia 
Lommelü eigene Schichten bildend, üebergehend in petrefactenleeren 
Dolomit, der in einigen Gegenden allein herrscht. Die Mächtigkeit sehr 
ungleich, bis zn 1000* ansteigend nnd wieder auf wenige 100" beschränkt. 
Yorzflglich entwickelt im Salzkammergnt, bei Hallstadt, über dem 
Gnttensteinerkalk nnd den Partnachschichten, nnter den Baibierschichten, 
and als Eeuperkalk zu betrachten. 

V. UaU£R, Gliedg. d. Trias, Jb. d. RA. 1853; GCmbbl, B. Alpen, 
1861; V. RiCHTHOFBN, Vorarlb. Jb. d. RA. 1859; v. Dittmar, 
Benecke Beitr. 1866. 

Halorisclie Omppe Mojsis. 

Schichten mit Ammon. MeitemickU. Salzlagerstätten des Salzkammer- 
gnts. Höhere Abtheilong der Norischen Stufe, Aber dem Partnachdolomit, 
nnter der Aongruppe und mit dieser die Gruppe des Hallstädterkalks bildend. 

MOJSISOYICS, obere Tiias, Jb. d. RA. 1869. 

HftringerschiditeiL 

Pechkohlenlager bei H ä r i n g im InnthaL Die Unterlage bilden 
ältere Secundärformationen. Das Lager, 19 F. mächtig, besteht ans Pech- 
kohle mit Einlagerungen yon bituminösem Sttsswasserkalk nnd Brandschiefer; 
das Dach, viele Khifter mächtig , enthält nur Stinksteine und Mergelkalke, 


HaaelbergBcbichien — Hauptdolomit. 117 

die zn Cement benutzt werden, in der Höhe Conglomerat. Nach den zahl- 
reichen Yegetabilischen and Muschelüberresten wird diese Localbildnng, mit 
andern bei Knfstein und Reit im Winkel, in die Zeit der jflngem 
Nnmmnlitenbildnng, des Oypses Ton Montmartre, gesetzt. 

V. Ettinqhaussn, Abb. d. RA. II; Gümbel, Bair. Alpen, 1861. 

Haselbergschlchten. 

Rother Kalk and Marmor, der am Haselberge, W vonRnhpol- 
ding, 8 Yon Traunstein in Ober-Baiem, gebrochen wird. Er ist reich 
in Ammoniten and fällt, nach Gümbxl, in das Niveau der Callovienstafe, 
während Oppml und Zittkl, wenigstens die oberen Schichten als tithonische 
betrachten. 

GüMBEL^ Bair. Alpen, 1861 ; Oppel, fl. g. Zts. 1865; Zittbl, Palftont. 
Mitth. II, 1868. 

Haselgebirge. 

Salzthon. Dunkelgrauer oder blauer Thon, durchzogen von Gyps und 
Stmsalzj in Adern, Nestern, oder fein eingemengt, oder auch in grossem 
Stöcken, begleitet von Anhydrit, Bittersalz, Olaubersalz. Mehrere 
hmidert Meter mächtig. Steinsalzbildung des Salzkammerguts und 
Ton H a 1 1 in Tirol. Früher dem Werfener oder Bunten Sandstein unter- 
geordnet, aus dem es durch SchichtenstOrung oft aus der ursprünglichen 
Lage zwischen jüngere Ealksteinformationen eingeschoben worden wäre. 
Nach neuem Untersuchungen der oberen Trias angehörend , über dem 
Partnach-Dolomit, unter den Zlambachschichten. 

Y. BuOH, Beob. aaf Reisen 1, 1802 ; Karsten, metall. Reise, 1821 ; 
LiPOLD, Jb. d. RA. V, 1854; Gimbel, B. A. 1861; MOJSISOVIOS, 
Obere Triaa, Jb. d. RA. 1869. 

Hauptdolomit Gohbxl. 

Unterer Dachsteinkalk v. RioHTHorBN. Dunkel- bis hellgrauer, sand- 
artiger oder zuckerkömiger Dolomit, dünn geschichtet, ostwärts übergehend 
in reinere Kalksteine. Von yielen feinen Spathäderchen durchsetzt und 
in jeder Richtung fein zerspalten, so dass die Felswände meist von hohen, 
stets frischen Schutthalden begleitet sind. Von grosser Mächtigkeit und 
die Hauptmasse der Kalkgebirge im nördlichen Bünden, Vorarl- 
berg, Süd-Baiern und weiter ostwärts bildend. In der Tiefe oft 
in Verbindung mit Bauchwacke und Oyps und den Raiblerschichten auf- 
gelagert, in der Höhe bedeckt von hell- bis dunkelgrauem, dünngeschichtetem, 


U8 Hanpünnschetkalk — Hauptrogenstein. 

tboBigen Kalk, Platimkalk, der kleine GasteropodeHy Rissven nnd Oiem- 
nitUen fthnlich, enthftlt und den üebergang in die KfVssenerschichten bildet. 
Diese plattigen Kalke auch mitten im Dolomit, oft bitnminOs und an eimgeii 
Stellen so reich an Erdpech, dass sie ausgebentet werden; so auf See- 
feld, oherbalb Zirl im Tirol, wo aach Fuehe darin vorkommen. 
(S. Dolomit.) 

V. RiCHTHOFEN, Vorarlb. J. d. RA. X, 1859; GfMBBL, Bair. Alpen, 
1861; Thbobau), Bünden, 1864—1866. 

Hanptmaschelkalk. 

Kalkstein von Friedrichshall v. Albbbti. Rauchgraaer Kalk I&emias. 
Ueber dem Salzthon, Oyps and der Rauchwacke des mittleren Muschel- 
kalks, bei 100"" mächtig. Untere Bänke von rauchgrauem thonigem Kalk- 
stein, dann Wechsel von Bänken mit Trümmern von Encr, Hlüformis, 
oder Encrinitenkalk, mit Plattenkalken, die zahlreiche Fossilien 
enthalten und geschätzte Bausteine liefern, oben Dolomit, zuweilen bis 20"" 
mächtig, bräimlich grau oder aschgrau, sandig, mit Streifen und Nestern 
von Feuerstein, vielen Braunspathdrusen und zuweilen zahlreichen, meist 
in Chalcedon übergegangenen Fossilien. 

Uebian, Urag. V. Basel, 1621; MfUJ», Bati. J. 1862; HDaoH, 
Aarg. J. 1867. 

Hauptrogensteia. 

Brauner, gelber bis weisser Oolith, fein- bis kleinköriyg, mit kaum 
erkennbarem, oder späthigem, meist dichtem Kalkcement, auch in dichten 
Kalk übergehend und mit Einlagerungen von dichtem Kalk. Meist arm 
an wohl erhaltenen Fossilien. Im nordwestlichen Jura und nach Frank- 
reich hinein, in einer Mächtigkeit von 100 bis 200"", die Hauptmasse des 
Oebirges bildend. — In der frühsten geologischen Beschreibung des Jura 
liest MnoAs den Hauptrogenstein, als AeUerm Rogensteiny auf den Eisen- 
rogenstein folgen nnd vom Jüngeren Jurakalk, durch eine Mergdlage 
davon getrennt, bedeckt werden. TBUBMAim trennte von der grossen Masse, 
ihren Hanpttheil bildend, unten die OolitJie suboompacte (Calc. Laedomen, 
ICaboou) ab, liess dann die Acuminatamergel (Mames vesnliennes Maboou) 
folgen und auf diese den GreatOolithe , der wieder von Mergeln bedeckt 
wird, die, wie er glaubt, dem englischen Bradford entspreche. Fbokhxrs 
findet raniehst aber dem Eisenrogenstein einen Mergel, den er, irrig, ab 
Walkarde (Fallers-earth) bezeichnet, lisst auf diesen, zuerst mit dieser 


HaaterivemergeU 119 

Benemmiig , den Himpirogenntem, als Oreat-Oolithe, folgen nnd auf diMen 
den Bradfordthon. Erst in neuerer Zeit ist, mit Hfilfe der Paläontologie, 
eine genauere Kenntniss dieser Stufe möglich geworden, eine volle lieber- 
einstimmung der Ansichten bleibt der Zukunft Torbehalten. Desob und 
Gkbsslt finden, im Jura Ton Neuch&tel, den Hauptrogenstein durch die 
Homomyenmergel in zwei Stufen getheilt, eine untere, dem Calc. Lsedonien, 
den sie in das Bi^ocien d'OsB. setzen, und eine obere, die sie, als Great- 
Oolithe, dem Bathonien einordnen, lieber diesem liegen dann die 
Acominataschichten und der Bradford. Obxpfin, im Bemer Jura, setat 
den ganzen Hauptrogenstein in das Bathonien. Der untere Hauptrogen« 
stein ist der Calc. Lsedonien, über ihm liegen die Acuminatenmergel nnd 
Homomyenmergel, dann folgt der Great-Oolith nnd Aber diesem der Gale. 
roox sableux. Mülueh, im Basler Jura, betrachtet ebenfalls den gesammten 
Hanptrogenstein als Bathonien, versucht aber keine Theilung desselben; 
unter ihm liegt der Eisenrogenstein, Br. Jura a bis i Qu., Aber ihm der 
Hanptrogenstein, dessen ganze Masse zwischen Br. J. d und e Qu. hinein- 
fiele, dann folgt der Cornbrash oder Br. J. e Quenst. Mösoh theilt den 
Hanptrogenstein in einen untern, bis GS"" mächtigen, einen mittlem, zu 
welchem die Homomyenmergel gehören, und einen oberen; seine Unter- 
lage bilden die Blagdeni- und Hnmphriesianusschichten , über ihm liegen 
die Parkinsonischichten. Da die Parkinsonischichten, nach Oppkl, das 
oberste Bajocien bilden, so fiele daher, nach Mösoh, der Hauptrogenstein 
ebenfalls in dasselbe. — Nach Osten hin keilt der Hauptrogenstein sich aus 
und fehlt, sowohl in der Ostschweiz, als in Schwaben. Mösoh fand bei 
Solothurn den Hauptrogenstein noch 94° mächtig, bei Fr ick 90", 
an der Aar , bei Böttstein und B e z n a u und weiter östlich bei 
Zur zach, fehlt derselbe. 

IfBBlAN, Schw. Dküch. 1, 1829-, Thurmann, Soul. jur. M. de 6tbg. 
1832; Mabcou, J. Bftlio. M. Soc. g. 111. 1848; Fromhbrz, J. im 
Breiag. 1838; Fraas« Leonh. Jb. 1850; Obsor u. Orbsblt^ Jura 
Neucli. 1859; Qbbppin, Bern. J. 1870; MOllbr, Kasl. J. 1862; 
MÖSOH, Aarg. J. 1867. 

Hattteriremergel . 

Mames d'HauteriTe Marcoü. Blaue Mergel, mit grossem Reichthum 
an Fossilien, Toxaster campUmatus, Rhynehonelia depreMa, Oryphma 
Coulani. Typisch fhr die jurassische Facies des Neocom. Bedeckt ton 
gdbem Kalk mit seltenen, mit denen des Mergels übereinstimmenden Foe* 
dien, und mit diesem, bei Neuchfltel 40" mächtig, die Neocomstnfii 


120 Heiligenkreazschichten — Helvetien. 

bildend. Unter derselben liegt das Yalangien, ttber ihr das Urgonien. — 
Hauteriye, bei St. Blaise, liegt nahe am ontem Ende des See's. 

De Montmolum, t. crötace du Jura, M. de Neuch. I, 1836 ; Masoou, 
J. aal. M. g^ol. de FraDce UI, 1848; DsSOR u. GbeSSLT, Jura 
Neach. 1859. 

Heiligenkreuzscliicliteii Wibsmahv. 

Graue Ealkschichten mit eigenthflmlichen Fossilien, die y. RxcHTHonm 
als eine locale Litoralfaona des Dachsteinkalks betrachtet. Bei 10*° mftchtig, 
zwischen hellen und rothen Sandsteinlagem, durch den bei 1000"" mächtigen 
Dachsteinkalk des Heiligenkreuzkofel bedeckt. Oberhalb St. Leon- 
hard in Enneberg, N von St. Cassian. 

Wissmann, Petf. v. SO Tirol, 1842; v. Richtrofbn, Sild-Tirol, 1860. 

Helicitenmergel. 

Mames ä Uelix rubra Nigolbt. Rothe und graue pUtstische Mergel, 
voll Steinkernen von mehreren Helixarten. Im westlichen Jura wurden 
diese Mergel nach der rothen Farbe der Steinkeme ihrer Heliciten benannt. 
Bei La Ghaux-de-Fonds liegt derselbe auf der obersten Molasse, 
bei Undervillier auf Muschelsandstein ; im Aargauer Jura zeigt er 
sich, als Decke der tertiären Ealknagelfluh, von Wölfliswyl Aber 
Herznach und den Bötzberg, bis nahe an B r u g g. Der Lamd- 
Schneckenkalk von Mainz (Sandb.) ist älter und nicht dem Heliciten- 
mergel gleich zu setzen, eher den Mergeln mit Helix ttber den Pechkohlen- 
lagem von Belmont bei Lausanne. 

NicoLBT, essai sur Lachauxdefondn, Mem. de Neucfa. II, 1839 ; MöscH, 
Flötzgeb. im Aarg. Scbw. Dkscb. XV, 1857; — Aarg. Jura, 1867. 

Helretieii. 

Helvetische Stufe 0. Maysb. Marine Molasse des Belpbergs, 
Rothsee bei Luzern, St. Gallen, mit fossilreichen Muschelbänken, 
gedrängt voll Turritellen, Naiica, Venus y Panopoea, Cardium, Peden, 
Ostrea etc., als Einlagerungen zwischen fossilleeren Molassebänken. Die 
Fossilien sind, mit Ausnahme der Austern und Pectiniten, im sandigen blau- 
lich grauen Mergel meist nur als Steinkeme erhalten. Die Fauna stimmt 
flberein mit der miocenen des Wienerbeckens und Leithakalks. Etwas 
älter, als die genannten Muschelbänke, sind die Ablagerungen von Muschel- 
sandstein, die in der Umgebung des Jura und im Aargau vorkommen, und 
als ältestes Glied der helvetischen Stufe betrachtet C. Matsb die weissen 


r 


Hierlatzschichten — Hippuritenkalk. 121 

nnd rothen Maschelconglomerate am MontMoron bei Tavannes 
im Berner Jnra, T e n n i k e n nnd D i e g t e n in Baselland, W ö 1 f 1 i s- 
wjl im Aarganer Jnra und am Randen bei Schaffhansen. — 
Die helvetische Stnfe liegt, nach G. Matkb, auf dem Etage lan^Aien, der 
Blfttter- nnd SOsswassermolasse von Lausanne, nnd wird bedeckt von 
dem Etage tortonien, der obem Sttsswassermolasse, Helicitenmergel nnd 
Jlkngem Nagelflnh der Ostschweiz. 

0. Mater, tableau d. r. tert. 1868-, Hebr, Urwelt, 1865; -^ Tert. 
Flora III, 1859; Studer, Molasse, 1825; ~ G. d. S. II. 1853. 

Hierlatzkalk. 

Lichtrothe, weisse, graue, selten gelbe, dichte Kalksteine, oft bnnt, 
geflammt; reich an Fossilien des mittleren und oberen Lias, besonders 
ÄmmofUten nnd Oasteropoden, Meist die oberste Decke des Dachstein- 
kalks bildend, so auf dem Hier latz, am S Ende des Hallstädter-Sees; 
an einigen Stellen indess bedeckt von Adneterkalk, dem er vielleicht, als 
gletehzeitige Abänderung, angehört. Derselbe ist durch Sttd-Baiem und 
Yorarlberg zu verfolgen bis in die Bttndner Alpen. Im Engadin glaubt 
TnoBALD ihn im SteAnshergerhalk erkannt zu haben. 

V. Hauer, Gliederung der Trias etc. J. d. RA. 1853 ; Oüicbsl, B. A. 
1861 ; Theobald, Bünden, 1864—1866. 

Hieroglyphenkalk. 

Aeltere Benennung Lusssr^s des Rudisten- oder Urgonienkalks unserer 
Alpen, auf dessen nackt liegenden Schichtflächen die Durchschnitte der 
Gaprotinenschalen, wie hieroglyphische Schrift, hervorragen. Die Benennung 
ist in neaerer Zeit, in der Wiener geologischen Reichsanstalt, auch auf 
tertiäre Sandsteine und Schiefer der Earpathen, welche kleine wulstartige 
Beliefzeichnungen (Hieroglyphen) tragen, angewandt worden. 

LUSSBR, AlpendurchBcbn. Schw. Dks. I, 1829, p. 164; Studer, G. 
d. S. 1853; Paul, Jb. d. RA. 1869, p. 272. 

Hllfernsandstein. 

Piattenfftrmige feste Molasse, vielfach verwendet zu Treppen, Gesimsen, 
TerrasBen. — Am Hilferngraben, zwischen Marbfich und Escholz- 
matt im Entlebnch. 

Hippniitenkalk. 

Der Hippuritenkalk der JOngem Kreide (Turonien), der, überlagert 
von Nnmmulitenkalk , so ausgezeichnet am Untersberg bei Reichen- 


122 Hochgebirgskalk. 

ball anftritt, fehlt in der Scbweic. Was früher, ans ansem Alpen, unter 
diesem Namen, wegen des Vorkommens Ton Hipp. Bhumefibadd Stunn 
(Radiolües ntocamknris d'Obb.), angefahrt wurde, ist Caprotinenkalk oder 
ürgonien. 

Si^uosR, M. de la Soc. geol. III, 1838, p. 389. 

Hoehgebirgskalk. 

Der Name war von G. Esohbb zur Bezeichnung der nicht näher be- 
stimmbaren Kalksteine der alpinen Kalkgebirge gewählt worden, in denen 
Y. Buch und y. Humboldt bereits den norddeutschen Zechstein und üeber- 
gangskalk, nach fr'eilich ungenügenden Anhaltspunkten, erkannt haben 
wollten. Später, als die Paläontologie sich als die sicherste Grundlage 
der geologischen Formationsbestimmung erwies, wurden einerseits die An- 
sichten y. Buch's über das Vorkommen des Zechsteins und Uebergan^ 
kalks in unsem Alpen yerlassen, anderntheils fiel ein beträchtlicher Theil 
des fiHheren üebergangkalks und Hochgebirgkalks dem Eocen- und Kreide- 
gebiete anheim, und der fr'üher für Zechstein gehaltene Kalk zeigte sich, 
theils als Kreide, theils als Jurakalk. Eine breite äussere Zone, die Omppe 
des S e n t i s , die Umgebungen des Wallen-, Luzerner- und 
Brienzersees, das S tockhor ngebirge, die Freiburger-, 
Waadtländer- und Chablaisalpen, konnten als dem Hoch- 
gebirgskalk abgewonnen gelten. Immerhin enthält derselbe noch ein grosses 
Stück unyertheilten Gutes, das seinem Namen sogar mehr noch als früher 
entspricht. Die Hauptmasse der Gebirge yon Glarus, Uri, Engel- 
berg, Hasli, das Wetterhorn, die Jungfrau, Blfimlis- 
alp und ihre westliche Fortsetzung nach Sayoien, Kalkmassen yon oft 
einigen tausend Meter Mächtigkeit, harren nach einer nähern geologischen 
Bezeichnung, die, bei der grossen Armuth an Fossilien, nicht leicht durch- 
zuführen ist, und für diese bleibt der proyisorische Name noch beibehalten. 
Die Unsicherheit ist Jedoch in ziemlich enge Grenzen eingeschlossen. Wo 
in der Grundlage des Hochgebirgkalks organische Ueberreste yorkonunen, 
wie amGlärnisch und an der Jungfrau, gehören sie dem oberen 
Braunen Jura an, über ihm liegen Neocomschichten, so dass die Be- 
zeichnung des Hochgebirgkalks als alpiner Oxford nicht weit abirren kann. 
— Der Kalk ist hellgrau bis dunkelgrau und schwarz, meist dicht oder 
yerwachsen kömig, dick- bis dünngeschichtet, auch wohl schwarze Schiefer- 
lager einschliessend. 

V. Buch, ges. Sehr. II, p. 44; Studbr, G. d. S. II, 1853; Gesch. 
d. ph. ö. 1863. 


Hftglsandstein — Homomyenmergel. 123 

Hoglsandstein. 

Grane, feinkörnige, glimmerreiche Sandsteine, abwechselnd mit dflnnen 
schwarzen Schieferthonschichten. Lill y. Lilikmbacu nennt ihn geradezu 
Karpalhen- oder Wienersandstein und er enthält dieselben Fucoiden. Bei 
Högl, zwischen Salzburg und Traunstein, scheint der Sandstein 
Ton Nommulitenkalk unterteuft zu werden. Nach allen Charakteren stimmt 
die Formation ttberein mit dem Flysch. 

LiiiL V. L i l i e n b a r h , Leonh. Jb. 1^3(K 

Hohgantsandstein. 

Oberer Quarzsandstein Eaukmann. Rundliche und eckige Quarz- 
kömchen, so enge und fest verbunden, dass kaum ein Cement bemerkbar 
ist, in Säuren schwach brausend, ohne zu zerfallen, auch einzelne ver- 
witterte FeldspathkOmchen und weisse Glimmerpflnktchen einschliessend. 
Weiss, oder, durch Yerwitterung fein eingesprengter Schwefelkiespunkte, gelb- 
lich braun. Die Aussenfläche häufig bedeckt mit der gelben Granitflechte 
{Leddea geographica); deutlich, in fuss- bis meterdicken Bänken, ge- 
schichtet, auf den GebirgshOhen, wenn die Bedeckung fehlt, in ein Felsen- 
meer grosser Blöcke zertrümmert. In der Tiefe, oder auch im Fortstreichen 
übergehend in stärker aufbrausenden Schiefer, Pectinitenschiefer Kaufmann. 
Fossilien sind im festen Sandstein sehr selten, weniger im Schiefer, worin 
besonders Pißctiniten in's Auge fallen. In beiden kommen NummuKten 
(N. voriokaria 8ow.) vor, und sie geben sich hiemit , sowie durch andere 
ForaminÜeren, als der Nummulitenbildung angehörend zu erkennen. Sie sind 
derselben auch, zuweilen Aber 100'° mächtig aufgelagert und werden von 
Flysch bededrt. Auf der, grösstentheils der älteren Kreide angehörenden 
Kette, die vom Thunersee in den Pilatus fortsetzt, bildet der Hohgant- 
sandstein an vielen Stellen die höchste Masse , so auf dem H o h g a n t 
und z. Th. am P i 1 a t u s , die Flyschdecke hat sich nur an den tiefem 
Gehängen erhalten. Aber auch der Quarzsandstein und Nnmmulitenkalk 
sind häufig zerstört wordeu, so dass, wie auf den Schratten, Rudisten- 
kalk die obersten nackten Felsen bildet. 

Stüdsb, G. d. S. II, 1853; Kaufmann, Pilatas, 1867. 

HomomyeniiiergeL 

« Oelblidier, merglichter Kalk, zerreiblich, 6—6" mächtig, charak- 
terisirt durch zahlreiche Hamomya ( Latraria) gibbosa Sow. Nach 
OttssLT dem Cak. Lsedonien aufgelagert, von der Grande Oolithe bedeckt. 


124 HomblendfelB — Hornblendschiefer. 

Nach MösoH das unterste Glied des mittleren Hanptrogensteins. Nach 
Gbsppin in die Mitte der Grande Oolithe fallend. 

Dbsor et GBBSaLYi Jura Neuch. 1859; MÖBCH, Aarg. J. 1867; 
Grbppik, Jai-a Bern. 1870. 

Hornblendfels. 

Amphibolit. Grob- oder kleinkörniges Aggregat verworren durch 
einander verwachsener Hornblende-Individuen. Ausgezeichnet massig am 
Parpaner Rothhorn, in Verbindung mit Homblendschiefem ; auch 
am Ausgang von Val Verzasca, als Nester im Homblendschiefer 
und Gneiss. 

Studbr, G. V. MB. Schw. Dks. lll. 1839. — G. d. S. I. 1851. 

Homblendgestelne. 

Zusammenfassende Benennung für Hornblendfels, Homblendschiefer, 
Strahlsteinschiefer. Auch Hornblendgneiss, Syenit," Diorit werden oft inbe- 
griffen. Die Aussenfläche dieser Gesteine erscheint oft braunroth durch 
Verwitterung fein eingemengter Schwefelkiese. 

Hornblendgiielss. 

Schiefriges oder flasriges Gemeng von Hornblende und gewöhnlich 
weissem Fddspath^ auch wohl mit Olimmer. Eine Zone dieser, auch 
wohl als Syenitschiefer angeführten Steinart lässt sich, am Südrande der 
Alpen, in naher Verbindung mit massigem Syenit und Diorit, von Ivrea 
weg durch die Thäler Sesia, Mostallone, Strona, an der 
Nordseite des Langensees durch und über den Monte Jorio bis 
in die Berninagruppe verfolgen. 

Studbr, G. d. S. I. 1851; Thbobald, Bünden, 11. 1866; Gbrlagh, 
Pennip. A. Schw. Dkscli. 1869. 

Homblendschiefer. 

Amphibolite schisteuse. Dickschiefriges Aggregat von Hornblende, 
öfters gemengt mit Quarz. Die Hornblende kleinkörnig, in kurzen Indi- 
viduen oder Schuppen, selten grosskömig. Der Quarz, wenn er vorkommt, 
in feinen Aederchen, meist sehr zurückstehend. Oft mächtige Einlagerungen 
bildend im Gneiss und Glimmerschiefer, so auf der Nordseite des Simploui 
vorzüglich aber zwischen Unter-Engadin und Paznaun, in der Silvretta- 
gruppe. Auch im Casanna- und Grauen- Schiefer, wie in der Zone, die, 




Hornerschichten — Hornflahgestein. 125 

in der Axe der Berner Alpen , yom Lötschthal nach M a d e r a n 
fortstreicht and die höhere Masse des Aletschhorns und Finster- 
aarhorns hildet, den Alpengranit bedeckend. Grosskömiger Homblend- 
schiefer mit zahlreich eingeschlossenem, z. Th. nnssgrossem Oranat^ bedeckt 
am Sfldabfidl des Gotthard den Dolomit 

Studbr, G. d. S. 1, 1851 ; Thbobald, Bünden, I, 1864, 11, 1866, 

HornersehlehteiL 

Sand nnd Thon in bis 50 Fuss mächtigen Ablagerungen auf Gneiss 
ond Granit bei Hörn, Eggenburg, Meissen, NW von Wien. 
Die darin vorkommenden tertiären Fossilien, obgleich entschieden raiocen, 
scheinen doch etwas älter, als die der schweizerischen Molasse. 

ROLLS, Sitzsb. d. A. d. W. 1859. • 

Hornfels. 

S. Commune. 

Hornfliihgestelii. 

Eckige , seltener gerundete TrOmmer von schwarzem und bräunlich 
grauem Kalk, strohgelbem, erdigem Thon, aufbrausend und dolomitisch, 
schwarzem oder grauem Schiefer, seltener Homstein, sind als Kalk- 
breccie, so fest verkittet, dass ein Cement kaum bemerkt wird, 
and die Bruchfläche die Stücke quer durchschneidet und eben . erscheint. 
Die TrQmmer haben Wallnuss- bis Hirskomgrösse und sind oft so klein, 
dass man den Stein nur durch die Einmengung gelber Thontheile von 
dichtem Kalk unterscheidet. Ton den dichtesten, im frischen Bruch homogen, 
an der Aossenfläche jedoch deutlich als Breccie erscheinenden Abänderungen 
geht der Stein, durch Zunahme der gelben, thonigen, an der Aussenfläche 
ausgewaschenen Theile, über in löchrigen Kalkstein oder Rauchwacke. 
In andern Abänderungen ziehen die gelben Theile sich aus der schwarzen 
oder grauen Kalkmasse zurück, es entwickeln sich einzelne Spaththeilchen 
darin nnd es entsteht ein ausgezeichnet körniger Kalk. Noch andere 
enthalten Quarzkömer, durch deren Zunahme sandige Kalksteine 
ond Sandsteine hervorgehen. — Fossilien sind bis jetzt nicht ge- 
funden worden; in den Gebirgen von Saanen, zwischen Rüblihorn 
ond Gummfluh, stehen aber die Homfluhgesteine in so directer Ver- 
bindung mit Kalksteinen, die Kimmeridgefossilien enthalten, dass man kaum 
an ihrer Gleichzeitigkeit zweifeln kann. Sie erscheinen, von jenen Gebirgen 


126 Hornstein — Hnmphriefiianu0ichicht«ii. 

an bis östlich von Zweisimm«!, als die innere Kernmasse der Spielgärteiy' 
gruppe und erreichen in der Hornflnh, südlich yon Zweisimmen, 
ihre grösete Mächtigkeit Die Steinart ist nicht verschieden von dem 
ChablaMalk nnd anch wohl als Flysch gedeutet worden. 

Studkk, Westl. Schwa. A. 1834, p. 288; — Bern. Mitth. 1851^ 1854. 

Homsteln^ 

schwach kantendnrchscheinend, weiss, gran, gelb, braun, roth, grOn, schwarz, 
muschlig oder splittrig im Bruch, den Uebergang bildend von Feuerstem 
in Jaspis, kommt in verschiedener Gestaltung und in Formationen sehr 
ungleichen Alters vor. — GrOner, schwach durchscheinender Homstein, 
von weissen Spathadem durchsetzt, bildet eine mehrere Meter mAchtige 
Einlagerung im Flysch, oberhalb Därstetten im Simmenthai. Ein- 
lagerungen von schwarzem Homstein im Flysch kommen vor in der Um- 
gebung von B 1 1 i g e n. Die Knauer, die in der Bohnerzbildung 
oft als Feuerstein- oder Homsteinknauer angeführt werden, gehören eher 
dem Jaspis an (s. d.). Mit mehr Recht zählen wir zu dem Homstein die 
Knauer , die in jurassischen und alpinen Kalkformationen , zuweilen in 
grosser Zahl, sich finden und als Knoten und Wülste an der Aussenflftche 
hervortreten. Im Jura finden wir dieselben, in den oberen, dolomitischen 
Bänken des Hauptmuschelkalks, von verschiedenen rauchgrauen, bandartig 
abwechselnden Farben, zuweilen in solcher Menge, dass die Knaaer an 
einander schliessen und weit fortsetzende Schichten bilden; an andere 
Stellen erscheinen diese Knauer als Chalcedan. In den Alpen ist 
besonders der dttnngeschichtete Neocomkalk der Stockhorngebirge 
oft reich an schwarzen, seltener braunen oder grauen Homsteinknanem, die 
anch hier zuweilen Neigung zeigen, eigene Zwischenlager zu bilden« 

Studeb« W. S. A. 1634 ; Merian, Beit. z. 6. 1821 ; MCllbb, BbbL 
Jura, 1862; Brunmbr, Stockh. S. DkBch. 1857. 

Hiiinpliriesiaiiiissehichteii. 

Dunkle bis schwarze Thone, zuweilen Knollen v<« ScAir^etttas ent- 
haltend, oder Bänke von dunkelm oder braunrothem Bogenstein, mit zahl- 
reichen Fossilien, besonders Amman. Ilumphriesiatms und verwandten 
Arten. Die Mächtigkeit beträgt gewöhnlich 10 bis 15"". Die Stafe liegt 
im Braunen Jura oder oberen Bajocien, nadi Ofpkl über der Sanzeizone, 
unter der Parkinsonizone, nach Mösoh über den Sowerbyi-, unter den 
Blagdenischiehten, nach Guiphn über den Sowerbyischichten, unter dem 
Galc. Lttdonien. 

Oppsl, Jaraf. 1858-, llteCH, A. J. 1867; Gbbppih, J. B. 1870. 


Hamas — Hy draalischer Kalk. 227 

Hiimw. 

S. Dammerde. 

Hnpererde. 

Reine Kieselerde, mehr oder weniger leicht zerreiblich, weiss. Grössere, 
oft mehrere Meter dicke Lager, oder Streifen und Nester im tieferen Theil 
der rothen Bohnerzthone (s. d.) des Jnra, durch welche sie zuweilen eben- 
&ll8 bunt gefärbt werden. Benutzt, besonders im Berner Jura, zu 
Tiegeln und in Olashfltten. Es scheint dieser Eieselsand nicht yerschieden 
Ton demjenigen, der in den Beauges bei Chambery, bei St. Jean 
de Couz und, in grösserer Ausdehnung, im Departement de la 
Dr6me zwischen der jttngem Kreide und der Molasse liegt 

0BE88LT, J. Sol. Schw. Dksch. 1841; Gbeppin, J. B. 1870; Mortillet, 
Ball. Soc. g. XVil, 1860; Lort, Dauph. 1860. 

Hyalomicte. 

Greisen. Kömiges Gemeng von hellgrauem Quarz und gelblich 
grflnem Glimmer. Als Montblanc- Gestein erwähnt von Jubiss und 
nach ihm von Fatbx, ohne nähere Beschreibung. 

Hydranllseher Kalk. 

dement, Wetterkalk. Die Cementfabrication hat in neuerer Zteit in 
to Schweiz, besonders in der Umgebung des Jura, einen grossen Auf- 
schwung genommen, so bei Schieitheim, Aarau, Solothurn, 
Noiraigue, Goncise, Romainm6tier, Genf. Man benutzt 
vorzugsweise den Oxfordkalk, besonders die Effingerschichten, zuweilen 
lach die Discoideenmergel , wie bei N o i r a i g u e ; in der Ostschweiz die 
der Molasse eingelagerten Kalkschichten. Seltener kommt Alpenkalk zur 
Anwendung, doch bestehen Fabricationen zu Wallen Stadt und Bulle, 
und Steinbrüche auf hydraulischen Kalk bei Gh Atel- St. Denis. Von 
nswftrtigen hydraulischen Kalksteinen gehört derjenige von Blaub euren 
Mulm, nach Gümbbl, in das Niveau der Solenhoferschichtra, derjenige 
derPorte-de-France bei Grenoble in das Neocom. 

Lost, Daaphine, 1860; Piotbt, H^langes, 1863; Jagoard, Jara 
Vaad. 1869; HöSOB, Aarg. J. 1867; Eschbr, Ci. Zürich, Gem&lde 
d. Schw.; GOXBBL, Ulmer-Cement, Site. Her. d. Ak. 1871. 


I» 


Bfyrit^aifeiA, Bj^fmL S^iagsce. B« L« Pre«e. oKrtaft Borato, 
fv» Sinns cnd n^^ ihai wml T—wrn »iMPfÜhrL Div ftr Hjpcrifhe« 

KbCSSB, &;L ixu^. *j^L, I*Ü*. TKBT/fiALD, B.iii*ien , n, 1^06; G. 


SaaMnrit BBC&Aarr. Das. al^ Besuiwhhwl d» Esyhocids« firtker als 
Jade Vekanote MiMTal acfaeist vaA fb «ich« seist ab ESnlagcraBg im 
Gikmi. aafzatreCeiL and Jimsx hat fftr diese Gebirgsart da XaiKB Jadme 
TOfrgf^ohla^en. der aber nicht tbli«:h geworden ist. Bb chemische Audyaesi 
ftber die Nator der betrefTendea Scexnarten entscheiden, werden sie als 
dichte Feld^patbe, Petrosüex, Enrite oder Feisite angeHUirt. Mit deat 
SaoMorit, 6er mit Smaragdit den Eophotid des Saassthales bildet, möchten 
nar wenige flbereinätünmen. 

ZiEMML, Parogr« 

Imlne. 

Steinbrechemame regelmässiger, hellgraner Bänke Ton Dolomit (BnoB 
ond Qkebsly), reinem dichtem Kalk (Jaccabd). zvweflen getrennt durch 
Mergellager, bedeckt Ton ranfaem, löcherigem, leicht zerstörbarem Dolomit, 
von oft bnnten, gelben, blanen und grflnen Farben. Die Jalnze ist bei 
Neochitel ein gesuchter Baustein. Der Dolomit bildet die oberste Lage 
des Portland, unmittelbar unter der Pnrbeckstufe. 

ÜEiiOR Q. GSE88LT, Jofa Neocli. 1859: Jaccabd, J. Vand. 1869. 

Jamesonizone Oppkl. 

Hellgraue, leicht verwitternde Thonkalksteine und dunkle, bis schwarze, 
z, Tb. schiefrige Mergel, reich an Fossilien, unter denen h&ufig Amman. 
James(mi. Zum mittleren Lias gehörend, nach Oppkl zunftchst Aber dem 
untern Lias, unter dem Ibexbett. Von Mosch mit den beiden folgenden 
Zonen Oppxl's, dem Ibexbett und Davsibett, als NumismaUsschidUen, ver- 
einigt, denen er höchstens 2™ Mächtigkeit gibt Gbippim fahrt den Ämm. 
Jametoni nicht an und schätzt die Mächtigkeit des ganzen mittleren Liaa 
auf höchstens 10 bis 12". 

OppbL| Juraf«lB58; MöSGH, A. Jura, 1867; Grbppim, B. Jura, 1870. 


Jospis — Infralias. 129 

« 

Jaspis. 

Die durch Thon, oder andere Beimengung, undurchsichtig gewordene 
und meist gefärbte Kieselerde kommt in verschiedenen Formen vor. Zu- 
lischst als Kugeljaspis in den Bohnersthonen , in apfel- bis kopfgrossen 
Kugeln und Sphäriten, grau, braun, roth, concentrisch gestreift, zuweilen 
einzelne, in die Steinmasse eingewachsene Petrefactentrümmer enthaltend. 
Als dflnne Lager ist rother Jaspis den bunten Schiefem untergeordnet, 
welche in Oberhalbstein im Gebiete des Serpentins Torkommen, ohne 
jedoch in so enger Beziehung mit diesem zu stehen, wie bei Spezia und 
in Toscana. — Als Geröll ist rother Jaspis nicht selten in der bunten 
Nagelfluh und aus dieser zerstreut in den Kieslagem der flachen Schweiz. 

Ibexsone Oppsl. 

Nach der Steinart Ton den sie begrenzenden Jamesoni- und Davayi- 
zonen nicht zu trennen und, nach Moscu, mit beiden zu seinen NumismaiiS" 
iddehten vereinigt, als dem tiefern Mittel-Lias oder Liasien. Charak- 
teristisches Fossil ist Ammon. ibex, der indess, weder von Mosoh, noch 
von GsEFPiN angeführt wird. 

Impressakalk Quenst. 

Bezeichnet durch Terebr. impressa. Weisser Jura a Qxtenst. Biar- 
matos-Zone Oppkl. 

Inferlor-Oolith 

der englischen Geologie entspricht dem Bajocien d^Obb., dem untern Braunen 
Jora a bis e z. Th. Quxnst., dem Braunen Jura bis und mit dem Haupt- 
rogenstein MOsoh, den Torulosus- bis und mit den Parkinsonischichten 
Oppkl. 

Infralias 

hiessen früher in Frankreich, nach Lbtbakbib, die sandigen oder kalkigen 
Schichten die, als Qrks de Heitange, Qris de Luxemburg, Lumachelle, 
Choin-bäiard , den Gryphitenkalk vom Keuper trennen. Als später das 
Bimebed und die Kössenerschkhfen in ähnlicher Lage bekannt wurden, 
dehnte man die Benennung auch auf diese aus, da sie, in Wien und 
in Frankreich, ebenfialls mit dem Lias in engere Terbindung gesetzt 
wurden. Infralias wird daher nicht selten als gleichbedeutend für Kössener- 
sdiichten und Bhätischegruppe gebraucht. Bei näherer Ansicht zeigt sich 

9 


190 InocerBmuwnergel — JoHergranit. 

Jedoch der Infralias von Litmkbix toü den später ihm zugefügten tieferen 
Schichten paläontologisch abweichend. Jener trägt seinen Namen mit 
Becht nnd ist^ als Omndlage des Arietenkalks, von Oppxl, als Angulatna- 
nnd Planorbis-Zonen, mit dun Bonebed dem Lias angehängt worden, 
während die Kössenerschichten grössere Verwandtschaft zum Eenper mig&ik 
md besser mit diesem vereinigt werden. 

LsTiOfiBiB, Mem. Soc. G. IIL 1838; Martin, Infralias, M. Soc. 6. 
VII. 1861; Oppbl, Jarsf. 1858; — Wttrttb. Zsft XV, p. 315; 
Bjbnxvibr, BqU. g. 1864; — Bull. Vaod. VOI, p. 39. 

iBoeeranmsinergel Gombsl. 

S. Seewerkalk. 

InsectenaiergeL 

Schwarze oder dunkelbraune Mergel, die an der Lnft bald zerfallen 
und zur Landwirthschaft benatzt werden. Mit mannigfaltigen Fossüien, 
Füchschuppen^ Krebsen, Molltisken, besonders aber Insecten. Unter der 
Bucklandizone im Lias, entsprechend den Zonen von Ammon. angulatus 
nnd Amm. planorbis, die auch darin vorkommen, und ttber dem Bonebed. 
Zuerst aufgefunden in der Schambelen an der Beuss, unterhalb 
Müllingen, und hier bei 10™ mächtig, fand man sie später noch an 
mehrern Stellen des nördlichen Jura. 

Hebr, Urwelt, 1865; M(yS0H, Aarg. J. 1867. 

Jnllergraiilt 

Hellgrflner Oligoldas, rein oder gelblich weisser selten fleisehrother 
Orthoklas^ Quarz und tombakbrauner oder grflner MagnesiagUmmer^ 
nicht selten auch Hornblende. Der Oligoklas meist vorherrschend und 
die allgemeine Farbe bestimmend, als verwachsen krystallinische Gmnd- 
masse, oder in liniengrossen tafelartigen Individuen mit Zwillingstreifung; 
der Orthoklas deutlicher, in zollgrossen, einfachen oder Zwillingkrystallen, 
z. Th. porphyrartig ausgeschieden; der Quarz in einzelnen, zuweilen zahl* 
reichen Eömem; der Glimmer in Aggregaten kleiner Blättchen, sehr 
ungleich vertheilt; die Hornblende oft ganz fehlend. <- Die Stmctor ist 
in der Regel rein granitisch körnig) doch zeigen sich an einigen Stellen 
TJebergänge in Oneiss. Häufiger wird der Granit von kleinkörnigen Gängen 
durchsetzt, die sich vielfach kreuzen und verwerfen and als später ein- 
gedrungen, nicht als Aussonderungen, betraehtet werden missen; doch 
scheinen die Bestandtheile des Ganggesteins von deqjeni^en des Neben<> 


3mm — Jurakalk. 131 

gB0teiii8 Hiebt wtttDtlieh wrschiedeii. — Der JoliergranH bildet die Ge- 
birge, in welche das felsige Beversthal in Ober-Engadtn eingeschnitten 
ist, and die hohen Gipfel anf beiden Seiten des Jnlierpasses. Nach 
dem Silsersee zn ist der Granit yielfach mit Syenit nnd Diorit ver- 
wachsen and beide Steinarten, Granit nnd das Homblendgestein, durchsetzen 
sich wechselseitig in Gängen. Auf dem Kamm von GraTesalvaSy 
nördlich vom Silsersee, and am Alpsee Long hin bedeckt d^ Granit 
und Syenit den anf Glimmerschiefer liegenden Kalkstein and Bündner- 
schiefer. 

y. Buch, Berl. Akad. 1814; Studsb, Mit. B. Schw. Dks. III. 1839; 

Vom Rath, Zts. d. g. 6. IX. 1857; Thbobald, Bttnd. I, 1864; 

U, 1866. 

Jura 

beisst, in geologischer Bedeatang, die Folge von Formationen, aas welchen 
die Hauptmasse des Jaragebirges besteht, es mögen dieselben im Jara 
selbst, oder in andern Gebirgen and Gegenden vorkommen. Die Grenzen 
and Glieder diesei'Grappe werden verschieden bestimmt. Mit den weitesten 
Grenzen setzt man die Jaragrappe zwischen den Keaper and die Kreide 
und nnterscheidet, von onten nach oben, den Lias oder schwarzen Jura, 
den Jura im engem Sinn, der wieder in den Braunen and Weissen Jura 
zerfiUlt, and die Wealdenstufe. Andere zählen die Wealdenstnfe noch zu 
der Kreide and der Jara theilt sich dann in Unter-Jura oder Lias, 
Mütel'Jura oder Dogger nnd Ober-Jura oder Malm, Aach d'Obbignt 
zieht das Wealden znm Neocomien oder zar antem Kreide nnd theilt dann 
den Jara, Yon anten nach oben, in die Etages Sinimurieny Liasienj 
Toarcien, den Lias bildend, Bajoden, Bathonien, dem Dogger ent- 
sprechend, Callovien, Oxfardienj Corallienf Kimmeridgieny Portlandien, 
oder Malm. Im schweizerischen Jara trennte früher Thubmann aach den 
Lias, als selbständige Grappe ab and theilte dann den Jara im engeren 
Smn in Unter-Jara oder Oolühgruppe, Mittel-Jara, der in Oxfordgruppe 
nnd Coralgruppe zerfiel, and Ober- Jara oder Portlandgruppe. Später 
tbeilte er die Portlandgrappe in drei Untergrappen, das Astartien, Strom- 
Üea and Virgulien, Derselben Eintheilang ist Gbxsslt gefolgt Neaere 
Theilangen sind besonders von Qusnstxdt, Offxl, Mösoa o. a. vorgeschlagen 

worden. 

rHURiCANN, Leth. Brunt. Schw. Dks. 1861 ; QüBNSTEDT, Jara, 1858 ; 
Oppbl, Joraform. 1858 ; MOSCH, Aarg. J. 1867. 

wd in doppeltem Sinn gebiucht: zmächst sar Bezeieknoag aller im 
teageUrg vorkoamendeii Kalksteine ; häufiger, in geologiaeher Bedevt«^^, 


132 Juranagelfluh — Kalkoagelflnh. 

für Kalk der Formationen des Jnrasystems, vom Lias aufwärts bis in den 
Portland. In letzterem Sinn spricht man yon alpinischem, dentschem n. s. w. 
Jurakalk. 

Jnranagelflnli. 

Tongrische oder miocene Nagelflnh, ans JurakalkgerOllen zusammen- 
gesetzt. Häufig in den Jurathälem der Westschweiz und auf den Hoch- 
flächen des nördlichen Jura. S. Nagelfluh. 

Jnrensismergel Qüenst. 

Graue Mergel und harte Enauerbänke, worin Ämmon. jurensis mi 
A. radians bezeichnend sind. Wenige Meter mächtig, nach Zerstörung der 
weichen Mergel oft nur durch einige Knauer, angezeigt Es sind die 
obersten Schichten des Lias, bedeckt von den Schichten des Amm. tonüows 
oder A. opaUnm des Braunen Jura. 

Kainozoische, 

oder Cenozoische, Cainozoische Formationen. Der geologischen Epoche 
angehörend, in welcher die Säugethiere in grösserer Zahl und Mannig- 
faltigkeit aufgetreten sind. Sie zerfallen in die tertiären und quartären 
Formationen. 

Kalkbreccien. 

Aggregate eckiger Ealktrflmmer gleicher oder ungleicher Art, aach 
wohl mit einzelnen Bruchstücken anderer Steinarten, Thonschiefer, Quarz, 
Homstein u. s. w. S. Chablaiskalk, Hornfluhgestein, Niesensandstm. 

KalkgUmmersclilefer. 

'Graue Schiefer Studeb z. Th. Schistes lustr^s Lobt z. Th. Schiefrige 
Gemenge von Kalk, Quarz, Thon, Glimmer, worin bald der eine, bald der 
andere Bestandtheil vorherrscht. Stets mehr oder weniger aufbrausend. 
Der Glimmer, meist weiss oder grau, theils in deutlichen, metallartig 
glänzenden Blättchen, daher die Steinart leicht mit Glimmerschiefer za 
verwechseln ist, theils in zusammenhängenden üeberzügen der Schiefer, 
schwankend zwischen Glimmerschaum und glänzendem Thon. — Die Stein- 
art ist ein Hauptglied der Orauen Schiefer (s. d.) und mit diesen sehr 
verbreitet in der Mittelzone des Alpensystems. 

Ealknagelfliili. 

Gonglomerate von sehr vorherrschenden KalkateingeröUoi, oft mit 
Eindrücken. Die alpine Ealknagelfluh enthält dunkelgraue GtorüUe von 


KalkBchiefer •— Kalksinter. I33 

Alpenkalk und bildet oft mächtige Bänke in den NagelflnhgebirgiBn , am 
ftoflsern Rand der Ealkalpen, im Entlebuch, am Rigi, Speer, im Bregenzer- 
mild. Yerschieden davon ist die Nagelfloh, die von Gnggisberg und der 
Sense, mit Unterbrechungen, Aber Gh&tel-St Denis nach dem Genfersee 
fortsetzt; ihre Gerolle, vorherrschend Kalk, sind zwar grossentheils auch 
alpinisch, ein beträchtlicher Theil erinnert aber durch helle Farbe und 
Oolithspuren an Jurakalk. Entschieden jurassischen Ursprungs ist die in 
den Jurathälem vorkommende Jnranagelfluh (s. d.). 

KalkseUefer. 

Calschiste. Schiefriger oder dünngeschichteter Kalkstein, öfters mit 
Thongehalt. In verschiedenen Formationen der Alpen und des Jura vor- 
kommend. 

Kalksinter. 

Ealktnf , Travertin. Als Felsart bildet der Kalktuf in der Schweiz 
nur locale, beschränkte Ablagerungen, zuweilen von 10 — 20"" Mächtigkeit, 
ans neuester, höchstens quartärer Zeit und meist, durch fortdauernden 
Niederschlag der Quellwasser, noch im Anwachsen begriffen. Der Kalk ist 
bräunlich weiss, dicht, oder erdig und zerreiblich, voll Poren und Löcher, 
öfters von festem Zusanunenhalt , daher er, als leichter und ausdauernder 
Baustein, häufig benutzt wird. Nicht selten enthält er AbdrOcke von 
Moosen, Gräsern, Blättern oder Schalen von Helix, von in der Gegend 
lebenden Arten. Die Vegetation scheint, durch Entziehung der Kohlen- 
8&ore, den Niederschlag zu bedingen (Nscksr, Bischof). Beträchtliche, oft 
groteske Felspartie'n bildende Massen sind nicht selten im Gebiete der 
Molasse, so in den Umgebungen von Genf und in der Waadt, bei 
Bern (Reichenbach, Toffen, Fultigen), im Canton Zarich Töss- 
thal, Rorbas, Eglisau). Häufig auch finden wir sie im Gebiete der 
Kalkalpen bei St Jeoire, beiMeillerie, ausgezeichnet bei Montreux 
(Tovet), bei Weissenburg im Simmenthai. Auffallend ist das von Neckib 
angefahrte Vorkommen bei Foully, gegenüber Martigny, am Fuss der 
Oneissgebirge. Wie zu erwarten, fehlt der Kalktuf auch im Jura nicht 
und wird hier ebenfalls als Baustein, zu Mörtel, oder der erdige als Kalk- 
land benutzt 

In anderer Form erscheint der Kalksinter als Stalaktiten und 
Stalagmiten, oder Tropfstein, kiystallinisch kömig, oder faserig, 
eoQcentrisch schalig, in Höhlen vieler Kalkgebirge, am Harz, in Franken, 
Kndn. Sowohl die Höhlen der Kalkalpen (Mont Brezon, St Mau- 
rice, Schafloch, Beatenhöhle, Pilatus, Wildk*irchli etc.), als 


■ 


184 KalkiteiA. 

die noch zahlrekli^en m Jura mlgea indess keine, oder nur aü n n dM 
Anfänge von Trop&teinbildiing. Bmedbl, der den Toivisten die Ttfatebh 
felsen Yon Montreux and Brent, oberhalb Glarens, empfiehlt, emik* 
keiner Stalaktiten in den vielen BU^len des Mont Naje. Am Grta» 
kerg, oberhalb Habkeren, ist indess in insererZeit dne HOhle entdedt 
worden, worin weisse krystallinische Stalaktiten sich gebildet hatten, A 
aber von den Besudiem bald zersUM wurden. Auch die Höhle des Wild* 
kirchli bei Appenzell soll fraher Stalaktiten enthaken haben. — Yieb 
Höhlen in den Alpen und im Jura sind £ishOhlen und WetterlGcher. 

Eine andere Art der Sinterbildung ist die Mond- oder B er gmileh^ 
welche mehrere Höhlen der Ealkalpen auszeichnet, sobeiWeissenburg, 
in Lauterbrunnen, am Pilatus, auf Ebenalp in AppenzelL 

Neoker, Etades, 1841 \ Esgher, Zürich, Gemld. d. S. 1844. — Ocbcr 
Höhlen: Bbidel, Cons. Baisse VI, 1856; EOLI, Höhlen des Eben- 
Blpst. 1865; Browns, Jcecaves, 1865. 

Kalkstein. 

Kohlensaure Kalkerde. Krystallinisch kömig, rerwadisen krystallinisdi, 
oolithisch, bis dicht und erdig. Weiss, gelblich oder graulich weiss, gras 
bis schwarz, grttn, gelb, br&unlich roth. Dflnngeschichtet oder sdiiefrig, sb 
Kalkschiefer \ h&ufiger in fuss- bis meterdicken, zuweilen durch dttnne Thoih 
lager getrennten Schichten; auch ungeschichtet, in mftditigen, sehr zerspattenei 
und in Trammer zerfallenden Massen. Der geschichtete Kalkstein oft reld 
an Fossilien, mit erhaltener nrsprOnglicher Substanz oder als Steinkene. 
Foroamniferen n. a. mikroskopische Organismen büdoi oft den Hanptbestand- 
theil des Kalksteins. — Selten rein von medianischen oder chemischn 
Beimengungen; YOn Kohle und Bitumen im grauen nnd schwarzen Kalk, 
die sich in der Hitze weissbrennen (s. 8iinksiein)\ tou Eisen im gelbsi 
«nd brannrothen Kalk; tou Eisensilicat im grOnen nnd grflnlich schwar- 
zen Kalk (s. Chamosii und GlauconU); von Kieselerde, medianiscb, sb 
Sand, im Qrobkalk, chemisch im Kieselkalk ; von Thon im thonigen /foft* 
siein; von Talkerde im dolomüischen Kalk. — Der Kalkstein in dieses 
^rschiedenen Abänderungen k<Hnmt in allen Zonen des sdiweizerisdiai 
Oebirgs- und Hügellandes vor. Kömiger weisser Kalk, salimseher Marmor , 
im krystallinischen Hochgebirge, daselbst auch grauer dichter Kalk 
(Engadin, Bernina, Zermatt, Ohamoniz); weisser, graner, gelber, 
brauner und brannrother, dichter, verwachsen krystalliniscker Kalk ai' 
Bogeastein im Jura; grauer bis schwarzer, dichter oder verwadisea 
kystallinischer Kalk in den nördlichen Kalkalpen; rother dickter KaO; 
C. ammonUic<Hrosso , in den sodlichen Kalkalpen ; UtuninOaer KaUc ii 


KalkthoDBohlefer — Karrenfelder* 186 

itoB und jßag&rn Fonnationeii der Alpen, des Jtra uid in dir Mokuse; 
dolonifciscfaer Kalk in den Alpen; Kieselkalk, Gkaiftosit, OlaaeonH eben* 
daselbst; thoniger Kalk in den Alpen und im Jon; Kalktaf im Dilatial*- 
nnd AlluTialgebirge der Alpen, des Jnra nnd der Mittelschweiz. 

Ealkthonsehiefer 

sind anfbransende Thonschiefer oder Dachscfaiefer. Sie bilden die Tor- 
berrschende nnd bezeichnende, oft mit Fncoiden bedeckte Masse der Flysch- 
lefaiefer. Kicht TerscUeden ist aber auch ein beträchtlicher Theil der 
Granen Schiefer, nnd hei ttmehmendem Glanz, schliessen sich diese dem 
Kalkglimmerschiefer an. 

Kalktaf. 

& KaUninter. 

Xarnisdie^tiife Mojsu. 

In der oberen Trias der Alpen, nnter der Rhfttischen, Aber der 
Korischen Btnfe. Sie zerfilllt,- von oben nach nnten, in die Larische nnd 
die Badiotische Gmppt. 

MOJ8ISOVIO8, Obere Trias, Jb. d. RA. 1869. 

KarpatheiiMiidsteliL 

Dnnkle, seltener hellgraue feste Sandsteinplatten nnd Schiefer, petro^ 
graphisch Obereinstimmend mit Wieneisandstein, Macigno, Flysch nnd die^ 
selben Fucoiden enthaltend. Vorherrschende Steinart eines grossen Theiles 
der Karpathen. Nach Fossilien des Kalksteines, die mit dem Sand* 
Mein Torkommen, von denen es indess zweifelhaft bleibt, ob sie mit dem 
Sandstein von gleichem Alter sind, oder ob der Kalkstein in grossen 
Trflmmem Ton ihm umwickelt wurde, glaubt Horkvxogbb den Karpathen- 
amdstem in ider Stufen absondern zu sollen, dem Neocom, ürgonien, 
GauU nnd dem NummuUtenkalk oder Eocen angehörend, eine Ansicht, 
der auch t. Haüxb beitritt. Später fügte Hoanncoosa noch Stufen der 
jflngem Kreide hinzu. 

HOHEICBOOER, Nordkarp. Jb. d. RA. UI, 1852 ; — Nordkarp. 1861 ; 
y. Haubb, Jb. d. RA. X^ 1859. 

Karrenfelder. 

SelMtten, Lapiaz. Nackte KalkflÄchen, die tod zoU- bis klafter- 
tiefen Fardien (Karrm), im Sinn der Falllinie, durchsägt sind. Die 


136 Kelloway — Kies. 

Zwischen^nde oben oft in eine scharfe Kante auslaufend und eben&llB 
nach der Falllinie gefurcht. In den nördlichen Ealkalpen hftofig and ta- 
weilen in meilenweiter Ausdehnung vorkommend. 

Kelloway. 

S. GalloTien. 

Keuper. 

Oberste Abtheilnng der Triasgmppe; mit ihrer tiefsten Stufe, der 
LetienkohlBf an den Muschelkalk, mit ihrer höchsten, der Rhätischen Stuft, 
an den Uas angrenzend. — Der Keuper im J u r a trägt den Charakter 
de&jenigen in Schwaben und Lothringen. In der Höhe herrschen bwUe^ 
gelbe, rothe und grflne Mergel (Mames irisies), tiefer folgen Bänke yod 
Dolomit oder dolondiischem Kdlky z. Th. mit Fossilien, und wieder Mergel, 
die sich nun mit Streifen und oft mächtigen Nestern von Gyps yerbinden^ 
und in der Tiefe liegen grflnliche Sandsteine mit PflanzenOberresten, Keuper- 
Sandstein^ welche mit den schwarzen Mergeln der Lettenkohle abschhessen. 
Die Mächtigkeit der ganzen Lagerfolge des Keupers ist sehr ungleich nnd 
steigt im nördlichen Jura von etwa 20 bis gegen 200"". — Sehr viel anders 
zeigen sich die Verhältnisse in den Alpen, so dass erst spät die Gleich- 
zeitigkeit des alpinen und jurassischen Keupers erkannt wurde. Schon 
die Mächtigkeit, die im alpinen Keuper zu mehreren lOGO"" hohen Gebirgen 
anwächst, unterscheidet beide Bildungen. Aber auch die Steinarten nnd 
Fossilien sind sehr abweichend. Der alpine Keuper erscheint wesentlich 
als eine Kalkstein- und Dolomitbildung. Unter dem Lias liegt der mächtige 
Dachsteinkalk mit den Kössenersckichten ^ oder die Rhätische Chruppe; 
dann folgt, ebenso mächtig, der Hauptdolomit, in der Höhe mit PlaJtiWr 
kalk, unten mit Gyps und Rauchwacke verbunden; unter diesen liegen 
die fossilreichen grauen Thone der CardUa- oder Baibl&'schichten , und 
nun wieder eine mächtige Kalkbildung, der durch seine globosen Ammonitett 
ausgezeichnete Hallstädterkalk, unter welchem die Partnach- und Wenger- 
schichten, der Lettenkohle entsprechend, die Schichtenfolge gegen den 
alpinen Muschelkalk begrenzen. 

. Kies. 

Gravier, Terrain de transport, Diluvium und Alluvium z. Th. Der 
mehr oder weniger deutlich, oft sehr unklar geschichtete, zuweilen mit 
Lagern und Streifen von Sand und Lehm, nach denen man am besten die 
Schichtung erkennt, abwechselnde Kies ist eine Bildung der Quartärzeit 
und liegt, in einer Mächtigkeit von zuweilen 50°*, in der flacheren Schweiz 


Kicß. 137 

mf der Molasae, oder noch jungem Büdangeo, in horizontaler Lagerung, 
bis n einer bestimmten Höhe ihre Unebenheiten ausgleichend und weite 
Eb^en bildend, oder in Terrassen die Ströme einfassend. Die GeröUe von 
ES- bis Apfelgrösse, selten über Eopfgrösse, gerundet und öfters abgeplattet, 
sind, oft bis zunächst an den Fuss des Jura alpinisch, dunkle Kalk- und 
Sandsteine, Quarz, Gneiss, Granit, oder aus der Nagelfluh stammende Fels- 
arten. In den Jurath&lern und an einigen Stellen, wie bei Ins, auch 
aosseihalb, besteht jedoch der Kies aus Juragesteinen. Die GeröUe liegen 
meist lose im Sand. Zuweilen sind sie, mit diesem, durch Kalkleim Tor- 
kittet, so fest dass am Rande der Stromthäler sich nackte, sogar Über- 
hängende Felsabstürze bilden, die man auch wohl diluviale Nagel- 
flnh nennt. Von der tertiären Nagelfluh der Molasse unterscheidet sich 
dieser feste Kies durch häufige, oft mit Kalksinter ausgekleidete Poren, 
die sich zuweilen zu kleinen Höhlen erweitem, und auch die GeröUe tragen 
(rft diesen weissen Sinterüberzug, zuweilen mit anhaftendem Sand. 

Mit dieser dUuyialen Nagelfluh stimmt ein Conglomerat überein, das, 
seiner Porosität wegen, als löcherige Nagelfluh bekannt ist und, im 
G^nsatz zu dem in den Thalgründen sich haltenden Kies, besonders in 
der Ostschweiz und auch nördUch yom Bodensee, den oberen Rücken 
der Hügel, z. B. den üetliberg bei Zürich, bedeckt. Auch die löcherige 
Kagelfluh enthält nur alpinische, besonders dunkle Kalk-, Sandstein- und 
weisse QuarzgeröUe. 

Die Kieslager zerfaUen, in Beziehung zu dem sie trennenden Gletscher- 
Bchntt, in jüngere, Alluvion des terasses Fayrs, und ältere, Allution 
andenne Favbe. In vielen Gegenden der Ost- und Westscbweiz fehlt der 
ältere Kies , der Gletscherschutt liegt unmittelbar auf dem Tertiärgebirge 
nnd wird, mit oft sehr unebener Trennungsfläche, von dem horizontal ge- 
schichteten jüngeren Kies und Sand bedeckt, welchem oft auch GeröUe des 
Gletscherschuttes sich beimengen. In andern Gegenden, wie beiUtznach, 
am Ansfluss der K an der in den Thunersee, unterhalb Genf und weit 
nach Frankreich hinein, im Gebiete der italienischen See'n,wird 
dagegen der Gletscherschutt yon der Molasse oder älteren Bildungen ge- 
trennt durch oft mächtige Ablagerungen von Kies, der, meist horizontal 
geschichtet, abweichend auf der oft schief oder senkrecht geschichteten 
Molasse ruht. Diess ist die schon von Elh de Beaumont und später yon 
NscKXE als Allucum andenne bezeichnete BUdung. 

Im jüngeren Kies sind an mehreren Stellen Zähne und Knochen Ton 
Mammuth, Nashorn, Rennthier u. a. Landthieren gefunden worden. 
Ber ältere Kies ist die Lagerstätte der Schieferkohlen, schiefrigen 
Braunkohlen mit noch bestimmbaren Holzarten, besonders Föhreni 


188 Kieselkalk. 

TftBiieii, Birken, andi Schilf arten u. a. Qewächsen, die n 

Utsnach, Dttrnten, Mörschwyl aoegebeatet werden. TonTh]e^ 

arten haben sich, theils in der Schieferkohle selbst, theils in dem Kiei, 

verschiedene Ktferarten imd üeberreste von Eleph. anüqtms^ BMnoc 

MerhU, Uraus gpelaeus, Bos primig, n. a. gefdnden. 

Der jflngere Kies wird wohl allgemein als eine Strombildnng an^ksmit 

üeber die Entstehung des älteren Kieses nnd der löcherigen Nagelfinh sind 

die Ansichten getheiit. Die einen erklären sie ebenfalls als AblagenrngsA 

yon StrOmen nnd sind 2. Th. geneigt, die löcherige Nagelfinh noch als 

jttngstes Tertiärgeburge zu betrachten, die anderen vereinigen sie mit dem 

Gletscherschntt als Gnmd- nnd Seiteomoränen. 

Studbb, Mol. 1825; EuB de Bbaumoht, Ann. des sc. nM. 1829; 
MoDSSOM, Baden, 1840 ; Nbokbb, Etnd. gdol. 1841 ; Eschbb, Zürich, 
Gem. d. Schw. 1844; Schill , Tert. Abi. 1858; Bbsb, Urwelt» 
1865 ; Faybb, Savoie, 1867 ; MChlbbro, Errat. Bildg. 1869. 

Kieselkalk. 

Homogen erscheinende Kalksteine, härter nnd schwächer anfbiansend, 
als reiner Kalkstein, mit grösserem oder geringerem Gehalt von Kieselerde, 
mechanisch innig eingemengt, oder in chemischer Yerbindung. Dass Kalk* 
steine dieser Art in der Schweiz, sowohl im Jnra, als in den Alpen, vo^ 
kommen, ist nicht zweifelhaft, man hat sie in den Ostalpen nnd in der 
Schwäbischen Alp gefunden, nnd auch schweizerische Eoilksteine lassen, 
nach ihrer Härte, anf einen Kieselgehalt schliessen. Aeossere Charaktere 
genfigen indess nicht, da auch andere Beimengungen sie erzengen können; 
chemische Analysen unserer Kalksteine werden aber bis jetzt Termisst. 
Als eine besondere Stufe, wahrscheinlich dem Yallengien entsprechend, wd 
Kieselkalk von Kaufmann in der Grundlage des Neocomien am Pilatus 
angefahrt, und dieselbe Steinart kommt in andern Theilen der Alpen, in 
derselben Lage, vor. Es ist ein sehr zähes Gestein, das am Stahl Funken 
gibt, schwarz bis dunkelgrau, die verwitterte Aussenfiäche meist rauh bis 
schwammig, zuweilen rostbraun. In Säuren aufbrausend nnd ein Kiesel- 
skelett hinterlassend, das sich zerdrficken lässt. Selten fehlt fein ein- 
gesprengter, mit blossem Auge kaum erkennbarer Schwefelkies, und auch, 
zuweilen dicht gedrängte, meist jedoch sparsam zerstreute Glauconitkörnchen 
mögen zu der braunrothen Aussenfiäche beitragen. Die wenigen, oft fehlenden 
Petrefacten gehören dem Neocomien an. Aus den Appenzelleralpen Alhrt 
EscHiB Jcmira aiava, Pygums rostratus und einen gUtten Pecien an. 
Auch enthält die Steinart daselbst grössere Kieselknollen. Die Stufe ist 
in V^ bis 1 Fuss dicke Lager abgesondert und erreicht, am Pilatus, 
eine Mächtigkeit Ton 100 bis 150 Meter. 
' Kaufmann, Pilalus, 1867. 


Kieselmerenkalk — Kinumeiidgemergal and -kalk. 1S9 

KiesebdeMiikAlk Fm>mh. 

& CaiftiUos. 

Kieselsdüefer. 

Dttnngescliiehteto Eieselinasse, dwch Kohle, ESsenoxyd, Thon, als Bei- 
neDgong, ondiirdisichtig, schwarz, gran, grftn, roth. Der Kieselschiefer 
ist ehi gewMmlicher Begleiter von Granwacke und Thonschiefer des Uebeiv 
gangsgehirgfl und ist, da dieses in der Schweiz nicht vorhanden ist, kaum 
SB erwarten. Was TnonALn als Kieselsdiiefer anfl&rt, ist wohl eher 
Jaspis zn nennen. 

Kimmeridge-mergel nnd -kalk. 

Etage Ptirocerien, Et. Strombien Thüsmahk; Mames du Hanno 
Habooü. Oelbüch grane Mergel nnd merglichte, lockere Kalksteine. Oft 
ToU Fossilien, nnter welchen Pteroc. Oceani^ Myiilus jurensis, Pinnigena 
Saussuri und viele Myen bezeichnend sind. — Eine der obersten Stufen 
des Jora, deren Begrenzung aber verschieden anfgefasst wird. Nach Thub- 
MAmr, nnd mit ihm Giibsslt, Maboou, GrapFnr, Jaooard, liegt me auf dem 
Astaitien (Söqoanien Masooü) und wird bedeckt vom Yirgnlien oder Port* 
landien; Oppil vervinigt diese drei Stufen zu einer Kimmeridgegruppe; ihm 
Mgen aneh C. Matsb imd Mosch. De Lobiol, Pxllat nnd Cottiav geben 
abenfaUs der Kimmeridgegmppe diese grosse Ausdehnung, theilen sie aber 
la die vier Stofen, von nnten an, Siquomien^ PUracerienj VirgtUien nnd 
Portiandien. — Durch PetreSactenreichthom ist besonders die Umgebung 
T«a Porrentrny (An Bann6, Coenve, Gourgenay) berühaH 
Die mchtigkeit daselbst beträgt 16"; in andern Gegenden des Jura wird 
•ie (n. Gbwslt) zehnmal so stark angegeben. Im (Vstlichen Jura verändert 
sich der petrographische nnd paläontologische Qiarakter. — * Noch mehr 
ist diese der Eall in den Alpen. Bei Wimmis liegen nnter dem Coralrag 
deetUdie, fossdicke Schichten von sdiwarzem Kalk, welche die Fbuna des 
Kimmeridge enthalten ; man findet dieselben wieder beiBoltigen im 
SinuBenthal nnd hier in ihren tieferen Lagen Nester von Steinkohle, die 
längere Zeit ausgebeutet worden sind. Die Formation setzt dann, durch 
die Gebirge von Saanen nnd Sepey, nach dem Chablais fort, wo, 
auf der Alp Darbon in T. d*Abondance, ebenfalls Steinkohle, von 
EnuneridgefossilieB begleitet, abgebant wird. 

THUBMAim^ Soal^. J. M. de Strasb. 1, 1832; firuDflft, Westl. 8. A. 
1834 ', — G. d. S. II, 1853 ; Oppbl, Jaraf. 1858 ; DB LoBiOL, FULat 
et GOTTBAü, Monog. du Portlandien, 1866 et 1868. 


140 Klansschichtea — fKnaner. 

Klansselileliteii. 

Braonrothe bis ziegelrothe, oft ooliihische Kalksteine, reich aaPetre- 
üacten, besonders Ammoniten, A. KudemcUschi, A, subobtusus, Ä, Eii- 
desianusj A. subradiatus , - A. Martinsi, Terebraieln, KhynchoneUm 
XL a. Fossilien, die dem hohem Biyocien angehören. Auf der Elans- 
alp bei Hallstadt, wo sie ungleichförmig auf Dachsteinkalk liegen. In 
der Schweiz entsprechen ihnen, nach Zittkl, die grauen, merglichten Kalk- 
steine der Plattenheide, am Nordabfall der Stockhornkette. 
Oppkl ist geneigt, auch die Eisenoolithe vom Oberblegisee am Glfir- 
nisch damit zu yerbinden. 

y. Hatteb, Jb. der RA. 1853, p. 764-, Gümebl, B. Alpen, 1861-, 
Oppbl, Zt8. d. g. G. 1863, p. 188; Zittbl, Jb. d. RA. 1868. 

Kllnggteln. 

S. Phonolith. 

Klippenkalk. 

Vorherrschend rothe, fossilreiche Kalksteine, die in einem grossen 
Bereich der Karpathen aus dem Fucoidensandstein herrorragen und 
z. Th. zerrissene Felskftmme bilden. Zuerst von Püsoh als Klippenkalk 
beschrieben, yerglich sie Ziüsohioeb sp&ter dem rothen Ammonitenkalk yon 
Royeredo und der Yenetiaoeralpen. Die Petrefacten lassen, nscb 
Waaokn, wenigstens drei yerschiedene Formationen erkennen; eine obere, 
mit Terehr. diphya, entspricht der Tithonischen Stufe yon Oppkl, die 
mittlere scheint mit der Kimmeridgegruppe, die untere mit der Oxfordgrappe 
ttbereinzttstimmen. Bei S. Veit, W bei Wien, umschliesst der Wiener 
Sandstein ebenfalls graue und braune Kalkschichten, in denen man die 
ganze Formationsfolge, yon der Rhätischen Stufe bis in das Neooom, durch 
zahlreiche Petrefacten bezeichnet findet. Das Vorkommen hat grosse Aehn- 
lichkeit mit dem des Ch&telkalks zwischen dem Aarthal und dem (jenfersee. 

Posch, geog. Besch. ▼. Polen II, 1836 ; Zeuschnbr, Leonh. Jb. 1846; 
Waagen, Benecke Btg. 1868; Qbibsbach, d. Jora v. S. Veit Jb. 
d. RA. 1868. 

Knauer. 

Rundliche, cylindrische, kuglichte, zuweilen aufSallend geformte Eis- 
schlüsse fester Thon-, Kalk- oder Kiesehnassen in leichter zerstörbaren 
Felsarten. 


Knaaermolaase — Kolilensandstein. 141 

Knanermolasse. 

Molassesand oder lockere Molasse, worin knanerartige , bald fassdick 
anschwellende, bald fast zerreissende harte Lager, oder auch isolirte 
Knaner Torkommen und oft weit aas der Sandfl&che herrorstehen. Die 
Snaaer bestehen, theils ans homogenem graaem Eieselkalk Ton grosser 
Festigkeit, theils ans harter, feinkörniger,' oder aach grobkörniger Molasse. 
— Die Enanermolasse kommt vorzüglich nach dem Jora hin yor and 
gehört wohl immer der Süsswassermolasse an. 

Studbr, Mol. 18'Z5 ; MoussoN, Baden im Aarg. 1840. 

Knollenschichteii. 

Die Benennung ist fQr Bildungen sehr angleichen Alters gebraucht 
worden. Gümbbl bezeichnet damit, einerseits, die Enanermolasse, anderer- 
seits eine Abänderung des Guttensteiner- oder alpinen Muschelkalks , ein 
Lager von grauem Schieferthon, das Knollen von Mergelkalk mit gelblich 
braoner Yerwitterungskmste enthält. — Mösoh nannte früher Enollen- 
scMcht eine stellenweise vorkommende Ausscheidung an der oberen Fläche 
der Wangenerschichten, nur wenige Zoll, zuweilen auch bis 40 F. mächtig, 
voll Kalkknollen und vielen Petrefacten in grünlichen Glauconitmergel 
gehüllt. KnoUenschichten nennt Kaüthakn die knolligen Kalk- und Schiefer- 
sdiichten des Neocomien am Pilatus (s. Drusbergschichten). 

OüKBEL, B. Alpen, 1861 *, MöSCH, Verh. in Luzern, 1862 ; — Aarg. 
Jura, 1867; Kaufmann, Pilatus, 1867. 

Eobalterze. 

Mit Kupfer- und Nickelerzen enthält das Anniviersthal im 
Wallis auch Kobalterze, meist Kobaltglanz und Speiskobaliy die noch 
im Anfang des vorigen Jahrhunderts zu einem in Ghippis befindlichen 
Blanfisrbenwerk benutzt worden sind. Auch im Eringer- und Bagne* 
thal sollen Kobalterze vorkommen. 

Ghasfbntxbb, Helvet. Almanach, 1820; GntABD, Wandgn. 1855. 

KoUen. 

8. Anthracit, Steinkohle, Pechkohle, Braunkohle. 

KoUensandstein. 

8. Anthracit. 


148 Korallenkalk — ErystalliDische SohieüBr. 

MMnSk&aikäÜL 


S. Gorallien. 


Kossenerscldcliteii. 


CkinriUiraschichtai Emhbk», Oberer MusehelkeEper Qxnam^ A a Mg o lH" 
schicliten Stoppaki, Bonebed, AvicalapCoDtortaschichteii. S. Bonebed «ad 
Gontortasckiehteii. 

Krebsscheerenkalk Qcxnbt. 

S. SoleDhofenschiefer. 

Kreide. 

Die mit dieser Beneaniuig bezeichnete Gruppe mamügfaltiger Kaft^ 
formationea, die, im sttdlichen Eagbuid und bei Paris» mit der weiisoi 
schreibenden Kreide nahezu abschliesst, ist in den Alpen und im Jura 
stark yertreten. S. Ereidegmppe. Die weisse Kreide, in ihrem Buaerar 
kglflchen Habitns, fehlt der Schwdz nnd ihren Umgebmigen. 

Kreidegmppe. 

Oberste Stufe des Secundärgebirges oder des Mesozoischai Systems, 
zwischen der Juragruppe und der unteren Tertiftr- oder Eocengruppe« 
Früher Ton unten nach oben getheüt, in den Schweizeralpen, in Spa- 
iangenkalk, Schratienkalky OauU und Seewerkalk, dann, allgemein, yon 
d'Obbiont, in Neocomien, Urgonien, Apüen, Albien, Cenomanien^ 
Turonien, Senonien, Datden, von denen die Tier oder drei ersteren 
auch als untere, die ^er oder fünf letzteren als obere Kreide bezeichnet 
werden. Oft wird die We<üde$Aildung, mit Ausnahme des noch zum Jura 
gehörenden Pnrbeckkalkes, unter das Neeconüen beigefiElgt, oder, als Sfls»- 
wasserbfldung, dem tieferen, marinen Neocomien parallel gesetzt, ^liler 
sind noch beträchtlich viel neue Stufen eingeschoben worden,, tos denen 
indess, in unseren Alpen und im Jura, einstweilen nur das Vaiangien grössere 
Bedeutung gewonnen hat. S. Weisse Kreide. 

Kristallinische Sclilefer. 

Allgemeine Glassbenennung filr krjstaUinisch schiefrige Felsarten, wie 
Oneiss, Glimmerschiefer, TalksehietBr, Ghloritschiefer , Homblendschiefer, 
CipoUin, Gasannaschiefer, Grüner Schiefer, Glanzschiefer. 


Kapfererze ^ Lsedonien* 14$ 

Kifferene. 

In ftlterer Zeit ist in B ü a d e n und eeiner Umgebung Öfters auf 
Kupfer Bergban getrieben worden, aber ni^nals mit Erfolg. Die Erze, 
meist Fahlerz und Kupferkies, stehen gewöhnlich in Verbindung mit 
Bkiglanz. Auf ein Lager Yon Schwefelkies, Kupferkies und Fahlerz, das 
inY. Sampnoir, am N Abfall des Piz Mondin, in Grünem 
Schiefer liegt, wurde vor nicht langer Zeit gebaut; früher auch wiederholt 
anf Fahlerz und Malachit im Verrucano bei F i 1 i s u r. Längere Zeit 
wurde in der Ochsenalp, oberhalb T i n z e n, kupferhaltender Schwefelkies, 
ifST im Serpentin bricht, auf Vitriol benutzt. Den besten Erfolg sollen 
die Kupferkiese yersprochen haben, die in Schams und in Ponteljes 
bei T r n s ausgebeutet wurden. Auch im südlichen Bünden hat es nicht 
an Versuchen gefehlt. So in der Umgebung des Silsersees in Ober- 
ei^adin, wo Kupferkies und Fahlerz im Casannaschiefer yorkommen, so 
such un Nordabfall des Muretpasses. — Im Wallis sind Gänge 
T<m Kupferkies, FcMerz und Anninit, ein Wismuth-Fahlerz, die im 
Anni vie Tsthale den Grünen Schiefer durchsetzen, in den letzten 
Jahrzehndeii abgebaut und, Tor einiger Zeit wieder, besonders auf Wis« 
mnth, neu in Betrieb genommen worden. Zu den ältesten und früher 
reichen Gewinn gewährenden Gruben gehören die Ton Ollamont in 
Tftlpelline, am südöstlichen Fuss des M. Velan. Die Erze, Kupferkies 
nid Schwefelkies, brechen im Grünen Schiefer. Der Abbau wird, obgleich 
schwach, noch fortgesetzt. Dagegen ist die Kupfergrube anf der Mürt- 
Bchenalp, südlich vom Wallensee, von der man sich Grosses versprach, 
wieder yerlassen worden. Die Erzlager, Buntkupfer, Fahlerz und Kupfer- 
glänz, liegen, theils im Verrucano, theils an der Grenze desselben und 
des aufliegenden Kalks, Vanskalks (s. d.). 

Selb, Reise, Studien v. Leonh. n. Selb, 1812; y. Salis, Granb. Jb. 
1861 ; Theobald , Bünden 1 , 1864 , II , 1866 ; Qi&asd , Wandgn. 
1855 ; Obrlach, Süd- Wallis, 1871 ; OSSBNT, Erzlager in Anniviers, 
Berg- und Hütten-Ztg. 1868 und 1869 ; RoBlLAm' , Academie de 
Torin, 1784; StOhr, liUrisch. Scfaw. Dkschr. XXI, 1865. 

Lacimosascliieliten Mosch. 

Nach Bhynch. lacunosa. Aeltere Benennung der Birmensdarfer- 
»ekiehten (s. d.) 

Laedonlen Haboou. 

Galcaire subcompacte Thubmann, unterer Hauptrogenstein. 8. Calc» 


144 Lagenalissebichteii -^ LaTezeiein. 

Lagenalisschlckteii Oppkl. 

Mit Terebr. lagenalis. Forestmarble und Cornbrash; Calc. roox 
Bableox und Dalle nacrSe Thübm. Obere Yarianssch. Mosoh. Oberste 
Stufe des Bathonien und Dogger. Ueber der Digonazone, unter der Macro- 
cephaluszone, oder dem GalloTien. S. Cornbrash. 


Landschneckenkalk^ 

mit vielen Hdix und Pupa, heisst im Mainzerbecken eine beson- 
dere Facies dbs Cerithienkalks und ist nicht zu Yerwechseln mit dem 
flchweizerischen Helicitenmergel des Jura. 

Langhien. 

Etage Langh. Pabkto und G. Matkb. Froher Etage Mayencien C. M^ns. 
— Benennt, yon Paseto, nach den Hügeln Lang he, auf der Nordseite 
des Apennins im südlichen Piemont und als Mittel-Miocen bestimmt, ent- 
sprechend fossilreichen Molassensehichten der Superga bei Turin 
und der Umgebung yon Bordeaux. Derselben Stufe wird yon G. Maus 
beigezählt : die Blättermolasse , Molasse grise , yon Lausanne, den 
Pechkohlelagern der P a u d 6 z e , dem Etage aquitanien, aufgesetzt und 
yom Muschelsandstein, Etage hely6tien, bedeckt; femer die Nagelfluh des 
Napf, bei Luzern, am Hohen Bohnen, im Toggenburg u. s. w. 

Pabbto, Ball. g^ol. 1865; G. Maybb, tabl. 1868. 

Lapiaz« 

In der französischen Schweiz gebräuchlich für Earrenfelder, s. d. 

Larische Gruppe Mojsis. 

Obere Abtheilung der Kamischen Stufe, über den Gardita-crenata- 
fichichten, unter der Rhätischen Stufe. Sie enthält, als unteres Glied, den 
Wettersteinkalk oder Esinokalk, als oberes den Dachsteinkalk und die 
Dolomia media. 

IfOJSisowiCS, Obere Trias Jb. d. RA. 1869. 

Layezsteln^ 

yon Layeggio Kochtopf. S. Topfstein. 


Lelim — Lettenkolile. 145 

Lehm. 

Sandiger Thon, mit Säaren mehr oder weniger aufbrausend, beträcht- 
lich Tiel Wasser aufnehmend und fest haltend, weniger plastisch als Töpfer- 
thon, mager anzufühlen, gelblich oder bräunlich grau, ungeschichtet. — 
Zuweilen Streifen und Nester von Sand, GeröUe oder grössere Geschiebe, 
fossiles Holz, Knochen oder Zähne (Manmiuth) untergegangener, oder noch 
lebender Thierarten, Landschnecken einschliessend. — Theils, in Verbindung 
mit Löss (s. d. ■, als jüngste Thalausfüllung, oder Bedeckung der Abhänge 
des Hügellandes, eine fruchtbare Dammerde erzeugend, theils, in zuweilen 
Tiele Meter mächtigen Ablagerungen, als Begleiter, oder Bindmittel von 
Gletscherschutt (s. d.)- 

Leithakalk. 

Lichtgelber bis weisser Kalkstein, locker und porös, oder fest, beinahe 
ganz aus organischen Trünmiern, von NulHporen, Bryozoen und Lorallcny 
merglichte Einlagerungen aus Foraminiferen, bestehend; auch wohl erhaltene 
Schalen oder Steinkerne mannigfaltiger Mollusken in Menge einschliessend. ' 
Als mächtige Ablagerungen in dem Wiener Becken und weiter südlich, 
die wichtigsten Steinbrüche am Leithagebirge, südlich Ton Wien. Die 
Fossilien des Leithakalks, ausschliesslich marin, setzen denselben in die 
obere Miocenzeit, in die Helvetische Stufe von C. Mayeb, sie stimmen 
grossentheils überein mit denjenigen der schweizerischen Molasse von 
St. Gallen, Luzern, Belpberg und Bütscheleck. 

SuESS, der Hoden der Stadt Wleu, 1862 ; Börnes, foss. Moll. 1851 u. f. 

Letten. 

Töpferthon. Bläulich grauer Thon, oft sandig, oder mit wenig Kalk 
gemengt, daher schwach, häufiger nicht aufbrausend, im Wasser sich er- 
weichend und plastisch werdend, im Bruch erdig, mager anzufühlen, un- 
vollkommen schiefrig. Zu den jüngsten Ablagerungen gehörend, in Ver- 
bindung mit Kies oder Torf. 

Lettenkeuper Ggmb. 

Lettenkohlebildung. S. Partnachschichten. 

Lettenkohle. 

Graue und schwarze schiefrige Thone und Mergel, welche mit Dolo- 
mit- und Kalkbänken abwechseln und mit öfters bauwürdigen grauen Sand- 
steinen in Verbindung stehen, bilden die Hauptmasse dieser Gruppe. 

10 


146 LeUsteiu — Lisa« 

__ • 

Charakteristisch sind, meist nur einige Zoll mflcfatige, Einlagerungen Ton 

schwarzer Kohle, die, nach dem Verbrennen, einen starken Rflckstand Ton 
Thon lassen. In den höheren Theilen der Gmppe besonders kommen anch 
Adern, Nester und oft mAchtige Massen Ton Gyps Tor. Die Mergelschiefer 
und Sandsteine enthalten eine grosse Menge yon Pflanzen ^ Zähnen «nd 
Knochen yon Reptilien und Fischen, die Kalkbänke auch zahlreiche 
marine Mollusken, An mehreren Stellen bilden die KnochentrQmmer, 
Zähne und Coprolithen ein älteres Bonebed (s. d.). Die Gruppe bildet 
in Lothringen, Schwaben and im schweizerischen Jnra den tieferen Theü 
des Keupers, den oberen Dolomitbänken des Muschelkalks aufgelagert und 
Ton den bunten Keupermergeln bedeckt. Die Mächtigkeit der Gruppe im 
Berner Jura wird yon Gbsppin auf 30", im Aargau yon Mösch auf 6 bis 
14™ geschätzt. Die oberen dolomitischen Kalksteine der Aargauer Letten- 
kohle werden zur Fabrikation yon Fayence, die schwefelsauren Salze im 
Gyps zu künstlichen Bitterwassern benutzt, dagegen ist die Kohle, welche 
gewöhnlich yoll Schwefelkies ist, niemals benutzbar. 

Mbbiak, ümgb. V. Basel, 1821*, MÖ6CH, Aarg. J. 1867; Gbefpir, 
Jura Bern. 1870. 

Lettstein Rengokb. 

S. EfQngerschichten. 

Letzischlchten Mösoh. 

Astartien z. Th. Bräunlich gelber oder grauer S[alk, dicht mit musch- 
ligem Bruch, im Anschlagen klingend, in dünnen Platten zu Lithographie 
geeignet. Fossilien fehlen nicht, sind aber nirgends zahlreich. Die Mächtig- 
keit steigt auf etwa 15"^, sinkt aber oft auf wenige Meter, oder die Stufe 
fällt ganz aus. Sie liegt auf dem Knollenkalk der Wangenerschichten, 
unter den Badenerschichten und wird yon Mösch als tiefstes Glied seiner 
Kimmeridgegruppe betrachtet, im Niyeau des weissen / Qu. Es scheint 
eine locale, auf den NO Jura, yon Ölten bis an den Randen, be- 
schränkte Bildung. 

Mösch, Aarg. Jura, 1867. 

LIas. 

Schwarzer Jura y. Büoh, Quznst. u. A. Unterer Jura Opfsl. — 
Unterste Abtheilung der Juragruppe, oder auch, yon dieser getrennt, als 
besondere Gruppe behandelt. Zwischen Keuper, als Unterlage, und Braunem 
Jura, als Dach, erscheint der Lias gewöhnlich als eine Folge deutlicher 
schwarzer Kalkschichten und schwarzer Schiefer, meist mit grossem Reich- 
thum an Fossilien. Die Grenzen werden yerschieden, sowohl unten, als 


LiassandstciD — Limonit. 147 

oben, angenonunen , indem die Einen znin Kenper oder Braunen Jura 
zfthlea, was Andere dem Lias beiordnen. Eben so wenig ist man ein- 
Tentanden Aber die Eintbeilnng. Qükkstkdt theilt, Ton unten nach oben, 
den Uas in sechs Formationen, bezeichnet mit a bis q. Oppel folgt der 
Mntheilung von n'OsBioinr in jSftnemurien oder Unter-Lias, Liasien oder 
Mittel-Lias, und Toarden oder Ober-Lias, unterscheidet aber ttberdiess im 
Ünter-Lias 7 Zonen, im Mittel-Lias 5 Zonen, im Ober-Idas 2 Zonen. 
MöBCH, der, fOr den Aargauer Jura, ebenfalls die drei Abtheilungen fest- 
hält, trennt jede in 2 Zonen; Gbbppin, im Bemer Jura, unterlässt diese 
Theilong; C. Matsb theilt den Unter- und Mittel-Lias jeden in 5, den 
Ober-Lias in 3 Zonen. Im Neuch&teller- und Waadtländer-Jura wird der 
Lias flberall Yon jungem Formationen bedeckt. — In den Alpen ist der 
Lias, an mehreren Stellen, durch charakteristische Fossilien nachgewiesen, 
in den Nordalpen bei Meillerie, Bex, Blumenstein, am Wallen- 
86 e. In grösserer Verbreitung, aber petrographisch verschieden, in den 
Ostalpen und Sttdalpen, ostw&rts vom Langensee. 

Llassandsteln. 

Im Allgemeinen bezeichnet der Ausdruck alle zum Lias gehörenden 
Sandsteine, zonftchst aber, als Infralias, die, in mehreren Gegenden, mit 
dem Bonebed verbundenen, oder als unterste Liasschichten auftretenden 
Sandsteine, wie den weissen Quarzsandstein von Luxemburg und 
Hettange, N von Thionville, den gelben Kalksandstein oder 
sandigen Kalk in Schwaben. Im Schweizer- Jura sind diese tiefsten 
Liasschichten vertreten durch die Insedenmergel der Schambelen 
(s. d.), in den Waadtländer Alpen durch dunkle Mergelkalke. S. Infralias. 

Lignit 

beisst allgemein jede Kohle der jungem Terti&r- und Quartärformationen. 
S. Pechkohle und Braunkohle. 

Lfmonit. 

Raseneisenstein. Die in schweizerischen Torfmooren vorkommenden 
Streifen und Nester von Brauneisenstein sind nirgends von Bedeutung. Ob 
das Bohnerz (s. d.) als Limonit zu betrachten sei, ist eine noch offene 
Frage. — Im Jura wird auch ein kleinkörniger Eisenrogenstein, der 
Lager und Nester im Valangien bildet und der ihn einschliessenden Stufe 
den Namen gibt, Limonit genannt 


X48 Lithodendronkalk — Lüner^chichten. 

Llthodendronkalk Emmerich. 

Lithod, clathratum ist mit Megalodon triqi^ter bezeichnend fflr den 
Dachsteinkalk. 

Lltorlnellenkalk . 

Granlich weisser oder bräunlicher Kalkstein, f^st oder weich, ganze 
Schichten ans der kleinen Litorinella (Paludina^ Bithynia) acuta zu- 
sammengesetzt. Eine der ausgedehntesten und mächtigsten Stufen des 
Mainzerbeckens, über den Gorbicula- und Cerithienschichten Sandb., 
unter den Braunkohlen der Wetterau. C. Mateb setzt den Litorinellen- 
kalk in seine Langhische- (früher Mainzer) Stufe, in das Niyeau der 
Grauen oder Blättermolasse yon Lausanne. 

Lossls-schlchten Eschsb. 

Aeltere Benennung der in das Bajocien fallenden Echinodermenbreccie. 
(S. d.) Yon L ö s i s oder L ö s s i s , oberhalb Wallenstadt. 

ESCHEB, Bcbrifti. Mitth. 1871. 

Loss. 

Kalkreicher, sandiger Lehm, grau oder gelb, ungeschichtet, in trockenem 
Zustande locker und leicht zerreiblich, mit Wasser als Schlamm. Oft yiele 
Schalen von Sucdnea, Helix, Pupa, Clausilia u. a. Landschnecken, auch 
Zähne und Knochen grösserer Thiere, besonders yon Mammuth^ ein- 
schliessend. Sehr yerbreitet und mächtig in mehreren Stromthälem, vor- 
züglich zwischen Basel und Bonn. In der Schweiz noch wenig bekannt 
oder beachtet. . Bei Wöschnau, W von Aarau, wird Löss von Mosoh 
angeführt. 

Lnmachell. 

Festes, z. Th. polirbares Conglomerat von Muschelschalen mit Kalk 
oder Mergel als Bindemittel. In den schweizerischen Gebirgen, wo die 
Schalen selten erhalten, die Fossilien gewöhnlich nur als Steinkeme vor- 
handen sind, wenig bekannt. Die Charakteristik passt indess auf Abände- 
rungen des Nummulitenkalks , Rudistenkalks , auf einen Kalk vom Härder 
bei Interlaken voll Rhynch, Gibbsiana, und einige Kalksteine des Jura. 

Lünerschlchten Theobald. 

Baibierschichten. Oben, gelbe oder graue Bauchwacke, zuweilen mit 
Gyps, unten, graue und grünliche Thonschiefer, dünne Kalkschichten, oft 


Lanzeracbichten ~ Haci^o. 149 

mit starkem Eisengehalt, Sandstein und Qnarzit In dicken Schiefern die 
Fossilien der Raiblerschichten enthaltend. In der Umgehung der S c e s a- 
plana und des Lttnersee's am Rhatikon. Unter dem Haupt- 
dolomit, Aber dem Arlbergkalk. 

Theobald, Bünden I, 1864. 

Limzerschlehteii Lipold. 

Bei Lunz, SO von Waidhofen, an der Ips in Oesterreich. 
Von unten nach oben, 1. Mergelschiefer mit Halobia Haueri ^ sogenannte 
Beingrabenerschiefer, 2. graue feinkörnige Sandsteine, mit den vorigen 
Schiefem abwechselnd, 3. schwarze und dunkelgrane Schieferthone, welche 
Flötze von Steinkohle, einige Fuss bis mehrere Klafter mächtig, einschliessen 
nnd Keuperpflanzen, Equiset. columnare, Pteroph. longifolium, Pecopt. 
Stuttg, enthalten, 4. dunkelgraue, feste und dichte Sandsteine, mit Cardita 
crenaia u. a. Fossilien der aufgelagerten Opponitzer- oder Raiblerschichten. 
Die Lunzerschichten liegen auf den Aonschiefem der oberen Trias. 

Lipold, Kohlengebiet der NO Alpen, Jb. d. RA. 1865-, Hertlb, 
Lilienfeld, Jb. d. RA. 1865; Stelznbr, ibd. p. 427. 

Maclgno. 

Dunkel bläulich oder bräunlich graue Sandsteine, Quarzkömchen. die 
durch ein Mergelcement sehr fest verkittet sind. Oft sind weisse Glimmer- 
schflppchen beigemengt, die Schieferflächen bedeckend. An der Aussen- 
fläche nicht selten durch eine bis zolldicke braunrothe Yerwittemngsrinde 
begrenzt. Das Korn oft so fein, dass der Stein einem homogenen Kalk- 
stein ähnlich wird, zuweilen auch von der Grösse kleiner Erbsen, den 
Cicerckino bildend. Die einzigen organischen Ueberreste sind Fucoiden, 
besonders Chondr. intricatuA und Chondr. Targionü, und Helminthoiden 
oder Xemertiliten ; oft sind auch die Schichtflächen mit unbestimmbaren 
verkohlten oder braunen Pfianzentrümmem bedeckt. Dickgeschichtet, 
plattenfönnig bis schiefrig. Die dicken Schichten öfters von Spathadem 
durchsetzt, die dünnem abwechselnd mit Mergel, aus welchem sie zahn- 
artig hervorragen. — Ueber dem Nummulitenkalk , mit dem jungem AI- 
berese, als obere Masse , einen grossen Theil des Apennins bildend 
and, in neuerer Zeit unterschieden von der früher auch Macigno genannten 
Pietra-farle, die der Kreide zufilllt. — Der Macigno stinmit petrographisch 
nnd paläontologisch überem mit dem alpinen Flysch, der auch von 


150 Macrocephaiosschichten — MBandrinaschichten. 

Fatbb als Madgno alpin beschrieben wird, nachdem ich, 1842, ebenfalls 
diese Benennung yorgescfalagen hatte. 

Taboioni, Reisen, 1787 ; Pabbto, Bull. geol. 1865^ CooOHi, Bull, 
g^ol. 1856 ; Qrattabola, Viale de! Colli, Bull. geol. N* 4, 1870 j 
Studbr, Siructure des alpes, in Djssob Nouv. Ezcurs. 1845; — 
G. d. S. 1853; Favbb, Savoie, 1867. 

Maerocephalnssehlcliteiu 

Unteres CaUovien d*Obb. Fer oolithiqne sonsozfordien Masoou. 
Feste, zn Bausteinen benutzte bläulich- oder rauchgraue, merglichte Kalk- 
bftnke, yorherrschend aber gelbe oder braune Kalksteine yon geringem 
Zusammenhalt erscheinen in einigen Ghegenden als Hauptmasse. In der 
Regel enthält diese kleine, linsenförmige Körner yon Brauneisenstein und, 
in andern Gegenden, wird dieser Linseneisenstein so yorherrschend, dass 
die Gnmdmasse yerschwindet und das Erz mit Yortheil abgebaut wird. 
Die Erzbänke besonders sind reich an Petrefacten, unter welchen Ammm» 
macrocephaliLS und yerwandte Arten bezeichnend sind. Die Mächtigkeit 
dieser Stufe ist gewöhnlich auf wenige Meter beschränkt, zuweilen fehlt 
sie ganz. Als unterstes Gallovien liegt sie auf dem Bathonien und wird 
bedeckt yon den Omatenthonen. Reiche Fundorte yon PetreCacten sind 
im Jura die Eisenerze yon Ghanaz, am N Ende des Bourgetsee^s, Glncy 
bei Salins und die BausteinbrQche des Kronbergs bei Frick im 
Aargan. In den Alpen scheinen die früher als Calloyien gedeuteten Eisen- 
erze, zwischen Gneiss und Hochgebirgskalk liegend, der etwas tiefem Stufe 
der Parkinsomschichten zu entsprechen, obgleich Calloyienspecies auch 
nicht fehlen. 

Studbb, G. d. S. 1853; Bachmann, Bern. Mitth. 1863; MöBCH, 
Aarg. J. 1867. 

MiBandrliiaschichteii Mosoh. 

Feste, bräunlich-gelbe Oolithbänke, abwechselnd mit schiefrigen grauen, 
seltener gelben Mergeln. Bezeichnet durch Cidaris mcBondrina Ao., auch 
yersdiiedene Biyalyen enthaltend; in einigen Gegenden mit Corallenfades. 
Es sind, Aber den Sinuatusschichten, die obersten Schichten des mittleren 
Hauptrogensteins, bedeckt yon dem oberen Hanptrogenstein , der die Par- 
kinsonischichten yertritt Die Mächtigkeit beträgt in der Regel nur wenige 
Meter und öfters fehlen sie ganz. 

HöBCH, Aarg. J. 1867. 


]fagereii3cbichteii -^ Majolica. 151 

Mag^rensehiehten Esohkb. 

Hellere and dunklere körnige Kalksteine, in den tiefern Lagern etwas 
T&thlicfa, mit zahlreichen Qnarzkömem, Ockerflecken nnd Trttmmem von 
Belenmiten. Unt^geordnet sind dOnne Lagen von Qoarzsandstein und 
gnuiem Qnarzit. Die verwitterte Aossenfl&che ist auffallend rauh, nnd 
weniger geschätzte Hassen zer£allen in cnhische Trümmer, oder erzengen 
minenartige Gestalten. Die zahlreichen Belenrniten gehören dem mittlem 
oder oberen Lias an. Ansserdem fand Bagbhank nur ein Exemplar von 
Tereb. nunMmalis ans dem Liasien. Die 900 bis 1000 Fnss mftchtige 
Scfaichtenfolge ist am schönsten entwickelt auf der Wasserscheide zwischen 
dem Semf t- nnd dem Seezbach, auf dem Mageren nnd Goggeyen, 
zeigt sich aber auch auf der Ostseite des Gl&rnisch und an anderen 
Stellen. BAcnicAini gUubt sie in der Nähe des Gol-de-Bonhomme wieder 
erkannt zu haben. 

BaOHMANN, Bern. Mitib 1863; Esohbb, echriftl. Mitth. 1871. 

Magneslan-limegtone. 

Dolomitischer Kalk nnd Dolomit. In stratigraphischer Bedeutung der 
Zechstein in England. In der Schweiz nicht vertreten. 

Mainzerstafe C. Matxb. 

Frühere Benennung der Langhischen Stufe (s. d.). 

Migolica. 

Weisser, dichter Kalkstein, mit muschligem Bruch, der Politur fähig 
und als Marmor verwendet. In den oberen B&nken mit vielen Homstein- 
knanem, die auch knollige Einlagerungen bilden. Das Vorkommen von 
Fossilien wurde früher bestritten, dann glaubte man diejenigen des Yicen- 
tinischen Biancone auf die Majolica übertragen zu dürfen, was sich als 
unstatthaft erwies. Nach etwas unsicheren Angaben werden in neuerer 
Zeit Äptychus angeführt, ohne Bezeichnung der Species. Die Majolica 
bedeckt, zwischen dem Langen- und Comersee, den rothen Am- 
monitenkalk des oberen Lias, und auf ihr liegen, als oberste, an die Ebene 
angrenzende Sedimentbildung, Fucoidenschiefer. Da man in Mailand diese 
der jungem Kreide beiordnet, so wird die Majolica als jurassisch, oder 
als die tithonische Stufe repräsentirend betrachtet 

Bbumnsb, Lugano, Schw. Dksch. 1852; SropPAia, Siudii geol. 1857; 
Villa, int. agli stud. di Stopp. 1858; Paseto, Bull. geol. 1858^ 
p. 57; Nbobi e Spb., Jst Lomb. 1869. 


152 UalabixBchicliten ^ MandelAtein. 

^ Malabizschicliteii Eschkb. 

Dunkel grauer, rostgelb gefleckter, körniger Kalkstein, worin Eschkr 
Cardünia hybrida, Card, condnna, Card. Listmy Micatula Hettingenm 
u. a. fand, welche den tieferen Lias der Angulatuszone bezeichnen. Die 
Bank liegt auf grauem Quarzsandstein, der, 10 — 40 Fuss mächtig, und 
mit Thonschiefer verbunden, die rothen Quartenschiefer bedeckt. Auf dem 
Malabizgrat, zwischen dem Flums- und Murgthal, N von Mageren, an 
der Sfidgrenze von St. Gallen. 

Bachmann, Bern. Mitth. 18G3; Escher, schriftl. Mitth. 1871. 

Malencogestein Thbobald. 

Grüne Schiefer, schwankend zwischen Ghloritschiefer, Glimmerschiefer, 
Homblendschiefer, schiefrigem Serpentin, in Verbindung mit beinahe oder 
wirklich massigem Serpentin, Aphanit, Diorit, Gabbro. — Als Yerbreitnngs- 
hezirk dieser Steinarten, die ein kaum zu entwirrendes Ganzes bilden, nennt 
Thxobald den Hintergrund des M a 1 e n c o t h a 1 e s , die Umgehungen 
des M. della Disgrazia und die sfidlichen Gehänge der Bernina- 
masse. Aehnliche Gomplexe von Steinarten kommen aber in anderen 
grösseren Serpentinrevieren auch vor, ohne eine Gesammthenennung zu 
tragen, so in den Alpen bei Zermatt, am M. Jovet im Thal der Dora 
haltea, in Toscana, im Ural und in andern Gegenden. 

Theobald, Bünden li, 1866. 

Mandelstein^ 

Amygdaloide. Blasige Steinarten, deren Blasen, zum Theil oder gänzlich, 
mit einem von der Grundmasse verschiedenen Mineral angefüllt sind. ~ 
Es sind bis jetzt in der Schweiz nur zwei Stellen bekannt, wo Mandel- 
steine vorkommen. Die eine ist der Gricsbachgrahen, oberhalb 
Rougemont bei Saanen. Ein Felsriss von dioritischem Mandelstein, 
theilweise eisenschüssig geröthet, bricht hier aus Flysch hervor. Die 
Mandeln haben nur die Grösse eines Hanfkoms und sind mit Kalkspath 
angefüllt Die andere Stelle ist der 2800 "" hohe Eärpfstock in Glarus. 
Trümmer einer dunkel violetten Grundmasse von Aphanit oder dichtem 
Epidosit mit Beiskom-grossen elliptischen Blasenräumen, angefQllt mit 
Kalkspath, liegen in den Halden von bunten Schiefem, welche, als oberste 
Masse des Yerrucano, den Gipfel des Berges bilden. 

Studbr, W. Schw. Alpen 1834; — Leonh. Jb. 1827; — G. d. S. 1853. 


MargaritaUiszone — Marmor. I53 

Margarltatüszone Opp. 

Mittlerer Uas if, Amaltheenthone Quekst. Galc. ä Gryph. Cymbinm 
CoTTXAU. Hellgraue Bänke von Thonkalk und Mergel, mit Ammon. mar- 
garitaiuSy Amm. spinatus u. a. , in den oberen Schichten besonders Gr. 
Cymbium, In der Regel nur wenige Meter mächtig. Nach Mösgh , der 
den mittleren Lias in zwei Stufen zerfällt, als obere Stufe, Aber den 
Kumismalismergeln, als der unteren Stufe. Nach Oppil, der im mittleren 
Uas fünf Stufen unterscheidet, über der Davayi-, unter der Spinatusstufe. 

Otwl, Jura, 1858; MöSCH, Aarg. J. 1867. 

Marine Molasse. 

S. Molasse. 

Marmor 

heisst, im weiteren Sinn, jeder der Politur fähige, in der Architectur oder 
Scalptur verwendete Kalkstein. Die Benennung wird selbst auf dem Kalk- 
stein verwandte Steinarten, wie Anhydrit (Yulpinit) und auf Gonglomerate 
(Nagelfluh) ausgedehnt, wenn dieselben geschliffen und polirt werden. Im 
engeren Sinn bezeichnet Marmor den weissen, kömigen Kalk und heisst 
dann, näher, salinischer Marmor. — Es sind in der Schweiz, sowohl 
aosländische, besonders französische, als inländische, alpine und jurassische 
Steinarten als Marmor 'benutzt worden, und viele werden fortgehend be- 
arbeitet. Weisser salinischer Marmor wird gebrochen am S p 1 fi g e n. 
Anch am Ausfluss des Triftbachs im Gadmenthal sind schon im 
vorigen Jahrhundert, und später wiederholt. Versuche gemacht worden, den 
in nicht grosser Ausdehnung vorkonunenden weissen Marmor zu benutzen. 

Grauer Marmor^ einfarbig, oder hell und dunkel geflammt, wolkig, ge- 
fleckt, zuweilen mit Spathadem, oder Durchschnitten von Petrefacten, ist der 
am häufigsten benutzte. Im Jura, aus den Steinbrüchen von Solothurn, 
im jflngem weissen Jura. In den Alpen , von M. Arvel bei Roche; 
in der Gegend von Interlaken, bei Gsteigwyler und Wi 1 d e rs- 
wyl, bei Merligen am Thunersee; in Bünden bei Untervaz und 
Haldenstein. 

Schicarzer Marmor^ bei S. Triphon im untern Rhonethal; bei 
Wallenstadt. 

Gelber Marmor, Tischplatten in Bern, mit vielen Durchschnitten 
von Kerineen, müssen aus dem schweizerischen oder französischen Jura 
herstammen. 


154 Mattijoae — Melaphyr. 

Bother Marmor wurde aach schon im yorigen Jahrhundert am 
M. Arvel bei Roche yerarbeitet und von Saussubb beschrieben. Es 
ist ein rother, Pectiniten fahrender Kalkstein mit weissen, granen und 
schwarzen Adern. 

Bunter Marmor ^ gelblich roth oder grOn, mit weissen, gelben oder 
fleischrothen Partie'n, wurde noch zur Zeit von GnimEB (1760) am Fnss 
des Mettenbergs in Grindelwald bearbeitet, dann vom Gletscher 
bedeckt und erst vor wenigen Jahren wieder von ihm verlassen. Bereits 
1762 fand Andbbje den Marmorbruch vom Gletscher fiberschritten. 

Matt^jone^ 

oder Creta, heisst in Mittelitalien der blaue pliocene Thon und Mergel, 
der, unter einer Decke von gelbem Sand, meist wohl erhaltene Fossilien 
enth&lt und hfiufig zu Töpferarbeiten benutzt wird. 

MeandrinaseUchteii Mosch. 
S. Mfleandrinaschichten. 

Megaloduskalk* 

S. Dachsteinkalk. 

Melaniensaiid Wobt. 

Loser, oder zu weichen, plattigen, glimmerreichen, gelblich granen 
Sandsteinen verkitteter Qnarzsand, öfters GeröUe von Granit, Gneiss, Por- 
phyr, Quarz einschliessend, 40 bis 70 Fuss mächtig. Eine Brackwasser- 
bildnng der Molasse, mit zahlreichen miocenen Blättern, vielen HeliX' 
arten, Lvmnaeen, am häufigsten MeUma Eschen, aber zugleich Austern, 
Murex, Cerithien, Lamnazähnen. Im Klettgau bei Schaffhausen, 
dem Turritellenkalk oder der Anstemagelfluh aufliegend und von Jora- 
nagelfluh bedeckt. 

WCrtbmbbbgbb, Leonh. Jb. 1862 ; - Zto. d. d. G. 1870. 

Melaphyr. 

Schwarzer Porphyr, Augitporphyr v. Buch, Aphanit z. Th. Zuerst 
von Al. Bbonoviabt definirt als schwarze Grundmasse von Petrosilex und 
Hornblende mit ausgeschiedenem Feldspath, dann durch v. Büob angewandt 
auf die Augitporphyre von Sfid-Tirol, später durch v. BiCHTHonH als 
eine Grundmasse aus Oligoklas und Hornblende bestimmt. Nach mehrerea 


MelsercoDglomerat — Mergel. 155 

andern BestimmiiBgen entscheidet sich Zibkbl, den Helaphyr als ein yei^ 
steckt krystaUinisches , znweilen porphyrartiges, hänfig mandelsteinartiges 
Gemenge Ton Oligoklas und Augit mit Magneteisen zn definiren. Die 
einzige schweizerische Steinart, die als Melaphyr gedeutet werden könnte, 
ist der schwarze, qaarzfreie Porphyr, dicht, ohne deutliche (jemengtheile, 
als trikline Feldspathhlftttchen nnd Adern von Epidot, niemals mandelstein- 
förmig, in den Umgehungen des Sees von Lugano. Derselbe enthält 
jedoch, weder erkennbaren Augit, noch Hornblende und lässt eine nähere 
Untersudiong wünschen. Die von Negri und Spbeatigo (Ist. Ital. 1869) 
bekannt gemachte Bauschanalyse ist offenbar mit sehr verwitterten Stücken 
Yorgenommen worden. 

Y. Buch, Berl. Akad. 1827; Studbb, G. d. S. I, 1853; Nsani e 
Spbbafico, Varese e Lugano, lat. Lomb. 1869. 

Melserconglomerat. 

S. Yermcano. 

Mendoladolomit t. RioHTHonN. 

Erystallinischer, drüsiger, weisser Dolomit, ohne Schichtung. In der 
obem Trias tou Süd-Tirol, an der Mendola, im Fleimser- und 
Fassathal üeber dem Yirgloriakalk , durch die ihm aufliegenden 
TnÜBchichten , Cipit- und Gassianerschichten , getrennt yon dem Schlem- 
dolomit, der petrographisch mit ihm ganz übereinstimmt, so dass, wenn 
jene Zwischenbildungen fehlen, was nicht selten der Fall ist, beide Dolo- 
mite schwer zu trennen sind. Als Petrefacten finden sich globose Am- 
monüen, Gastropoden , denen yon Esino ähnlich, und, als besonders 
charakteristisch, Crinoidenstielen ähnliche Körper. 

V. BiCHTHOFBN, Süd-Tirol, 1860. 

Menllity 

LeberopaL Graue oder schwarze Knollen yon Opal, nicht selten mit 
eingeschlossenen Süsstcasserfossilien, im Süsswasserkalk. Auch dünne Opal- 
lager, den Kalk- und Lignitlagem untergeordnet, in der Jüngern Tertiär- 
bildung yon L c 1 e. 

V. Buch, Mag. nf. Fr. Berlin IV, 1810; Jaooabd, J. Neuch. 1869. 

MergeL 

Gemenge yon kohlensaurer Kalkerde und Thon, mit yorherrschendem 
Kalkgehalt, an der Luft zerfallend. Matt, undurchsichtig, grau oder gelb, 


156 Mergelschiefer — Metamorpb lache Gesteine. 

seltener brann, roth, grfln, schwarz. Im Bruch erdig bis dicht; dickere 
Lager bildend, bis schiefrig, als Mergelschiefer. Zuweilen dolomitisch, 
oder mit Quarzsand gemengt, Eisenoxyd, Sohle oder Bitumen enthaltend. 
In einigen Gegenden reich an Fossilien. Als Einlagerung in Kalkstein- 
gebirgen, oder selbständig mächtige Stufen bildend, besonders in der ja- 
rassischen und Ereidegruppe. 

Mergelschiefer. 

S. Mergel. 

Mesozoische 

Formationen, zwischen den Paläozoischen und Kainozoischen, die Lebens- 
formen der mittleren geologischen Zelten enthaltend, fallen mit den secon- 
dären Formationen zusammen. Sie enthalten die Gruppen der Trias, des 
Jura und der Kreide. 

Messinlen. 

Etage Mess. G. Mateb. Obere Süsswassermolasse der Ostschweiz and 
von Oeningen, Süsswasserkalk von L o c 1 e , Del^mont, Cornol, 
Dinotherium-Kies vom Bois-de-Raube bei Develier. Die Stufe liegt, 
nach Mater, ttber deijenigen von T o r t o n a und unter der von A s t L 

C. Mayer, tabl. 1868. 

Metamorphische Gesteine. 

Keine, festere Massen bildende Steinart befindet sich in ihrem ur- 
sprünglichen Zustande. Ihre früher getrennten, in Wasser schwebenden, 
oder geschmolzen ausgeflossenen Theile sind durch Cohäsion, Druck, Infil- 
tration von Bindemitteln und andere Agentien mehr oder weniger fest Ter- 
bunden, oder, nach früherer Befestigung, durch Zerstörung des Cements, 
Auflockerung durch Frost, gewaltsame Erschütterung wieder getrennt worden. 
Auf diese Umwandlungen wird jedoch der Ausdruck Metamorphose nicht 
ausgedehnt. — Man fand aber, in Berührung mit Steinarten, denen man 
einen lavaartigen Ursprung zuschrieb, das Nebengestein auffallend verändert, 
gemeinen dichten Kalkstein in salinischen Marmor, graue Mergelschiefer 
in bunte, kieslige Schiefer und rothe Jaspis, Sandsteine in Quarzit über- 
gegangen, und öfters Mineralien enthaltend, Granat, Idokras, Epidot, Talk 
oder Glinmier, Gyps, oft auch Metalle, Metalloxyde oder Schwefelmetalle, 
die dem unveränderten Nebengestein fehlten, und schrieb diese Umänderung 
einem Einfluss der angrenzenden Steinart zu, den man als Contact- 
Metamorphose bezeichnete. — Aehnliche, oft identische Umänderungen 


Metamorphi6che Gesteine. 157 

sah man aber auch an grösseren Massen und ganzen Grebirgen, ohne dass 
eine Steinart, yon deren Einflnss man sie herleiten konnte, nachzuweisen 
gewesen wäre ; man schloss auf eine Umwandlung aus dem ununterbrochenen 
Znsammenhang der gewöhnlichen mit der abnormen Steinart, aus den 
LageningSTerhAltnissen der letztem, in der Decke petrefactenführender 
Sedimentgesteine, oder mit denselben abwechselnd, aus dem Vorkonmien yon 
organischen XJeberresten in derselben, da es nicht möglich war, anzunehmen, 
dass sie, in ihrer gegenwärtigen mineralogischen Beschaffenheit, wie gewöhn- 
liche Kalksteine, Thonschiefer, Sandsteine, als Niederschläge aus Gewässern 
entstanden und nur durch Druck und wässerige Cementation befestigt worden 
seien, indem keine Erfahrung der Gegenwart diese Erklärung unterstüzt, 
die Uebereinstimmung der Steinarten mit den durch Contact-Metamorphose 
erzengten dagegen auf analoge Vorgänge hindeutete. Ohne daher mit dem 
Wort eine Erklärung geben zu wollen, wurden Gneisse, Glimmerschiefer, 
Grane Schiefer, salinische Marmor, Dolomite u. s. w. , metamorphische 
Steinarten genannt, wenn aus den angefahrten Gründen sich ergab, dass 
sie frflher gewöhnliche Sedimentgesteine gewesen und später umgeändert 
worden seien. Zur Unterscheidung yon der Contact-Metamorphose hat man 
diese, auf grössere Massen ausgedehnte und nicht yon dem Einflnss pyrogener 
Gesteine herzuleitende Umwandlung latenten oder regionalen Metamorphis- 
mos genannt ; man kann ihn auch, zur Unterscheidung der stets beschränk- 
teren Contact-Metamorphose, allgemeine oder Massen- Metamorf hose nennen. 

Metamorphische Steinarten sind, wenn man dem Ausdruck nicht eine 
sehr weite Ausdehnung geben will, im Gebiete des Jura und der Molasse 
unbekannt, dagegen sehr häufig in den Alpen. Als Contact-Metamorphis- 
mns lassen sich anfflhren, die weissen, körnigen Kalksteine am Ende der in 
den Gneiss eingreifenden Keilmassen yon dunklem dichtem Kalk in Urbach 
ukd Gadmen, yielleicht auch die bunten Schiefer, Quarzite, RauchtDOcken, 
dolcmitüchen Kalksteine, die, als Zwischenbildungen (s. d.), am Nordrande 
den Gneiss yom Kalk trennen, die yon FoümnBT beschriebenen Steinarten 
in der Umgebung der Euritgänge am Trient bei Martigny, die bunten 
Farben des Flyschs und der Grauen Schiefer, nebst Entwicklung yon Glimmer 
mid Talk, im Contact mit Gjrps. — Weit allgemeiner und weniger zweifel- 
haft erscheint der Massen-Metamorphismus, so dass es schwer, wenn je, 
möglich wäre, in den Alpen einen krystallinischen Schiefer, Marmor, Dolo- 
mit o. s. w. zu bezeichnen, die man als ursprüngliche, oder auch nur als 
in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit yor dem Auftreten, des organischen 
Lebens vorhanden gewesene betrachten könnte. 

DAüBRia:, Metam. Acad. d. sc. 1860; Delesse, Origine des roches, 
1865 ; — Etades aar le Metam. 1869. 


158 Uetternichischichten — Miocene Bildungen. 

Metterniclilsclilcliten^ 

unterer Hallstädterkalk Mojbis. Hanptiagerstfttte der zahlreichen, charakte- 
ristischen Gephalopoden dieser Ealkgrappe, des Ammon. MettenUchi, Ä. 
galeifomUs, A, subumbiUcatus y A. respondens, A. tomatus^ Orthoe. 
alveolare u. a. Es liegen diese Kalke anf den Zlambachschichten und 
sie werden bedeckt vom hohem Hallstädterkalk, oder den Aonscfaiefem. 

MojSisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA. 1869; v. Haubb, Ceph. des 
Salzkg. 1846. 

Mliirolit. 

Miarolo heisst in Baveno der Granit Von Foübkxt anch anf 
einen, ebenfalls dmsigen, oligoklasreichen Granit aus der Umgebung yon 
Lyon angewandt. 

FouBNET, G^ol. d. Alp. U, p. 24. 

Mlcasclilste. 

S. Glimmerschiefer. 

Minette. 

Dunkelgraue bis bräunlich schwarze, fein poröse Feldspath-Grund- 
masse, mit vorherrschendem dunkelm Eisen-Magnesia-Glimmer, vereinzelten 
OrthoklaskOmem und zuweilen auch mit verwitterten Hornblendkrystallen. 
In den Yogesen meist als Gänge im Granit und Gneiss, selten in 
grösseren Massen. In der Schweiz bis jetzt nicht bekannt. 

VOLTZ, Minig. der Rhein, dept. 1823', Daubr^ib, Bas-Rliin, 1852^ 
KÖOHLIN-SCHLUUB., terr. de trans. 1862 •, Fault, Leonh. Jb. 1863. 

Hiocene Bildungen. 

Mittlere Tertiärbildungen. Et Falunien A u. B b^Obb. ; Oligocene und 
Neogene Bildungen in Baiern und Oesterr. ; Tongrische Stufe, Untere Sflss- 
wasser-Molasse, Marine Mol., Obere Süsswasser-Mol. in der Schweiz; Ton- 
grische, Aquitanische, Langhische (oder Mainzer), Helvetische, Tortonische, 
Messinische Stufe C. Mateb. — Das Falunien A, die Oligocenen Bildungen 
(die Tongrische Stufe) werden oft, als Ober-Eocen, den Eocenen oder altem 
Tertiärbildungen beigeordnet. Mit weniger als 50 ^, o noch lebender Spedes 
ihrer fossilen Mollusken. 


Mittelbildangen — Moloßse. 159 

Mlttelbildiingen 

nennt Thxobald die nicht genauer za bestimmenden Formationen zachen 
dem Yerrucano nnd dem Hauptdolomit. 

THBOBAliD^ Bünden I, 1864. 

Mocaasagestelne« 

Dem Flysch eingelagertes Conglomerat. Wallnnss- bis faostgrosse 
OeröUe von schwarzem, gelbem, weissem Kalkstein, grünem oder granem 
Hornstein, fein- nnd grobkörnigem Flyscbsandstein, aber ohne Granit, oder 
andere Feldspath- nnd Olimmergesteine , durch Sandstein fest verkittet. 
Anf beiden Seiten der GasUosenkette in den Freiburger Alpen und^ 
stellenweise in der SW Richtung fortsetzend, in den Waadtländer 
Alpen. 

Sttjdeb, W. Alpen, 1834-, — G. d. S. 1853. 

Molasse. 

Mergelsandstein, Braunkohlensandstein. Fein- oder kleinkörniger 
Sandstein TOn ungleicher Festigkeit, bläulich oder grOnlich grau, der blaue 
nach längerer Aussetzung grün. Die Kömer eckigt, Torherrschend Quarz, 
nweflen weisse oder farbige Feldspath- oder Jaspiskömer, selten fehlen 
schwarze oder dunkelgrüne Glauconit- oder Homblendkörnchen, oder weisse 
Glimmerschflppchen, meist nur als feine Pünktchen, zuweilen auf den Schicht* 
flftdien auch grösser und gedrängter, oder als Glimmerschlanun. Das Ce- 
wm ist ein stark aufbrausender Mergel, nach dessen Zerstörung der Stein 
in Sand zerfiült; oft für sich, als Ueberzug der Schichtflächen, in flachen 
WeUenformen, oder mit räthselhaften Beliefgestalten (Myrianites, Gyrochorte)^ 
nicht selten mit braunem oder schwarzem Pflanzenstaub bedeckt. — Die 
FesUgkeii ist in der Nähe der Alpen oft bedeutend gross, und der Stein 
p]attenf5rmig abgesondert, so dass er mit Yortheil zu Treppen und Fuss* 
hoden verwendet wird (Hilferen im Entlebuch, Luzern, Boote n« 
berg zwischen Luzern und Zug, Bach am oberen Zürichsee, Staad 
bä Borschach. In mittlerer Entfernung yon den Alpen zum Jura ist der 
Stein, wenn er noch die Grubenfeuchtigkeit besitzt, weicher, lässt sich leicht 
bearbeiten und gewinnt durch das Austrocknen genügende Festigkeit, um 
als Quader benutzt zu werden. Diess der geschätzte Baustein der Berner 
Graben, der zunehmend nach Genf, Basel, Zürich und noch femer liegende 
Orte ausgeführt wird. Nach dem Jura hin und in seinen Thälem wird 
te Steb zu mürbe, um zu baulichen Zwecken verwendet werden zu können^ 


160 Molasse. 

man benatzt ihn, nm Keller oder Wohnungen darin auszugraben (Linden- 
thal, NO von Bern, Lobsingen bei Aarberg), und häufig wird er zu 
lockerem Sand, oder erscheint als hnauermolasse (s. d.) Nach diesen 
Festigkeitsverhältnissen unterscheidet man: dichte, harte, feste, gemeint, 
löchere, sandige Molasse; nach dem Korn feinkörnige y kleinkörnige, 
grobkörnige; nach den Bestandtheilen merglichte, quarzige, granitische 
Molasse. Die Festigkeit wird jedoch, wie wir sogleich sehen werden, noch 
durch andere Einflüsse, als durch die Entfernung yon den Alpen bedingt. 
Gegen den vom Boden her in die Gebäude aufsteigenden Mauersalpeter 
werden dieselben geschützt durch eine Grundlage Ton Kalkstein, Maschel- 
sandstein oder andern Steinarten. Dass übrigens im Cemeut der Molasse 
selbst auch die Elemente zu leicht auflöslichen Salzen vorhanden seien, 
beweisen die Efflorescenzen von Bittersalz, die an mehreren Felswänden 
der Molasse (Kaufdorffluh zwischen Belp und Riggisberg; Brücke zw. 
Guggisberg und Plaffeien) auswittern. 

Als Einschlüsse und Einlagerungen kommen, nebst den später zu er- 
wähnenden organischen Ueberresten, vor: Graue, sandige halhnergely 
in schmalen oder dicken Lagern, übereinstinmiend mit dem Gement des 
Sandsteins; Bunte, sandige Kalkmergel, gelb, grün, roth, die verschiedenen 
Farben in einander verwaschen und die Mergel oft gemengt mit Nestern 
von reinem Sand oder Sandstein. Die rothefh Mergel, besonders in der 
Nähe der Alpen (Yevey, Luzern, Wäggis) und im untern Theil der 
Hügel des Seelandes, oft von grosser Mächtigkeit, wurden von Nbcksb, 
als Kothe Molasse, von der Grauen Molasse getrennt und, wohl mit Un- 
recht, als eine besondere Formation betrachtet. Es zeigt sich diese rothe, 
zuweilen auch grüne Molasse, zwischen Yevey und Ciarens und anf- 
wärts bis Chätel-St. Denis, allerdings auffallend mächtig, z. Th. be- 
deutend fest und von vielen Kalkspathadern durchsetzt. Nicht selten 
bildet der Mergel auch kleinere, knollige oder flach linsenförmige Ein- 
schlüsse, Thongallen oder heberen, theils fest, als harte Knauer, theiis 
weich und leicht auswitternd. Aehnliche, nuss- bis faustgrosse Einschlüsse 
von weisser. Kreide oder Bergmilch ähnlicher kohlensaurer Kalkerde, zu- 
weilen mit Quarzsand gemengt, kommen in der sandigen Molasse der 
Juragegenden vor. — Gyps erscheint beiBoudry, Yverdon, Gossonay, 
als Adern von Fasergyps, in der Umgebung von Genf und Frangy in 
Stöcken von dichtem Gyps, der in der Landwirthschaft benutzt wird. — 
Zuweilen auch zeigen sich Knollen oder Drusen von Schwefelkies, klein- 
kömig, oder in cubischen oder pentagonalen Krystallen, oft in enger Yei^ 
bindung mit Bruchstücken von fossilem, in Braunkohle oder Pech- 
kohle übergegangenem Holz, von eisenschüssigem, braunrothem Sandstdn 


Molassebildmig. 261 

tunachlossen. — In der Waadt, am Zttrchersee und in andern (hegenden 
bildet die Pechkohle auch ausgedehnte, mehr oder weniger mächtige Ein- 
lagerungen, die als Brennmaterial benutzt werden. Diese Kohlenlager sind 
xneist begleitet von hell- oder dunkelbraunen bis schwarzen, bituminösen 
Kalksteinlagem, z. Th. nüt vielen Süsswassermollusken. — In der Ost- 
schweiz kommen aber auch, unabhängig von der Kohle, bis klaftermächtige 
Einlagerungen von Kalkstein vor. Gewöhnlich beträgt ihre Mächtigkeit 
indess nur einige Zolle oder Fusse. Sie sind knollig, dicht oder schiefrig, 
hellbraun, oder blau oder roth gefleckt und dienen, durch beigemengte 
Thon- oder Kieselerde, als Weiiei*kaik; so in den Brüchen bei Rüti 
Meilen, in der Umgebung von Winterthur und bei Steinenbach 
im Tössthal. — Am häufigsten sind Einschlüsse und Einlagerungen von 
Qeröllen. Bald sind nur einzeke, meist QuarzgeröUe, eingeschlossen, bald 
sind dieselben linienweise an einander gereiht, bald haben sich auch grössere 
Mengen, ans Quarz, Jaspis, Granit, Gneiss, Kalkstein bestehend, zu Nestern 
und dickeren Lagern von Nagelfiuh vereinigt. 

Ursprünglich heisst Molasse, in der französischen Schweiz und in 
Frankreich , jeder weichere , feinkörnige Sandstein , welcher Formation er 
angehöre, feste und harte Sandsteine werden Gris genannt Erst in neuerer 
Zeit ist die Benennung, ohne Berücksichtigung der Festigkeit, auf die 
Sandsteine der Molassebildung beschränkt, zugleich aber auch auf die 
festesten Abänderungen derselben ausgedehnt worden. 

Razoumovski, Jorat, 1789; Ebel, Bau der Erde H, 1808; Studer, 
Molasse, 1825; — G. d. 8. H, 1853; Necker, Etudes, 1841; Kauf- 
MANN, Schw. Dks. XVn, 1860; Gümbbl, Bair. Alpen, 1861. 

Molassebildung. 

Subalpine Miocen- oder Neogenbildung. Jünger, als die Eocene und 
Tongriflche Stufe, älter, als die ältere, die erratische und die jüngere Kiesbildung. 
Die verschiedenen Abänderungen der Molasse bilden, mit ihren Ein* 
lagerungen und in Verbindung mit der Nagelfluh, bis in unbekannte Tiefe 
den Boden des schweizerischen Mittellandes, zwischen den Alpen und dem 
Jura, verbreiten sich auch in alle grössern Längethäler des letztem, über- 
schreiten aber nirgends den Nordrand der Alpen. — Nach dem Yorkonunen 
organischer üeberreste unterscheidet man marine oder Meeresmolasse und 
Simwassermolasse , zwischen welchen meist beschränkte braddsche Ab- 
lagerungen ein Verbindungsglied bilden. 

Die Meeresmolasse enthält eingehigerte Bänke von festem grauem 
Mergel, welche dicht gedrängte Steinkeme, selten noch erhaltene Schalen 

11 


162 Molassebildnng. 

von Turrüellen, NaUcOy Murex, Venus ^ Panaptßa, Cardiumy Osirea, 
Pectenetc. enthalten. So an den reichen Fandorten bei Bern, Lnzern, 
St Gallen. Einige Lager enthalten, statt dieser mannigfaltigen Ge- 
schlechter, ausschliesslich Torritellen, oder Yenns, oder grosse Austern. 
Mit diesen Muschelbänken sind, in weit grösserer Mächtigkeit, Molassen- 
bänke verbunden, die ganz leer sind an organischen üeberresten, oder nur, 
als Seltenheit einen vereinzelten Lamnazahn finden lassen. Diese homogene 
marine Molasse liefert vorzugsweise bei Bern die Quadersteine und, näher 
nach den Alpen hin, Platten. — Als bradäsche Molasse lässt sich der 
Miuchelsandstein einordnen der, mit allerdings sehr vorherrschenden 
marinen üeberresten, Knochen und Zähne von Landthieren enthält und 
alle Charaktere einer Strandbildung darbietet. Noch entschiedener zeigt sidi 
der brackische Ursprung im Ralligsandstein und in den Muschellagem 
oberhalb Tägertschi und bei Hanigen, zwischen Bern und Thnn, z. TL 
auch bei Luzern. — £in grosser, vielleicht der vorherrschende Theil 
der Molasse ist Süsswassermolasse , bezeichnet durch Anhäufungen von 
Blättern mannigfaltiger Laubbäume, wie in der Blättermolasse, oder von 
Landthieren, Beptilien, Süsswasserfischen , Insecten, wie zu Oeningen, 
durch Pechkohlenlager, mit denen Kalklager und bituminöse Schiefer voll 
Sttsswasser- und Sumpfconchylien in Verbindung stehen, oder durch ver- 
einzelt vorkommende Landpflanzen und Landschnecken, besonders Heiw. 
Häufig kommen in der Sttsswassermolasse Einlagerungen und Streifen bunter, 
besonders rother Mergel vor, die in der Meeresmolasse ganz zu fehlen 
scheinen; auch ist der Sandstein meist locker und zu baulichen Zwecken 
untauglich. In andern Gregenden enthält die Süsswassermolasse feste Sand- 
steine, die zu Pfeilern und Gresimsen, wie bei Archamp am Saläve, zn 
Quadern, wie in der östlichen Waadt und zu St. Margarethen bei 
Bheineck, und selbst zu Pflastersteinen, wie zu Heiden, Trogen und 
Teufen in Appenzell, gebrochen werden. Man unterscheidet, besonders 
in der Ostschweiz, eine Untere Süsswassermolasse, wozu die Bothe Molasse 
von Yevey, die Pechkohlenkger bei Lausanne und ein grosser Theil der 
westschweizerischen Molasse, nebst der Hauptmasse der Nagelfluh gezählt 
wird, eine Meeresmolasse, welcher der Muschelsandstein des west- 
schweizerischen Seelandes und der Aargauer Steinbrache angehört, näher 
an den Alpen die Hagel bei Bern und Luzern bildet, in der Ostschweiz 
aber sich auf eine schmale Zone verengt, und eine Ob&re Süsswasser- 
molasse, welche, der Meeresmolasse aufgelagert, den grössten Theil der 
Cantone Zarich, St. Gallen und Thurgau bedeckt und der auch Oeningen 
angehört. C. Mavsb theilt die Molassebildung in fOnf Stufen. Von unten 
nach oben folgen sich: 1. Aquitankn, 2. Langkien, der unteren SOss- 


Momonsyenit — Muschelkalk. 163 

wassennolasse entsprechend, 3. Helvetien oder Meeresmolasse, 4. Tortonien, 
5. Mestinien, zusammen die Obere Sttsswassermolasse bildend. 

Studjbr, Molasse, 1825; — G. d. S. 1853; — die natürliche Lage von 
Bern, 1859; MoussoN, Baden, 1840; Esohbr, E. Zürich, 1834; Heer, 
Oeningen, 1847; — Tertiarflora m, 1859; — Urwelt, 1865; G. Matbb, 
tabl. 1868; Würtbjcbbobb, Zs. d. g. Gs. XX FT, 1870. 

Monzonsyenit. 

Krystallinisch körniges Gremenge Ton lichtfleischrothem bis weissem 
Orihoklas, weissem OligoUas mit dentlicher Zwillingsstreifnng, and dnnkel- 
lanchgrflner Hornblende, meist anch mit tombakbraonem, stark glänzendem 
Qlmmer. — Auf der Alp MoNzoin in Fassa nnd in der Umgebung yon 
Predazzo. 

y. Buch, Leonh. Jb. 1824; v. Richthofen, Süd-Tirol, 1860. 

Morftnen. 

S. Oandecken. 

Mühlsteine. 

Es werden alle festen Steinarten benutzt, welche, in grösserer Menge, 
Qnarzkömer enthalten; Granit, meist von Fündlingen, Yermcano, alpine 
Sandsteine, tertiftrer Muschelsandstein nnd die ihm angehörende Kagelflnh, 
Torzagsweise die Mahlsteine des Rothen Sandsteins Ton Waldshnt. 

Mnrchisoniezone. 

Brauner Jura /}, Brauner Sandstein mit Eisenerzen Qüenst. — 
Eisenschttssige Bänke und graue Thonkalke, an steilen Halden als feste 
Lager hervortretend. An mehreren Stellen reich an Petrefacten, unter denen 
Ammon, MurchisoncBy Trig. striata und tuherculatay Ameula elegans, 
GertüUa subtortuosa, Pecten pumilus und disdformis/Ostrea calceoUi als 
Leitmuscheln gelten können. — Ueber der Zone der Trigonia navis, unter 
derjenigen des Ammon. Sauzd. Im Aargauer Jura, zwischen den Opalinus- 
Bchichten nnd den Sowerbyischichten, deutlich entwickelt, vom Randen bei 
Schflißiaiisen bis an den Weissenstein. Im Bemer Jura, nach Obbppik, als 
Cafe, oolühique ferrugineux, 5 bis 9"" mächtig. 

MÖSOH, Aarg. J. 1867; Grbppin, J. Bern. 1870. 

Muschelkalk. 

Mittlere Abtheilung der Trias, zwischen dem Bunten Sandstein nnd 
dem Keuper. Nach y. Albibti eingetheilt, yon unten nach oben, in Unteren 


164 Muschelkenper — Mnschelsandstein. 

Muschelkalk oder Wellenkalk y die Änhy^tgnq>pe mit Sahibon, nai 
den Oberen oder Hauptmuschelkalk, Friedrichshallerkalk. •— Im ii(Mr 
liehen Jura, sowohl im äussern Plateaugora, als im innem GlewOlbjiira, bier 
als die tiefste hervorgetretene Grundlage, mächtig aufgeschlossen, dnich 
aufgerissene Gewölbe, Bohrlöcher auf Steinsalz und Tunnelbauten, mletzt 
südlich, an den Balmbergen in der Kette des Weissensteins. In den 
nördlichen Ostalpen ist der Muschelkalk als Guitensiemer- und VirgioriO' 
kalk bekannt geworden, und entsprechende Stufen kommen auch in den 
südlichen Alpen vor. Beide glaubt Thxobald in Bänden wieder erkannt 
zu haben. Westlich vom Bhein kennt man sie in den Schweizeralpen nidit. 

Mnsclielkeaper 

nennt Gombkl die fossilreichen Stufen, die in der Grundlage und im 
Dach des alpinen Hauptdolomits auftreten. Der untere Muschelkeoper 
entspricht den Gassianerschichten, der obere der Rhätischen Stufe oder dm 
Gontortaschichten. 

GüHBBL, Bair. Alpen, 1861. 

MoscheliiAgelfliih. 

Zum Muschelsandstein gehörend, durch Uebergang desselben in ein 
Oonglomerat. Die GeröUe, durch groben Sandstein oder MuscheltrUmner 
verkittet, abersteigen selten Baumnussgrösse und bestehen aus ähnlidicn 
Steinarten, wie die der bunten Nagelfluh bei Thun, rothen und grOnen 
Graniten und Porphyren, Syenit, Quarz, Jaspis. Homstein, Serpentin n. s. w. 
Das Gement ist meist so reichlich vorhanden, dass die (lerölle sich selten 
berähren. Zuweilen sind die Muschelschalen verschwunden und haben 
leere oder mit Kalkspath bekleidete Bäume zurttckgelassen. — Der sfid- 
liebste Punkt, auf dem die Muschelnagelfluh auftritt, ist Surenhorn, auf 
der Höhe des Frienisbergs, zwischen Bern und Aarberg; beiSchnott- 
wyl, am westlichen Fuss des Bucheckberges, auf dessen oberer Fläche 
der gewöhnliche Muschelsandstein verbreitet ist, wird die Nagelflnh zu 
Mühlsteinen bearbeitet; man findet auch Steinbrüche derselben an den 
Hügeln zwischen Büren und Biel, am Jolimont und auf der HöIm 
des Vully. 

Mnschelsandsteiii. 

Aargauersandstein v. Humb. Kleinkörniger, fester Sandstein, grflnlidi 

grau, vereinzelte oder zerstörte Schalen von Austern, PectinUen, Cardiei^ 

Qasteropoden, Zähne und Enochentrümmer von SäugeOderen, oft Zähne 

on Lamna, Carcharias u. a. Fischen einschliessend. Der Mnscbelsand* 


MuBchelsandstein. 165 

stein ist in der Schweiz die reichste Lagerstätte von üeberresten miocäner 
Arten der höheren Thierclassen. Die Brachstücke der Conchylien oder 
Eaikspath bilden z. Th. das Cement. Znweilen sind einzelne kleine Ge- 
schiebe Ton Quarz, Homstein, Gneiss, Granit, Kalkstein eingeschlossen, 
oder »bsen- bis bohnengrosse Knollen von ölgrfinem festem Thon mit 
starkem Gehalt yon phosphorsanrer Kalkerde. Derselbe grtlne Stoff bildet 
Ueberzflge der organischen Trümmer. Das Ganze trägt das Gepräge einer 
Strandbildong; anch kommen Schichtflächen vor, die dicht mit Steinkemen 
Ton Gardien, oft auch mit einer Mactra oder Yenos ähnlichen Bivalve oder 
mit Pectinitenschalen, bedeckt sind. Die Steinart ist deutlich geschichtet, 
bald in dünnere Bänke, die als Platten verwendet werden, bald in dickere, 
die man za Bausteinen, Branntrögen a. a. benutzt — Der Muschelsandstein 
ist ein Glied der Molassebildung und zeigt sich, nach dem Jura hin oder 
auch in den Thälem des Jura, oft als die obere Decke der Hügel, deren 
tiefer liegende, lockere Molasse er gegen die Erosion geschützt haben mag. 
Die Benennung Mmchelsandstein wird übrigens auch als eine petrographische 
and nicht, geologisch, eine bestimmte Stufe der Molassebildung bezeidi- 
nend, gebraucht; es kommen z. B. am Längenberg bei Bern und wohl auch 
anderwärts, Lager von Muschelsandstein oder lumachellartige Anhäufungen 
vonPectiniten undCardien in sehr verschiedenen Höhen in der marinen Molasse 
vor, deren Fauna keine Trennung von der letzteren zu rechtfertigen scheint 
Berühmte, z. Th. schon von den Römern betriebene Steinbrüche sind die 
der Tour de la Moliäre, zwischen Payeme und Tverdon, und, im Aargau, 
die Steinbrüche von Lenzburg, Othmarsingen, Meilingen, Würen- 
los. Die Steinart zeigt sich auch in der (jegend von Chambery und 
an der Perte-du-Rhöne, scheint aber in der Umgebung von Genf und 
jo der SW Waadt zu fehlen. Im Osten der Schweiz kennen wir sie auf 
der Kordseite des Ueberlingersee's und in Süd-Baiem. Auf der Südseite 
des Bodensee's werden die Seelaffen von Staad und Grub, am Ror- 
schacherberg, als dem westschweizerischen Muschelsandstein entsprechend 
betrachtet Sie sind der marinen Molasse eingelagert, ohne grüne Kömer 
und Häutchen, und eher den lumachellartigen Bänken der Westschweiz zu 
vergleichen. 

Razcuwobaki, bist nat. du Jorat, 1789; Studbb, Honog. der Holasse, 
1825; — Geol. d. Schw. n, 1853; Schill, Tert. Abi. nördl. v. Boden- 
see, 1858; GüMBBL, Baier. Alpen, 1861; Dbickb, nutzbare MinerL 
St Galler Yerh. 1863; Hbxb, Urwelt, 1865. 


166 Kagelflnli. 

Nagelfloh. 

Oompholite Bbgk. Im engeren Sinn die Conglomerate der Molasse, 
in weiterem Sinn auch ältere tertiäre and qoaternäre Conglomerate be- 
zeichnend. Die GeröUe sind gemndet, Ton Baomnuss- bis ApfelgrOsse, 
selten bis zn ein, oder selbst mehrere Foss Durchmesser; sie sind meist 
fest Terkittet durch ein gewöhnlich grobsandiges, grttnes oder rotheisen- 
schflssiges Cement; oft so dicht gedrängt, dass angrenzende GerOlIe sich in 
einander gepresst und Eindrücke erzeugt haben. Diese Oerölle mit Em- 
drücken bestehen in der Begel aus Kalkstein, doch kennt man auch Kiesel-, 
Granit-, DioritgeröUe mit Eindrucken. — Die Kagelfluh bildet kleinere 
oder grössere Nester und Stöcke, oder ausgedehnte Einhigerungen in der 
Molasse und, wo sie organische Ueberreste, im Gonglomerat selbst, oder 
in Yon ihm eingeschlossenen Mergeln, enthält, stimmen sie mit deigenigen 
der sie begleitenden Molasse überein; so Austerschalen oder Lamnazähne 
in der Nagelfluh der marinen Molasse, Landthierknochen, Land- oder Süss- 
wasserconchylien und Blätter yon Laubbäumen in deijenigen der Süsswasser- 
molasse. Die mächtigste Entwicklung zeigt aber die Nagelfluh, wo sie 
selbständig auftritt, in den mächtigen Nagelfluhgebirgen am Nordrand der 
Alpen, bei Thun, im Emmenthal, im Rigi, Rossberg, Speer, 
Hörnli und in Appenzell. Ihre, oft mehr als meterdicken Schichten 
fallen hier, von einer antiklinalen Linie weg, nach der einen Seite süd- 
lich, den Kalkalpen zu, nach der andern nördlich und Tcrlieren sich hier, 
als Nester und Einlagerungen in der Molasse. 

Nach den Steinarten der GeröUe unterscheidet man BufUe und Kalkr 
Nctgelfluh und die letztere zerftUt wieder, nach dem Stammort der E[alk- 
fiteingerölle , in eine Alpine und Jurctösische KaVcnagelfluh, Der Unter- 
schied zwischen Bunter und Kalknagelfluh ist jedoch ein relativer. Yiele 
Bänke Bunter Nagelfluh enthalten auch einzelne Kalk- oder Sandstein- 
gerOlle, viele Bänke yon Kalknagelfluh einzelne Granit- oder Gneisa- 
geröUe. Es kommen auch Lager von Bunter Nagelfluh yor, in denen 
man umsonst nach Kalksteingeröllen sucht und noch häufiger zeigt sich, 
besonders die jurassische Kalknagelfluh ohne Spur von Feldspath oäse 
Glinmier haltenden Geschieben. 

Die Bunte oder polygene Nagelfluh enthält vorherrschend rothe 
oder grüne, selten weisse Granite und Porphyre, Gneiss, Homblendgesteine, 
(}abbro, Serpentin, Quarz, rothe Jaspis, seltener sind Variolite und Mandel- 
steine. Es sind meist Felsarten, die, mit Ausnahme von Serpentin', Quarz, 
und den beigemengten Sandsteinen und Kalksteinen, in den Alpen nicht 
anstehend bekannt sind, und wenn man die näher verwandten zuaanunen- 


Nagelflnh. 167 

stellt, rothe Granite, Hornblendgramte und rothe Porphyre, femer Ser- 
pentin , Gabbro , grOne Granite und Porphyre, grOne Aphanite n. s. w., so 
erhilt man, als wahrsdieinliche Stammgebirge, Felsgrappen, die einen den 
nördlichen Alpen ganz fremdartigen Charakter tragen. — Die bunte Nagel- 
flnh zeigt ihre grösste Entwicklung in den Umgebungen von Thun und 
im Emmenthal, und sie erstreckt sich yon da nördlich, obgleich all- 
Mlig gegen die Molasse zurückweichend, bis Sumiswald und Woll- 
hansen zwischen Bern und Luzem. Dieselben GerOlle, obgleich beträcht- 
lich kleiner, bUden aber auch noch die Muschehmgelfluh im Seeland, am 
Fass und in den sfldlichen Thälem des Jura. Auch in der Mittel- und 
Ostschweiz, im Entlebuch, bei Luzem, am Bigi, Hörnli und in 
Appenzell enthalten mächtige AbUigerungen der Nagelfloh ähnliche 
bunte GerOlle, aber stärker gemengt mit alpinen Kalk- und Sandsteinen, 
«mter welchen besonders rothe Quarzitsandsteine, Yerrucano ähnlich, be- 
merkt werden, und in mehreren Gegenden, wie im Entlebuch, am Bigi 
und Speer behauptet die alpine Ealknagelfluh das üebergewicht. In der 
Westschweiz, bei Guggisberg und nach Yeyey hin, fehlt die bunte 
Nagelfluh. 

Die alpine Kalknagelfluh ist ein meist sehr festes Gonglomerat 
dicht gepresster GerOlle yon dunkelm Alpenkalk und Flyschsandsteinen, 
denen sich auch grflne und rothe Homsteine, weisse Quarze, nur selten 
alpine Gneisse beimengen. So auf der rechten Seite des Entlebuchs, 
im mittleren Theüe des Bigi und weiter Ostlich. In der Westschweiz, 
Ton Guggisberg nach dem Genf ersee, enthält die Ealknagelfluh, mit 
den dunkeln Kalk- und Sandsteinen, in beinah yorwiegender Zahl, auch 
helle, bräunlich weisse, an Jurakalk erinnernde, dichte oder oolithische Kalk- 
steine. Auch die Lagerung unterscheidet diese westliche Nagelfluh yon der 
östlichen. Bei Guggisberg ist die Nagelfluh einer über 1000 Fuss 
mächtigen Masse mariner Molasse horizontal aufgesetzt; yon Ghätel- 
8t. Denis nach dem Genfersee liegt sie zwischen der Pechkohle führenden 
Sflsswassermohisse und der Bothen Molasse. Eine kleinkörnige Ealknagel- 
fluh, mit fest yerkitteten Gerollen yon Erbsen- bis BohnengrOsse wird, als 
Appenzeller Granit, besonders bei Degersheim, W yon Herisau, 
gebrochen und zu Treppen, oder geschliffen als Marmor, benutzt 

Die jurassische Kalknagelfluh enthält GtoröUe aus allen Stufen des 
Jurakalks, denen nur sparsam auch BohnerzkOmer , oder GeröUe yon 
Homstein oder Quarz, seltener noch yon Gneiss oder Granit sich bei- 
mengen, yon Erbsen- bis Kopfgrösse. Das dement ist ein gelber oder 
rother Kalksandstein, oder sandiger Thon, der auch fär sich Nester und 
Lager bildet. Die Yerkittung ist in der Begel sehr fest und Eindrücke 


168 Neooomien. 

in den Gerollen dorch ihre Kachbargerölle kommen noch häufiger vor, «U 
in der alpinen Kagelfloh. — £b tritt diess, oft ziemlich m&chtige md in 
dicke Bänke abgesonderte Conglomerat in yerschiedenen Kiveanx tot. Bei 
Locle liegt es, bei 25°* mächtig, unmittelbar auf dem obersten Jnnkalk 
und wird yon den rothen Mergeln der Sflsswassermolasse bedeckt. Es 
besteht hier ans eckigten oder wenig abgerundeten Bruchstacken, aus- 
schliesslich der jüngeren Jurastufen, und die Elemente erreichen zuweilen 
die Grösse von einem Gubikmeter. Im Jura yon Bern, Solothnrn 
und Basel trägt die Felsart ihren normalen Charakter abgerundeter, 
massig grosser GeröUe aus allen, vorherrschend aus den Jttngem Kalk- 
bildungen des Jura und liegt auf älterem oder jttngerem Jurakalkstem, oder 
wie bei DeUmont, 6 bis lö"* mächtig, auf dem Bohnerz und enthalt 
hier auch Bohnerzkömer beigemengt Die Auflagerung yon Sflsswasser- 
molasse zeigt sich hier wie bei Locle und, da an andern Stellen im Dels- 
bergerthal (Deyelier-dessus) zwischen dem Bohnerz und der 
Blättermohisse die Tongrische Stufe liegt, so ist die Ealknagelfluh wohl 
auch der letzteren beizuzählen. Nach Qüiquxbsz kommen wenig mftchüge 
Lager yon Kalknagelfluh auch mitten in der Bohnerzbildung yor. Gbifpik, 
EöOHLiN u. A. yereinigen daher die Ealknagelfluh yon Del^ont mit der 
Bohnerzbildung. Während in diesen Gegenden die Nagelfluh im Thalboden 
bleibt, erscheint sie im Basler Jura yorzflglich auf den Hochflächen. GeröUe 
yon Muschelkalk sind darin yorherrschend. Bei Tenniken, südlich yon 
Sissach, liegt sie über einem ausgezeichneten Muschekonglomerat. S. 
Tenmiker Stufe. Im Aargauer Jura, wo wir die Ealknagelfluh besonders 
auf der Hochebene des Bötzberges finden, liegt dieselbe, nach MoscUf 
auf der oberen Süsswassermolasse und wird yon Mergel bedeckt, der Land- 
Schnecken enthält, scheint also Jünger, als diejenige des westlichen Jura. 
Im Klettgau bei Schaffhausen wiederholen sich, nach WonTKüBsaasB, 
die Aargauer Verhältnisse. Die Juranagelfluh liegt daselbst auf den obersten 
Höhen, bei 50 Fuss mächtig, als Decke der yiele 100 Fuss mächtigen 
oberen Süsswassermolasse und letztes Glied derselben. 

Studer, Melasse, 1825; -- G. d. 8. 1853; EsomR, K. Zürich, 1834; 
Kaufmann, Sohw. Dks. XYII, 1860; Mösoh, A. Jura, 1867 ; Gbbppin^ 
Jura Bern. 1870; KOohlin, BulL g^L 1856; Nöogbrath, Jb. d. BA. 
lY, p. 667; WtBTBNBBBGSR, Elettgao, Zs. d. d. G. 1870. 

NeocomieiL 

Terrain Neoc Aeltere Ereidebildung, Neooombildung. — Unter dem 
ürgonien oder Gaprotinenkalk , über dem Yalanginien oder der untersten 
Ereidebildung. Das Neocomien trägt im Jura und in den Alpen einen 


Neocomien. 169 

alnreieheiiden petrograi^schen und zum Theil poläontologischen Typns, so 
daas nur ans der entsprechenden Lagerung und einer beträchtlichen Zahl 
flbereinstinimender Fossilien die Gleichzeitigkeit beider Formationen her* 
Torgeht. 

Der junusische Neocomien zerfällt in zwei Stufen. Die obere ist, in 
der Umgebung Ton Neuchfttel und bis Biel, wo sie abschneidet, ein 
gelber, dichter, zuweilen oolithischer Kalk, in dickeren Bänken, die zum 
Tbeil, seit ältester Zeit, einen trefflichen Baustein liefern. Nach der Waadt 
hin wird der Stein grau und blau, merglicht und dOnner geschichtet 
Petrefacten sind nifht häufig und nähern sich, in den hohem Bänken» 
denen des ürgonien. Die untere Stufe besteht aus bkuen Mergeln, Mames 
fHauterive Mjlboou, reich an Fossilien, besonders mannigfGiltigen Oastero- 
poden und Acephalen, als Leitfossilien gelten Toxaster complanatus^ 
GryphcBa Couloni^ Bhynch. depressa. Die mittlere Mächtigkeit des 
jurassischen Neocoms wird auf 40*" geschätzt, in mehreren Gegenden, wie 
bei Keuch ätel, steigt sie aber weit höher. 

Der alpine Neocomien^ Spatangenkalk, Stockhomkalk Studkb, z. Th. 
besteht vorherrschend aus grauen bis dunkelgrauen Mergeln und Mergel- 
schiefer, mit Einlagerungen von grauem bis schwarzem, thonigem und 
sandigem, knolligem oder plattenfSrmigem Kalk. Einige dieser Kalklager 
enthalten graue Chamositkömer, die auf der hellbraunen Yerwitterungsfläche 
deutlich heryortreten. Durch Goncentration der Kieselerde entstehen auch 
harte Knau^r, fest und dicht, oder sandig und zerfressen, aus den hohen 
Mergelhalden in wulstartigen Gestalten hervortretend. Die Mächtigkeit 
dieser Stufe beträgt oft mehrere hundert Meter, ist ein Hauptglied der 
nördlichen Kalkzone, in der Kette, welche Bern von Wallis scheidet, in 
der Gruppe des Faulhorns, in der Kette, die von Merligen am 
Thunersee nach dem Pilatus fortsetzt, und in den nördlicheren Kalkgebirgen 
der Ostschweiz. — Einen andern Gesteinscharakter zeigt der Neocomien 
in den Gebirgen des Stockhorns und der Freiburgeralpen. Er 
zeigt sich als ein reiner dichter Kalkstein, mit muscheligem Bruch, grau 
mit donkelgrauen Flecken, dOnngeschichtet, lithographischem Kalk ähnlich. 
Die Formation bildet vorherrschend, mit steiler Schichtenstellung, die innem 
imd hohem Theile des Gebirges, mulden- oder fächerförmig zwischen 
Jurassische Kalksteine eingeschlossen. Während im Jurassischen Neocomien 
die Cephalopoden nur sehr untergeordnet vorkommen, erscheinen sie im 
äl^rinen weit vorherrschend und zwar nicht nur geschlossene NauHlus und 
Ammonium, sondern Crioceras, Tooeoceras u. a. Charikterisch sind Belemn. 
fiiiülifamiig und JB. latus, NaiUilw pseudoeleganSj Amm. neoooimenm^ 


170 Neogene Bildnngen — Kiesensandstein. 

Orioceras Duoälüj Aptychus Didayi, Bhf/nch, d^essa, Tereb. diphyoides, 
Toacaster complanatus. 

DB MONTMOLUN, Cr^tao^ du Jura, M. de Neach. L 1835; PicrBT, 
Paliont. snisse, S. Groix, 1858—1867; Jaccabd, Jura Yand» 1869; 
Brukneb, Stockh. Schw. Dks. XY, 1857; Faybb, Same, 1867; 
Kaufmann, Pilatos, 1867. 

Neogene-Bildnngen 

heissen, nach Höbnxs und Subsb, die jüngeren Tertiärbildongen, oder plioc^nen 
und mioc^nen, im Gegensatz der älteren oder eoc^nen. Die tongrifiche 
Formation wd als jüngste eocdne Bildong betrachtet, 

N6op6tres 

nannte ds Saussubx die Petrosilex des Secondärgebirgs , oder die ffam- 
steine Wssnsbs, im Gegensatz der Palaiop^tres, der Petrosilex des PrimitiT- 
gebirges, der Feisite, Felsitporphyre, Felsitschiefer der neuem Petrographie. 

DB Saüssübb, Yoj. § 1194. 

Nerlneenkalk Thibiua and Thübmann. 
S. Diceras-arietinaschichten und Corallien. 

New-red-sandstone^ 

englische Benennung des Bunten Sandsteins^ der untersten Trias, im 
Gegensatz zum, im westlichen Grossbritannieu weit Terbreiteten Old-red- 
sandstone des Primärgebirges. 

Niekelene 

wurden in den fünfziger Jahren, durch eine Berliner Gesellschaft, auf der 
rechten Thalseite des Anniviersthales im Wallis ausgebeutet, oberhalb 
Ayer. Die Erze, vorherrschend Chloanthit und auch RothnkkeUdeSt 
brechen nesterweise auf Braunspathgängen, die im Grünen Schiefer Tor- 
konounen. Aehnliche Erze werden aus dem Bagnethal angezeigt. 

GntASD, geoL Wandgn. 1855. 

Niesensandsteln. 

Feinkörnige, feste, dunkelgraue Sandsteine, dick- oder dünngeschichtet 
bis schiefrig, die Schichtflächen zuweilen mit grauem Glimmer bedeckt 
Häufiger indess eckigte oder gerundete Körner, Ton Gerstenkorn- bis 
Erbsengrösse , ohne sichtbares Gement fest in einander yerwächsen. Die 


Kiesenscliiefer. 171 

Körner Torherrschend donkelgraaer Kalk, graner Thonschiefer, Quarz und 
Homstein, yorzngsweise bezeichnend aber ledergelbe Kömer von erdigem 
Thon. Selten fehlen weisse Olimmerblättchen. Dnrch das Yorherschen 
des Kalks übergehend in klein- bis grosskömige Kalkbreccie, die man 
oft nur dorch das Vorkommen einzelner gelber ThonkOmer oder Glimmer- 
blättchen Ton homogenen E^alklagem unterscheidet. Durch Zunahme der 
QnarzkOmer seltener sich als Quarzsandstein entwickelnd. Die AussenflächOi 
dnrch das Auswaschen des Kalkes, sehr rauh. Häufig sind, zuweilen 
mehrere Zoll dicke Adern yon Kalkspath und Quarz, beide in einander 
Terwachsen. Der Stein ist deutlich geschichtet, in Bänken von mehr als 
Meterdicke bis zu dttnnen Tafeln. — An mehreren Stellen hat sich die 
Felsart als merkwürdige Brecden oder Conglomerate entwickelt. Auf- 
liegende Lager von dunkelm Kalkstein sind in oft mehrere Meter grosse 
Trflnmier zerspalten, ohne ihre Lage zu verändern, in die Spalten ist klein- 
körniger Sandstein eingedrungen und hat die TrQmmer zu einer grossartigen 
Brecde verkittet. Oder, es sind gerundete , grosse Blöcke von Gneiss, 
Talkschiefer, Quarz, Kalkstein, die vom kleinkörnigen Sandstein umschlossen 
sind. S. Sepey.'Conglomerat. Von Petrefacten haben sich bis Jetzt nur 
die gewöhnlichen Flyschfucoiden und Helminthoiden finden lassen, auf 
£mlagemngen yon schwarzem Mergelschiefer. — Der Niesensandstein bildet, 
in einer Mächtigkeit von nahezu 1000", die obere Masse der Kiesen- 
kette, die, von den Querthälern der Lenk, von Lauenen und Gsteig 
dnrchbrochen , von Wimmis bis Sepey in den Ormonds fortstreicht. — 
Die Steinart stimmt in vielen Beziehungen ganz flberein mit Flyschbrecde, 
Qnmigelsandstein, Chablaiskalk. 

Stttdbb, W. S. Alpen, 1834; — G. d. S. 1853. 

Niesenschiefer. 

Schwarze, zu Dachschiefer benutzte Mergelschiefer, petrographisch 
nicht verschieden von den Dachschiefem von Glarus (s. d.), bis Jetzt 
aber nur die gewöhnlichen Fucoiden und HelnUrUhoiden des Flyschs, niemals 
Fische oder andere thierische Ueberreste enthaltend. Die Schieferbänke 
nnd von ungleicher Spaltbarkeit und Festigkeit; auch konunen Einlagerungen 
Ton Niesensandstein vor. — Diese Schiefer bilden, in einer Mächtigkeit 
Ton mehreren hundert Meter, die Grundlage der Niesenkette und werden 
Ton der Hauptmasse des Niesensandsteins bedeckt. Ihre Grundlage ist 
nidit mit Sicherheit bekannt; in beträchtlicher Ausdehnung tritt indess 
nnter ihren tieferen Massen Gyps und Bauchwacke hervor. 


172 Nollen — NnUiporenkalk. 

NoUen« 

Runde Httgel. Im bernischen Hochgebirge, von Alten her flblidie 
Benennung, entsprechend den Raches moutannies in Savoien, wofür man 
den Ausdruck Rundhöcker vorgeschlagen hat 

Norische Stufe Mojsisowiob. 

Untere Abtheilung der oberen alpinen Trias, von oben nach unten 
sich theilend in die £[alorische und die Oenische Omppe, zrächen welche 
der Partnach-Dolomit eingeschoben wird. 

Mojsisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA.. 1869. 

Nafenenschlefer. 

Unvollkommen schiefrig, verwachsen feinblättrig; eisenschwarz, bei 
frischem Bruch halb metallisch glänzend, die Aussenfläche schwarz und 
matt; in Säuren stark brausend, der Rückstand nicht zerfallend, aber 
leicht zerdrttckbar. Die Oberfläche oft voll rundlicher Knoten von Schrot- 
grOsse und flach prismatischer, schlecht begrenzter, 1 bis 3 Centimeter 
langer Stäbchen, äusserlich nicht verschieden von der Gmndmasse. Metallisdi 
glänzende Punkte glaubte Labdt als Magneteisen zu erkennen. Im frischen 
Bruch zeigen sich die rundlichen Knoten deutlich als kirschrother Granat, 
der in einigen Trtkmmem auch in regelmässigen Dodekaedern enthalten 
ist, die Prismen sind bald als Sta%aroUthy von CnABPEirnKB als CauseranU 
gedeutet worden. Dieselben Schiefer enthalten auch Belemniten, weiss, 
als fasriger Kalkspath, aber nicht aus der Masse abzulösen. Auf dem 
Bergjoch der Nufenen, an der Quelle des Tessin, bilden die Schiefer 
einen grossen Trümmerhaufen, der von dem sttdlichen Gipfel herstammt. 
Sie gehören aber, wie auch Labdy berichtet, derselben Schiefermasse an, 
die ostwärts nach dem Lukmanier fortstreicht und auf Gampolongo 
vom Dolomit bedeckt wird, westwärts, Aber Gries und Binnen, sich mit 
den Wallisschiefem verbindet. S. Oraue Schiefer. 

Lardy, Gotthard, Schw. Dks. I, 1833; Studbr, Mem. Soc G^l., TT 
8«rie I, 1844; — G. d. S. 1853. 

Nnlllporeiikalk. 

Aus NuUiporen, vorzttglich N. ramosissima bestehende Kalksteine, 
welche den grossem Theil des Leithakalks bei Wien bilden. Die NuIU- 
poren, von Lamabo als Steinkorallen, später, von HAmiNOBB, als Oolith 
ähnliche Sinterbildungen betrachtet, sind nach Ungxb Erzeugnisse einer 


Nnmiamalismergel — Nnnunolitenkalk. 173 

Kalk absondernden Alge. Es sind kngelige , Yerftstelt knollige , Blomkohl 
iUmliche Kalkkörper, ohne vom Auge erkennbare innere Stractor. 

Suxss, Boden von Wien, 1862. 

Nnmismalismergel Mosoh. 

Hellgrane, leicht yerwitternde Thonkalke, reich an Fossilien, wovon 
Terebr. nunüsmoUis charakteristisch ist, ausserdem mehrere Khynchonellent 
Sfmifer, Myen, Ammaniten, Höchstens 2*" mächtig, als tiefere Stufe 
des Mittleren Lias. 

Möscu, Aarg. J. 1867. 

Nnmmiiliteii-Bildiiiig. 

Aelteres Terti&rgebirge z. Th. Eoctoe Bildung z. Th. In den schwel- 
lerischen Alpen zwischen dem Seewerkalk oder der jttngem Kreide und 
dem Flysch, oder der obem Eocänbildung, im Jura fehlend. Die Mächtige 
keit ist sehr ungleich, kann aber mehrere hundert Meter betragen. Die 
Steinarten sind Ejilksteine, zuweilen fast verdrängt durch Petrefacten, 
sandige Kalksteine, Quarzsandsteine, nur untergeordnet sandige Mergel- 
schieCer. Als Einlagerungen kommen vor: Nester und Lager von Stein- 
kohle und, besonders in den Baierischen Alpen, Lager von rothem Eisen- 
rogenstein. Die Bildung ist reich an organischen Ueberresten. Einige 
Lager bestehen fast nur aus NummuUten, OrbitoUien u. a. Foraminifeem, 
andere enthalten in Menge Fossilien verschiedener Stufen des Pariser Grob- 
kaiks. Mit der Steinkohle sind an mehreren Stellen Lager mit Fossilien, 
die einen brackischen Charakter tragen, verbunden. Die Nummulitenlager 
erstrecken sich, aus Savoien her, über einen grossen Theil der nördlichen 
Kalkalpen nach Sfld-Baiem und Salzburg. Sie fehlen in dem ganzen Bezirk 
zwischen der Arve und der Aare nördlich von der Niesenkette und in 
dieser selbst; sie fehlen auch auf mehreren hohen Gipfeln, wie Buet, 
Blflmlisalp, Wetterhorn, an deren tiefem Gehängen sie vorkommen, 
doch erheben sie sich auch an der Dent-du-Midi, an den Diablerets 
and auf andern Gebirgen zu bedeutenden Höhen. — G. Matbb erkennt 
in der alpinen Nummulitenbildung drei Stufen, von unten nach oben: 

1. Paririen rnfMeuTf dem untern Galc. grossier entsprechend, bei 
Kressenberg, Sonthofen, Appenzell, Tberg, Bttrgen. 

2. Parigien supirieur, dem oberen Calc. gr. von Grignon entsprechend, 
bei Einsiedeln, Hacken bei Schwyz, am Pilatus, Neuhaus am 
Thnnersee. 3. Bartonien, dem Grte de Beauchamp entsprechend, zu 
Reit im Winkel in Baiem, auf Niederhorn oberhalb Beaten- 


174 Kummnlitenkalk. 

berg, an den Diablerets, Entreyernes, Pernant, Fandon. — 
Am Sttdrande der Alpen l&sst sich die in den Hügeln von Yicenza mftchtig 
entwickelte, mit Basalternptionen nnd basaltischen Tnfen in Yerbindnng 
stehende Nnmmnlitenbildnng in beschränkten, vereinzelten Ablagerungen 
bis an den Langensee yerfolgen, steigt aber nirgends, wie in den Nord- 
alpen, anf höhere Gebirge, daher sie auch hier zuerst, durch Arduino, 
als tertiär bezeichnet wnrde. 

Studbb, W. S. Alpen, 1834; — Gr. d. S. 11, 1853; Butdcbtbb, S. 

Dkschr. XI, 1850; Favbb, Sayoie, 1861; Kaufmann, Pilatos, 1867; 

C. Mateb, tabl. 1857; Gümbbl, Bair. Alpen, 1861; BsonaMUST, 

Yicentin, 1823; Suess, Sitzb. d. Ak. d. W. 1868; Fugbb, Yioeni 

Tert. Geb. 1870. 

Nnrnmulitenkalk. 

Die Ealklager der Nnmmnlitenbildnng sind yerschiedener Art, rein 
oder merglicht, häufiger sandig, dicht und mehrere Fuss dicke Lager bildend, 
oder mit Neigung zum Schiefrigen, schwarz, grau, braun bis hellbraun, 
nicht selten mit Spathadem. Häufig sind dunkelgrüne GlauconUkörncken 
eingemengt, die besonders auf der Yerwitterungfläche heirortreten, zuweilen 
so gedrängt, dass der Stein in emea Chamosit ähnlichen Oolith flbergeht 
Auf diesen dunkelgrünen oder rothen Eisenoolüh wird bei Sonthofen 
im Allgan Bergbau getrieben. Lager von linsenförmigem Rotheisen, wahr- 
scheinlich Foraminiferen , konmien auch in der Nummnlitenbildung am 
Lowerzersee, in den Gebirgen Ton Bex nnd SaToien vor. Leer an 
Petreüacten, oder wahre Lnmachelle, besonders von Nummulitein und Orbi- 
toliten^ oder auch, wie an den Diablerets, auf Beatenberg, in 
Appenzell, Ton mannigfaltigen Gasteropoden, Acephalen, Echinodermen, 
An mehreren Stellen liefert dieser Kalk einen geschätzten Baustein, so bei 
Thones in Savoien, bei Merligen am Thunersee, wo indess nur Trümmer 
eines Bergsturzes der Ralligstöcke benutzt werden können. Eine eigen- 
thümliche Abänderung wird in Baiem Graniimarmor (s. d.) genannt und 
zu architektonischer Yerzierung benutzt. Eaütmank, am Pilatus, be- 
schränkt den Namen Nummulitenkalk auf die ComplanatasdUchten (s. d.) 
und trennt die ihnen aufgelagerten sandigen Pectinitenschiefer, mit Nummiul. 
variolariaj, davon ab, indem er sie, nüt dem Hohgantsandstein, als Barionr 
stufe, zu einer zwischen dem Nununulitenkalk und dem Flysch liegenden 
besonderen Stufe yereinigt. In andern Gegenden stehen indess auch Ealk- 
lager mit Species in Yerbindnng , die höhern Stufen der Nummulitenbüdnng 
entspi-echen, so inSavoien, an den Diablerets, am Thunersee, so 
dass die Beschränkung des Nummulitenkalks auf die untere Stufe Yer- 
wirrung bringen konnte. 


Nummiiliteiuandstein — Oelschiefer. 175 

Nnmmnllteiisaiidsteln. 

Herglichte oder beümh reine Qaarzsandsteine , hell- bis dankelgran, 
an der Anssenfläche weiss oder gelblich braun, dick geschichtet bis schiefrig. 
Theils ohne organische Ueberreste, theils Nummulilen, Orbitoliten, oder 
andere Organismen, AtAsiem, Pectiniten n. s. w. enthaltend. Abwechselnd 
mit Nommnlitenkalk, oder, wie der Pectiniienschiefer EAum ahn (s. d.) ; in 
beträchtlicher Mächtigkeit oft über demselben. S. Hohgantsandstein. 

Oberalmerschichteii Lipold. 

Bei Oberalm, N Ton Hallein. Weissliche Kalkschiefer, reich an 
Äptychen, zerdrückten Ammoniien und Belemmteny mit Zwischenlagern 
Ton grauen Mergeln. Ton Gombil dem Aptychenkaüc (s. d.) des jungem 
alpinen Jura beigeordnet. Im Salzgebirge yon Ischl-Anssee f and Mojs. 
die Oberalmschichten, in einer Mächtigkeit z. Th. yon 2 bis 3000 Foss und 
die höchsten Gipfel bildend, den Tenuilobatnsschichten aufgelagert und yon 
Neocom mit Apt. Didayi bedeckt, daher der Eimmeridge oder der titho- 
luschen Zone angehörend. 

Ijpold, Jb. d. BA. 1854; OGmbbl, Bair. A. 1861; Mojsisoyics, Jb. 
d. BA. 1868, p. 126. 

Obtnsnsscliicliteii Opfil. 

Schwarzer Jura /?, Tumerithone Qüekst. z. Th. ; Oberer Arietenkalk 
IfAscH z. Th. Dunkle Thone, in der Höhe durchzogen yon einer ebenfalls 
dunkeln Ealkbank mit Pholadomya Fraasi. Charakteristisch ist Ammon^ 
oUtuus Sow. {Tumeri Zibt.). Im untern Lias über den Schichten des 
Pentacr. iüberculatus , unter denen des Ammon. oxytwtfis yon Oppel. 
h Schwaben bis gegen 100 Fuss mächtig, im schweizerischen Jura gibt 
KoecH dem ganzen Arietenkalk nur 2 bis 6°' Mächtigkeit. Auch Obsppin, 
der die Stufe ebenfalls dem untern Lias einordnet, ohne jedoch Amm. 
okUms anzuführen, gibt dem untern Lias nur 3 bis 6 "^ Mächtigkeit. 

Oppbl, Jnraf. 1868; M(ysoH, Aarg. J. 1867; Gbbppin, Bern. J. 1870. 

Oelschiefer. 

Brandschiefer. Pechschwarze oder bräunlich schwarze Schiefer, so 
^h an Bitumen, dass sie meist mit Flamme brennen; in sehr dünne 
Platten spaltbar ; oft Ueberreste yon Pflanzen, Mollusken, Fischen enthaltend, 
^lias yon Boll in Württemberg. In den Alpen gehören hieher die 


176 Oeningenchichten — Oligoklasgesteiiie. 

Asphaltschiefer yon Seefeld, zwischen Zirl und Scharnitz in Tirol, 
mit Abdrücken von Fischen, eine Einlagemng im Hanptdolomit bildend. 

SchafhAutl, Brandsch. von Seefeld nnd Walgan, 1861 ; GCmbhl, Bair. 
Alpen, 1861. 

Oenlngerschichten. 

Terrain Oeningien. Platten Ton dichtem, festem Kalkstein, theils za 
Bausteinen verwendbar, theils bis zn Papierdicke spaltbar, weiss, hellgrao, 
gelb, brann bis schwarz, meist bituminös. Berühmt durch die Menge 
organischer Ueberreste aller Classen, Hkeb zählt 475 Pflanzenarten, 
866 Thierspecies der untern Classen, sehr vorherrschend Insecten, 56 Spedes 
der höhern Classen, vorherrschend Fische. Die auf ein kleines Gebiet be- 
echr&nkte Localbildung ist der obem Sflsswassermolasse untergeordnet und 
wird in zwei Brüchen, bei Oeningen und Wange[n, östlich von Stein 
am Bhein, ausgebeutet. Die Brüche liegen am Südabhang des aus Molasse 
bestehenden Schienenberges, der untere 550 Fuss, der obere 700 Fnsa 
über dem Bodensee. 

Studbb, G. d. S. II, 1853; Hber, Insectenfkana, Schw. Dks. 1847 
bis 1853; — Tert. Flora, 1855—1859; — Urwelt, 1865. 

Oenlsclie Ornppe Mojsis. 

Untere Abtheilung der Norischen oder tiefem Stufe der obem alpinen 
Trias. Sie beginnt über dem Muschelkalk, mit dünnen kiesligen Kalkbftnken, 
welche zuerst die für die obere Trias typische Halobia Lommelü enthalten, 
dann folgt eine bis 200 Fuss mächtige Dolomitmasse, aus der sich, nach 
oben, der Pötschenkalk entwickelt. Ueber diesem liegt der gegen 1000 Fnss 
mächtige Fartnach-Dolomit, der die Gmndlage der Salzlager des Salz- 
kammerguts bildet. 

Mojfiisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA. 1869. 

OUgoctoe Schicliteii Bstbioh 

entsprechen dem Bupelien und Tongrien von Dumont, dem Falnnien A 
d*OBB., dem Untern Mioc^n und Oberen Eocän Anderer. Oligoc^ne Ab- 
lagemngen zeigen sich, vom Rheinthal her, noch im Basler Jura, bei 
Pfirt, Porrentruy und Del6mont. S. Tertiftrbildungen. 
Betrich, Berl. Montsb. 1854, p. 640; — Berl. Ak. 1855. 

Ollgoklasgestelne. 

Dazu gehören, krystallinisch kömig, Diarit (Oligoklas und Hornblende), 
Porphyrü (feldspathige Omndmasse ndt ausgesonderten Oligoklaskrystallen 


OUaire — OpalmnsBchichteii. I77 

and Hornblende oder Glimmer) , Melaphyr (Oligoklas und Angit). Diesen, 
Yon ZiBKK. aufgezählten Gesteinen kann noch der Juliergranit (s. d.) bei- 
gefügt werden. 

OUaire 

Pierre ollaire. S. Topfstein. 

Omphacitfels. 

S. Eklogit. 

Oolith. 

Rogenstein. In mineralogischer Bedentang bezeichnet man damit die 
ooliUüsche Aggregationsform und spricht von oolithischem Kalkstein, Eisen- 
ooM oder Eisenrogenstein. In stratigraphischem Sinn heisst Ooliih eine 
Folge jurassischer Formationen, von denen nur ein Theil, oder selbst nur 
einzelne Lager oolithische Sti*uctur haben mögen. In England wurde 
TOü CoNTBKABx die üoliiic seiies über den ganzen Jura, vom Purbeck an 
abwärts bis zum Lias ausgedehnt und in ein Upper-, Middle- und Lower- 
Oolüicsystem eingetheilt. Später dehnte de la BfiCHs die Oolithfolge auch 
Ober den Lias aus, obgleich die oolithische Structur demselben fremd ist 
TnuBMANN beschränkt sein Groupe oulUhique auf den Unteren Jura, von 
der Dalle nacr6e abwärts bis zum Lias, führt aber noch im Mittel- Jura, 
als besondere Formation, die Ooliie corallienne an und beschreibt, minera- 
logisch, auch im Oberen Jura, oft noch oolithische Kalksteine. Mabgoü 
theilt den Jura über dem Lias in eine Obere OolUstufe, eine Oxfordstufe 
nnd eine Untere Oolitstufe, In neuerer Zeit wird, statt der längeren und 
leicht verwirrenden Benennung « Oolithische Folge » , der kurze strati- 
graphische Ausdruck •Jura» vorgezogen und Oolith nur für einzelne 
Formationsnamen , wie Inferior Oolite, Eisenrogenstein, Hauptrogenstein, 
angewandt. 

Opalinnsschiehten Mosch. 
Branner Jura a, Opalinusthone Quenst. Schichten des Amm. torulosus 
nnd der jfW^. navis Opp. — Bläulich und graulich schwarze, seltener 
braune Mergel, mit Neigung zu schiefriger Absonderung. Untergeordnet 
sind schwefelkiesreiche festere Kalkbänke. Leicht zerstörbar und Schutt* 
halden bildend. Bezeichnend ist Ammon. opalinus; im Aargau femer 
Bslheria Suessi, Trig. costeUata, Khynch. cynocephala u. a., während 
Amm. torulosus selten und Trig. navis bis jetzt nicht gefunden wurde. 
Bei 50* mächtig im Aargau, im westlichen Jura 30 bis 60"". Die 
Stufe liegt über den Jurensisschichten des obersten Lias und wird bedeckt 
von den Murchisonseschichten. 

MOBOH, Aarg. J. 1867; Gbsppin, Bern. J. 1870. 

19 


178 OpUcakH — Oniatenachidttm. 

OpMcalcit Bbo. 

Verde antico. Dichter oder körniger, oft weisser Kalkstein mit Idn 
Ton Serpentin» oder Serpentin mit Adern von Kalk. ManrinSWia 
M. Yiso, Genua, Spezia. In Bünden an der Grenze beider Steinsrteii 
Theobald, Bfinden 1864 u. 1866. 

OpUolith Bbg. 

Ist Serpentin und der toscanisdie Oabbro (s. d.). Serpentin ist der 
Oph, commtm, Oabbro der Oph. diaüagique Ton BBOHonan. 

Oppenltxerschicliteii Lipou>. 

Den Lonzerschichten aufgelagert gelbe und röthliche Ranchwidci 
mit dflnngeschichteten Kalksteinen, welche Fossilien der Baibl^rschichta 
enthalten, 60 — 80 F. mächtig, üeber denselben, als Oppemtster-Dokmitr 
eine 600 bis 1000 F. mächtige, geschichtete Masse von heUgranem oder 
bräunlichem Dolomit, mit Amm. cymbiformis (?), Pecien ßlosus , CcHm 
MelHngi, dem Wettersteinkalk entsprechend, üeber diesem Dolomit der 
Dachsteinkalk mit MegaL triqueler, 2—3000 F. mächtig. — Oppeniti 
liegt zwischen Waidhofen und Lnnz, an der Ips, in Oesterreieh. 

LiPOLD, Jb. d. RA. XY, 1865; Hbbtlb, id., p. 483; Mojsiaovicit 
Jb. d. RA. 1869. 

Orbitolitenscliicliteii. 

Der Name ist von zwei Seiten mit ungleicher Bedeatang eiiigeflüirt 
worden und droht YenTirrang zn bringen. Dilbos nennt Orhiioläenkalk 
den Kalk Ton B 1 a y e an der Oironde , mit Orb. complanata Lam. des 
Pariser Orobkalks. Emmbich nnd Gühbil bestimmen die in den Ostalpeo 
in Menge vorkommenden Orbitoliten als Orb, cunooKa Lam. und ihre 
Orbitolitenschichten fallen in das Cenonumien , oder die jingere Kreidä 
Die in den Schweizeralpen ganze Schichten erfflUenden Orbitoliten stiBaei 
dagegen oberein mit dem an der Perte-da-Bh6ne bekannten Or6. lentiadarii 
nnd diese Schichten fallen in die Aptmergel, od«r an den obentsi 
Bndistenkalk, in das Urgonien der mittleren Kreide. 

DBLBoa, If See G4ol. II, 1846; Smmbigh, Jb. d. g. RA. 1865; GfUH^ 
r. A. 1861 ; Kadfmakn, PUatas, 1867. 


Oraatensdiiehteik 

Branner Jnra (, Omatenthon Qdknst.; Oberes OattoiPkn pX>n.; Zoms 
dee ^imii« anceps und Amm, oihltia Ofp. ; Harnes esfordknieB ICabonl 


OrtenlmigenohichteD — Oifordgrappe. I79 

Mbe, graae oder blaue Thone, mit vielen, meist verkiesten, kleinen Am- 
ooiriten der Omatenfamilie, Am, omatus, cmceps, aMeia, hecticus, Lam- 
berti, cordaius n. a. Fossilien. Die Stufe liegt über den Macrocephalns- 
schichten, an die sie sich in mehreren Gegenden, auch paläontologisch 
kaum trennbar, enge anscbliesst, und unter der Biarmatuszone Opp. der 
Oxfordgnippe. Die Mächtigkeit beträgt im schweizerischen Jura in der 
Begd nnr wenige Meter. 

Ortenbnrgerschlchten Oomb. 

Grraaer Sand mit Mergelknauem , abwechselnd mit gelblichem Sand 
lad Mergel, bis 25 F. mächtig, auf weissem Jurakalk oder fij-eide, bedeckt 
toqLöss, bei Ortenburg, W von Passau. Keich an marinen Fossilien, 
die grossentheils mit deigenigen der schweizerischen Molasse, besonders mit 
dem Mnschelsandstein, übereinstimmen. 

Eqobb, Foraminif. v. Ortenb. Leonh. Jb. 1867; OChbk«, Bairische 
Alpen, 1861. 

Ortkoklasgestelne. 

Kiystallinisch kömige Felsarten mit Orthoklas sind 1) quarzhaltig: 
ötomV, GrcmUpofphyr , Felsitporphyr , Quantrctchyt; 2) qnarzfrei: 
^em't, quarzfreier Felsitporphyr, Samdmlrackyt, Phonoüth, Trachyt- 
gesteine fehlen in der 'Schweiz, die nächsten finden wir in den Euganei- 
schen Hügeln bei Padua. 

ZntxsL, Petrog. 1866. 

Oxfordgrnppe. 

Coralrag und Oxford-clay wurden zuerst in England, als mittlere Ab- 
theilong der Oolitic series, bezeichnet, später wurde unten der Eelloway- 
rock oder das CalloTien ausgeschieden. Thubhank behielt zunächst die 
B&theilung des Mittel-Jura in zwei Gruppen bei, unterschied aber in 
der oberen 1) Astartien, 2) Nerineenkalk, 3) Korallenoolith, 4) Korallen- 
^; in der untern, oder Oxfordgruppe, 1) Chaillesstufe, 2) Ozfordmergei 
ond Kelloway-rock. Maboou zieht die Chaillesstufe noch zum Coralrag und 
trennt die Oxfordgruppe in 1) ArgOYien, oder merglichten Oxfordkalk 
2) Oxfordmergel, 3) Kellovien oder unteren Oxford-Eisenoolith. Oppkl 
trennt die Kelloway-Stufe , als selbständige Gruppe, ab, fügt aber oben 
te Coralrag z. Th. wieder hinzu «nd trennt daher die Oxfordgruppe in 
1) Zone der Cidaris florigemma, 2) Scyphiakalke, 3) Zone des Aaim. 
biannatus. Mosor folgt, mit andern Namen, ungefthr derselben Ein- 


IM OxynoteiLioiie — Panchina. 

tibeiloog and unterscheidet in der Oxfordgroppe 1) 
oder ChaiUesgtufe , 2) Geissbergsch. , 3) Effingersch. , 
schiebten. 

Oxynotenzone Oppo.. 

Lias ß, Tarnerithone Quikst. z. Tb., Arietenkalk Mtats x. TL 
Donkdgrane bis schwarze Tbon- und Ealklager, mit Amaum. oacynoins, 
bifer, lacunatus, Bei. acutus, Gryph. obliqua u. a. FossflieD. üeto des 
Schichten des Amm, obtusus, unter denjenigen des Amm. raricosiabB. — 
Im schweizerischen Jura nicht selbständig entwickelt 
Oppbl, Juraf. 1868. 

PalalopMre Saüss. 

Petrosilex primitif, im Gegensatz von Neopötre oder Petrosilex ae- 
condaire. 8. Petrosilex. 

Saussurb, Voy. § 1194. 

Palalozolscli. 

Felsarten und Formationen, worin die frühsten organischen Ueberresle 
vorkommen. Nahe übereinstimmend mit der altem Benennang üd>er- 
gangs' oder Transitionsgebirgsarlen. Zwischen dem azoischen oder ür- 
gebirge und dem mesozoischen oder Secundärgebirge liegend. Die palaio- 
zoische Abtheilung ist in der Schweiz nur in ihrer jüngsten Formation, 
der Anthracit- oder Steinkohlebildung, bis jetzt nachgewiesen worden. 
Dana, Geology, 1862. 

Palentekalk Maboou. 

Dalle nacröe Thurm. Weisslich grauer Oolith, oft als Lmnachell, 
perlmutterartig schimmernd, in dünne Platten spaltend, auch in meterdicken 
Bänken, voU zertrümmerter, unbestimmbarer Fossilien. Im Ganzen 6- 
mächtig. Bezeichnend ist Bhynch. varians. Auf dem Citadellenkalk liegend 
und mit diesem dem Cornbrash, oder den Variansschichten Mösch ent- 
sprechend. Höher folgt das Fer de Clucy oder das CaUovien. Palente 
liegt NO bei Besannen. 

Maboou, Lettre«, 18ö7; Oppbl, Juraf. 1858. 

Panchina. 

LichtheUer sandiger Grobkalk, mit marinen Fossilien, die zuweücn, 
cucht gedrängt, LumacheUe bUden, als jüngstes Glied der TertiÄrbüdung 
m ioscana. 

Savi, Mem. solla Toscana, 1889. 


PttnopieenaBchicht — Partnacbschichten. 131 

Panopaßenschlcht. 

Blauer, sandiger Mergel, mit FonopcBa Menardi u. a. miocenen 
FofifflUeo, in den Hflgeln der Molasse zwischen Bern and Thnn. 

Studsr, Molasse, 1825. 

Parislen. 

Etage Par. G. Matkb. Galcaire grossier inferieur. Grobkalk mit Numm. 
brngata nnd vielen andern Fossilien. Obgleich N. laevigata in der Schweiz, 
lie auch in Baiem, zu fehlen scheint, wird der Nommnlitenkalk mit N. 
eomplanata, der an vielen Stellen der Nordalpen vorkommt, als dem 
Hotern Pariser Grobkalk entsprechend betrachtet. S. NummuHienkalk. 

Parklitöonischichten Opp. 

Brauner Jura « Qüsnbt. z. Th. Oberer Hauptrogenstein Mosch. Grande 
Oolithe, assise moyenne Greppin. — Hellbraune bis weisse, meist oolithische 
oder späthige, wenig dicke Platten, oder auch graue Kalkmergel. Mit 
Amnwn. ParkiiisoiU als Leitfossil, der indess auch in der tiefern und 
hohem Stafe vorkommt. Nach Oppsl über der Humphriesianus-Zone, unter 
der Macrocephalus-Zone. Nach Möson Aber den Mseandrinaschichten des 
mittlem Haaptrogensteins, unter den Yariansschichten. Nach Gbkppin 
üegt die Grande Oolithe auf den Acnminataschichten und wird bedeckt 
Ton Galc. roux sableux nnd Dalle nacr^. Die Mächtigkeit im Aargau 
beträgt 10 bis 16". 

Partnachschichten. 

Lettenkeuper, Lettenkohlebildung Gümbsl. Schwärzliche, sehr weiche, 
ifl Säuren aufbrausende, zuweilen glimmerreiche Mergelschiefer, abwechselnd 
But schiefrigem, grttnlich grauem, feinkörnigem Sandstein, der Glauconit- 
kömchen einschliesst, und mit festern, knolligen Lagern von thonigem 
Kalkstein; auch Knollen von thonigem ISphä>'osiderH einschliessend. Als 
organische üeberreste enthält die Stufe Baciryllium Schnüdii und andere 
Kenperpfianzen, oft in Menge, seltener Halobia LommelU. Am Triesner 
Colm, in Vorarlberg oberhalb Vaduz, bei 100" mächtig, stark ent- 
wickelt auch an der Partnach, S von Partenkirch, u. a. Stellen der 
Ostalpen. Nach Lagerungsverhältnissen glaubt Throbald die Stufe auch 
^0 den sfldlichen BOndneralpen wiedergefunden zu haben , ohne jedoch die 
^ermathnng durch organische Üeberreste nnterstatzen zu können. Die 


182 Pechkohle — Pechstein. 

Partnachschichten li^^n auf dem Virgloria- oder oberen alpinen M asehd- 
kalk and werden bededct von Hallstftdter- oder alpinem Keuperkalk. SU 
finden in den Südalpen ihren Repräsentanten in den WengenschichteiL 

Escher, 8chw. Dksch. XIEL 1863; v. Rigrthofbn, Yonurlh. JKi 
g. RA. 1859; GfMBBL, Bair. A. 1861: Thbobald, Bunden, 1864-18e6i 


Pechkohle. 

Pechschwarz, stark glänzend bis matt, mit moschligem Brach, wibm 
Steinkohle oft täaschend ähnlich , aber reicher an Bitamen and nicM a 
Goaks brennbar, meist fein eingesprengten Eisenkies haltend. Kleine Nester 
and Streifen von Kohle oder in Kohle übergegangene Worzeln and Holzstftcki 
sind nicht selten in der Molasse, aach aasgedehnte Lager von wenigen Lima 
bis mehrere Fass Dicke , meist begleitet von schiefiigem Thon oder S«sb> 
wasserkalk and zahlreichen, mit der Schale erhaltenen Conchylien, be- 
sonders PianorbeHy die oft die Schieferflächen dicht bedecken. Zaweäs 
wechseln dickere and dünnere Lager von Kohle wiederholt ab mit Stai- 
steinlagem. Seit alter Zeit betrieb oder betreibt man noch jetzt dieis^ 
beatang dieser Kohle an der Paaddze and bei Belmont, östlichi« 
Laasanne, aach weiter nördlich bei Semsales, St. Martin o^ 
Oron, in der Ostschweiz bei Käpf nach and am Hohen Rohnen. Avck 
bei Locle, am Frienisberg, in den Umgebangen des Napf, bei Elgf 
ond an anderen Stellen sind in älterer and neaerer Zeit Aasbeatoogct 
Tersacht worden. Die Pechkohlenlager der Waadt and der angrenzeodeB 
Gebiete liegen in der aqaitanischen Stafe, diejenigen von Käpfnach, Bffi 
ond Locle in der messinischen Stafe der Molasse (C. Matke). 

Razoumovskt, Jorat, 1789; Stüdeb, Molaase, 1825; Kbcksiu B»^^ 
1841; HsBR, Tertiärflora, 1859; — Urwelt, 1865. 

Peehsieln^ 

Retinit Derb, mit an vollkommen maschligem Brach, starkem Ve^^^»^ 
grftn, gelb, braan, roth, schwarz, mit zeolithartigen Bestandtheüen. Ab 
Gänge in Porphyrgebirgen, oder fOr sich in massigen Felsen. — ^ 
einzige Stelle , in der Nähe der Schweiz , wo Pechstein aaftritt , ist der 
M. Borri bei Grantola, N von Varese. Er ist schwarz, pechihnlidt 
Tollkommen andnrchsichtig , aaf der rostbraanen Verwitterangsfläche t&fi^ 
sich viele, z. Th. prismatische, gelblich weisse, kaam 1"" grosse Ans- 
sonderangen, die vielleicht von zerstörtem Feldspath herrühren. Die Steo* 
art steht in enger Yerbindang mit den daselbst Torkonmienden Porpbjreit 

Amorbtti, viaggio ai tre laghi ed. 3, 1806; Dou)iasü, Jl ^ ** 
N^ 41, 1797; v. Buch, Berl. Ak. 1887: druDsm, Q«ch. d. pk. ö«<*»- 
1863, p. 694. 


— Penninadhiafer. I8S 

Fectiiiiteiisehiefer Kau». 

Sandiger, ziemlich weicher Schiefer, gran bis schwfinUch grau, durch 
Yerwittening gelblich braun und porös, beinahe schwanunartig, in Säuren 
adbraosend und in Quarzsand und Thon zerfallend. Eingemengt sind, ofk 
mr durch die Loupe bemerkbare GlauconitkOmchen und weisse Glimmer- 
pflnktchen. unter den Fossilien sind Pecien tripartüus Desh. und P. 
plAgus Lam. Torherrschend; ausserdem auch Numimul. vouriolaria Sow., 
mehrere OpercuUna, Orbitoiden u. a. Die Mächtigkeit beträgt auf der 
Kordseite des Pilatus 70 bis 100 F., auf der Sadseite wohl das Doppelte. 
Es bflden diese Schiefer die unterste Masse des Quarzsandsteins, der am 
Kktos die Gomplanataschichten (s. d.), oder den Nummulitenkalk bedeckt 
ind wahrscheinlich die Ostliche Fortsetzung des Hohgantsandsteins (s. d.) ist. 

Kaüfbcann, Pilatus, 1867. 

Fegmatit. 

In erweiterter Bedeutung, nach welcher SchrißgranU nur eine Yarietit 
<ie80elben ist, vorherrschender Orthoklas in grossen Individuen, davon meist 
tonschlossener Quarz, grossblättriger silberweisser Glimmer. Oft reich an 
nfUligen Beimengungen, die meist in Drusen vorkommen, besonders Tur* 
^in, der selten fehlt. Die Felsart bildet nicht selbständige grosse Massen 
ond erscheint gewöhnlich als Gänge im Gneiss oder gemeinem Granit. 
Thiobald, der den Namen nur im Index des 2. Bandes, aber nicht im 
Text enthält, scheint die Granitblöcke von Pisciadella am Bernina, 
P- 302, im Auge gehabt zu haben. 

Thsobald, Banden U, 1866. 

Peissenbergersehlchten. 

In der Höhe Nagelfluh und bunte Mergel, tiefer grane sandige Mergel 
uid Mergelsandstein mit Austern und marinen Molassefossilien, in der 
Grnudlage die Cyrenenschichten und Pechkohlelager. Von diesen sind 21 
liokannt, aber nur 17 bauwflrdig. Am Peissenberg, einem hohen frei 
teilenden Hflgel in Sfld-Baiem, zwischen Schongau und Wellheim. 

QüUBafsf Bair. A. 1861. 

Fennlnseliiefer. 

Orttner ScUefor. . ChioritscUefer, worin der Ghlorii durch 
vertreten ist 

KaMNOOTT, Petngr. 1868. 


184 PentaeriniteiuEOBe — PenporpliTr. 

Pentacrinitenzone Opfkl. 

In der Mitte des Unteren Lias oder Sinemurien d'Obb. Arietenkalk 
M6SCH z. Th. Dunkelgraue bis schwarze bituminöse Schiefer, mit ein- 
gelagerten, nnr selten vorherrschenden bläalich .grauen Kalkbänken. Meist 
wenig mächtig, als kaum > i bis l F. dicke Bank, Peniacrinitcnbank Qubust., 
aber ausgezeichnet durch ihre Fossilien. Bezeichnend ist Pentacr. tuber- 
cviatuSy dessen Glieder, lumachell- oder breccienartig, den Stein fast rer- 
drängen; ausserdem Amm. Bonardiy Amm. Tumeri, Bei, a4SuUus, Ger- 
villia lanceolatay Jnoc. Faberi, Hauptlager, zu LymeRegis, der P^esio- 
sauren, Jchthyosaureii, Fische, Von grosser Verbreitung in ganz Europa, 
aber vom Hangenden und Liegenden nirgends scharf getrennt. 

Oppbl, Jnraf. 1858; Quenstbdt, Jura, 1868. 

Perledosehiefer. 

Schwarze, sehr bituminöse Schiefer, die bei Perledo, östlich yob 
Varenna, am Comersee, als Dachschiefer ausgebeutet werden. Sie ent- 
halten Abdrücke von Fischen und Sauriern und bedecken die schwarzen 
Kalksteine von Varenna, liegen aber unter dem Esinokalk. FrQher als 
Lias betrachtet, werden sie nun, mit dem Varennakalk, der unteren Trias, 
oder dem Muschelkalk beigeordnet. 

Balsamo, Politecnico I, 1839 ; Curioni, nnovo Saurio fossile, Jst. Lomb. 
1847 ; Stoppani, Stadii, 1857 ; ~ Note ad un cono, 1867, p. 305. 

Permisehe 

Formationen. Die letzte Gruppe der paläozoischen oder primären Bildungen, 
zwischen der Steinkohlengruppe und der Trias liegend. In Deutschland 
zerfallend in das Bothliegende und den Zechstein, daher auch Dyas genannt 
In Bussland erscheinen diese Formationen in engerer, kaum trennbarer 
Verbindung. In den Alpen und in Italien tritt das Rothliegende auf als 
Verrucano, der Zechstein fehlt im sfldlichen Europa. 

Persporphyr. 

Persgranit Thkob. Bläulich graue Oligoklas-Orundmasse , krypto- 
krystallinisch, mit ausgesondertem Orthoklas ^ glasigem Quarz y braunem 
hexagonalem Glimmer und Hornblende. An der Aussenfläche rostbraun 
verwitternd. In Blöcken bei Pontresina, anstehend am M. Pers, auf 
der Westseite des Berninapasses. 

V. Batb, Ztsch. d. g. Ges. IX, 1857; Tbbobaij>, Bünden II, 1866. 


Petroleum — Pholadomyenbank. I35 

Petroleuni5 

EMöl, Bitumen. Nächst dem in den verschiedenen Kohlenarten and im 
Iritnminösen Kalk gefundenen, kommen auch, sowohl im Jura, als in den 
Alpen y Sparen von flüssigem Petrolenm vor, die nar mineralogische Be- 
deatnng haben. 

Bbrnoulli, Taachb. d. Minlg. 1811 ; Ksnnqott, Ml. d. S. 1866. 

Petrosilex. 

S. Felsit und Enrit. 

Pflastersteine. 

In älterer Zeit bediente man sich in vielen Städten der Schweiz, als 
jnn die Strassen zu pflastern begann, aus der Nagelfluh herstammender, 
&Qstgrosser Kiesgerölle von Granit, Quarz u. a. harten Steinarten, ohne 
sie za zerschlagen, and ertrug in Gednld das Unangenehme des Gehens 
fiber diesen Kageln. Erst in diesem Jahrhundert spaltete man die GeröUe 
ond kehrte die flache Seite nach oben; wegen gerundeter Unterfläche ver- 
loren sie aber zu schnell diese Lage. Man wählte daher cnbische Stücke 
von Kalkstein, oder hartem Sandstein. Den besten Dienst leisten Sand- 
steine oder sandige Kalksteine von festem Zusammenhalt und gröberm 
Korn; reine Kalksteine schleifen sich bald glatt und sind bei geneigten 
Strassen gefährlich. 

Pholadomyenmer^el Fbomh. 

Pholadomyen Jacoard; Argovien Marc. Graue, z. Th. sandige Mergel, 
mit eingelagerten Bänken von grauem Mergelkalk. Mit P/iolad, exaUata, 
P. pardcosta, P. ampla u, a. Gryph. dilatata, Terebr. impresso, Amm. 
(ordaius^ a. s. w. — Es sind die Oxfordmergel des mittleren Jura, welche 
<ien Scyphienkalken und der Chaillesstufe entsprechen. Im Breisgau, 
Berner Jura, Waadtländer Jura mächtig entwickelt; in letzerm gibt 
ilioen Jagcabd 100^ mittlere Mächtigkeit. Im A arg an den EfiGngerschichten 
HoscH entsprechend. 

Fbomhbbz, J. im Breisg. in G. Leonh. Beitr. 1838 ; HAnoou, J. salin. 
M. S. g. ni, 1848; Jacoard, J. Vaud. 1869; Grbppin, J. Bern. 1870. 

Pholadomyenbank Fraas. 

Lias ßj Tomerithone Quikst. z. Th. Blanschwarzer, an der Aassen- 
^^ gelbgraaer Kalkstein, als ^2 bis 1 Va F. mächtige Bank über 60 


135 PhowrfitlL — Pietr» di^fttnchina. 

bis 60 F. mftchtigen Thonen mit .4f?im. Tumeri; TOn dem aofliegendfiD 
Nnmismaliskalk durch ein 20 F. m&chtiges Thonlager getreimt Die Ton 
den Thonen eingeschlossene Bank ausgezeichnet dordi Pholad. ambigw 
IL a. Liaspetrefacten. Bei Balingen, Oeisslingen o. a. Stellen is 
WOrttemberg. 

FSAAB, Wfirttb. Jahrb. 1846, p. 205. 

Phonolith^ 

Klingstein. Dichte, dnnkel grftnlich oder gelblich grane Grmndmasse, dftim 
plattenf&rmig abgesondert, im Anschlagen klingend, mit sparsam aosgestm- 
dertem Sanidin. Durch Sänren theilweise zersetzt, mit Ansscheidnng tob 
Kieselgallert, der unzersetzte Theil von der Zusammensetzung des Feldspaths; 
der zersetzbare Theil, früher f(lr Zeolith gehalten, ist in mehreren Phono- 
lithen NqpheUn, in andern Nosean. Als Einschlösse kommen Tor Harn^ 
blende, Augü, OUmmer, Titanit, LeussU ; auf Kluftflftchen NatroHth u. a. 
Zeolithe. — In der Schweiz kommt Phonolith nicht vor, wohl aber aa 
ihren Orenzen, im Hegau, die Felskuppen yon Hohentwiel, H. Mftgd- 
berg, H. Staufen, H. Kr&hen. Es ist ein Noseanphonolith, und in 
zersetzten Oestein sind Noseankrystalle und Kömchen von blauem Hanyn 
erkennbar. Kluftflftchen auf Hohentwiel sind mit Natrolüh bedeckt. 

FmcHKB, Katf. Ges. ▼. Freib. i/B. 1862; v. Futsch, Leonh. Jb. 1865; 
ZmxsL, Petrog. 1866. 

Phtanite Haut. 
S. Kieselschiefer. 

Phyllade d*Aob. 
8. Thonschiefer und Thonglimmerschiefer. 

PhylUt^ 

Ton Naumakv Torgeschlagen statt Phyllade. 
Naumann, Qeol. 1850. 

Fietra cieerchina 

heisst in Toscana ein wahrscheinlich dem Macigno angehörender Sandstein, 
mit erbsengrossen Körnern jaspisartiger Kiesel. 

Tasoionx, Baisen. 


Pietn forte -^ PinperdumeigeL XS7 

Pietra forte. 

Feinsandiger Kalkstein oder Kieselkalk, von grosser Z&higkeit, als 
Baustein und Pflasterstein in Florenz benutzt, grflnlich bis schwfirzlich 
gran, am Rand mehrere Zoll tief gelb verwittert, dick geschichtet bis 
Bchiefiig, die Schichtfl&chen öfters mit Glimmer bedeckt. Früher mit dem 
Macigno zusammengestellt, der aber tlber der Nammolitenbildnng, die Pietra- 
forte unter ihr liegt und auch durch ihre Zähigkeit abweicht. Es sollen 
dieselben Facoiden darin vorkommen, die den Macigno bezeichnen, und 
andere Petrefacten waren nicht mit Sicherheit bekannt. In neuerer Zeit 
nnd, besonders von Strozzi, in dem grossen Steinbruch von M. Ripaldi, 
ÖBige Meilen S von Florenz, zahlreiche AmmonUen, Turriliten, Ha- 
fmtm, Inocerumen der jQngeren Kreide darin gefunden worden. Die Stein- 
irt trifft nahe flberein mit dem neocomen Kieselkalk (s. d.) der Schweiz. 

Coccm, Bnll. See. g. Xin, 1856; Gapeluni, Spe«a, 1864; Gbatta- 
BOLA, Viale dei Colli, BoU. geol. 1870. 

Pietra sereoa 

nennen die Steinbrecher inToscana den als Baustein ausgebeuteten Sand- 
stein, wohl ausschliesslich der Pietraforte angehörend. Er ist, theils grob- 
körnig P. s. ruspay theils feinkörnig P. s. fina. Der erste widersteht 
der Wittening besser, als der letztere. 

Taboioni, Beisen. 

Pinitgranit 

Kleinkörniger Oranit mit vorherrschend schmutzig weissem Fektspath^ 
1. Th. Orthoklas, kleinen grauen Quar«körnern und sehr zurflcktretendem 
grauem Qlimmer, Eine, theils in kleinen Partie'n, theils in unklar pris- 
matischen oder cylindrischen Gestalten flberall eingemengte Substanz wird 
sieh durch die Analyse vielleicht als Pinkt erweisen. Bei Branson und 
Foully gegenüber Martigny. 

&ruDEB, W. Alpen, p. 159. 

Pinperdamergel Masoou. 

Blaue, glimmrige, unklar schiefrige Mergel, stark aufbrausend, 
15" michtig. Im tieferen Theil , Bei. irregufaria , Amn. BerperUinus, 
itmni. oomplanatus^ Amm. discaides^ höher, Bei. unisulcalus^ Amm, 
CalifpMy Amm, Thotuirsensis , Amm. radians, oben, Bei. campres- 
Mit, Amm. imignis^ Amm, jurensis nnd mehrere Oastropoden. Nach 


138 PtBciadellagranit — Flasnemergel. 

Oppsl auf der Grenze des oberen lias and Unteroolith, seinen drei Zosoi 
Posid, Bronnii, Amm.jurensis und Amm. torulosus entsprechend, wi&hrend 
Mabcoü die aufliegenden Areschemergel noch zum Lias zieht. In dem 
schluchtartigen Graben von Pinperdu, N bei Salin s. 

Marcou, Lettres, 1857; Oppel, Joraf. 1858. 

Pisciadellagranit v. Rath. 

Weisser bis bUlolich weisser Orthoklas in Zwillingen, weisser Wgo- 
klas, i^uarz, grosse und zahlreiche Blätter von sUberweissem Gümmrr, 
selten verwachsen mit tombakbraunem Glimmer, reich an eingewachsenen, 
oft zolldicken Tannalinpruimeu, Grosse Blöcke am Ausgang des Yal 
di Gampo am Bernina. 

V. Rath, Ztsch. der d. g. Ges. IX, 1857. 

Pisolith. 

Erbsenstein. Der Ausdruck ter pisolühique ist von jurassischen 
Geologen (Gbessly, Quiqukrkz, Gbbppik u. a.) oft zur Bezeichnung der 
Bohnerze gebraucht worden, statt Fer pisiforme, wie Brongniart, Thibbu 
u, s. w. sie nennen. 

PIstacitfels. 

S. EpidodL 

Planorbisstufe Oppsl. 

Psilonotusbank, im tiefsten Lias a Qu. ; unmittelbar Qber dem Bonebed. 
Blaue Ealkbank mit Ammon. planorhis^ ein Fuss mächtig, in Verbindung 
mit den darüber liegenden dunkeln Thonen bei 7 Fuss mächtig, üeber 
diesen folgt die Angulatusstufe. Mosch fand den Amm. planorbis zugleich 
mit Amm. Huckiandi in seinem untern Arietenkalk. 

Oppel, Jaraf. 1858; Mösch, Aarg. J. 1867. 

Plasnemergel. Margou. 

Frflher Mames Yesuliennes genannt. Gelblich oder bläulich graue 
Mergel, nussgrosse Knauer von Kalk einschliessend, 3" mächtig. Mit 
zahlreichen Fossilien: Ostt\ acuminata, 0. Marshii^ Rhynch, concmna, 
viele Myen^ Holictypus depressm. üeber den Korallen des Fort 
St. Andre bei Salins, unter dem Citadellenkalk von Besangon, 
daher in das Niveau der Parkinsonischichten fallend. Plasne liegt etwas 
S von P 1 i g n y. 

Marcou, Lettres, 1867. 


PlMÜBcher Thon — Plftttenmolasse. 189 

Plastischer Thon. 

Töpferthon. Wasserhaltendes Thonerdesilicat In trockenem Zustande 
grob- bis feinerdig, milde und zerreiblich, stark an der Zunge hängend, 
matt, grau, gelb, zuweilen blau, grttn, braunroth. Leicht, bis 70 ^/c, Wasser 
einsaugend, und dann plastisch, dasselbe fest haltend und einen kleinen 
Best erst in der Glühhitze fahren lassend. Beim Austrocknen sich zusammen- 
ziehend und in Stocke zerfallend. Häufig gemengt mit Carbonaten von 
Kalkerde, Magnesia, Eisenoxydul, mit Quarzsand, Glinmier, Kohle und 
anderen Stoffen. — Thonlager kommen von den ältesten bis in die jOngsten 
Abbgerungen Tor und enthalten nicht selten, theils marine, theils Stlss- 
wasser* oder Landfossilien. Sie finden sich in oft bedeutender Mächtigkeit 
in allen Stufen der Lias-, Jura- und Kreidegruppe , im Jura , wie in den 
Alpen. Bei Paris bildet die Argile plastiquey mit Sasswasser- oder 
brackjschen Fossilien, die Grundlage des Galcaire grossier. In Italien 
gehört der Töpferthon, Creta oder Mattajo7ie, der jungem oder pliocenen 
Tertiärbildung an. In der Schweiz wird besonders der quaternäre 
Letten oder Thon der Gletscherablagerungen, sowohl als Töpferthon, als 
znZiegeln benutzt, so zu Steffisburg beiThun, zu Romainmötier 
and andern Orten. 

Plattenkalk. 

Als petrographische Bezeichnung in dickere oder dünnere Platten 
spaltender Eoilksteine, hat der Ausdruck auf verschiedene Altersstufen 
Anwendung gefunden. Zunächst sind die OerUnger Kalksteine als Platten- 
kalke und nicht (wie bei Ebkl) als Schiefer zu bezeichnen. Im schwäbischen 
ond fränkischen Jura kennt man die Plattenkalke von Nusplingen, 
Solenhofen und Pappenheim, die dem Weissen Jura g Quenst. ange- 
hören. GOMBKL führt einen Plattenkalk im alpinen Keuper an, auf der 
obem Grenze des Hauptdolomits , Mösch beschreibt Plattenkalke als Ein- 
lagerungen des Aargauer Hauptmuschelkalks. 

Plattenmolasse. 

Bläulich graue, feinkörnige, in Platten von 1 bis 2 Decimeter Dicke, 
abgesonderte Molasse Ton beträchtlicher Festigkeit, so dass Platten von 
beliebiger Grösse gebrochen werden. Sie wird ausgebeutet in den vielen 
Steinbrüchen bei Staad, Rorschach, Herisau, die in der NW fallenden 
marinen Molasse liegen; femer bei Luzern, in der Umgebung des Löwen- 
denkmals, zu Wabern bei Bern und in andern Gegenden. 


190 Pliocene BOdnngen >- P<nrt»4e-FnuiMka]k. 

Plioeene Bildangeii. 

Obere Tertiärbildangen; Sabapennin d'Obb. Neogene BUdungeii E&bxb 
z. Th. Mit mehr als 50 ^o lebender Species unter ihren fossUen HoUnskeL 
Ton Ltxll noch weiter getheilt in ältere and jüngere Pliocene BUdoDgen, 
Den letzteren, die er anch Pleistocene nennt, da sie nnr 5 bis 10 ass- 
gestorbene Arten enthalten, ordnet er anch die erratische Bildong bei 
Ebenso G. Matul Sein Etage Äsiien entspricht der SnbapenninenbiklDi^ 
und der jQngsten Erhebung der schweizerischen Molasse; sein Eüige 
Saharien den jüngsten marinen Ablagerungen in Süd-Italien and Siäiiei 
and der erratischen Bildung in der Schweiz. 

Ltsll, Eiern, ed. 1862; 0. Mater, tabl. 1868. 

Polygene Conglomerate. 

Conglomerate mit Oeröllen mannigfaltiger Steinarten. Die schönsteD 
Beispiele zeigt die Sagdfiuli^ besonders bei Thun, am Belpberg, in 
Emmenthal and in andern Gegenden. 

Porphyr. 

Felsitische, aphanitische , oder kleinkrystallinische, granitische, oder 
dioritische Orundmasse mit ausgesondertem Feldspath und oft auch Qosn, 
Augit, Hornblende und anderen Mineralien, theils krystallinisch begrenzt, 
theils in unregelmässigen EOmern. S. Felsitporphyr, Dioritporphyr, Graoit- 
porphyr, Quarzporphjrr. 

Porphyrit. 

Brannrothe oder bläulich braune Grundmasse {Eisentkon Wkbxie), 
homogen erscheinendes Gemenge yon Feldspathy yorzüglich Oligoklas und 
Hornblende^ mit ausgesondertem Oligoklas, Homblendnadeln und dunkeln 
Glimmerblättchen, Je nach dem Vorherrschen des einen oder andern 
Bestandtheüs an Aphanitporphyr, Melaphyr, Dioritporphjrr, Minette an- 
grenzend. Am nächsten verwandt scheint die Steinart dem Mandelstein 
(s. d.) vom Griessbach, oberhalb Bougemont bei Saanen. 

G. BoBB, Ztoch. d. d. Geol. G. XI, 1859; Zirkbl, Petrog. 1866; Stüdsb, 
W. Alpen, 1881. 

Porte-de-Francekalk. 

Grosse Steinbrüche am westlichen Ausgang von Grenoble. Dichter, 
dunkelrauchgrauer Kalk von feinem Korn, mit Belem. hastatuSy Amm, 


FsrÜAndkalk — PortlaiidBtidii. 191 

amiUailaiiUf A, iortistdcatus, Ä. tmuUobatus, A, fleoDuosus, die tiefere 
Masse bildend. Froher als Oxfordkalk betrachtet, jetzt dem unteren 
Emmieridge oder dem Weissen Jura y gleich gestellt üeber demselben 
eise mftchtige Bank mit vielen Apiychus latus and lamelloms und bald auch 
ahfareichen Terebr. jamior ((Uphya). Höher folgen hellere Bftnke , sich 
lithographischem Kalk annfthemd, mit Ammoniten, die mit dei^enigen von 
Stramberg übereinstimmen and eine Neocomüacies tragen, and diese 
Bioke schliessen ab, nicht sowohl an der Porte-de-France, als bei 
den NW von Grenoble liegenden Aizy, wie anch za Lemenc, bei Gham- 
bery, mit einer KaraUmbrecde, welche beinahe gleich viel Jarassische and 
KcMOospecies enthält and die Ornndlage des höher folgenden entschiedenen 
Keoen büdet Die antere Masse dieses Neocoms wird bei Grenoble za 
]#nii8chem Kalk and Clement gebrochen, als ein schwarzer, sehr 
iMtimmöser , thoniger Kalk, dessen Fossilien mit demjenigen yon Berrias 
(0 TOD Les-Yans in Ard4che) übereinstimmen. 

LoBY, Daoph. 1860; — BoU. Soc g. 1866; PicrrBT, Mel. palfont lY 
1868. ' 

Portlandkalk. 

Die Steinart der Portland-Insel, aas welcher die wichtigsten Oe- 

biode im südlichen England aasgeführt sind, ist ein weisser, oder gelblich 

lieUgraaer, oolithischer, kreideartiger oder dichter Kalkstein, der Bftnke 

Ton 5 bis 8 Fass Dicke bildet, zwischen welche sich oft kiesUge Lager 

dodriogen. Mehrere B&nke enthalten zahlreiche, meist nar als Steinkeme 

Torkommende Fossilien. Dankelgraae thonige Sande mit Kieselknaaem, 

iaPorilandsand, trennen den Kalk yon der anter ihm liegenden Kinuneridge- 

rtofe. — In den ümgebangen von Porrentray beschreibt Thubmanh den 

Portlandkalk als einen dichten, merglichten oder oolithischen Kalkstein, 

von Terschiedenen hellen Farben, zaweilen gefleckt, in meist weniger als 

ein Meter dicke Lager abgesondert Die Fossilien sind, besonders in den 

tiefem Banken, ziemlich zahlreich. Die Mftchtigkeit betrügt bei 20". Nach 

indem jarassischen Geologen sollen aach dolomitische Einlagerangen vor- 

koDunen. 

OoNTBBAliB, Oatlines of the Geol. of Engl.; Thubmann, Sooley. jv. 
M. de Strasb. 1832; Oppbl, Jnraf. 186a 

Fortlandstnfe. 

Zoerst in England, als Mittlere and Hanptstafe des Ober-Oolitbs 
Wniehnet; über ihr die Porbeckstafe, anter ihr die Stofe der Kimmeridge- 
wrgd, welche den Ober-Oolith nach anten abschlieasen. TBtmiuBir, der 


192 Pondonienschiefer — Pondingae. 

den Parbeck in anserm Jura nicht kannte, bezeichnete den ganzen Ober- 
Jura als Portlandgruppe und ihren hohem Theil als PorlUmdkalk, den 
tiefem als KimmeridgemergeL Später liess er die englischen Namen bllen, 
fügte dem Ober-Jura noch eine bisher mit dem Mittel-Jura Tereinigte 
Stufe unten hinzu und unterschied im Ober- Jura, von oben nach unten: 
1. die Virgulienstufe, 2. die Pterocerienstufe, 3. die AsicMrtienstufe, Von 
Jacoabd wurde die Benennung Virgulienstuüe wieder vertauscht gegen Port- 
landstufe und die seither aufgefundene Purbeckstufe oben zugesetzt. GiiPFDr 
setzt, nach dem Vorgang neuerer französischer Geologen, eine PorÜandstofe 
zwischen die Virgulienstufe und den Purbeck hinein, der frOhem Ssrstem&tik 
von THUIUCA.NN sich wieder annährend. (S. Kimmeridgien). — Die Mächläg- 
keit der Portlandstufe wird im Neuchäteler Jura von Dssoa und Gussu 
auf 125"', im Berner Jura die von Greppin beschränkte auf 40* geschätzt 
Im Aargauer Jura und in den Alpen ist diese Stufe bis jetzt nicht nadi- 
gewiesen worden. Dass übrigens irgend eine dieser Stufen dem vthreD 
englischen Portland entspreche, wird bezweifelt. In Betreff der Poitbod- 
stufe besonders hat Gbesslt seine verschiedenen Facies oder Typea 
entwickelt. 

Gresslt, Jnra Sol. Schw. Dks. IV, 1B40; Dssob et Gbessi.y, J. Kenck. 
1859; Jacxjard, J. Vaud. 1869; Gbbppin, J. Bern. 1870. 

Posldonienschiefer Bbonn. 

Posidonomyenschiefer Oppel; Lias 6 Qu.; Liasschiefer von Buch. — 
Hellgraue oder dunkle, braune bis schwarze, oft sehr bituminöse Schiefer, 
mit Einlagerungen von festen Stinksteinbänken; 3 bis 6"* mächtig, unter 
der Jurensisstufe, im obern Lias. Bezeichnend ist Posidon. Bronniiy die 
oft in grosser Zahl vorkonunt; ausserdem Fucoiden, viele Arten AmmonUen 
und andere Molltisken. 

Posidonomyenschlefer. 

S. Posidonienschiefer. Die erstere Benennung wird auch auf andere 
Stufen angewandt. Von Oppel z. Th. auf die Klausschichten (s. d.), denen 
E. Favbe auch eine an Posid. alpina Gras reiche Schichtenfolge am Mole - 
80 n vergleicht. Von Oppel auch auf andere Schichten in den Alpen. 

Oppbl, Ztsch. d. d. g. G. 1863; E. Favre, Arch. B. ü. 1870. 

Poudin^e« 

S. Conglomerat und Verrucano. In der Geschichte der Geologie ist 
besonders das Poudingue de Valorsine durch Saussubi bekannt geworden, 


Pötschenkaik — Protogin. 193 

weil er in seinen yerticalen Schichten den Beweis fand, dass horizontal 
abgelagerte Schichten später aufgerichtet worden seien. Es sind mannig- 
faltige Gerolle von Quarz, Oneiss, Glimmerschiefer n. s. w., aber ohne 
Kalksteine und Thonschiefer, durch rothen Talk- oder Glimmerschiefer 
Terkittet Das Gonglomerat steht in enger Verbindung mit der Anthradt- 
bildoDg und dem Gneiss. 

Sadssubb, Yoy. § 690 o. f.; Fayrs, Saroie n, § 621. 

Pötschenkaik. 

Ueber dem alpinen Muschelkalk von Aussee im Salzkammergut 
liegen danngeschichtete Kalksteine, mit Rhynch^pedata und anderen Muschel- 
kiBcpelrefacten , in den obersten Lagern mit Ilalobia Lommelü, Dann 
folgt eine bei -200 Fuss mächtige DoLimitmasse, die nach oben, in der 
Potschenwand , W yon Aussee, in den Pötschenkaik übergeht Die 
unteren mächtigen Bänke von grauem, Homstein fahrendem Kalk ent- 
lialten dannere Zwischenlager von gelblichem, durch Glauconit grün ge- 
flecktem Dolomit, die obern Bänke, ebenfalls grauen Homstein fahrend, 
6ind knollig, mit welligen Schichtflächen. Petrefacten sind selten, doch 
fanden sich, in den untern Bänken, Retzia trigonellay nebst nicht sicher 
bestimmbaren Ammoniten und Cnnoidengliedem, Ueber dem Pötschenkaik 
ü^ bei 100 Fuss mächtig, Partnach-Dolomit und über diesem die Salz- 
i^erstätte. 

Mojaisovic», Oberer Trias, Jb. d. BA. 1869. 

Prlmärgeblrge. 

Paläozoisches System. Die Formationen zusammenfassend, welche 
die frühsten bis jetzt bekannten organischen Ueberreste enthalten, also 
zwischen dem Azoischen und Mesozoischen System liegen. Es zerfällt, von 
onten nach oben, in die Laurentische, Cambinsche, Silurische, Devonische, 
Steinkohlen' und Permische Gruppen. Von allen diesen Gruppen sind nur 
die zwei letzten, die Steinkohlengruppe durch die Anthracitbildung, die 
l^ermische durch den wahrscheinlich dem Rothliegenden entsprechenden 
Verracano, in der Schweiz nachgewiesen. 

Frimltiygeblrge. 

S. ürgebirge und ürgebirgsarten. 

Protogin. 

8. Alpengranit. 

13 


Pwmmite Haut. 

Ormwacke und Oramvackeschiefer, oder ftOgemdner, die Sudstei» 
der pahuozmschen aod azoischen Formationen bezeichnend, daher aadi auf 
Anthradtsandstein and sandigen -Schiefer, aof die mit dem Yerrocano fer- 
bnndenen Sandsteine nnd Schiefer und aof die fossilleeren filtem Sandeteine 
ond SandsteinsckieCer der Alpen anwendbar. 

Fs^Ute Bbq. 

(htwskOraiger Sandstein oder Conglomerat Besonders zur Bezeichnnsg 
dee Bothliegenden oder Vermcaoo angewandt. 

Pterocerenstofe. 

Etage PteroG^rien oder Strombien Thdbiiahh. Zone der Pierocara 
Oceani Ovfkl, S. Eimmeridgestafe. — Thubxaiqi theOt die Stufe noch 
weiter in ein Epistrombicn^ Zone Strombienne und ein HypostrombiefL 

Oppbl, Jnrtf. 1856; Thubmahh et Etalok, Leth. Braut. Sehw. Dks. 
XVIIL 1861. 

Paddingstein. 

S. Pondingne. 

PiiHtalgliBsg68teliL 

Pontegliasgestein ; Syenil^eiss von Rate; Ponte^asgranit n. A. Zahl- 
reiche bis 1 Zoll lange, aber schmale Zwillinge von weissem Orthoklas, 
in einem kleinkörnigen Gemenge von grauem Quarz, Yorherrschendem 
schwarzem Glimmer und Hornblende. Vertical zerklflftet, eine hohe Fels 
stufe bildend, die Ton vielen Euritgftngen durchsetzt wird. Im Hintergrund 
des Puntaigliastobels, oberhalb Trons, in der Gletscherregion bedeckt 
yon mächtigen Kalkgebirgen. Nach vorn umschlossen von dunkeln Hom- 
blendgesteinen, worin früher auf Magneteisen und Kupfererze Bergbau 
getrieben worden ist Der Granit durchsetzt das Gebirge und kommt auch, 
nordöstlich, im Hintergrund des nach BrigelsauslaufendenFrisaltthales 
wieder zu Tage. 

Pnrbeckstufe. 

Terrain Dubisien Dssob und Gbbsslt; Mames bleues Maboou. — Als 
oberste Stufe des Jurasystems kennt man auf der Halbinsel Purbeck, an 
der Sfldkaste von England, eine Folge yon Kalkstein- ud MergeUagem 


Fyroxengesteine — QiMTtSrbildniigen. I95 

nH SlUswasser- und brackischen Fossilien. Nach ttbereinstimmendea 
Sflsswasser-Fossüien entspricht dieser Stufe dne an mehreren Stellen de« 
westlichen Jnra entblOsste, 20 bis 30°* mächtige Lagerfolge, die den Port- 
landkalk von der untersten Kreide trennt. Nach dem Vorkommen zu 
Yillers-le-Lac am Doubs, W Ton Locle, beginnt die Stufe, unten,' 
mit z. TL sandigen und zelligen Dolomitbänken 17"" mächtig, fraher 
noch d<^ Portland zugeordnet « dann folgen graue oder schwarze kohligte 
Mergel, welche Nester Ton Gyps und kleine Quarzkrystalle einschliessen, 
3 bis 6" mächtig, und nach oben sind denselben graue oder schwarze 
Kalkbänke Ton geringer Dicke eingelagert. 

Db Lobiol et Jaooasd, Tillers-le-Lao, Mem. de Gkn^ve XYIII, 1865; 
Jacoabd, Jura Neuch. 1869. 

Pyroxeiige8teine5 

Augitgesteine , Basalt, Dolerit, Diabas, Augitporphyr, sind der 
Schweiz fremd, finden sich indess in ihrer Nähe, am Kaiserstuhl, im 
Hegau, in Süd-Tirol, am Monte Baldo, in den Hügeln von 
Vicenza. Nicht selten dagegen ist Diallagy als Aussonderung im Ser- 
pentin und als Bestandtheil des Gabbro, in Bünden und im südlichen 
Wallis. Ein merkwürdiges Vorkommen von Augit (Sahlit) ist durch 
H. TOM Rath in dem weissen Marmor von Yalpellina nachgewiesen 
worden. 

GsBLACH, Sfid-WaUiB, 1871. 

Quaderstein 

ttnnte Bxrgcobb allgemein den obern weissen Jurakalk, ohne eine, au 
seiner Zeit uxmiögliche Trennung in einzelne Altersstufen zu versuchen. 

Rbsoobb, Scbw. Dksch. alt Folge, 1829, 1, p. 178. 

Qaartirblldnngen. 

Quatemärbildungen ; Diluvium; Diluvialbildungen. Sie umfassen alle 
Ablageningen zwischen der jüngsten Tertiärbildnng und den Bildungen, 
die nur organische üeberreste noch lebender Arten enthalten und sieh 
gegenwärtig meist noch fortsetssen. In der Schweiz gilt als untere Orensse 
die jüngste Molasse, die Oenüigerstufe und der DiKoikeriumsaihd vom 
Bois-de-Raube im Berner Jura. Die schweizerischen Quartär- 
bfldangen enthalten also den älteren Eies (AUnvion ancienne), die ernttische 
Bildung und den jungem Kies. Oben schliessen sich an sie die noeh sic^ 
fortsetzenden Ablagerungen von E3es, Sand, Dammerde, Torf etc. Zweifel* 
baft bleibt die sogenannte löcherige Nagelfiuh vom üetliberg bei 


196 Qiiarteii8chiefor — 

Zürich and in der Ostschweiz (s. Kieslager). Nach ihrer Steinari trägt 
sie einen qoartftren Charakter, nach ihrer Lage, auf den höchsten Berg- 
rücken der Gegend, scheint sie älter zn sein, als die Entstehung der 
grossen Molassethäler. 

Quartenschiefer Esghsb. 

Hochrothe, glattflächige Schiefer, mit Säuren nicht aufbrausend, Idcbt 
spaltbar und, senkrecht auf die Schieferung, von sehr schmalen, mit Eali- 
spath oder Quarz angefüllten Klüften durchsetzt Abwechselnd mit Binken 
Yon weissem Quarzsandstein, der durch eingemengte rothe Quarzkfiroer 
zuweilen roth punktirt erscheint. Die obersten Schiefer sind grün. Diese 
Schiefer liegen bei Quarten, S vom Wallensee, unmittelbar auf dem 
ROthidolomit, in einer an 100 Fuss betragenden Mächtigkeit, und werden 
im Hintergrund der Flumser- und Murgthäler, vom Unter-Lias der Malabiz- 
schichten bedeckt Es sind wohl dieselben Bunten Schiefer, die in den 
Zwischenblldungcn (s. d.), wo der Lias ganz fehlt, unmittelbar unter dem 
Eisenoolith liegen. 

ESCHSB, schriftl. Mitth. 1871. 

Quarzfels. 

S. Quarzit. 

Quarzit. 

Quarzfels, Yerrucano z. Th. — Dichtes oder kömiges Quarzgestein, 
weiss, hellgrau, zuweilen blassgelb, selten grün, roth; massig, platten- 
förmig bis schiefrig, als (^luirzschiefer. Die Platten- und Schieferfl&chen 
nicht selten mit silberweissen oder gelben, getrennten, oder aneinander 
schliessenden Glimmerblättchen bedeckt, durch deren Zunahme ein lieber- 
gang in Glimmerschiefer stattfindet. In den Alpen, als Talkquar^, 
mit Talkgehalt, die weisen, grünen oder rothen Talkblättchen die Qoan- 
kömer einwickelnd, ohne sich flächenartig anzuhäufen. Zuweilen sind auch 
einzelne rothe Quarzkömer beigemengt. Selten findet man (Valeris 
bei Sitten) Feldspathkrystalle ausgeschieden. Wahrscheinlich darch 
Verwitterung von Schwefelkiestheilchen zeigt sich das weisse Oestein zu- 
weilen gelb gefleckt (Stuf istein an der Jungfrau), zuweilen auch 
mit braunrother Kruste bedeckt (Lötschpass). — Von dem Glimmer 
führenden, in enger Verbindung mit Glimmerschiefer stehenden und mit 
ihm abwechselnden Quarzit unterscheidet sich der TaUcquarzit aoch 
durch sein geologisches Vorkommen. Er ist mächtig anstehend im Thal 
der Durance, von TArgentiöre aufwärts bis nach der Maurienne 


Qvarzporphyr. 197 

hin, in naher Yerbindiing mit der Anthracitbildang. Auf dieser liegt, bei 
FArgentidre, Yermcano, dann folgt, wohl Aber lOO'' mächtig, Quarzit 
ond Aber diesem, bis auf die Höhe des Gebirges, Kalkstein, den man dem 
Lias beiordnet Auch in Savoien nnd im nntem Wallis finden wir 
den Talkqoarzit meist in der Nähe des Anthracits nnd nicht selten in Yer- 
bjndnng mit Yermcano. Die Anthracitzone, die von Morgex im Aosta- 
thal Aber den Grossen St Bernhard nach dem Rhonethal fortsetzt, 
ist öfters von Qnarzit bedeckt, and das Rhonethal aufwärts, lässt sich 
dieser, ohne Unterbrechnng, stets über dem Anthracit liegend, bis in die 
Nshe des Simplon verfolgen. Mächtig entwickelt zeigt er sich im 
lordern Thals von Anniviers, weiss oder grfln, mit Einlagerungen 
von Talkschiefer, und begleitet von Dolomit, Rauchwacke und Gyps. Der 
Qairzit ist hier stark zerklflftet, an seinem Fuss bilden sich, im Ill- 
graben, stets frische Blockhalden. Schuttkegel von Quarzsand dehnen 
sich bis an die Rhone aus. — Die Steinart tritt auch ohne Yerbindung 
mit Anthracit auf, meist von Rauchwacke , Gyps und buntem Schiefer be- 
gleitet So in den Hageln von Sitten, wo der Quarzit, mehrere hundert 
Meter mächtig, gangartig den Kalk durchsetzt. So auch in den Zwischen- 
bildnngen (s. d. ) der grauitischen Centralmassen, wo Quarzit, bunte Schiefer 
und dolomitischei ELalk in der Regel den Gneiss von dem Kalkgebirge 
rennen. 

üeber die stratigraphische Stellung dieser Talkquarzite sind die An- 
sichten getheilt. Einige setzen sie in nähere Yerbindung mit der Stein- 
kohlengruppe nnd sehen in ihnen, wie im Yermcano, Repräsentanten des 
Rothliegenden; Andere betrachten sie als Trias und erkennen darin den 
Bontsandstein oder Keupersandstein. 

LoRY, Danph. 1860; Favre, Savoie, 1867; Gerlach, Penn. Alp. Schw. 
Dksch. 1869; Studer, G. d. 8. 1853; — Hügel ▼. Sitten, in den 
Garlsmlier Yerh. 1869, p. 66. 

Quarzporphyr. 

Qnarzfflhrender Felsitporphyr ; Rother Porphyr. — Grundmasse von 
Pelsit, vorherrschend braunroth, fleischroth, ziegelroth, aber auch violett, 
grau, grtln, selten weiss, mit ausgeschiedenen Körnern, oder Krystallen 
von grauem Quarz, blassrothem, gelblich weissem, selten hochrothem 
Orthoklas und glasigem Ollgoklas. S. Felsitporphyr. Im südlichen Tessin 
in enger Yerbindung mit Schwarzem Porphyr und Granit. Mächtig ent- 
wickelt in Sfld-Tirol. 


198 Qnaraandstein ■— Qnintenkalk. 

Quarzsandsteln. 

Bern Qoarzit nahe stehend and in ihn fibergehend. QaarzkOrner dni^ 
kaum erkennbares kiesllges oder merglichtes dement verkittet, ^sehr fest, 
oder leicht zerstörbar and in cnbische Blöcke oder Sand zerCallend. Weiss, 
gran oder gelblich. — Wie der Qoarzit als Bestandtheil der älteren alpioen 
Formationen aaftritt, so zeigt sich der Qaarzsandstein in den jfingeni 
Formationen, als ein Glied Torzüglich der Secand&r- and Tertiärgebiige. 
Dahin gehört zunächst der bei 100"" mächtige Qaarzsandstein des Golds 
Bonhomme, blassgelb, QoarzgeröUe einschliessend, rein kieslig. Nachekvtf 
zweifelhaften Petrefacten (Peden^ CardUa) von Lobt and Yaijjet als In- 
fralias betrachtet, nach der Lage zwischen Gneiss and Jarakalk kaum 
verschieden von dem Qaarzit der Zwischenbildangen. Dahin femer der 
Qaarzsandstein, der den östlichen Abhang des S a 1 ö v e bedeckt, in grosse 
Blöcke zerspalten and in weissen Qaarzsaud verwitternd. H. Favbx, der 
frflher geneigt war, denselben als der mittlereii Kreide angehörend n 
betrachten, vergleicht ihn jetzt der Hapererde (s. d.), während Andere ihn 
eher der Nommalitengrappe beiordnen wollen. In dieser zeigt allerdings 
der Qaarzsandstein die grösste Entwicklang. In den sfidwestlichen Alpen, 
am Lac de Lanzanier, bei St. Bonnet, aaf den Alpen Platet 
and S a 1 e s in Savoien erscheint constant eine oft mehrere hundert Meter 
mächtige Lagerfolge von Qaarzsandstein dem Nammalitenkalk aafgesetzt 
and von Flysch bedeckt. In gleicher Lage finden wir diese Bildang in den 
nördlichen Schweizeralpen, Ihr gehört der Hohgantsandsiein i s. d.) an. 
Am Pilatas anterscheidet Kautsiann zwei Stafen von Qaarzsandstein: dne 
antere, 60 bis 70 Fass mächtig, weiss mit Glaaconitkömchen, an der 
Aassenfläche hellbrann , selten kleine Nammaliten enthaltend and von 
Nammalitenkalk bedeckt, and eine obere, bis an 100"* mächtige, dem 
Nammalitenkalk aafgelagerte and von Flysch bedeckte. S. Pectiniten- 
schiefer. 

Lobt, Bull. 8. g. 1866; — Dauph. 1860; Favrb, Savoie, 1867; Kauf- 
mann, Pilatus, 1867. 

QuatemärbildmigeiL 

S. Qaartärbildangen. 

Qnintenkalk Eschkb. 

Schwärzlich blaaer, spröder, im Anschlagen glasartig klingender dichter 
Kalkstein, von maschligem Brach, üeberrest des frühem Hochgebirgskalks, 


Baiblenchiohten — BaUigBuiMlrttin. 1^ 

üBch Abtrennniig der dnrch Fossilien genauer bestimmten Stufen. Er liegt 
Mf dem, als Birmensdorfer- oder untere Ozfordstnfe erkannten Schiltkalk 
isd wird bedeckt von Neocom-, Tithon- oder Aptjchnsschichten, kann also, 
bd seiner, oft mehr als 1000'^ betragenden Mächtigkeit, alle oder einen 
Theil der dazwischen liegenden Stufen enthalten. Petrefacten sind selten 
and wenig bezeichnend : hier nnd da ein ßekm, hastatus, ein zur Familie 
dir PUcatüU gehörender Ammonü^ oder ein Aptychus. Die obersten 
Schichten enthalten fussgrosse Homsteinknaner nnd kOnnon den Wettinger- 
schichten Mosoh verglichen werden. Die Benennung bezieht sich auf das 
Dorf Quinten, am Nordufer des WallenseeV 

Baobmaiim, Bern. IBtth. 1863; Eschsb, sckriitl. Mitth. 1871. 

Baiblerschlchten. 

Unterer Muschelkeuper Oombsl; Cardita-crenata-Schichten ; Cassianer- 
Mhichten z. Th. ; Schichten von Gorno und Dossena. Bläulich graue Schiefer, 
fest, leicht spaltbar in grössere, ebene Tafeln, deren Flächen mit scharfen, 
dunkeln, sich kreuzenden Linien bedeckt sind, sehr arm an Petrefacten 
tmd, als taube Schiefer bezeichnet, bis 200"" mächtig. Ueber denselben, 
mit geringerer Mächtigkeit, bituminöse Ealkbänke, begleitet von Mergel- 
schiefer, in grosser Zahl Myophoria Kefersieini und So(en caidatus ent- 
haltend und spedell Raiblerschichlen genannt. Unter den Tauben Schiefern, 
welche, nach Mojsisoyics, den Cassianerschichten entsprechen, liegen Schiefer 
mit Fischüberresten und Ammoniten, und noch tiefer folgt der erzfahrende 
Kalk Ton Raibl. Ueber den Mjophorienschiefem liegt Megalodon fahrender 
Dolomit, den Mojs. als Schierndolomit betrachtet In den lombardischen 
Alpen entsprechen den Raiblerschichten rothe oder graue Sandsteine und 
Mergel mit dunkelgrauen Schiefer- und Kalksteinen, in den nördlichen 
Alpen oolithische, dunkle, gelb verwitternde Mergelkalke, oder Rauohwacke 
ttnd Gype. Die Raiblerschichten wurden frfther als ganz den Schichten von 
8t Gassian entsprechend betrachtet, und mehrere Fossilien sind aller^ 
dings beiden Stufen gemein. 

V. Haueb, Gliedg. d. Trias, Jb. d. g. RA. 1853; — Sitzgsb. d. Ak. 
d. W. XXIY, 1857; Suess, RaibL Jb. d. g. RA. 1867; Stub, Raibl. 
Jb. d. RA. 1868; Mojsisovics, ebendas. 1869. 

Balllgsandsteln. 

GrOaer, graaer und brauner, auch wohl rother, danngeschichteieri 
aeist sehr fester Sandstein mit aufbrauaendem Mergelcement, die Schicht- 
iächen oft mit braonen oder schwarzen Pflanzenresten bedeckt; mit Nestern 


200 BarioostatuBaEone ~ Banchwacke. 

einer kleinkörnigen Breccie, welche weisse Quarz-, wenige rothe Feldspath- 
dunkle KalksteinkOmer und schwarze, pechartig glänzende Kömer y<m 
Eisensilicat enthält. Von Ealkspathadem durchsetzt und begleitet tob 
grauem, grünem und rothem Mergelschiefer. Die Steinart ist z. Th. Ton 
der festen, plattenf5rmigen Molasse am Nordrande der Alpen nicht Ter^ 
schieden, nähert sich aber auch dem Fljschsandsteine. Nach den Ueber- 
resten yon Pflanzen und den bei Ralligen vorkommenden Conchyllen tod 
brackischem Charakter, ist der Roiligsandstein, nach Heeb und G. Mato, 
als das älteste Glied der Molassebildung zu betrachten. 

Zuerst beschrieben von Ralligen am Thunersee, wo er unter die 
vordere Kalkkette ein&Ut und durch abweichende Lagerung sich von der 
horizonal geschichteten, nördlich anstossenden Nagelfluh trennt Später 
wurde der Ralligsandstein bei Br oc an der Saane, und in den Tobein der 
Yevaise bei Gh&tel-St. Denis gefunden. Zu ihm scheinen auch zu 
gehören die Rothe Molasse von La-Tour bei Vevey und die ihr 
gegenüber liegende Folge von Sandsteinen zwischen St. Gingolph 
und Bouveret; femer, die Molasse von Bonneville, im Thal der 
Arve; östlich vom Thunersee, die Lagerfolge rother Mergel und fester 
Molassen mit Blattabdrücken und marinen Conchylien, die am Fnss des 
Pilatus bei Horw aufgeschlossen ist. 

Stüdeb, Molasse, 1825: — Westl. A. 1834; — G. d. a II. 1853; 
RfTiMBYER, Schw. Dks. XI. 1860; Heer, Tert Fl. HI, 1859. 

Barlcostatnszone Oppxl. 

Unterer Lias z. Th. Sin^murien d'Obb. z. Th. Thumerithon Qxtbkst. 
z. Th. Oberer Arietenkalk Mosch z. Th. Hellgraue, sandige Ealkbänke 
im Aargau, mit Ammon. raricostalus u. a.; rauchgraue oder bl&uJich 
graue Mergelkalke, Mergel und Thon, in anderen Theilen des Jura. Yon 
andern Zonen des untern und mittlem läas nicht scharf abzutrennen. Die 
Mächtigkeit beträgt jedenfalls nur wenige Meter. Nach Oppel die oberste 
der 7 Zonen des untern Lias oder Sinemurien, fiber Amm, oacynolus, 
unter Amm, JamesorU, 

Oppel, Jnra, 1858; Möscb, Aarg. J. 1867. 

Banchvfacke. 

Rauchkalk, Zellenkalk; Zelliger oder cavemöser Dolomit; Cargneule. 
Feinkörniger, fester Dolomit, voll eckiger, seltener rundlicher Zellen, meist 
mit erdigem oder staubartigem Dolomitsand angefüllt und an den Wan- 
dungen mit drusigem Braunspath bedeckt. Aschgrau, gelblich grau, seltener 


BsQiacieii — Beichenhallerkalk. 201 

braim oder roth. Dickere Lager, oder groteske, baachige, leicht mit 

Kalktof za verwechselnde Felsen bildend, auch wohl Höhlen enthaltend. 

Gewöhnlich ein Begleiter des Gypses in den Alpen, aber auch für sich 

als mächtiges Lager im krystallinischen Schiefergebirge, in den Zwischen- 

bfldongen (s. d.) und in den Kalkgebirgen. In dem erstem finden Ueber- 

gänge statt in dichten Dolomit and dolomitischen Kalk, im E^alkgebirge 

in dolomitiscbe Kalkbreccie und dichten Kalk. Wie dem dolomitischen 

Kalk ist auch der Ranchwacke nicht selten Kieselerde beigemengt, theils 

in inniger Mengung , mit bedeutender Zunahme der Härte und Uebergang 

in Kieseldolomü , theils in Adern und Knauem. Ein bekanntes "Beispiel 

der Einlagerung von Rauchwacke zwischen Gneiss und Glimmerschiefer ist 

die Ranchwackebank auf dem Matterjoch, die Saüssubx als Kalktuf 

beschrieben hat. Ein merkwflrdiges Vorkonmien von Rauchwacke in den 

Zwischenbildungen gewährt die Foullyalp, gegenüber Martigny. 

(Jebergänge in Kalkbreccien und dichten Kalk sind nicht selten im mittleren 

Simmenthai und am Rttblihorn bei Saanen. Ausscheidungen 

und Bänke von Feuerstein und Chalcedoih kommen, nach Mosch, in der 

Rauchwacke des Muschelkalks im nördlichen Aargauer Jura vor. 

Eine in Qnarzit übergehende Rauchwacke beschreibt Theobald (Bünden I. 

p. 40). Zu mächtigen Gebirgen aufgethüi*mt und in Verbindung mit räthsel- 

halten Conglomeraten erscheint die Rauchwacke auf beiden Thalseiten 

Ton S c h a m 8 in Bünden (Geol. d. S. I. 408). 

m 

Bauraclen. 

Etage Rauracien. Die Benennung sollte den mehr eine Facies, als 
eine Altersstufe bezeichnenden Namen Coralrag oder Etage Corallien ver- 
drängen und wurde von Gbxsslt, Gbeppik u. a. benutzt, hat jedoch nicht 
gegriffen. 

Becoarokalk Stub. 

Bauchgrauer Kalk. Yerkieseltz. Th., mit zahlreicher Brachiopodenfauna, 
bezeichnet durch Rhynch. decurtata. Dem Werfenerschiefer aufgelagert und 
von Stub dem Schaumkalk oder obersten Wellenkalk gleichgesetzt. 

Stub, Jb. d. RA. 1865. Verh. p. 247. 

Belchenhallerkalk. 

Plattenfftrmige, schwarze, von Spathadem durchsetzte, merglichte Kalk- 
steine, die Schichtflächen uneben, mit pechschwarzem Thonbeschlag 
überzogen. Häufig kommen auch Gypsadem, seltener bunte Salzftderchen 


SOS BeiflingetUUc — Bhitiaehe Grappe. 

vor. Im Liegenden and Hangenden wird der Kalk begleitet yon rotiwn 
Mergeln, mit denen sich anch rothe oder grflnlich grane Sandsteine Te^ 
binden. Die Reichenhallerkalke bedecken die Salzlagerst&tten des tete^ 
reichischen Salzkammergnts nnd anf ihnen liegen, mit grosserer MSchti^ 
keit nnd reicher an Petrefacten, die Zlambacherschichten. Die weaigea 
Petrefacten, die in dem Reichenhallerkalk gefanden mirden, scheinen nsnoi 
Arten anzagehören, 

Mojsisovics, Obere Trias, Jb. d. RA. 1869. 

Beifllngerkalk. 

S. Gösslingerschichten. 

Belngrabnerschiefer Hsbtlb. 

Dnnkelgrane bis schwarze, oder lichtbranne nnd grflnlich grane Hergel* 
schiefer, mit Halobia Haueri, Posidonomifen and Ammon. floriduSj 
welche die Gmndlage des Lnnzersandsteins bilden, oder seiner antern 
Masse eingelagert sind. Im Reingraben bei Rohr, am ürspinng 
der Schwarzan in Oesterreich. Stüb setzt dieselben gleich den schwanen 
Mergeln nnd schiefrigen Sandsteinen über den Wengerschichten im St 
Cassiangebiet. 

Hsbtlb, Lilienfeld, Jb. d. RA. XY, 1865; Stub, 8. Cassian, Jb. d. RA. 
1868. 

Betlnit. 

S. Pechstein. 

Bhätlsclie Gmppe Gohbei.. 

Es wird diese, in den nördlichen nnd sfldlichen Ostalpen in grosser 
Bedentnng auftretende Lagerfolge, bald mehr, bald weniger ausgedehnt 
Charakteristisches Hauptglied bleibt immer die Stufe der Kössener- oder 
Contortaschichten (s. d.). Diese betrachtet Gombil aber nur als unteres 
Glied seiner rhätischen Stufe, den Dachstein- oder Megalodmkalk als das 
obere Glied. Mojsisovics dagegen trennt die rhätische Stufe vom Dach- 
steinkalk und stellt diesen unter jene. Ebenso gehen die Ansichten ans 
einander in Bezug auf die Infraliasschichten. Zuweilen werden auch diese 
noch der rhätischen Stufe angeschlossen, w&hrend sie gewöhnlich als tiefstes 
Glied des Lias gelten. 

GOmbbl, Bair. Alp. 1861; Mo/smoviOS, Jb. d. g. RA. 1869^ 


Rbodanien ^ Bivagnnit 209 

Bhodanien. 

Etage Bhodanien Rhixtikb; Aptien införienr; Goache k Orbitolitea. 
Oben blanrothe and gelbe Mergel mit lioüell, Robinaldinaj Trigirth, 
atifonms^ Jamra 5 cost., ToxasL obiongmf dann gelber Sandstein, fast 
nor aas Orbit, lenticulavL^ bestehend, nnten grünlich graue, harte and 
weichere Sandsteine, mit eingelagerten gelben Kalkbänken, arm an Fossilien. 
DasGanze, an der Per te-da-Rh6ne, 15'" mächtig. Die Stnfe liegt 
zwischen dem ürgonien and Aptien. — Am P i 1 a t a s and an andern 
Stellen der Alpen ist aber die Orbitolitenstufe, als dankle Ealkbank and san- 
diger Schiefer, mit ranher, gelblich braaner Verwitterongsfläche, im Ürgonien 
eiogeschlossen, der über ihr zaweilen noch bis 60"" mächtig aufgelagert 
Kl Eine Trennung der Orbitolitenschicht und ihre Feststellung als selbst^ 
ständige Stufe ist daher kaum begründet. 

Bbnbvisr, Perte du Eh. Schw. Dkach. XIV. p. 20; — BalL Soc. g. 
1854; Kaufmann, Pilatos, 1867. 

Biesenoolith. 

S. Rogenstein, 

Bissoakalk Oombkl. 

Plattenkalk. Thoniger und doloodtischer, bituminöser Kalkstein, hell- 
bis schwärzlich grau, dicht mit flachmuschligem Bruch, im Anschlagen 
klingend, in Platten abgesondert bis schiefrig. Als Fossilien Steinkeme 
kleiner Schneckchen, die Gümbkl als Rissoen betrachtet und als Rissoa 
(üpina bezeichnet hat. Der Eissoenkalk bildet in den Bairischen Alpen 
die oberste Stufe des Hauptdolomits, die Grundlage der Rhätischen Gruppe. 

GCmbel, Bair. A. 1861. 

Blyagranlt Thxobald. 

Kleinkörniges Gemenge von weissem Feldspath und licht graulich 
weissem Quars$^ in welchem sich Krystalle, wahrscheinlich Orthoklas, wenige 
Millimeter gross, dorch ihren Perlmutterglanz bemerkbar machen. Schwarze 
ond silberweisse, sehr kleine Glimjtierblättchen sind sparsam vertheilt, die 
weisse Farbe daher stark vorherrschend. In mehreren Steinbrüchen, 
zwischen Riva und Chiavenna, eifrig abgebaut und weithin in die 
Lombardei verführt. Enge verflochten mit dem dunkeln Hornblend- und 
Chloritgestein, das von Chiavenna bis Prado allein herrscht, von 
Prado an aber von diesem Granit durchzogen wird, der auch selbst 


204 Boche de Gome — Boflaporphyr. 

in grössern Massen auftritt. Im Goderathal erscheint derselbe Granit 
auch mit stark gekrümmter Gneissstmctur , ohne Trennung Ton dem 
massigen Gestein. Er tritt hier auch dem Coderagranit (s. d.) nahe and 
scheint gangartig in denselben einzudringen. 

Stüder, G. d. 8. I, 285; Theobald, Bflnden 11, 1866. 

Boche de Corne Saüss. 

S. Pierre de Corne unter Corne. 

Boehepourriekalk und -eisen Mabooü. 

Der Kalk, früher Calcaire LoBdonien genannt, ist gelblich grau, 
zuweilen mit blauen Flecken, dicht mit eingeschlossenen und mit der 
Grundmasse verwachsenen kleinen Oolitbkörnem. Einzelne Schichten sind 
lumachellartig durch eine Menge von Crinoidentheilen. Bestimmbare Fos- 
silien fehlen. Die Mächtigkeit beträgt 18°*. Unter diesem Kalk und mit 
Kalkbänken abwechselnd liegt braunrother Eisenoolith, 10™ mächtig, mit 
zahlreichen Fossilien: yauL linealus^ Ammon. MurchisoncB, Amman. 
IJumphrksianus, Ammon, opalinus^ Lima prohosddeay Tereb. perovalis, 
T. globata u. s. w. Die Bochepourrie liegt bei Salin s, hinter 
dem Fort Belin. — Der tiefere Theil und vielleicht das Ganze dieser 
Stufe filllt in das Niveau der Murchisonseschichten des Unteren Ooliths 
oder Bajocien. 

Maroou, Lettres, 1857. 

Boflagneiss. 

Krystallinisch flasriges Gemenge von vorherrschend graulich grünem, 
Chlorit ähnlichem Glimmer mit weissen Streifen und Linsen, aus denen 
sich kleinere und grössere Körner von grauem glasigem Quarz aussondern, 
deren Hauptmasse aber ein feinkörniges Gemenge von Quarz und Feld- 
spath ist. Diese, dem AroUagneiss (s. d.) ähnliche Steinart, die im Hinter- 
grund von Schams, sowohl nach Ferrera, als nach demSplügen 
hin, eine grosse Verbreitung hat, geht in der Boflaschlucht über in 

Boflaporphyr. 

Verwachsen kömige, grünlich graue Grundmasse, mit sehr zurück- 
tretender Neigung zum Flasrigen. Glimmer, oder ein anderer blättriger 
Bestandtheil ist nicht deutlich erkennbar, dagegen Köm^ von glasigem 


Bogenstein — Bdth. 205 

Qnan and weissem, nnregelmässig , z. Th. rundlich begrenztem, triklinem 
FeldspaÜL 

V. Buch, Splagenreise, Mag. nf. Fr. HI, 1809; Studbb, Q. d. 8. 1853. 

Bogenstein. 

Oolith, Kalkstein, der knglige, in der Regel concentrisch schalige, 
seltener dichte Körner von Kalk einschliesst, oder, bis auf ein kaum 
erkennbares dement, ans denselben zusammengesetzt ist. Im Kern der 
Körner findet sich oft ein Sandkorn, oder das Bruchstack eines Fossils. 

Die Grösse der Kömer ist gewöhnlich die eines Stecknadelknopfs, 

zoweilen nur von der Grösse von Mohnsamen, selten (Nantua, Dijon) 

bis Aber 1 Zoll im Durchmesser. Aus Y. di Scalve und Y. Brem- 

bana führt Eschxb, als RiesenoolUhe j Rogensteine an, deren Kömer 

mehrere Zoll Durchmesser haben. Die Farbe ist die der herrschenden 

Kalkbildung, braun oder roth im untern Jura, grau oder weiss im obera 

Jura, gelb im Neocom von Neuchätel, dnnkelgrau bis schwarz in den 

Alpen« Der Rogenstein ist meist in dickere Bänke abgesondert und 

bäofig im schweizerischen und französischen Jura, dagegen selten in den 

Alpen (Gl US bei Boltigen; zwischen Bex und St. Maurice). 

ZiBKEL, Petrog. I, 1866; Ebchbb, Leonh. Jb. 1846, p. 440. 

Bossfeldschichten. 

Neocom Ton Rossfeldalp, zwischen Berchtesgaden und 
Hallein. Auf bunten Juraschichten, graulich und grflnlich schwarze, 
Verlieh rostbraune Schiefer, dann dickere Bänke von grünem Sandstein, 
worin Crioceras yorkommen, hierauf wieder Flysch ähnlicher Schiefer, mit 
zililreichen Fucoidenj und grobkörniger Sandstein mit Hornsteinstreifen. 
Höher folgen hell gelblich graue merglichte Kalksteine, dünn geschichtet, 
mit zahlreichen Aptychm (Schrammbacherschichten, Aptychenschiefer), 
vnd aber diesen dunkle sandige Kalksteine, die vorzüglich reich sind an 
oannighltigen Fossilien der alpinen Neocomfacies, wie wir sie in Appenzell, 
in Jnstithal am Thunersee, in Savoien und in Süd-Frankreich kennen. 

LiPOU), Jb. d. g. RA. 1854; GCmbel, B. Alpen, 1861. 

Both 

^^^atok bei Fulda die bunten Mergel zwischen dem Bnntsandstein and dem 
Maschelkalk. 

QuTBBBLST, Leosh. Jb. 1847. 


206 Bother Porpl&yr -^ RQÜiidoloniii. 

Bother Porphyr. 

S. Felsitporphyr uid Quarzporphyr. 


Bothldolomlt 

BOthikaik Esohib. Dolomitischer Kalk Studxb. Dicht und hirter 
als Kalk, mit anvollkommen mnschligem Bruch; an der ftossern Ye^ 
vittemngsflfiche mit staub- oder sandartigem, vorherrschend schwefelgelbem, 
aber auch graulich weissem, braunem oder ziegelrothem Anflug, in frischem 
Bruch aschgrau, gelblich oder bläulich grau; z. Th. in 2 Foss dick» 
Schichten abgesondert, deutlicher zuweilen von verticalen ElOften durch- 
setzt, an welchen die Kanten sich abrunden, so dass die Bank wie ans 
Blöcken zu bestehen scheint. Nach den Analysen von Stockab ist die 
Steinart ein normaler Dolomit, mit schwankendem Eisenspath- und Kiesel- 
erde-Gehalt. Die sandige und gelbliche Aussenfläche scheint von der 
Blosslegung feiner Quarzkömer und der Zersetzung des Eisenspaths herza- 
rühren. Sparsam sind auch dfinne Streifen von Quarz eingewachsen and 
in den untern Lagern wird der Kieselerdegehalt so beträchtlich, dass der 
Stein am Stahl Funken gibt. Auch feine Adern von Braunspath durch- 
ziehen ihn zuweilen nach allen Richtungen. Wo er, in der Höhe, an die 
Quartenschiefer angrenzt, sind ihm auch Streifen dieser rothen Schiefer 
eingelagert. An mehreren Stellen geht die Steinart ftber in Bauchwacke. 
Von organischen üeberresten hat man nie eine Spur darin gefimden. — 
Der Böthidolomit bildet am NO Fuss des TOdi, auf der Böthi, eine 
breite, N abfiedlende Felsfläche, zwischen der oberen Sandalp und der Biferten* 
alp. In der Zone der Zwischenbildungen (s. d.) welche, an der Nordseite 
der Flnsteraarhommasse, vom L e u k e r b a d bis ftber den T ö d i hinsiB, 
den Gneiss vom Kalkgebirge trennen, liegt er, zuweilen 200 Fuss mächtig, 
wie das Kalkgebirge N fallend, entweder auf den SchiditenköpfcD der 
verticalen oder steil S fallenden Gneissstraten, oder auf der zwischen ihm 
und dem Gndss liegenden, ebeafaUs N fallenden wenige Fuss mächtigen 
Arkose. In gleicher Lage hat Daüsse diesen Dolomit, wie an den Gneiss 
angeschmolzen, auf den Rousses in Dauphin^ gefunden. Es beschränkt 
sich indess das Vorkommen dieses Dolomits, so wenig als das der damit 
verbundenen Bauchwacke, nicht auf die Zwischenbildungen. Man findet ihn, 
in G 1 a r u s und Bünden, häufig als Begleiter des Y^mcano, der Bonten 
Schiefer oder der krystallinischen Steinarten. - An mehreren Stellen, tnrter 
anderm zu ünterterzen am WaHensee, wird der Stein vortheilhaft 


BStiukalk — Bothomagian. S07 

la Wetterkalk benntzt, die feinsten Abänderungen anch als Unterlage der 
Hetallzapfen bei Badwerken. 

LüSSER, Schw. Dks. 1829 ; Studbb, Leonh. Zts. 1827 ; — Davos n. MB. 
achw. Dks. 1837—1839; Daussb, M. Soc. (Hol U. 1837; Escrbb, 
ackriftl. Mitth. 1871. 

Bothlkidk. 

& BOthidolomit. 

Sothliegendes. 

Durch Eisenoxyd geftrbtes Gonglomerat köpf- bis nossgrosser GerOUe 
yon Quarz y Kieselschiefer, Thonschiefer, Granwacke, Gneiss, Granit nnd 
Porphyr, mehr oder weniger fest verkittet dnrch rothen Thon oder sandigen 
LetteD. Zuweilen sind die Bruchstücke eckigt, und das GoDglomerat erscheint 
als Breccie. Die meist deutlichen Schichten sind oft von bedeutender Dicke, 
grosskOmige wechseln mit kleinkörnigen oder mit Schiditen des Cements. Al^ 
Einlagerungen erscheinen auch wenig mächtige rothe, graue oder schwarze, 
oft dolomitische Kalksteine, femer Brandschiefer und Steinkohlen. Organische 
Ueberreste sind selten. Im Gonglomerat kommen verkieselte Baumstämme, 
im Schieferthon und Sandstein Landpflanzen, im Brandschiefer und Kalk- 
stein Fische vor. Die Geschlechter der Pflanzen und selbst einzelne Species 
itiiiimen mit denjenigen der oberen Steinkohlenflora tiberein. — Das Both- 
liegende ist mächtig entwickelt inThüringen und am H a r z und steht 
daselbst in naher Verbindung mit dem rothen Porphyr. Seine Mächtigkeit 
steigt an einigen Stellen auf mehrere hundert Meter, sinkt aber an andern 
Inf wenige Meter, oder es Ulli ganz aus. Wo es vorkommt, bildet es 
die Decke der Steinkohlengruppe. Auf ihm liegt, kaum einige Meter stark, 
das Weiss- oder Grauliegende, ein grauer Quarzsandstein; dann 
folgt, wenige Fuss mächtig, aber in grosser Erstreckung anhaltend, der 
Kupferschiefer, schwarz , sehr bituminös, mit Fischabdrücken und 
reich an Kupfererzen, und die obere Masse bildet der Zechstein, 
oder ältere FlOtzkalk, der mit dem Bothliegenden zur Dyas- oder 
Permischen Gruppe vereinigt wird. — Im Schwarzwald will 
man zuweilen in den Gonglomeraten, welche die Grundlage des Buntsand- 
steins bilden, das Bothliegende wiederfinden. In den Alpen glaubte 
bereits vom Bcch es in dem Gonglomerat oder Yerrucano von G 1 a r u s 
za erkennen und die neuem Untersuchungen von Sdxss in den lombardisch- 
▼enetianischen Alpen geben dieser Ansicht eine feste Grundlage. S. Vermcano. 

EotliomagieiL 

Btage R. S. Oenomaniea. 


208 BoQgelayee — Minskalk und -MergeL 

Bongelayes. 

Hellbraune, sandige Ealkbänke, bei 10"* mächtig, mit Pholad. Protei, 
Ph. hortulana^ Trichites Saussuri n. a«; von Thubmann als unterer 
Pterocerenkalk bezeichnet. Bei Porrentrny anter der Titelbenennong 
bekannt. 

Thubmann, Bern. Mitth. 1852; Th. et Etallon, Schw. Dks. XYIU, 186L 

Badlstenkalk. 

Gaprotinenkalk; Schrattenkalk; Hieroglyphenkalk; Neocomien sop^r. 
8. Urgonien. 

BapelUen Dumont. 

Bei Bnpelmonde an der Rnpel in Belgien. Donkelgraner 
Thon mit Nieren oder Septarien yon thonigem Kalkstein, bis 30" mächtig. 
Häufig darin sind Leda üeshayesiana^ Corbula pimm, Fustis multmir 
caiuSf FleuroL Selysü. — Die Stufe entspricht, als mittlere der oligoceoen 
Gruppe, dem norddeutschen Septarienthon, fehlt aber im Mainzerbecken 
und daher wohl auch in der Schweiz, lieber ihr liegt, in Belgien, das 
Syst. Bolderien, unter ihr das Syst. Tongrien. 

Dumont, Mto. geol. sur la P. de Liöge, 1832; Ltbll, Quart J. 6«oL 
8. Yin, 1852; ~ Eiern, of G. 6. 

Saharien. 

Etage S. Saharastufe. Nach G. Mateb die jüngste Stufe des Tertiär- 
gebirges, entsprechend der alpinen Eiszeit, dem Gletscherschutt und dem 
geschichteten Kies. Nach gewöhnlicher Auffassung als Quartärbildang 
betrachtet. 

Salese. 

Rothes Conglomerat; Verrucano. Geschiebe Ton Quarz, Glimmer- 
schiefer, Porphyr, verkittet durch ein thoniges, eisenschflssiges Cement 
In Yal Trompia, dem Glimmerschiefer , Leguigno , aufgelagert, be- 
deckt von Servino (s. d.) 

Bboochi, Min. di Ferro, 1807, n, p. 268. 

Sallnskalk und -mergel Mabcou. 

Früher als Portland bezeichnet Hellgraue dichte Kalksteine, in d^ 
obersten Schichten dolomitisch, 35"" mächtig. Als Fossilien: SphcBrodus 


SUtriokAlk — SalKÜioii. 209 

pga$, Pgcnodus gigas, Nerin. «olmemts, N, mbpyramidalis, N. Erato, 
N, irlnodaiGj Natica Mare<msana. Unter dem Kalk 3" Mergel, gelblich 
gnm, weiss gefleckt, Exogyra virgula, Trig, concenirka, Pholad, mul^ 
eosiaia, Ph. angulosa and andere Mjen. Typische Vorkommen sind 
Aiglepierre bei Salins, Morrebei Besangen, Gonrte-» 
<ionx und Alle bei Porrentruy. Nach Oppel entspricht der Port- 
land des Jura seiner Zone der Trigonia gibbosa, 

Mabcou, Lettres, 1857 ; Oppel, Jaraf. 1858; Grbppim, Bern. Jnra, 1870. 

Saltriokalk. 

Pietra di Saltrio. Aschgrauer bis schwarzer, aaf Ablösungen and 
Klflften tief einwärts gelber Kalk, dicht mit maschligem Bruch, in dünne, 
Tielleicht zur Lithographie taugliche, bis 1°" dicke Platten abgesondert; 
die Fossilien sind weniger zahlreich, als in dem nahe liegenden Ar zo und 
fehlen oft ganz; während hier die Brachiopoden vorherrschen, enthält 
Sal tr i Cephalopoden, die, in der Mehrzahl, dem untern Lias angehören. 
Der Stein wird seit alter Zeit bei S a 1 1 r i o , westlich von A r z o und 
Mendrisio, nahe an der Schweizergrenze , in ausgedehnten Stein- 
brüchen, sowohl zu Bausteinen, als zu Maimorarbeiten ausgebeutet, lieber 
ihm liegt der Ammonitico-rosso. 

Laybszari, roece, 184d; Stoppani, Stadii, 1867. 

SaliiTergesteiii Studkk. 

Graulich grüne, zuweilen rothe beinahe matte Grundmasse, wenig 
über Kalkspathhärte, zu schwarzem Glas schmelzbar, unvollkommen blättrig, 
mit eingewachsenen Körnern und Krystallen von Quarz, rothem Jaspis, 
weissem Feldspath, übergehend in grobkörnigen Sandstein und Conglomerat. 
S a 1 u V e r heisst der Hintergrund des Celerinathales in Ober- 
Bogadin. Auf unserer Karte von Mittelbünden ist das Saluvergestein zum 
Grünen Schiefer, auf derjenigen von Thsobald zum Verrucano gezogen 
worden. 

EscHEB und Studer, Mittelbünden, Schw. Dksch. III, p. 137 ; Thbo- 
BALD, Bünden II, 1866. 

Salzthon. 

Dvokelgrauer, mit Stemsal» impregnirter Thon. Das Sab ist, theils 
in feinen Kömchen beigemengt, theils in Adern und Nestern. Häufig auch 
Adern von Fasergyps and Streifen oder Nester von Anhydrit. Der 

14 


310 

Sahtkm, mü Amkj^rig mad Gyps. ist fie IiRnmUt des SteinsiJies im 
MwribPJkalk tob Sek weizerkall vad RkeiBfelden; er ut ferner 
der Torimnckeide llfMiilllMil des Hoätigebirga der Sslzwerke in dm 
OslalpeB. Bei Bex koHBl das SudsiIk twhmMii end ils Adern 
■ad Giage im Aabydrit vor. 


fiae Abdademg des Btodaerschidars. Qaankönidien dorch faükigen 
TlKm TerkitteC, wü Tielea GlnoBer- vad TalkblittdieB vad gelben Körnchen 
t«Hi Eisenkjdral. Weaa die sdiiefrige Siraclar sich Terliot, geht die 
Felsart in gnaen Sandstein tber. Sehoi sind CongJkMMratbinke eingelagert 
Bagegoi nimmt zvweÜHi der Glimmer so überhand, dass ama kystallinischen 
Glimmerschiefer sa sehen ^aahL 

THBOaAJLXS Biadea I, 1861. 

Samdsteui. 

Durch ein Cement mehr oder weniger fest TerkittetB Kömer. Das 
Cement ist kieslig, thonig, merglicht, oder kalkig, selten Yorberrschend, 
oft kanm erkennbar. Die Kömer bestd^n gewöhnlich ans Qnarz, oft 
mit beigemengtem Glimmer (s. (^itansatubUin', seltaier mit Feldspath- 
oder Kaolintheilen (s. Arkose), Anch Kömer Ton Kieselschiefer, rothem 
Jaspis nnd anderen harten Steinarten kommen vor. Einige Sandsteine ent- 
halten mehr oder weniger Glanconitkömer (s. ChrGnsand). Die Körner 
sind eckige Trümmer zerstörter Felsarten, seltener zeigen die Qnarzkörner 
krystallinische Formen. Die Grösse der Kömer steigt von änsserster 
Feinheit bis zn Erbsengrösse : grob* nnd grosskörnige Sandsteine bilden 
den Uebergang in Breccien nnd Conglomerate. — Die Farbe der Sandsteine 
wird in der Kegel bestimmt dnreh das Cement. Qnarzsandsteine mit 
Kieselcement sind weiss, hellgrau, oder, mit Beimengung von etwas Brann- 
eisen, gelblich, Sandsteine mit Mergel- oder Kalkcement hell- bis dnnkel- 
gran, mit bituminösem oder kohligtem Thoncement braun bis schwarz, 
mit durch Eisen geförbtem Mergel- oder Thoncement grünlich- oder bläulich 
grau (s. Molasse), grün oder rotb (s. Buntsandstein). Der Glanconit 
führende Sandstein ist grün bis grünlich schwarz. — Die Schweiz enthält 
Sandsteine in beinahe allen vorkommenden Altersstufen. Sehr beschränkt 
zeigt er sich nur in der Jura- und Kreidegmppe, sowohl in den Alpen als 
im Jura. In der Steinkohlengruppe kennen wir den AnihracUsandstein, im 
Terracano den rothen, grünen oder grauen Sandsteinschiefer oder Senrino, 


Sasso morto -— Schalstein. 211 

in der Trias den Buntsandsiein und Keuperaandstein, im Jura den lAaS" 
Sandstein, in der Kreide den Grünsand, in der £!ocengmppe den Num- 
mxdUeMondstein , Hohgantsandstein , Flyschsandstein , in der Miocen- 
gnippe die Molasse, in der Qnartftrzeit die der Molasse ähnlichen Sandstein- 
binke nnd -streifen, die dem geschichteten Kies eingelagert sind. 

Sasso morto. 

Pietra morta. Mflrhes, abgestorbenes Gestein. Bezeichnet den zum 
fiueD ontaaglichen Macigno, im Gegensatz zur Pietra forte. 

Taroiomi, Beisen, 1787. 

Sauzeizone Oppbl. 

Sowerb3d8chichteu Mosoh. — Dunkle Thone und Mergel mit ein- 
gelagerten Kalkbänken. Von geringer, im Aargau nur iV'^ Fuss betra- 
gender Mächtigkeit, bezeichnet durch Amm. Sawiei, A. Sowerbyi, A. 
jBroocUt u. a. Fossilien. In der Grundlage der Humphriesianusschichten 
und dieselben trennend von den Murchisonseschichten des Braunen Jura oder 
B^ocien. - Waagen, dem man eine fleissige Monographie dieser Schichten 
verdankt, trennt noch die Sowerbyizone , als untere, von der darüber 
liegenden Sauzeizone. 

Waagen, Zone des Amni. Sowerbyi, in Benegkb*8 Beitr. 1867. 

Scaglia. 

Rother, grflner, weisser dichter Kalk, mit muschligem Bruch, dünn 
geschichtet bis plattenförmig, mit verschieden farbigen Feuersteinknauern. In 
den Yicentinischen Yoralpen bei den Steinbrechern übliche Benennung und 
iowohl auf eine untere Scaglia, den rothen Ammonitenkalk (s. d.), als auf 
fSBB obere, die vom Nummulitenkalk bedeckt wird, angewandt. Diese 
obere Scaglia enthält die charaktenstischen Fossilien der oberen weissen 
Kreide, Jnocer. Cuoieri, Ananch. ovata u. a. und der Ausdruck Scaglia 
ist daher , stratigraphisch , zur Bezeichnung dieser Stufe angenonmien und 
neb auf andere, ihr angehörende Steinarten ausgedehnt worden, auf welche 
die ursprflngliche Bedeutung desselben nicht passt. 

Maraschiki, Yicent. 1824, p. 118; db Ziono, Bnll. Soc. gdol. II, lY, 
YII : d'Arohiac, bist. Y, 1853. 

Schalateln. 

Grane, graue, zuweilen rothe, kalkige feste Thonmasse, welche Trum- 
von Bchwarzem und grünem Thonschiefer, Kalkspath nnd Feldspath 


212 Schambelenachichten — Schildschichten. 

einschliesst. Mehr oder weniger schiefrig, bis dick geschichtet üeber- 
gehend in Breccien und Conglomerate , durch Entwicklang yon FeldspaHi- 
krystallen porphyrartig, durch Answitterang der Kalkkömer mandelstein- 
förmig. — Yorzaglich bekannt in Nassau, enge verbunden mit dem 
dortigen Thonschiefer- und Grauwackegebirge. — Zu Yergleichungen ein- 
ladend mit den Giiinen Schiefem der Alpen und desshalb hier aufgenommeiL 

Sandbebger, Nassau, 1847; Zirkel, Fetrogr. II, 1866. 

Schambelenschlcheii Heer. 

Planorbis- und Angulatuszone Oppel. Gr^s infraliasique. Grte de 
Hettange Tebq.; Insectenmergel Mosoh. Bräunlich schwarze Mergelschiefer, 
an der Luft zerfallend, mit eingelagerten, nur wenige Zoll dicken, festeren, 
z. Th. sandigen Ealklagern. In der S c h a m b e 1 e n , an der Reuss, 
unterhalb Mülligen im Aargau, 9,5"^ mächtig. Mit marinen Fossilien, 
Amm, planorbis, Amm. angulattis, Amm, longiponlinus , Seeigeln, 
Pentacrmiten, Krebsen und Fischen ; auch vielen Land- und SüsswasseT' 
insecten und Farrerücräutem, Diese unterste Liasstufe ist von Mosch noch 
an andern Stellen im Aargau nachgewiesen worden. Marcou bezeichnet 
mit derselben Benennung auch eine 1,5°* mächtige Stufe von gelblich 
grauem, sandigem Kalkstein, mit den charakteristischen Ammoniten und 
Cardinien, bei den Gypsgruben von Boisset bei Salin s. 

Heer, Urwelt, 1865; Mösch, Aarg. J. 1867; Margou, Lettras, 1857; 
Oppel, Jnraf. 1858. 

Schief erkohle. 

üebliche Benennung der diluvialen Braut^ohle (s. d.) von Uti- 
nachfMörschwylu. s. w. 

Schildschichteii Esober. 

Zone des Amm. Arolicus Oppel und Bachmann; Birmensdorferschichten 
Mosch. Hell- bis dunkelgraue auch gelbe Kalkschichten, mit Neigung 
zum Schiefrigen, die Schichtflächen sind häufig wellenförmig und mit 
Mergelblättern belegt, die Schichten selbst wie aus zusammengewachsenen 
Knollen gebildet. Die Mächtigkeit mag 5 bis 15"^ betragen. Fossilien 
sind ziemlich zahlreich und bezeichnen die Stufe als untern Oxford, über- 
einstimmend mit den Birmensdorferschichten des Jura. Bachmann führt 
vom Schild, einen Gipfel gegenüber Glarus, an: Bei. hastatus, 
BeLSaunanausi, Amm. ArolicuSy Apt. lamellosus; Mosgh vom Gl&rnisch 
Amm. tortisuicaius, Amm. trimargifUitus, Amm. Erato, Amm. pUcaÜUs, 


Schilfsandstein — Schlüffl&chen. 213 

Rhyneh, AroUca n. a. Die Stufe bildet die Grandlage des Hochgebirgs- 
kaäs und zeigt sieb aacb oberhalb Wallenstadt, am Faulen, 
W Tom Glftrnisch , und wird sich wohl noch in andern Gegenden unserer 
A]pen auffinden lassen. 

Bachhann, Glams, Bern. Mitth. 1863; MöSch, Aarg. J. 1867; Eschbb, 
Bchftl. Mitth. 1871. 


Schilfsandstein. 

Keupersandstein , Bausandstein von Stuttgart. - Feinkörniger 
gelblich grauer Sandstein mit Thoncement, in der Höhe braunroth oder 
gefleckt und yoll Eisengallen. Deutlich geschichtet, in 2 Fuss mächtigen 
Schichten, bis plattenförmig. Reich an Eqtäseten, CalanUten u. a. Pflanzen, 
Mollasken fehlen, dagegen kommen, obgleich selten, Ueberreste von Reptilien 
Tor. Die Mächtigkeit ist sehr verschieden und beträgt im Schweizer Jura, 
wenn wir den, meist tlber dem Gyps und unter den bunten Mergeln liegenden 
rotben oder grflnen Sandstein als Schilfsandstein betrachten dürfen, selten 
ttber 20**. In Schwaben liegt der Schilfsandstein an der oberen Grenze 
des Keupers, tlber den bunten Mergeln; seine Mächtigkeit, bei Stutt- 
gart, steigt über 30" und am untern Neckar über 300". 

Schülfflächen. 

Roches polies. Durch Reibung zuweilen spiegelglatt abgeschliffene 
Felsflächen zeigen sich nur auf festeren Steinarten, die auch künstliche 
Politur annehmen, auf Kalkstein, Quarzit, Diorit, Granit, Porphyr. Oft 
sind die Schliifflächen überdiess nach parallelen Linien gefurcht und fein 
geritzt. Die Erscheinung wird auf verschiedene Ursachen zurückgeführt. 
Die einen Schliffflächen sind Rutschfiächen^ eine obere Felsmasse ist über 
ihrer Grundlage abwärts gerutscht, oder durch eine innere Bewegung längs 
einer Spalte, in Folge von Rückzug oder Streckung, hat eine starke 
Reibung stattgefunden. Die Rutschflächen ersterer Art finden sich öfters 
bei Verwerfungen und heissen im Bergbau Spiegel oder Haimische, Als 
gleicher Art betrachtet Foubuxt den bekannten Rocpoli vom St. Ber- 
Dard, während de Luc, db Saussurb und Neckbb, wohl mit Recht, darin 
einen Deberzug von krystailinischem Quarz erkennen. Einer Reibung durch 
Rückzug der äusseren erstarrenden Schalen schreibt von Buch die Ent- 
stehung der Rutschflächen zu, die auf dem Granit der Handeck an 
der Grimsel und an anderen Stellen vorkommen. Eine zweite Classe von 
Schliffflächen wird durch die Reibung der über ihnen fortgeschrittenen 
Gletscher und des an ihrer unteren Fläche eingefrornen Sandes erklärt. 


214 Schleifsteine — Schlemdolomit. 

E8 sind also ebenfalls Rntschflftchen , aber unter wesentlich andern Ver- 
hältnissen entstanden. Beispiele solcher Gletscherschliffe sind häufig in der 
Umgebung der bestehenden Gletscher und in den Alpenthälem, die sie 
früher bedeckt hatten. Auch ausserhalb der Alpen findet man sie oft aus- 
gezeichnet, wo der erratische Schutt festere Felsen bedeckt, wie in den 
Steinbrüchen von Solothurn, bei der Sternwarte von Neuchätel, 
in den Steinbrüchen von Fontanil bei Grenoble. — Die Furchen 
und Ritze, erzeugt durch herausstehende Ecke und Sandkörner, zeigen 
die Richtung der Bewegung an. 

De Luc, lettres phys. et mor. V, p. 437; de Saussurb, Voy. § 996 
Necker , Et. p. 193 ; Fournbt , Bull. S. g. 1859 XVI , p. 1034 
V. Buch, Granit und Qneiss, Berl. Ak. 1844: Agassiz, glac. 1840 
DE Charpentibr, glac. 1841. 

Schleiflsteine. 

Nebst den von auswärts eingeführten Schleifsteinen werden auch in- 
ländische Steinarten, besonders zum Schleifen gröberer Schneidewerkzeoge, 
benutzt: feinkörnige harte subalpine Molasse, Fljschsandsteine, oder fein- 
sandige Kalksteine. Aus der Molasse stammen die Schleifsteine von 
Champotey und Marsens, nördlich von Bulle, vom Gurten 
bei Bern, von Burgdorf; aus dem Eeupersandstein diejenigen von 
Schieitheim bei Schaffhausen; aus dem jungem Jurakalk die 
feinen Schleifsteine, sogen. Oehteine, von Damvant bei Porrentray. 

Schlemdolomit^ 

Hauptmasse des Schiern, von Botzen, 3500 F., am Lang- 
kofel 4000 F. mächtig. Nach 0, gegen Ampezzo hin, nackte 
zerrissene Felspartie'n bildend. Krystaliinisch verwachsen, die vielen 
Drusen mit Braunspath besetzt, weiss ; meist ungeschichtet, aber sehr zer- 
spalten, der Fuss mit Trümmerhalden bedeckt. Die Grundlage bilden die 
augitischen Tufe der Seisseralp mit S. Cassianfossilien, oder die 
Raiblerschichten im engeren Sinn (Mojs.), die Decke, auf dem Plateao 
des Schiern, die sogenannten Hothen RaiblerschiclUen , die v. Richt- 
HOFEN als die wahren Raiblerschichten betrachtet und von den S. Cassian- 
schichten unterscheidet, Stdr den obersten S. Cassianschichten beiordnet, 
während Mojsisovigs sie den Torerschichten (s. d.) beiordnet. 

V. Buch, Leonh. Taschb. 1824; v. Richthofen, Süd-Tirol, 1860; Stcr, 
S. Cassian, Jb. d. RA. 1868, p. 566 ; Mojsisovics, Obere Trias, JV. 
d. RA. 1869. 


Schotter — SchwabenmergeL 215 

Schotter^ 

in Oesterreich gebrftachlicb für Kies und Schntt. 

Schrammbachschleliteii Lm./ 

Hellfarbige, weisse oder röthliche Kalkschichten, dflnn geschichtet bis 
schiefrig. Apiychus, dem ^. Didayi verwandt, fahrend. Am Schramm- 
bach im Salzachthal. S. RossfelderscluclUen, 

Lell, in Leonh. Jb. 1833. 

Schratten 

heissen, im Entlebnch, Risse und Spalten in Felsflftchen. Synonym ist, 
in S c h w y z und 1 a r u s , der Ansdrnck Karren. 

Sehrattenkalk Stodsb. 

S. Urgonien. Der Schrattenkalk bedeckt, in zerrissenen, nackten 
Felsflftchen den östlichen Abfall der Schrattenfluh im oberen Entlebnch. 

Stüdbb, Leonh. Jb. 1834, p. 512; — G. d. S. 11, 1853. 

Schriftgranit. 

Pegmatit Haut. Aggregat grosser Orthoklas-Individnen mit reihen- 
ß^rmig eingeschlossenen Qnarzprismen, die, im Qnerbmch, einige Aehnlich- 
keit mit hebräischer Schrift erzeugen. Stets nur gangartig, oder in klei- 
nern Massen vorkommend. Thiobald, der, an zwei Stellen, Oänge von 
Schriftgranit im Bergell anfahrt, hat die Benennung wahrscheinlich in 
dem erweiterten Sinn verstanden, den man später dem Pegmatit {s, d.) 
teigelegt hat. 

Thbobald, Bünden II, 1866. 


Sehotthalden. 


S. Oebirgsschutt 


SchattkegeL 


S. Oebirgsschutt. 


SchwabenmergeL 

Frtther Calcaire k Belemnites et Mames ä Amm. margaritatus Mabooü. 
Entsprechend den vier untern Zonen des Mittleren Lias von Oppil. Die 


\ 


jlK SchwtfJMT J«ra -^ Secund&vgebirge. 

tiefere Abtheilang, 1"* mftchtig, besteht aus z. Tb. etwas eisenschüssigem, 
hellblanem, aussen gelbem Mergelkalk, mit Bd. acutus^ Bd. umbilioaitu, 
Ämm. DavcBi ; die obere, 12"" mftchtig, ist ein gelblich graner oder schwarzer 
Schiefer, wie Dachschiefer spaltbar, aber auch Septarien einschliessend^ nnd 
enthalt mehrere Arten Belemniten nnd Ämm. margarüalus. Bei Sa lins 
in dem Graben von Pin per du. Viel mftchtiger entwict^eU in Schwaben. 

Makoou, lieltros, iad7. 

Schwarzer Jura. 

S. Lias und Jura. 

Schwaner Porphyr. 

S. Felsitporphyr und Melaphyr. 

Sehwarzkohle. 

8. Steinkohle. 

Scyphienkalk. 

Spongitenlager , Weisser Jura y Qüiemst. Argoyien Habo. — Helle 
thonige Ealkbänke und graue Mergel von sehr verschiedener, bis Ober 
100"" ansteigender Mächtigkeit. Bezeichnet durch die Menge von Spon- 
gien oder Schwammkorallen, in Verbindung mit mannigfaltigen Echino- 
dermen , Brachiopoden nnd Cephalopoden. Als Facies auf verschiedenen 
Stufen der Oxfordgmppe auftretend. Im Aar g au, als Birmensdor/er" 
schichten^ Crenularisschichien^ FlorigemmaschidUen y im Niveau der 
Ghailleestufe des westlichen Jura. 

QUBNSTEDT, Flötzgb. Würt. 1843; Oppel, Jnraf. 1858; — paläont. 
Mitth. 1862; Amm. transv. in Beneckjb Btg. 1863; Msrian^ Leonh. 
Jb. 1864; MöscH, Aarg. J. 1867. 

Secnndärgebirge. 

Dasselbe umfasst die Folge von Formationsgmppen iwisehen dem 
Primftr- und Tertiärgebirge. Als älteste Secundärgruppe galt früher der 
ältere Flötzkalk oder Zechstein ^ als Jüngste die Kreidegruppe. Das 
Secundärgebirge enthielt also, von oben nach unten, die Gruppen der 
Kreide, des Ooliths oder Jura^ der Trias und der Dyas. In neuerer 
Zeit wird, nach Phillips, statt Secundärgebirge, häufig die Benennung 
JtfesoftoiacAea Gebirge vorgezogen, die üyas davon abgetreiuit ind dem 
Primär- oder Paläozoischen Gebirge beigefügt 


Seet^Blderfischflchiefer — Seew«rkalk. 217 

Seefelderflschschiefer. 

Asphaltschiefer, Brandschiefer. Sehr bitominOse, dolomitische Mergel* 
kalke, dick- bis dünnschiefrig , hell- ond dunkelbraune Lager unter sich 
abwechselnd, mit FischabdrQcken von Triascharakter. Diese Schiefer, 
nahe an zwei Stunden oberhalb Seefeld, NW von Innsbruck, sind 
eiogeklemmt in eine mächtige, nackte Dolomitmasse, die Gombil als Haupt- 
dolomit, MojsisoYics als Seefelder Dolomit beschrieben haben. 

GCmbel, Bair. A. 1861 ; Mojsisovics, Jb. der RA. 1869. 

Seelaffen (nicht Seelage^ wie Gohbsl schreibt). 

Harte B&nke am Rorschacherberg, bei Staad und Grub. Dicht 
verwachsene Schalen und TrtUnmer von Fectiniten^ Cardüen und anderen 
marinen Conchjlien, durch ein dichtes, z. Th. sandiges Ealkcement ver- 
kittet und in grauen Kalkstein übergehend. Als Einlagerung in der NW 
fallenden marinen Molasse, und eher den lumachellartigen , keine grünen 
Partie'n und Ueberreste von Säugethieren enthaltenden Molassebänken, als 
dem Muschelsandstein der westlichen Schweiz und des Aargau's entsprechend. 
In St. Gallen früher als Pflasterstein benutzt. 

Deickb, Nützl. Mini. St Galler Verh. 1863, p. 15. 

Seewerkalk Mousson. 

Thoniger Kalkstein, hell- bis dunkelgrau oder roth, dicht, mit aus- 
gezeichnet muschligem Bruch. Deutlich geschichtet, in meist dünnen Schichten 
bis schieirig, die welligen Ablösungen oft bedeckt mit enge damit ver- 
wachsenen fettglänzenden Thonblättern , die auch wohl durchgreifen und 
üe Schichten in sphäroidische Knollen zertheilen. Häufig enthält der Kalk 
Knauer von Feuerstein» Petrefacten sind selten. Zu den bezeichnendsten 
geboren Ananch, ovata und Hier, co^-anguinum ^ welche die Stufe als 
obere Kreide, oder Senonien erkennen lassen. Hiemit stimmen auch die 
etwas häufiger vorkommenden Inoceramen^ einige Ammoniien und mikro- 
skopische Faraminiferen überein, und die Lagerung auf Gault. — Der 
Seewerkalk ist ein selten fehlendes, oft bis 50"" mächtiges Glied in der 
Stufenfolge der äussern Kalkgebirge der Ostschweiz, und wird zu See wen 
bei Schwyz als Baustein gebrochen. Dass auch die rothen, schiefrigen 
Thonkalksteine, die, zwischen der Aare und Arve, den obersten Jura von 
to Flysch trennen, dem Seewerkalk angehören, ist wahrscheinlich, doch 
iUai noch entscheidende paläontologische Beweise. Als nicht zweifelhafte 
obere Kreide, in der Steinart aber verschieden vom Seewerkalk, zeigen 


218 Seiflsenchichteii — Senonien. 

rieh hellgraue, oder weisse Ealkmergel im südlichen Savoien. Grössere 
petrographische Uebereinstimmang zeigt der Seewerkalk mit der Tioeiitiiii- 
sehen Scaglia, doch ist diese fester und weniger thonig. 

EscBER, Leonh. Jh. 18i5, p. 547 ; MuBcmsoN, Str. of the Alps. GeoL 
Jb. 1849; Studbr, G. d. S. II, 1853; Kaufmann in Heer, Urwelt, 
1865; Th. Studer, Bern. Mitth. 1869; Mbbian, BaaL Veih. 1871, 
p. 388. 

Seisserschlchteii ▼. Richte. 

Sandig merglichte, dünngeschichtete , grane Kalksteine, mit welliger 
Oberfläche, die oft mit Glimmerschlamm bedeckt ist. Fossilien sind zahl- 
reich, obgleich arm an Arten. Posidonomya ClarcB bedeckt oft ana- 
schliesslich die Schichtflächen. Von oft bedeutender Mächtigkeit. Unmittd- 
bar dem rothen Grödnersandstein aufgelagert und in der Tiefe damit ab- 
wechselnd; bedeckt von den Campilerschichten. An den nntem Gehängen 
der Seisseralp, des Schiern, im hintern Fassathal und andern 
Gegenden yon Sad-Tirol. 

Wissmann, Beitr. 1841: Emmrich, Leonh. Jb. 1844; v. Richthofsk, 
Sftd-Tirol, 1860: Stur, S. Cassian, Jb. d. BA. 1868. 

Sölagite CoRDiER. 

Hyperit. S. Hypersthenit. 

Semurstofe. 

S. Sin6marien. 

Senonien d'Orb. 

Weisse Kreide, Obere Kreide. Kreide von Sens. — Der petrographi- 
sche Charakter der Stufe wechselt mit der (regend. In den Umgebungen 
von Paris (Meudon), im südlichen England und Russland 
herrscht die weisse, erdige, oft abfärbende Kreide mit Knauem und Ein- 
lagerungen von z. Th. schwarzem Feuerstein.; in anderen Gegenden von 
Frankreich besteht die Stufe aus merglichtem, gelbem oder grauem Kalk- 
stein; in den Schweizeralpen aus grauem oder rothem Seewerkalk (s. d.); 
in den Yenetianischen Alpen aus Scaglia (s. d.). Als charakteristische 
Fossilien gelten Belemniiella mucronata, verschiedene Inoceramus, Janita 
4- coaiata, Spondylus spinosus, Osirea vesicularü^ Ananchytes ovatOy 
Micraster corangvinum und viele andere. Die Stufe bedeckt das Tu- 
ronien oder den Kreidemergel und liegt unter dem Danien, oder der Mast- 
richter Kreide, oder, wo diese fehlt, unter dem Tertiärgebirge. 


Sepeyoonglomerat — Sericitschiefer. 219 

Sepeyconglomerat. 

Blöcke Yon Alpengranit und Gneiss, Glimmer- and Talkschiefer, 
Bchwarzem Thonschiefer, dichtem and kömigem danklem Kalkstein, Qaarzit 
nnd Homstein, gerandet oder scharfkantig, von Elaftergrösse and kleiner, 
durch Flyschsandstein fest verkittet, oder so dicht, cyklopischen Maaem 
gleich, in einander gepresst, dass kein Cement erkannt wird. In dicken 
Bänken dem Flusch eingelagert, oberhalb Sepey, von Aigle, and 
mit dem Flysch gegen E t i y a z fortstreichend. 

Von Buch, ges. Sehr. I, p. 576, ü, p. 41; Studeb, W. Alpen, p. 900; 
— G. d. S. n, p. 123. 

Septarien 

heissen ellipsoidische Concretionen oder Knaaer von dichtem Mergel, thoni- 
gem Sphärosiderit , oder Kalk, znweilen mehrere Fass im Darchmesser 
haltend, im Innern darch Rflckzag zerklüftet. Die Klafte stehen meist 
senkrecht aof dem grössten Darchmesser, verengern und spitzen sich aas 
nach der Oberfläche za, oft aach darchziehen sie regellos netzartig die 
Knaaer nach mehreren Sichtangen. Sie sind leer, oder mit Kalkspath, 
Qnarz n. a. Mineralien aasgefallt. 

Sequanien. 

Groape Seq. Mabg. S. Astartien. 

Sericitschlefer. 

Graner Schiefer z. Th. Talkglimmerschiefer z. Th. Grflner, violetter, 
bis blftnlich rother Schiefer des Taanasgebirges, dessen charakte- 
ristischer Bestandtheil der iSeridt , eine dem Ealiglinmier nahe stehende 
Glimmerart, weich and milde, laachgrttn bis grünlich weiss, seideglänzend, 
bsrig, fett anzafühlen, bildet. Mit dem Sericit enthält der Schiefer Qaarz 
und Albit Es liegt nahe, in dem Sericitschlefer anseren alpinen Grünen 
Schiefer erkennen za wollen. Die Bestandtheile, vorherrschend Kieselerde, 
Thonerde and Eisen, stimmen überein, and es glaaben aach Lipold and 
Rolle die breite Zone von Grünem Schiefer , die im Gasteinerthal 
zwischen dem Gneiss and dem Kalkgebirge darchstreicht and, weiter öst- 
lich, bei Maraa, sich zeigt, dem Sericitschlefer beiordnen za sollen. 
Jene Salzbarger Grünen Schiefer scheinen mir aber mit nnserem schweize- 
rischen, petrographisch, ganz übereinzastimmen. Indess zeigen sich die 
Baoschanalysen , die List von den Taanasschiefem, vom Ratb von den 


220 SernfBchiefer — Serpentin. 

Schiefern aas Oberhalbstein mitgetheilt haben, so schwankende Yerhfiltnisse, 
dass einstweilen eine genauere Yergleichnng kanm za einem entscheidenden 
Ergebnisse führen dürfte. Schabff betrachtet die Selbständigkeit des 
Sericits, als besondere Species, nicht als sicher gestellt. 

List, Nass. Jb. 1850; — Ann. d. Pharm. 1852; Lipold nnd Rolle, 
Jb. d. RA. 1854 ; v. Rath, Zts. d. g. G. 1857, IX ; Scharff, Sericit, 
Leonh. Jb. 1868. 


Sernfschiefer. 


S, Vermcano. 


S. Vermcano. 


Semifit. 


Serpentin. 


Ophiolith Bromo. Dunkelgrün bis grünlich schwarz, schwach wachs- 
glänzend bis matt, undurchsichtig, dicht, von geringer Härte, mit splittri- 
gern an muschligen grenzenden Bmch. Vielfach, z. Tb. linsenförmig zer- 
klüftet, auf den Kluftflächen talkartig glänzend, oder mit gelblich oder 
grünlich weissem Pikrolith bedeckt. Oft mit Adern yon fasrigem hell- 
grünem Serpentin, oder Asbesty zuweilen von weissem Kalkspath ; seltener 
mit Aussonderungen von blättrigem SckUl^spath, oder DialUig (Ga is- 
pfad, Todte Alp bei Davos), oder mit Nestern und Adern iron 
Magneteisenstein. Als Abänderungen, die eine chemische Prüfung wünschen 
lassen, kommen, in Verbindung mit normalem Serpentin, Partie'n Ton 
grösserer Härte und Zähigkeit, mit muschligem Bruch vor, die an die 
Orundmasse von Grünporph3rr erinnern (Gravas alvas, Riffelhorn). 
Grössere Massen, besonders im Gebiet der krjstallinischen Schiefer, sind 
feinschuppig, von höherem Glanz, lebhafterem Grün, Chloritschiefer, oder 
Hornblendschiefer ähnlich (M a 1 e n c o , Kamm oberhalb M. J o r i o. S. 
Malencogestein). — Der Serpentin tritt in bedeutenden Massen auf in 
Bünden (Davos, Oberh alb s t ein, Engadin), im südlichen Wallis 
(Saas, Zermatt, Eringerthal), in den Thälern Ostlich und süd- 
lich vom M. Rosa, im Aostathal, meist im Gebiete der Grauen 
und besonders der Grünen Schiefer, die oft ohne schärfere Trennung in 
Serpentin übergehen, indem der Schiefer im Querbruch als Serpentin er- 
scheint und bald auch die Schieferstructur verliert und massig wird. Ans 
dieser Schieferumgebung tritt der Serpentin in rauhen, schwarzen, oder, an 
der Anssenfläche, braunrothen, massigen Felsstöcken hervor, mit aus- 
gedehnten Trümmerhalden an ihrem Fnss. 


Serragranit — Smaragdit-Gkkbbro. 221 

Serragranit Theob. 

Grob- oder mittelkömiges Gremenge von hellgrauem Qtcara^ weissem, 
oft in grossen Individuen krystallisirtem Feldspath und braunem Glimmer, 
Oft Hornblende fahrend und in Syenit übergehend. Mit eingewachsenem 
TWmaitn und Granat. In der Serra, zwischen Bor mio und Boladore. 

Theobald, Bünden II, 1866; Stubeb, G. d. S. I, p. 291. 

Serylno. 

Aschgrauer oder grünlicher glimmeriger Thonschiefer, Lagerstätte der 
reichen Spath-Eisenerze in den Bergamasker Gebirgen und in V a 1 
Trompia. Er liegt über dem Yerrucano oder Salese, und wird von 
Kalkstein bedeckt. Sofern der Yerrucano dem Rothliegenden entspricht, 
könnte der Servino dem thüringischen Kupferschiefer Terglichen werden. 
Nach dem Yorkoomien von Myadtes Fassaensia und ifaiicella costata, 
beide bezeichnend fQr die Campilerschichten , schliesst jedoch v. Hadxb 
auf die Uebereinstimmung des Servino mit dem Werfenerschiefer, oder der 
ontem Trias. Cubioki verbindet den Servino mit dem Muschelkalk. 

Brocchi, trattw mineral. 11, 1808; v. Hauer, Lomb. Alp. Jb. d. BA. 
rX, 1858, p. 456; Cürioni, Yal Trompia, 1870. 

Silbererz. 

Das einzige Erz, das in der Schweiz zur Silbergewinnung gebrochen 
wnrde, ist der Bleiglanz, S. Bleierze, 

Silex, 

^esel, Quarz, Feuerstein, Homstein. In Frankreich werden zunächst auch 
^e tertiären löchrigen Eiesellager, die zu Mühlsteinen benutzt werden 
(Pierre meuli^re), als Suez bezeichnet. 

Siniiatasschicliteii Moscu. 

Grobkörnige Oolithbänke, im mittleren Hauptrogenstein, über den 
Mfiandrinaschichten , unter den Homomyenmergeln, bezeichnet dyrch C/y- 
P^ygus sinuatus. Die Oolithkörner bis erbsengross. Die Farbe hell- 
^nian, seltener weiss. Die Mächtigkeit 5 bis 15 Meter. 

MösoH, Aarg. Jura, 1867. 

Smaragdit-Gabbro. 

S. Euphotid. 


222 SoiMonien — Spilit. 

Soissonien G. Matkr. 

S. Snessonien. 

Solenhoferschiefer. 

Lithographische Schiefer. In bayerisch Franken in zahlreichen 
Brachen ansgebentet Die grösste Mächtigkeit betrftgt 80 F. IHe mannig- 
faltigen organischen Ueberreste setzen sie in die Eimmeridgegmppe, und in 
das gleiche Niveau fallen die feinen, dflnngeschichteten Kalksteine Yon 
Nnsplingen auf der schwäbischen Alp und die, durch zahlreiche Fisch- 
abdrücke bekannt gewordenen, von G i r i n, von B e 1 1 e y (Departement 
de FAin). Die letzteren werden auch mit Erfolg zur Lithographie benatzt 
Wenn nicht von gleichem Alter, doch demselben nahe stehend, ist das der 
Kalke von Solothurn, bekannt durch die vielen Ueberreste Ton 
Schildkröten^ 

Oppbl, Juraf. 1858; Thiollüsbb, Poiss. foss. du Bugey, 1851; — 
Descr. des. poiss. foss. 1851; Lang u. Rf tiketsb, Schildkr. v. Soloth. 
Schw. DkB. XXn, 1867. 

Sowerbyischichten Mosch. 

S. Sauzeizone. 

Spatangenkalk Stud. 
Nach Spatangus (Toxaster) compUmatus, S. Neocomien. 
Studer, Mem. de Is Soc. gdol. III, 1838. 

Spathkalke Mösch. 

Krystallinisch späthige, zuweilen oolithische fi^alksteine, grau, braun 
bis Ziegelroth, in Platten abgesondert und als solche benutzt Yon Fos- 
silien sind nur einzelne Brachiopoden , u. a. Khynch, ^pmosa, bekannt 
Die grösste Mächtigkeit im A arg au wird auf 17"* angegeben. Die Stufe 
liegt zwischen dem Hauptrogenstein und den Yariansschichten , im hohem 
Braunen Jura. 

Mösch, Aarg. J. 1867. 

Spilit Bbong. 

Yariolith z. Th. Blatterstein, Mandelstein z. Th., Schalstein. Aphani- 
tische Grundmasse, welche Kugeln von Hirsekorn- bis Erbsen-, selten bis 
Wallnussgrösse , eines andern Minerals, meist von Kalkspath, umschliesst 
S. Mandelstein, Schalstein, Yariolith. 


SpoBgitenkalk — Steinkohle. 223 

Spongitenkalk. 


S. Scyphienkalk. 


Starhembergschiehten Stob. 

Fleischrother, versteckt kömiger Kalkstein, mit zahlreichen Bracldo^ 
poden and Megal. triquekr. Eine wenig m&chtige Einlagerung im Du^ 
stdnkaik, gegenüber der Raine Starhemberg bei Piesting, NW 
TOD N e n 8 1 a d t bei Wien. 

▼. Hausb, Gliedg. der Trias, Jb. d. EA. 1858. 

Steaschiste Bbon. 

8. Talkschiefer. 

Steinkohle. 

Schwarzkohle. Unter den vier, in der Schweiz vorkommenden Kohlen- 
arten steht die mesozoische Steinkohle, neben dem Anthradt des antern 
Wallis, der Pechkohle der Molasse and der Brannkohle des dilavialen 
Kieses, im letzten, bescheidensten Rang. Man kennt sie in zwei For- 
mationen verschiedenen Alters. In der Kimmeridgestufe , aof der Nord- 
seite des Simmenthaies, wurde , noch in den ersten Jahrzehenden 
dieses Jahrhunderts, in der C 1 a s und an der H o 1 z e r s f 1 u h, oberhalb 
Boltigen, eine bitumenreiche, von vielen marinen Fossilien begleitete 
Kohle gegraben, welche von Bbunneb analysirt wurde. Spuren davon 
finden sich bis an den Ausgang des Simmenthaies und, westwärts, bei 
Jaan, bei Vouvrier im Wallis und auf der Alp D a r b o n im 
Chablais, wo die Kohle jetzt noch ausgebeutet wird. Eine zweite, nester- 
weise vorkommende Kohlenbildung gehört der Stufe des Nummalitenkalks 
an and ist, wie die Kimmeridgekohle , von marinen oder brackischen 
Mollusken und Foraminiferen, aber niemals von vegetabilischen üeberresten 
begleitet. Spuren derselben zeigen sich auf der Gadmenfluh, ober- 
halb Engstlenalp. Bedeutender und früher wiederholt ausgebeutet sind die 
Nester auf dem Kamm oberhalb Beatenberg, vom Thunersee nach 
dem Hohgant zu. Sie zeigen sich wieder am Mittaghorn, gegenüber 
Fru t i g e n, an den Diablerets und an mehreren Stellen in Savoien, 
unter denen P e r n a n t und Entrevernes zu den bedeutendsten ge- 
boren. Selbst in Dauphin^ fand noch ein Yersuchbau auf diese Kohlen 
statt am G h a i 1 1 o 1 , oberhalb S. B o n n e t bei Gap. 

Stuobb, WestL Alp. 1834; — G. d. S. 1853; Favbb, Savoie, 1867 
LoBY, Danph. 1860. 


234 Steimalfl — Steinabergerkalk. 

Steinsals. 

Im J a r a ist bis jetzt das Steinsalz nur dnrcb Bohrlöcher anfgefianden 
worden, weiss oder grau, mehr oder weniger durchscheinend, durch Thon 
verunreinigt, oder reines Chlomatrium, fein- bis kleinkörnig. Die vier, in nicht 
grosser Entfernung von einander angesetzten Bohrlöcher von Schweizer- 
hall, Kaiser-Augst, Rheinfelden und Ryburg haben das Salz, nadi 
Darchbohrung des Hanptmuschelkalks, in ungefähr gleicher Tiefe von 100 bis 
120 Meter gefunden, von verschiedener, bis 20*° starker Mftch'tigkeit Es 
scheint linsenartige Nester in der Salzthon- und Anhydritstufe des Muschel* 
kalks zu bilden, indem andere Bohrlöcher in der Nähe ohne Erfolg blieben. 
Das Vorkommen ist beschränkt auf den äussern, oder Plateau- Jura, der 
die Fortsetzung des salzreichen schwäbischen Muschelkalks bildet. Die 
vielen Bolirversuche im innem, oder Gewölb- Jura sind stets erfolglos ge- 
blieben. — In den Alpen besteht in der Schweiz nur die seit dem 
16. Jahrhundert betriebene Saline von Bex. In bedeutender Entfemang 
erst treffen wir, östlich, das Salzwerk von Hall in Tirol, westlich» das von 
Moutiers in Tarentaise. Die Quellen bei Bex, welche bis in den 
Zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts, einzig zur Salzgewinnung benatzt 
worden sind, entspringen einer mächtigen Anhjdritmasse, umschlossen von 
Kalkgebirgen, welche Liasammoniten der Arietenzone enthalten. Das 
Steinsalz ist im Anhydrit und in dem damit verbundenen sandigen Thon- 
schiefer, theils fein eingemengt, theils bildet es Nester, Adern und Cränge; 
es ist gewöhnlich kleinkörnig, seltener fasrig, blass gelblich roth oder grau- 
lich weiss. Im Jahr 1824 fand man im Anhydrit eine 30 bis 40 F. breite 
EluftausfQllung, worin Trümmer von Anhydrit und Kalk mit vielem Anhy- 
dritsand durch ein vorherrschendes Cement von Steinsalz sehr fest verkitte 
^ind, und diese Masse liefeit nun eine vollkommen gesättigte Soole. 

Merian, Basl. Verh. 1836 u. 1843; GCotbrt, Verh. d. schw. NG. 1867; 
V. Ghabpsntibb, Ann. des Mines V, 1820; » Poggd. III, 1825. 

Stefnsbergerkalk Thsob. 

Rother, gelber und weisser Kalk, dicht, mit Crinoiden und Belemr 
niten, auf dicken Bänken von grauem, krystalUnischem Kalk mit Tert' 
bratein. Am Schlossberg von Steinsberg, oder A r d e z , im unter- 
Engadin. Den rothen und, mit einigem Zweifel, auch den grauen Kalk 
betrachtet Tükobald als Lias, dem Adneter- und Hierlatzer - Kalk entr 
sprechend. 

Theobald; Bünden I, 1864. 


Steraspiszone — StraJüstomschiefer. 226 

\ Steraspiszone Opp. 

Lithographische Schiefer Yon Solenhofen and Nasplingen, 
mit Ammon. sleraspiSf in deren Wohnkammer häufig Apiychus vorkommen. 

Opfbl, jnr. Geph. Mitth. 1862. 

Stlnkstein. 

Bitamninöser Kalk. Dichter, seltener deutlich kOmiger, mehr oder 
weniger Bitumen haltender Kalkstein, gran, hraon, schwarz, zuweilen auch 
hell- oder gelblich grau, deutlich geschichtet bis schiefrig. Im Anschlagen, 
oder gerieben, bituminös riechend. Gewöhnlich in Begleitung von Kohlen 
und oft voll Fossilien. So, mit Pechkohle^ in der Molasse, als Süsswasser^ 
kalk, voll Planorben, Limneen u. a. Schneckenschalen, mit Steinkohle 
im Nummulitenkalk und im Kimmeridge des Simmenthals und 
Chablais, mit marinen Fossilien. Auch getrennt von Kohlen findet 
man Stinkkalk, sowohl in den Alpen, als im Jura. In letzterem gehört 
der Yon Asphalt durchdrungene Ui'gonien dazu. 

Stockhomkalk Studkb. 

Aschgrau, hell rauchgrau bis hellbraun, oft schwärzlich grau gefleckt, 
dicht, mit ausgezeichnet glatt muschligem Bruch, deutlich und dünn ge- 
schichtet, nicht selten durchzogen von bräunlich schwai'zen, matten oder 
fettglänzenden Thonblättem ; häufig schwarze, gi*aue, oder braune Hornstein- 
knaaer einschliessend, die an der Aussenfläche hervorstehen und von vielen 
Rissen zerhackt sind, auch wohl zu knolligen Einlagerungen an einander 
schliessen. Die nach E. Favbje vorkommenden Petrefacten, Bei. pistüli' 
fwrmis, B, dilatatus, Naut, neocom.j Ämm, subßmbrialus^ A. asiierianus, 
Oriaceras Duvalü, Apiychus Didayi u. a. bezeichnen diesen Kalk als 
Neocom mit alpiner Facies. Es ist das herrschende Gestein der höheren 
Gipfel und mittäglichen Gehänge der Stockhorngebirge und be- 
gleitet dieselben, durch die Freiburger und Waadtländer Alpen, bis nach 
Samen. 

ÖTUDER, Westalp. ia34; — G. d. S. 11. 1853; Brükner, Stockh. Schw. 
Dkschr. XV, 1867 ; E. Favre, Moldson, Arch. B. U. 1870. 

Strahlstelnschlefer^ 

Aktinolithschiefer. Grasgrüner bis lauchgrttner Strahlstein, dUnn- und 
kurzstänglicht bis fasrig. Deutlich geschichtet bis schiefrig. Ein nicht 
seltener Begleiter der Granen Schiefer und des Serpentins , in Ober- 
halbstein, bei Ghiaven;ia, imV. Malenco, auch im südlichen 
Wallis, bei Zermatt, Evolena, in den Aostathftlern. 

15 


996 Sinadieigerbildiiiig — SireÜBnaeUafer. 

Strambergerbildttiis. 

Massige Kalksteine, von feinem Korn, zuweilen ddomifisch, weiss, 
selten gran oder roHi. Reich an mannigfaltigen FossiUen, besonders Ce- 
phcUopoden und Brachiapoden, Anstehend auf der Nordseite der K a r- 
pathen, bei Stramberg, an der Ostgrenze yon Mähren, und bd 
Andrichau in Galizien. Häufiger aber in oft hansgrossen, eckigen 
oder gerundeten Blöcken, die im ELarpathen-Sandsteia und -ScUefer ein- 
gewickelt sind und far den Hattenbedarf der dortigen Eisenwerke aus- 
gebeutet werden. Frfiher als dem oberen Jura angehörend betraclitet, ist 
nachher die Fauna des Strambergerkalks typisch far die untere tithonische Stufe 
geworden. Neuere Ergebnisse bestätigen indess eher die ältere Ansicht und 
erkennen in den Strambergerscbichten eine besondere Facies des Kirameridge. 

HORBNBOOBR, Nordkarp. Jb. d. RA. in, 1852; — Yerii. der NonfL 
1861; Oppbl, tith. Stufe, Zts. d. g. Ges. 1865; Sübss, Biachkp. äe§ 
Stramb. K. in v. Hauer's Beitg. mi Paläout. 1859 ; Zittsl, GspL 
Strb. Paläont Mitth. n, 1868; Hi:BEST, BolL Soc g. 1869. 

Streckung. 

Naumann bezeichnet mit diesem Ausdruck, oder als lineare ParaUelr 
structur ^ die Ausdehnung, welche oft Felsmassen nadi bestimmten Bich- 
tungen erlitten haben. In gemengten Steinarten zeigt sie sich in einer 
parallelen Lage ihr^ stänglichten Bestandtheile, in einfachen Gesteinen, 
Quarzit, Thonschiefer, Glimmerschiefer, Kalkstein, in einer Streifong oder 
Fältelung der Schicht- oder Sehieferungsflächen, die ihnen zuweilen das 
Ansehen yon Holzstein gibt, oder den Thonschiefer als Griffelschiefer er- 
scheinen lässt. Am klarsten erkennt man diese Streckung in den oft auf- 
fallend auseinander gezogenen Fossilien. Shabpb fand ^irifer, Trilobiten 
u. a. Fossilien in dem Thonschiefer yon England und Wales auf eine Weise 
verzerrt, die sich nur durch eine Quetschung und Streckung begreifen lässt 
Dasselbe ergibt sich aus der elliptischen Gestalt der Ammoniten in mehreren 
Gegenden der Alpen, wie zu Unterheid bei Meiringen, besonders aber 
aus der Zerstückelung der Belemniten, die, urspranglich kaum zwei Zoll 
lang, jetzt in getrennten, durch Kalkspath yerbundenen Stttcken, zuweüen 
mehr als ein Fuss lang ausgezogen sind, wie am M. Jo li in SaYOien, 
im Mayenthal in Uri und anderwärts. 

Nadmahn, Geognosie I; Sharps, on slaty cleayage Quart, g. J. 1817. 

Strelfensehlefer Theob. 

Schwarzgraue Thon- und Kalkschiefer, mit angelagerten Kalkbänken. 
Die Oberfläche der Schichten rissig und knollig, oft brannrotb gestreift 


Strembien ~ Stronagneifls. 227 

und geflammt Fossilreste fehlen. Znweilen Quarz enthaltend, in Nestern 
and Adern. Bis über 50 F. mächtig, oder aach ganz fehlend ; unter dem 
Virgloriakalk, der in sie übergeht, auf Rauchwacke und Dolomit, die den 
Guttensteinerkalk zu repräsentiren scheinen. 

Thbobald, Bünden I, 1864. 

Strembien. 

Etage Str. S. Kimmeridgestufe. 

Strombitenkalk v. Buob. 

Nerineenkalk z. Th. Epivirgnlien Thubm. et Et. — Weisser mehligter, 
t Th. oolithischer Kalkstein , so gedrängt voll mehrere Zoll langer Neri- 
neen, dass die Steinart kaum bemerkt wird. Einzelne Bänke abwechsebd 
mit gelblichem oder grauem dichtem Kalkstein, lithographischem Stein 
ftlinlich. Typisch ist die Stelle auf der Hohe der alten Strasse von Neu- 
cfaitel nach Valien gin, wo der Strombitenkalk unter 20"* mächtigem 
Dolomit liegt, der ihn von den schwarzeu Mergeln trennt, die als Purbeck- 
stafe betrachtet werden. Diesem Nerineenkalk von Yallengin yer- 
gleicht man, als EpiTirgulien» ein Nerineen reiches Kalklager oberhalb 
Chenevey, W von Porrentruy. 

V. Buch, Catalogne de roches de Neuch. Werke I, 1867; Desob et 
Gressly, Jura Neuch. 1859: ThubmaiIn et Etalon, Schw. Uk». 
XVUI, 1861. 

Stronagneiss Geblach. 

Feinflasriger, leicht spaltbarer Gneiss, der bei R o n c o , am W Ufer 
des Ortasees» als zolldicke Dachschieferplatten gebrochen wird. Hellere, 
feldspathreichere Lager wechseln mit dunklem und bräunlich schwarzem 
filimmerschiefer. Zuweilen haben sich im Gneiss auch grössere weisse 
FeldspathzwilUnge aasgeschieden, die der Schieferung parallel liegen, oder 
die 3teinart zeigt selbst Neigung, sich granitartig auszubilden. Charakte- 
^isch sind zahllose Nester und Gänge von grobkörnigem weissem Eurit 
^ (jianity die in jeder Richtung das schiefrige Gestein durchsetzen. Mit 
^lem SO Einfallen liegt dieser Gneiss auf der breiten Zone von Horor 
blendgesteinen der Thäler Mostallone und S t r o n a und stösst öst^ 
^ an den Granit der C o 1 m a von C i v i a s c o und von B a v e n o. 

Gbblaoh, Fenn. Alp. Schw. Dkschr. 1869. 


228 Snbapenninenbildang — SfiaBWBSserkalk. 

Sabapenniiienbildang. 

Aeltere Plioc^ne Bildung Lyell.; Etage Astien C. Matxs. — (relber 
Sand oder Sandstein und darnnter liegende fossilreiche blaue MergeL In 
Piemont (Asti, Ghieri), bei CastelT Arquato, bei Rom (BL 
Mario, Trastevere) und in Sad-Italien. C. Matxb setzt in diese Zeit 
die letzte Hebung der Alpen und die Auswaschung unserer MolassethSLler. 
Marine Ablagerungen dieser Epoche fehlen der Schweiz; am nächsten im 
Alter stehen die Panopseen- und Austerbänke des Belpberges. Elib 
DB Bkauhont hält dagegen diese Zeit fOr eine Epoche der Ruhe, w&hrend 
welcher sich in Binnensee'n der ältere diluviale Kies ablagerte. 

Brocchi, Gonch. fot». fiubapen. 1814; Elib db B., Syst. de Hont 
1852; Bbonn., Leth. geog. 3** Aufl. III; Ltbll, Eiern. 4. ed. 1858; 
Parbto, Ball. geol. XXII, 1865. 

Saessonien. 

Etage Suess. d'Obb. Unteres Eoc^n Lyell. Benennt nach dem Tcff- 
kommen bei S o i s s o n s. Zunächst, Aber der obersten Kreide, die Sabki 
ei le Calcaire Uicustre de Billy, mit Land- und Sflsswasserconchylien, dann 
die glauconitischen Sables de Bracheux, mit Lignit und brackischeD Fos- 
silien, auf diesen die Ärgile plastiqtAej mit Braunkohlelagem, in den ober- 
sten Massen mit Ceriihieny Cyrenen, Austern, als letzte Stufe die ScAles 
supMeurs mit marinen Fossilien, mit welchen die ersten NurmmMien 
auftreten. Auf diesen Sand folgt dann der Pariser Grobkalk oder das 
Etage Parisien d*Obbignt. Obgleich brackische Conchylien der alpinen 
Nummulitenbildung nicht fremd scheinen (Kohle auf den Ralligstöcken, 
Pemant, Entrevernes), ist doch bis jetzt das Vorkommen des Suessonien 
mit derselben keineswegs in Aussicht gestellt. 

d'Orbiqny, cours ^Um. 1858; d'Archiac, bist. 11, 1849. 

Sflsswasserkalk. 

Der mit der Molasse in Verbindung stehende tertiäre Stlsswassei^ 
kalk ist von sehr ungleicher Festigkeit, z. Th. zerreiblich, abförbend und 
in Kalkmergel übergehend, z. Th. dicht, deutlich in meterdicke Lager, 
oder, wie bei e n i n g e n , in dttnne Platten abgesondert, mit mnschligem 
Bruch; auch der fester scheinende zerfÄllt indess meist, an der Luft und 
Feuchtigkeit, bald in zerreiblichen Mergel. Die Farbe ist graulich oder 
gelblich weiss, durch beigemengtes Bitumen braun- oder dunkelgrau bis 
schwarz; der Gehalt an Bitumen verräth sich, auch bei den hellem Ab- 
änderungen, durch den Geruch im Anschlagen. Den Ursprung erkennt man aus 
den, theils als Steinkerne, theils mit noch erhaltener Schale, bald nur sparsam, 


Sflsswaaserkalk. 229 

bald in Menge eingeschlossenen Sflsswasser-, Snmpf- oder auch Landconchylien. 

m 

Leere Eindrücke lassen auf verschwundene Gräser und Sumpfpflanzen 
scUiessen; andere Poren und eckigte leere Räume erinnern an neueren 
Kalktuf. Bei L o c 1 e , wo der Sasswasserkalk bei 100"* hohe Hügel über 
dem Thalboden bildet, enthält er in der Tiefe Knollen von Leberopal mit 
eingeschlossenen Conchylien, übergehend in Chalcedon und Honistein, — 
Die grösseren Massen des Süsswasserkalks gehören dem Jura an ; so auf 
der Hochfläche von Locle, in den Thälern von Court, Münster 
und Delsberg und im Rheinthal unterhalb Basel. Nur die letz- 
tem and die durch den Reichthum und die Mannigfaltigkeit ihrer organi- 
Bchen Ueberreste berühmten Steinbrüche von e n i n g e n machen , in 
ooserer Nähe, eine Ausnahme und entfernen sich, jenseits und diesseits, 
TOD dem Haaptzuge des Jura. — Bei Locle, im Rheinthal und bei 
Oeningen steht, nach unten zu, der Süsswasserkalk in Verbindung mit 
Lagern von PecUcohle und bituminösen Schiefem. In dem Molasseland, 
zwischen dem Jura und den Alpen, findet dieser enge Zusammenhang kaum 
eine Ausnahme, und der auf wenige Bänke beschränkte Kalk erscheint als 
der normale Begleiter der Kohlen ; so an der Paud^ze, von Lau- 
sanne, bei S. Martin und ron, und bei Käpf nach am Zürchersee. 
Einen andern Charakter tragen Kalksteinbänke, welche in der Ost- 
schweiz, an beiden ufern des Z ü r i c h s e e' s und in den Umgebungen 
^on P f ä f f i k n und Winterthnr, der Süsswassermolasse eingelagert 
sind und als hydraulischer Kalk benutzt werden. Es sind knollige Lager 
Ton einigen Zoll bis zu 2™ Mächtigkeit, dicht, gelblich grau, oder, wie 
die Mergel, aus denen sie vielleicht bei vermehrtem Kalkgehalt, entstanden 
sind, blau oder roth gefleckt. 

V. Buch (über Locle), Mag. nat. Fr. lY ; Merian, Beitr. 1821 ; Studbb, 
Molasse, 1825; Jaccard, Jura Yand. Snppl. 1870; Gbeppin, Jura 
Bern. 1870; Delbos, Hant-Rhin, 1866; Heer, Tert Flora d. S. 
18Ö5; — Urwelt, 1865; Esgher, Geol. v. Zürich (Gemälde d. S. 18Ü). 

Eine ältere Bildung von Süsswasserkalk und -Mergel ist, als eine nur 
^a 6** mächtige Einlagerung, zwischen der ältesten jurassischen Kreide- 
büdung (ValangienJ und dem jungem Jurakalk (Portlandien)^ aufgefunden 
^d, nach ihren organischen üeberresten, als übereinstimmend mit dem 
Rüschen Purbeckkalk erkannt worden. Der Kalk stunmt mit dem tertiären 
Sflsswasserkalk ziemlich überein, geht z. Th. ganz in Mergel über und 
2^nt an der Luft, ist hellgrau oder braun, steht aber nirgends mit 
Kohlen in Verbindung. 

DB LoRiOL et Jaccard, f. d'ean donoe de Villers-le-Lac, M. de Gen. 
XVni, 1865. 


230 Syenit — Talkflysck. 

Syenit. 

KrTstalUnisch-kOrniges Gremenge von Orthoklas and Hornblende. Der 
Orthoklas, in kleinem oder grossem Zwillingen, oder verwachsen, wein, 
gran oder violett; rother ist in nnserm Alpensyenit nicht bekannt; die Harur 
blende, in breiten Prismen, oder verwachsen, grflnlich schwarz. Als Bei- 
mengnng erscheint anch stark verwachsener weisser OUgoklaSf schwarzer 
Olimmer, Quarz and seltener Granat. — Am aasgezeichnetsten and in 
bedeatender Verbreitang erscheint der Sjenit, SO vom Monte Rosa, in den 
Gebirgen von Andorno and den Thälera der Sessera, Sesia ond von 
Mostallone. Im letzera Thale wird die Homblende z. Th. verdrftngt 
durch rothen, derb mit dem weissen Feldspath verwachsenen Granat 
Diese Homblendgesteine setzen ostwärts, N von den drei See^n, nach 
Graabflnden fort, oft in enger Yerbindang mit massigem Granit, oder mit 
Ghloritgesteinen, oft aach inniger verwachsen, so dass anentschieden bleik, 
ob das Gestein Sjenit oder Diorit za nennen sei. 

Stüder, G. d. S. 1853; v. Rath, d. Geol. G. IX, 1857; Thsobaud, 
Banden II, 1866; Gerlach, Penn. Alp. Schw. Dks. 1869. 

Synklinale Linien 

heissen Linien im Grande eines Maidenthaies, in welchen die dem Thal- 
boden zufallenden Schichtflächen sich schneiden wfirden. EAurif ann hat einige 
in der Molasse und Nagelflnh , in Verbindung mit der grossen antiklinalen 
Linie hervorgehoben. 

Kaufmann, schweis. Dksch. XVII, 1860. 

Talcite CoRDixB. 

Allgemeine Benennung fttr die Grappe der talkfahrenden Steinarten, 
Talkschiefer, Topfsiein, Dolerine, SleaiiL 

G. d'Obbiony, Boches, 1868. 

Talkflysch. 

Froher, als Flysch die Granen Schiefer bezeichnete (1839— 1844\, 
hiessen Talkfljsch die Uebergftnge der Grauen Schiefer in Talksdiiefer. 
S. Flysch. 


Tükgnmm — Taftflchiefir. 281 

Talkgneiss. 

Im Allgememen ein Gneiss, worin, yorherrschend oder ausschliesslich, 
der Glimmer durch Talk ersetzt ist Die Benennung ist aber auf wesent- 
lich yerschiedenartige Steinarten angewandt worden. Als noch der Talk 
als Haaptbestandtheil des Protogins galt, hiess Talkgneiss oder Protogin- 
gneiss der gneissartige Rrotogin. Später gab ich und, in seiner Arbeit 
über die Penninischen Alpen, Okblaco, diesen Namen dem eigenthflmlichen, 
lebhaft grflnen Gneiss der Walliser Alpen, den GsBLiiGa jetzt, um Yer- 
wechslang zu vermeiden, Arollagneiss (s. d.) nennt Thbobald gebraucht 
den Namen, in seiner allgemeinen Bedeutung, fftr Gneisse die, theils mit 
Grünem-, theils mit Glimmerschiefer in Verbindung stehen und in den 
Bernina- und Yeltliner-Gebirgen vorkommen. Auch der Roflagneiss 
ist zaweilen als Talkgneiss bezeichnet worden. 

Studbb, G. d. S. 1853; Gbblacii, Pom. A. Schw. Dks. 1869; Thbo- 
BAIJ>, Bonden IL 1866. 

Talkquarzit. 

S. Quarsit und Yerrucano. 

Talkschiefer. 

St^chiste. Kleine oder grössere TalkbUltter zu Schiefer verbunden, 
weiss, gelb, grünlich gelb, grau. Oft mit eingemengtem Quarz, in KOmchen, 
Bm die sich der Talk herumbiegt, oder in grossem Partie'n und Ueber- 
gänge bildend in Talkquarzit, oder, wenn auch Feldspath hinzutritt, in 
Talkgneiss. — Der Talkschiefer erscheint in unsem Alpen selten selb- 
ständig in grossem Massen, h&ofiger in Verbindung mit Glimmerschiefer, 
Grttnem oder Grauem Schiefer, besonders auch mit Casannaschiefer. MH 
^rk glänzendem, meist tombackbraunem Glimmerschiefer, bedeckt Talk- 
tiefer, häufig weiss, die Gebirgskämme auf beiden Seiten des Liviner- 
thales und schliesst, wie der Glimmerschiefer, oft in Menge braunrothen 
Granaly schwarzen Turmalin, Siaurolüh und Oyanit ein. — Dass unter 
den mannigfiütigen Abänderangen der Granen, Grauen und Casannaschiefer 
Mich Talkschiefer vorkommen, ist nicht wohl zu bezweifeln, aber häufig 
bleibt man, ohne genaue Untersuchung, unschlfissig, ob man die Steinart 
lucht eher als Chloritschiefer, Glimmerschiefer oder Thonschiefer zu be- 
zeichnen habe. 


232 Tairagnozkalk — TaTiglianamiidsteiii. 

Tarragnozkalk. 

Calcaire de la porte de Tarragnoz k Besan^on Mabcou. Dichter oder 
oolithischen Kalkstein, grau, blau oder blassroth gefleckt, 10" mächtig. 
Vielfach benutzter Baustein bei Besangen nnd Salins. Die selten vor- 
kommenden Petrefacten sind nicht bestimmbar. In seinem Jnra salinois 
bezeichnet Mabcou diesen Kalk als Great Oolite. Oppxl setzt ihn aof 
die Grenze des Bajocien nnd Bathonien. 

Makgou, Lettres, 1857. 

Taylglianoassandstein. 

Taveyanazsandstein, Gr^s monchete GusniABD nnd Lobt. Kleinkörniger, 
fester Sandstein von erdigem, verwittertem Anssehen, dnnkel lanchgrtln mit 
hellgranlich grünen , erbsengrossen Flecken , die sich aber auch bis hst 
znr Verdrängung der Grundfarbe erweitern. Als Einschlösse hier und da 
weisse Bruchtheilchen von Kalkfipath^ Launwntü^ Fddspaih^ weisser oder 
schwarzer GUmmerbläüchm nnd schwarzer Hornblende. Auf Kluftflädken 
Kalkspath und Laumoniii ; dieser in breiten Nadeln zuweilen zu Rosetten 
vereinigt. Wo nicht Kalkspath sichtbar ist, braust der Stein nicht mit Säuren, 
vor dem LOthrohr schmilzt das Cement zu schwarzen und weissen Glastrdpfchen 
und hinterlässt eckigte Quarzkörnchen. Das Ganze macht den Eindruck 
eines in Verwitterung begriffenen dioritischen Tufs. Am frischesten fyid 
ich die Steinart zwischen LaClusaz und St Jean de Sixt in Savoien, 
grfinlich schwarz und nicht gefleckt. 

Diess Gestein erscheint, in stockförmigen, nicht weit fortsetzenden 
Massen, meist als Begleiter des Nummulitenkalks. So bei St. Bonn et 
bei Gap, der südlichste bekannte Punkt seines Vorkommens, wo es, in 
einer Mächtigkeit von wohl 100™, dem Nummulitenkalk aufliegt und von 
Fucoidensandstein bedeckt wird. So auch, in gleicher Lage, auf der Hochfläche 
von Platet und Flaine, östlich von der Arve, in Savoien. Weiter öst- 
lich zeigt sich die Steinart in dem westlichen Ausläufer der Diablerets, 
auf den Alpen von Solalex und Taviglianaz, und scheint hier, wo indess, 
durch viele Biegungen, sehr verwickelte Lagerungsverhältnisse vorkonmien, 
tiefer zu liegen, als das eocene Petrefactenlager der Diablerets. Zu der- 
selben Ansicht führt ihr ferneres Auftreten auf Oldenalp, im Kander- 
thal, Kienthal und bei Merligen am Thunersee. Hier scheint sie 
sogar zwischen der Rhätischen Stufe und Neocom zu liegen und enthält 
unbestimmbare Ueberreste von Pflanzen. Weiterhin verlieren wir ihre 
Spuren bis an den Nordabfall der Windgelle, den Hintergrund des 
Schächenthals und Linththais in Glarus, und an diesen 


Tegel — Tennikentafe. 233 

Stellen schemt sie in enger Verbindung mit Flysch zu stehen. In den 
St. Galler- und Bttndneralpen und weiter östlich ist sie bis jetzt nicht 
gefunden worden. 

Dieser Sandstein wird in den Bemeralpen oft mit Lavezstein yerwechselt 
imd, wie dieser, G i 1 1 s t e i n genannt und zu Ocfen verwendet, wie schon 
Hallxb berichtet (Salzwerke von Aelen, 1765, p. 140). 

Wild, mont. sauf. 1788, p. 83; Gustmard, minlg. d. H** Alpes, 1880; 
Lobt, Danph. 1860; Studer, Molasse, 1825; — Westl. S. A. 1834; 
— Geol. d. S. 1853; — Bemer Mittb. 1871; v. Fibchsr-Oobteb, 
Bemer Mitth. 1870. 

Tegel. 

Plastischer Thon der Wiener neogenen Tertiärbildung. Bläulich oder 
grflnlich grau, feine Glimmerschuppen und etwas Quarzsand, auch etwas 
kohlensauren Kalk und Gypskrystalle enthaltend. In der Höhe schiefrig, 
tiefer ohne Schiefemng, aber abwechselnd mit Streifen von Quarzsand oder 
Gerölllagem. An mehreren Stellen, bei Baden, Vöslau, Mollersdorf 
Q. a. 0. zahlreiche, mit der Schale erhaltene, theils marine, theils brackische 
oder Süsswasser- Fossilien, besonders Mollusken und Foraminiferen , ein- 
schliessend, von denen eine beträchtliche Zahl mit denen der schweizerischen 
Molasse flbereinstimmt Die Mächtigkeit ist sehr ungleich, steigt aber nicht 
Belten auf mehrere hundert Fuss. In dem Bohrloch des Gloggnitzer Bahn- 
hofs ist der Tegel mit 651 Fuss nicht durchsunken worden. 

SUBSS, der Boden der Stadt Wien, 1862; HOrnes, foss. Moll. d. Tert 
Beck. V. Wien, 1851 n. b. f. 

Teimikerstafe. 

Miocene Tertiärbildung, die, bei Tenniken und Biegten im Basler 
Jara, bei WOlfliswyl im Frickthal, bei Ffletzen am Randen, directdem 
Jurakalk aufgelagert ist« Die Steinart bei Tenniken ist ein rothes 
Conglomerat, das als Baustein gebrochen wird; im Frickthal ist die 
Steinart, ebenfalls roth, mehr thonig, von geringerer Festigkeit, bei 
Ffletzen ein weisser oder röthlicher poröser Kalkstein. An allen diesen 
Stellen ist die Bildung reich an meist wohl erhaltenen marinen Fossilien, 
besonders Gastropoden, Melanopris dtharella, Nerita Pluionis, Conus 
Mercaiiy C* ptmderosus, Fleurotama calcarata, Murex crisiaiuSy Cerühkm 
Zele&ort, Patella scuiellariB etc., grossentheils verschieden von den in der 
tthweizerischen Molasse vorkommenden. G. Matib setzt die Stufe in die 


234 Tenulobfttiu-Zone — TertiftrbildiuigaiL 

anterste Abtheilung seines Helvetien und h&lt sie für ftlter als 4m Hnsdiel- 
Sandstein and die Muschellager vom Belpbeii^, Luzem und St Gallen, 
dagegen ftlr jünger als die Graue Molasse Yon Lausanne oder sein Etoft 
Langhien. Mösch dagegen betrachtet sie als der Mainzerstufe oder dem 
Etage Langhien entsprechend. 

Meriah, BosL Verh. 1837 u. 1847; MöBCH, Aarg. Jura, 1867; C. M^ltbb, 

tabL 1868. 

Tennilobatus-Zoiie. 

Zone des Ammon. tenuilobatus. Schichten von Thalmässing Opphu 
8. Badenerschichten. 

Oppel, Pal. mtth. 1862. 

Terrassenkies Favus. 

Geschichteter Kies, der in der flachem Schweiz den Gletscherscbatt 
bedeckt und unter der Dammerde den Boden der Ebenen und die Terrassen 
der Stromthäler bildet. S. Eieslager. 

Tertiärbildnngen. 

Eainozoische, Supracretacische Bildungen z. Th. Deber den Secoodar^ 
biidungen, also zunächst über der Kreidegmppe; unter den QuartärbilduDgen, 
also unter dem ftltem geschichteten Kies, der AUuvion ancienne, oder dem 
Gletscherschutt, liegend. Yon Lyell, nach dem Yerhältniss der ausge- 
storbenen zu den noch lebenden fossilen Species, eingetheilt, von unten 
nach oben, in eocine, miocine und pliocine Bildungen. Da sich indess 
eine grössere paläontologische Trennung zwischen den eoc^nen und mio- 
c^nen, als zwischen diesen und den pliocönen Ablagerungen zeigte, fand 
auch der Vorschlag von Höbnes Beifall, die Tertiärbildungen in nur zwei 
Gruppen zu theilen, eine ältere, eoc^ und eine jüngere, neogene, welche 
die miocenen und pliocänen enthielte. Es verdiente diese Classification 
vorzüglich auch die Zustimmung aller Geologen des Alpengebietes, da hier, 
zwischen den eoc^nen und neogenen Bildungen, auch die grosse orographische 
Differenz hervortntt, dass nur die erstem an den Hebungen und Umwälzung«! 
der Kalkgebirge Theil genommen haben und, mit diesen in enger Ver- 
bindung, ganz den Charakter der Secundärgebirge tragen, während die 
neogenen, oder die Molasse, in deren Fauna miocene und pliocene Arien 
sich in gleicher Anzahl zeigen, auf das ausserhalb den Alpen Uegende 
Htkgelland beschränkt sind. — Nach den in Frankreich und den angrenzeaden 


Tefidnergneifls. 


235 


Lftndern yorkommenden YerhAltnissen kam, durch d'Obbiont, eine ftlnf- 
gliedrige Theilnng zur Anerkennung, in die Etages SuessorUen, Parisien, 
Tongrien, FahnUen, Subapennin, wovon die zwei ersten dem Eocen, die 
zwei letzten dem Neogen entsprechen, das Tongrien, bald dem Eocen, bald 
dem Neogen beigeordnet wird. Dieses Mittelglied wnrde denn auch, nach 
seinem Vorkommen in Norddeutschland, von Bktrich, in Verbindung mit 
der aber und unter ihm liegenden Sflsswasserstufe, als besondere Oligocine 
Stufe hervorgehoben und zwischen die eoc^ne und mioc^ne Stufe ein- 
geschoben. Endlidi hat auch einer der besten Kenner der tertiftren 
Paläontologie G. Matsr, eine Eintheilung in 12 Stufen vorgeschlagen, die 
in der folgenden Tafel angefahrt sind. 


C. Matsb 

12 Etage Saharien 

U - 

10 - 

9 - 

8 - 

7 - 

6 - 

5 - 

4 - 

3 - 

2 - 

1 - 


Astien 

Tortonien 

Helvetien 

Langhien 

Aqnitanien 

Tongrien 

Ligarien 

Bartonien 

Parisien 

Londonien 

Soissonien 


1 


D^OnBiGyr 

^^ Subapenntn | 

9 

8 Falunien 

7 

6 Tongrien 

5 

4 Parisien 

3 


1? 


Snessonien 


Lyell 
12 Postpliocen 

-^ Pliocen 

9 
8 
7 
6 
5 
4 
3 
2 
1 


Miocen 


Eocen 


) 

! 


Bbteich Hobkbs Nauhakn 


11 


Pliocen 


Miocen 


10 
9 
8 
7 

6 Oligocen 

5 

4 

3 

2 

1 


Eocen 


11 
10 


11 
10 


9 Neogen 9 } Neogen 


8 
7 
6 
5 
4 
3 
2 
1 


Eocen 


8 
7 
6 
5 
4 
3 
2 
1 




PaUogen 


Im schweizerischen Tertiärgebirge sind von den 5 Stufen von D^OnBiginr 
nur die drei mittleren, Parisien, Tongrien und Falunien, vertreten und durch 
Fossilien bezeichnet. 


Tesslnergneiss. 

Brftnnlich schwarzer und grünlich weisser 6/tmmer, der erstere vor- 
herrschend, zu blättrigen Aggregaten vereinigt, weisser Feldspath mit grau- 
lich weissem feinkörnigem Quarz enge verwachsen, in breiten Streifen mit dem 
Glimmer abwechselnd. Hier und da der Feldspath deutlicher entwickelt. 
Abänderungen enthalten grössere Orthoklaszwillinge und neigen sich zu 
porphyrartigem Gneiss. Herrschende Steinart der unteren Thalwände, im 
Liviner-, Maggia-, Tosathal, und häufig zu Weinpfeilem und andern 
Zwecken ausgebeutet. S. Aniigoriogneiss, Crodogneiss, 


236 ThoB — ThoDMhiefer. 

Thon. 

Töpferthon, Plastischer Thon, Argile. WasserhalteDdes Thonerde- 
Silicat. Grob- bis feinerdig, milde and zerreiblich, roth, grfln, blau, gelb, 
grao, weiss, die Farben oft streifenweise abwechselnd. Trocken, an der Zunge 
hängend, aber begierig bis 70 ^ •• Wasser anfoehmend and das letzte Wasser 
erst in der Glflhhitze abgebend. In fenchtem Zustande plastisch, beim 
Aastrocknen sich zasammenziehend and zerspaltend. Darch Mengang mit 
kohlensaurer Ealkerde ttbergehend in Mergel, durch Eisenoxyde roth oder 
grftn, durch Bitumen und Kohle braun oder schwarz geftrbt. S. Salzthon, 
Keuper, Bohnerzthon, Lehm. Letten, Plastischer Thon. 

Thonglimmersehlefer. 

Glanzschiefer Gsblacb, Schistes lustr^ Lobt. Schwankend zwischen 
Thonschiefer und Glimmerschiefer. Eine der verbreitetsten Steinarten in 
der alpinischen Mittelzone. S. Graue Schiefer, Casannaschiefer, BOndner* 
schiefer. 

Zirkel, Petrographie. 

ThonkalksteiiL 

Kalkstein mit mehr oder weniger Thon gemengt, bei st&rkerem Thon- 
gehalt übergehend in Mergel. Bei massigem , etwa 25 ^^ » betragendem 
Thongehalt etwas weicher als reiner Kalkstein, oft Jedoch scharfkantig, 
mit muschligem Bruch. Schwach glänzend bis matt, von denselben Farben 
wie reinerer Kalkstein. Häufig vorkommend im Jura und in den Alpen. 

Thonsandstein. 

QuarzkOmer durch meist vorherrschendes Thoncement verkittet, ge- 
wöhnlich mit eingemengten Glimmerblättchen. Meist feinkörnig, von lichten 
Farben, weiss, grfln, gelb, roth, grau. — Thonsandsteine bilden in der 
Regel die obersten Lagen des Buntsandsteins, den Roth (s. d.), kommen 
indess auch in andern Formationen vor. 

Thonschiefer. 

Phyllade d^Aüb. Phyllit Kenno. Scheinbar homogen, deutlich schiefrig, 
von verschiedenen Härtegraden, matt bis glänzend, vorherrschend grau 
oder schwarz, aber auch roth, violett, gelb, grfln; von nicht constanter 
Znsammensetzung, wesentlich und vorherrschend Thonerdesilicat , mit Bei- 
mengung von Eisenoxyd, Magnesia, Alkalien, Kohle, Wasser und nicht 


Thouarsien — Tithonische Stufe. 237 

wIteD Kalkerdecarbonat, durch dessen Zanahme ein üebergang in Mergel- 
sehiefer stattfindet Anch wohl mit Glimmertheilchen, oder Glimmerschlamm 
Terwachsen nnd flbergehend in Thon- und Kalkglimmerschiefer, oder, mit 
Chlorit oder Talk gemengt, übergehend in Chlorit- oder Talkschiefer. Häufig 
ist Quany in Nestern, Adern, Streifen, oder anch in dickem Knoten nnd 
Gängen. Je nach der Benutzung heisst der Thonschiefer auch Dachschiefer, 
Tafebchiefer, Oriffelschiefer , Wetzschkfer. — Dunkle, durch Kohle 
geftrbte Thonschiefer bilden in unsem Alpen einen wesentlichen Theil der 
Casannaschiefer, Grauen und Anthracitschiefer; rothe und grüne Schiefer 
begleiten 'den Quarzit und Yerrucano, oft auch den Serpentin, in Verbindung 
mit dem chloritischen Grünen Schiefer. Die im Flysch vorherrschenden, 
als Dach- und Tafelschiefer benutzten schwarzen Schiefer enthalten zu viel 
kohlensaure Kalkerde, als dass sie mit dem wahren, filtern Thonschiefer, 
dem sie zwar ganz ähnlich sind, vereinigt werden könnten. Ebenso sind 
die im Jura vorkommenden Schiefer als mehr oder weniger feste Mergel- 
sdiiefer zu bezeichnen. 

Thoaarsien. 

Etage Th. C. Mayib. S. Toarcien. 

Tithonische Stufe Oppel. 

Eine auf die Alpen, Karpathen, den Apennin und einen Theil der 
mittelmeerischen Länder beschränkte Zwischenstufe, die den oberen Jura 
von der unteren Kreide scheidet. Die Steinart ist nicht charakteristisch: 
Si^aer, weisser oder rother dichter Kalk, der oft, ohne scharfe Trennung, 
die Fortsetzung der liegenden oder hangenden. Jurassischen oder neocomen 
Kalksteine zu bilden scheint, und vielfach als Baustein gebrochen wird. 
I^e fossile Fauna, ausschliesslich marin, ist grösstentheils der Stufe eigen- 
thflmlich und enthält wenig auch anderwärts vorkommende Species, im 
tieferen Theil jurassische, im oberen Neocomarten. Charakteristisch für 
den grösseren Theil der Stufe ist in mehreren Gegenden die Familie der 
Terebr. diphya, im tiefern, jurassischen Theil Tereb. janitor , im oberen, 
dem Neocom angehörenden Tercb« diphyoides. Ueberdiess lassen sich 
Qiehrere Facies untei-scheiden. Die eine Gegend liefert eine grosse Zahl 
^nd Mannigfaltigkeit von Ämmoniten, eine Bank ist erfüllt mit Aptychus, 
^ bei Stramberg, Rogoznik, im südlichen Tirol, bei Grenoble; 

• 

^ andern Gegenden fehlen die Cephalopoden beinahe ganz, und an ihre 
S^lle treten zahlreiche Gasiropoden und Acephalen, so bei Wimmis 
^i^d am SaU ve. Es ist kaum zweifelhaft, dass diese Stufe in den Kalk- 
ten eine grosse Verbreitung habe. Von mehreren Seiten wird indess 


238 Toarcwn — Tongrien. 

das Bedürfniss, diese neue Stafe einzufahren, bezweifelt, da es einfKher m 
den tiefern Theil derselben dem Jnra, den h(yiiem dem Neocom einzaordBa 
und jenen als eine eigenthflmliche Facies des Eimmeridge zn betrackten 

Oppbl, Zte. d. d, g. G. 1865; PicrrBT, Mcl. paliont. 1867-1868;- 
rapport & la Soc. helv. BiU. nniv. 1869 ; H6bkrt , BtSL Soc g. 
1868—1869; Zittxl, paläont. Mitth. U, 1868; Pu^lbt et Pictst, 
r^tage tiihon. de Lemenc. B. U. Aroh. Oct 1871. 

Toarciea. 

Etage T. d^Obb. Oberer Lias. Posidonienschiefer und Joroisismerfel 
Schwarzer Jura c, g Qubbbt. Thonarsien C. Matbb. S. JnrensisDergd. 

Todtliegendes. 

S. Bothliegendes. 

Tonalit v. Rate. 

Krystallinisch kömiges Gemenge eines eigenthümlichen, triküKi 
weissen Feldspaths, und graulich weissem Quarz, in nahezu gleicher Hof 
hexagonale, bis 3 Linien grosse, schwarze OUmmerblättchen und schiSn- 
lieh grüne Hornblende. Als nicht wesentliche Beimengungen erKbeum 
unregelmässig begrenzter weisser Orthoklas, Orihit, TUanU und Mag^ 
eisen. Dieser schöne Granit ist das herrschende Gestein der Gebirge 
masse des A d a m e 1 1 o und ist in zahlreichen Blöcken, am Pass des Tonalc 
und in der ganzen Umgebung, zerstreut. S. Adamellogranit. 
y. Eath, d. geol. Ges. XYI, 1864. 

Tongrien. 

Etage T. Dumont. Oligocen Bbtb. Grobkalk Gbessly. Brislacherkilk 
Studib. Auf der Grenze stehend zwischen Eocen und Miocen und, baM 
dieser, bald jener Abtheilnng des Tertiärgebirges beigeordnet In Belgi^ 
beiTongres, alsz. Th. glauconitischer Sand und grflne Mergel, ab 
Mainzer Becken als Cyrenenmergtl , Septarienthon nnd Meeressand, in 
nördlichen SchweizerJura durch den Brislacherkalk (s. d.) repräsentirt 
Die Fossilien sprechen für die Verbindung mit der Eocengruppe, die strsti- 
graphischen Verhältnisse in der Schweiz eher fftr eine Trennung von der 
Nummulitengruppe. Das Tongrien ist weit verbreitet im obem ßssas, 
aber meist von Kies bedeckt, durch Bohrlöcher aufimfinden und Dor i^ 
den Abhängen der Yogesen und des Schwarzwaldes herrortreteni ^ 
tiefere Masse besteht ans grauen Mergeln tou unbekannter Mftditig)^^ 


TSpferthon — Torenchichten. 239 

die obere ans granen oder gelben Sandsteinen, die mit Gonglomerat ab- 
sehliessen. In der Nfthe von Basel ist die Stufe durch Bohrungen an 
terschiedenen Stellen nachgewiesen worden. Weiter sfldlich kennt man sie 
in den Umgebungen TonPorrentruy, Rödersdorff, Brislach 
and te DeHmont. 

Delbos, Hant-Bhin, 1867; Qbeppin, Jura Bern. 1870; Mjuuan, BaaL 
Verb. 1871. 


TopferthoiL 


S. Plastischer Thon. 


Topf stein. 


looesatetfi, Oiltstein, Pierre ollcdre. Ein Gemenge von Chlorit, 
Ibft, Speckstein^ zuweilen Glimmer oder Serpentin, auch mit Garbonaten 
ton Magnesia. Dblessi unterscheidet: 1. Chlorit-Topf siein ^ beinahe nur 
m Chlorit bestehend, 2. Steatit^Topf siein ^ aus dichtem oder blättrigem 
Talk bestehend, 3. Gemengter Topfstein, aus mehrem Mineralien zusammen- 
gesetzt Die Bestandtheile sind meist verworren verwachsen, zuweilen auch 
schiefrig. Etwas fett anzufühlen, sehr weich, aber zähe, leicht zu schneiden 
«ad auf dem Drehstuhl zu bearbeiten, zu Kochgeschirr (Laveggi) und 
Oefen benutzt und in vielen Gruben unserer Hochalpen (St. Anna bei 
Hospesthalf Guttannen, Obergestelen, Yispach, Val Malenco, 
Ghiavenna) seit ältester Zeit ausgebeutet — Er bildet Einlagerungen 
nn GrOnen Schiefer, Casannaschiefer, Glimmerschiefer, Gneiss. 

DBLB88B, BulL 8. G. XIV, 1856; Thbobald, Bfinden U, 1866. 

Torerschielitoii Susss. 

AmTorer-Sattely östlich von Rai hl in Kämthen. Danngeschichtete 
Kalksteine von hell oder rOthlich grauen bis schwarzen Farben, äusserlich 
braungelb. Reich an Petrefacten, zuweilen lumachellartig, Myoph. Wkate- 
ieyoB, Pema Bouei^ Corbula Rosihomi, Peden filosus u. a. Die Torer- 
schichten bedecken, auf dem Kamm des Gebirges, eine bei 400 Fuss 
lAehtige Dolomitmasse, unter welcher die Raiblerschichten im engem Sinn, 
mit Myoph. Kefersteini, liegen. Dem Dolomit wird der Schlemdolomit, 
den Torerschichten die sogenannten Rothen Raiblerschichten, welche das 
Plateao des Schiern bedecken, gleich gestellt 

8CE88, Gliedg. der Trias, Jb. d. RA. 1867; Stub, Baibl. Jb. d. RA. 
1868; Mojsaovica, Jb. d. RA. 1869. 


240 l'orf — Tortonien. 

Torf. 

Das Prodact, unter dem Schatz öfters wiederkehrender oder fortr 
dauernder Wasserbedeckung und niedriger Temperatur, verzögerter Yer- 
moderung von Moosen, Kräutern, holzartigen Gewächsen und Baumstämmen. 
An der Oberfläche ein lockeres, filzartiges, gelblich braunes Geflecht von 
meist noch deutlich erkennbaren Pflanzen, als RoBen- oder Wiesentorf^ 
tiefer, stärker gepresst, dunkelbraun bis schwarz , als Moortorfe nach unten 
übergehend in eine dichte, Pechkohle ähnliche Masse, als PeclUorf. Wichtiger 
noch ist die Unterscheidung , ob der Torf sich, wie in See^n, unter Wasser- 
bedeckung (marais imimrgi» oder Bousaquatiques Lesq.), oder in freier 
Luft erzeuge (marcUs imergis oder supraquatiques Lxsq.), indem die 
Vegetation, durch die er entsteht, in beiden Fällen verschieden ist. Die 
Bestandtheile sind denen der Holzfaser nahe stehend : Kohle^ Ultnin^ Haru 
und unorganische Stoffe, die nach der Verbrennung als Asche zurück bleibeo. 
Sehr hygroskopisch und wie ein Schwamm grosse Mengen Wasser ein- 
saugend und zurückhaltend. Die Grundlage bildet fester Felsboden, Gnmt, 
Gneiss, seltener Kalkstein, häufiger Sandstein, Kies, Thon, zuweilen m 
weisser Kalkleim, die Seekreide, z. Th. aus der Zerstörung von Sumpf- 
conchylien hervorgegangen. 

Der Torf erscheint, unter den oberflächlichen und noch im Anwadisen 
begriffenen Bildungen der Schweiz, sehr häufig und bedeckt oft grössere 
Flächen, in einer Mächtigkeit, die bis 20" betragen kann. Zuweilen zeigt 
er Schichtung und enthält Einlagerungen von Thon oder Sand, oder auch 
Einschlüsse von Schwefelkies, Limonit, oder Eisenblau. In den Hochalpen 
kennen wir ihn, in Bünden, auf demGotthard, Simplen, auf vielen 
der höhern Gebirge des Wallis und des Berner Oberlandes, in den 
Mittelalpen in den Umgebungen von Einsiedeln, in Obwalden, bei 
Schwarzenegg, auf den Hahnenmöösern, Saanenmöösern, Aelen- 
möösern, in dem Tiefland besonders in der Umgebung der See*n, wie 
auf den grossen Möösern zwischen Orbe und Büren, im Jura auf den 
meisten Hochflächen, beiBellclay, Les Ponts, La Brevine, 
St. Croix, Val de Joux. 

Lesquereux, les marais tourbeox, M^m. de Nench. UI, 1844; Hess, 
die Schieferkohlen von Utznach u. Dümten, 1858; Zirkel, Petrogr. 

Tortonien. 

Etage Tort. G. Mateb. Blaue Mergel von Tortona, Saubrignes bei 
Dax, Baden bei Wien, der Subapennin- oder Pliocen-Stufe angehörend. 
Im schweizerischen Jura setzt Matbr in dasselbe Niveau die rothen Mergel, 


Tomlosnsschichten — Tn^pp. 241 

welche die Grandlage der oberen Süsswasser-Molasse bilden, mit Helix, 
am Zflrchersee und in St. Gallen. Die Tortonische Stofe liegt über 
der Helvetischen, oder der marinen Molasse, anter der Messinischen, oder 
der oberen SW. Molasse. 

C. Mater, tabl. 1868. 

Tornlosasschlchten. 

Br. Jora a. Untere Opalinasschichten Qüekst. Dnnkle Mergel, die 
Tielfach zar Agricaltar benatzt werden, bezeichnet durch Ammon. ioruloma 
and andere Fossilien. Sie bilden, über dem Lias, das unterste Glied des 
Brannen Jura oder Bajocien, nur durch eigenthttmliche Petrefacten von 
den zunächst folgenden Opalinusthonen unterschieden. 

QUBNSTBDT, Juia, 1858. 

Transitionsgebirge. 

S. üebergangsgebirge. 

Transport 

Terrain de Tr. S. Diluvium. 

Transrersarius-Zone Oppil. 

Argovien (pars infer.) Margou ; Spo&giten- oder Scyphienkalk Quknst. 
S. Birmensdorferschichten Mosoh. 

Trapp. 

Aeltere, aus Schweden (fflr Treppengestein) stammende Benennung Air 
meist dunkle, versteckt krTstallinische oder scheinbar dichte Steinarten, die 
später als Grflnstein, Spilit, Aphanit, Basalt, Melaphjr oder anders benannt 
worden sind. Saussübx, der die Benennung öfters benutzt, definirt den 
Trapp, zu allgemein und ungenügend, als eine aus kleinen, ungleichartigen, 
nnklar krystallisirten Körnern zusammengesetzte Steinart; die Körner seien 
in einer Grundmasse eingeschlossen, oder auch, ohne dass eine solche zu er- 
kennen sei, unter sich verbunden; regelmässige Krystalle sehe man selten 
and ihr Vorkommen sei nicht wesentlich. 

Db Saussürb, Vojages § 1945. 

16 


l 


242 Travertik — TroBkalh. 

TrayertiiL 

Petra Tibnitina; Kalksiiiter (s. dL) Bei Rom wird die 
besonders fttr die abgeschlossene, zu Baustein benutzte Ealksintdrablifenig 
der Campagna gebraucht, die neuere, sich noch fortsetzende Sinterbüduig, 
der Confetii di Titoli z. B., auch wohl, als Tartaro, daYon Unterschiedes. 

TriM 

heisst, nach y. Albbti, die dreitheilige Gruppe des BunUandsteku, MfUcUr 
kcMcs und KevperSy die, Qber der Dyas des PrimirgebirgeB und «Dler da 
Liftf, die unterste Abtheüung dce Secnnd&rgebirges bildet 

Trientsandstoln Favu. 

Kleinkörnige, Grauwacke ähnliche dunkle Sandsteine Aber dem Valorsoe- 
Gonglomerat, bei Trient in Savoien. 

Trigonia^nayls-Zone Oppxl. 

Brauner Jura a. Obere Opalinusthone Quknst. — Blftolich oder 
schwärzlich graue, seltener braune, glimmerreiche Mergelbänke, öften nit 
Neigung zum Schiefrigen. Die Schichtflächen oft bedeckt mit einer Keose 
kleiner Fossilien, besonders Gliedern von PefUacrinus. Trig. naris Mut in 
der Schweiz, während Amm, opalinus nicht selten ist 

MOsou, Aarg. Jons 1867. 

Tropfstein. 

S. Kalksinter. 

Troskalk Esonsa. 

Hellgrauer bis beinahe weisser, in einigen Schichten donkelgrutf 
Kalkstein, zu Hohlenbildung geneigt, bis Qber 100 Fuss mächtig. ZaU- 
teiche Korallen enthaltend, unter andern Astroccsnia pentagtmalis^ ausser* 
dem Nenn, spedosa^ Ner. Üefrancii^ Card, corallintan, Diceras iMoi, 
Ttreb, Bilimeki, Rhyneh. Asti&^ana. Der Kalk scheint dem Quinten- oder 
Hochgebirgskalk aufgelagert und wird, theils dem jurassischen GoraffiA 
theils dem Kalk von Wimmis verglichen. Ebohkr fand ihn auf TrostlPt 
am Nordwestabfall des Mftrtschenstocks, und bei Filzbach, am SW BaiA 
des Wallensees. Sein Vorkommen scheint eine locale Fades des oberes 
Hochgebirgskalks zu sein. 

Bacbmann, Bern. Mitth. 1868; ESobbr, sehrifIL Ktib. 1871. 


TrtmmergeBteine — Tnmeritfaone. 248 

Trftminergestdiie. 

8. Oonglomerate, Breccien, Sandsteine. 

TschierTaporphyr v. lUra. 

Tsdüervagranit Tbbobald. Grünliche, mit dem Messer ritzbare 
Gmndmasse Ton OligoklaSy welche ndlchweisse bis zoUgrosse Orthoklas^ 
krystalle, kleine QuarskOrner, kurze Sftulen von Hornblende and seltene 
Bltttdien von dnnkelgrOnem Glimmer einschliesst. Die dem Juliergranit 
oabe lerwandte Steinart bildet, in nicht grosser Verbreitung, die Ostaeita 
degPiz Tschierya, eines der hohem Berninagipfel, und findet sich, 
iB zahlreichen Blöcken, auf dem Morteratschgletscher und bei 
Pontresina. 

Y. Ratb, Bemina, d. geol. Ges. IX, 1867; TsBOBäLDy Btnden I, 1864. 

Tnbercnlatuszone Oppbl. 

Zone des Pentavr. tuberculatus. S. PentacrinUemione, 

Tttftteln. 
Kalktof. S. Kalksinter. 

Tarmalingranft. 

Tounnalite Cobd. Granit, der viele Nadeln von schwarzem TwmcUin, 
der z. Th. den Glimmer zu vertreten scheint, einschliesst. Favbb flüirt 
onen noch näher zu untersuchenden Turmalit an, der, wie es scheint, in 
beschränkter Ausdehnung, auf der Nordseite des Montblanc, oberhalb 
dem Glacier desBossons vorkommt Ausgezeichnet ist der rothe Turmalin- 
Sranit von Predazzo, mit excentrisch strahligen schwarzen Turmalingruppen, 
oft mehrere Zoll im Durchmesser haltend. Die Grundlage bildend des 
Monte Mulatte, in dessen obere schwarze Masse der Granit in vielen 
Oangen aufsteigt und sich verästelt. Auch der Pisciadellagranit (s. d.) 
Utest sich hier anreihen. 

Y. Buch, Leonh. Zts. 1824; Studsr, Leonh. Zts. 1829, p. 258; 
v. Bjohthofbit, Predasco, 1860; Favre, Savoie, 1867. 

Tnmeritlu^iie. 

Idas ß QusKST. Ünter-Lias; Sinömurien d'Obb.; Oberer Arieteokalk 
Hosoh; Zonen des Amm, obtusus, oxynotus und raricostalus Qffkl. — 


244 Tnronien — üebergangsgebirge. 

Bänke yon hartem tbonigen Kalk, bläulich gran bis schwarz, an der Anssen- 
fläche z. Th. braun Ton zersetztem Schwefelkies. Der den Namen gebende 
Ammon. Tumeri scheint im Schweizer-, wie im schwäbischen Jura selten, 
MöscH fahrt ihn gar nicht an. Die Zone ist auch im Aargau Ton den 
tiefem Arietenkalken nicht wohl zu trennen. 

QüBNSTEDT, FlotÄg. Wüft. 1843; MöscH, Aarg. J. 1867. 

Taronien. 

Etage Tur. d'Orb. Ores vert, Craie tufau, Craie chlorit^. — Im nörd- 
lichen Frankreich und England merglichte, graue oder weisse Kreide; 
im mittäglichen Frankreich festere, weisse oder graue Kalksteine, z. Th. 
erfallt mit Radiolitm und Hippvritm. — In der Schweiz bis jetzt, weder 
im Jura, noch in den Alpen nachgewiesen. — Die zuweilen an 100* 
mächtige Stufe liegt zwischen dem Genomanien und Senonien und bildet 
mit diesen und dem Danien die obere Abtheilung der Kreidegruppe. 

Turrltelleiisehicht. 

In den Hageln S von Bern kommen, in verschiedenen Niyeaux der 
jangem marinen Molasse, höchstens ein Fuss mächtige, vereinzelte Lager 
merglichter Molasse vor, die dicht gedrängt voll Steinkeme von Turnteilen, 
meist Turr. triplicaia, sind. — In dem Molassegebiet des Klettgau' s, bei 
Schaffhausen, unterscheidet Wübtbnbebqkb eine Turritellenschicht mit 
sehr häufigen Turr. turris und mannigfaltigen anderen Mollusken. Dieser 
Turritellenkalk liegt auf der Austemagelfluh und wird bedeckt von 
Melaniensand. — In dem von Emmrioh beschriebenen Molassenprofil des 
Leizachthals in Sad-Baiern fahrt Gümbel eine Turritellenschicht an, 
voll Turr, pilifera, nebst Cerith, plicaium und margaritaceum, die er als 
oligocen betrachtet. Demselben Niveau mögen die tertiären Kalk- und 
Mergellager von Tenniken und anderen Stellen im nördlichen Jura an- 
gehören. S. Tennikerstufe. 

Studer, Molasse, 1825; Emhrich, Jb. d. BA. 1855; GtMBSL, Bair. 
Alpen, 1861; Würtenberqer, Klettgan, Zs. d. d. G. XXII, 1870. 

Üebergangsgebirge. 

Transitionsgebirge; Terrains interm6diaires; Primärgebirge; Paläozoische 
Formationen. — Der jetzt meist verlassene Ausdruck wurde fraher ein- 
gefahrt, um Steinarten und Formationen zu bezeichnen, welche, petro- 
graphisch, z. Th. den Charakter der als Urgebirge betrachteten Gesteine 


üebergangsgesteinle — Urgebirge. J245 

tragen, aus Gneiss, krystallinischen Schiefern, salinischem Marmor n. s. w. 
bestehn, doch aber, wie das Flötz- oder Secnndärgebirge, organische Ueber- 
reste, oder, als Gonglomerate und Sandsteine, Trümmer älterer Gebirge 
enthalten, die also den Uebergang der ursprünglichen zu späteren Ab- 
lagerungen bilden. Als typische Steinarten des Uebergansgebirges galten 
Granwacke, Thonschiefer, Kalkstein des Harzes. In den ersten Jahrzehenden 
dieses Jahrhunderts wurde noch ein grosser Theil unserer alpinen Gesteine 
denselben gleichgestellt. Wenn man aber yon der Steinkohlenbildung, die 
früher noch dem Flötzgebirge beigezählt wurde, absieht, so kennt man in 
der ganzen Ausdehnung der Westalpen, in der Schweiz und bis weit in 
die Ostalpen hinein kein einziges Fossil des Uebergangsgebii'ges. An die 
Stelle des Uebergangsgebirges sind nun das Deconische ^ das Silwische, 
das auf dem Continent noch etwas schwankend stehende Cambrische und 
das Laurentische System getreten, für deren Vorkommen in unsern Alpen 
daher auch bis jetzt alle paläontologischen Beweise fehlen. Wenn man 
jedoch das Eozoon als organisch anerkennt, oder den Massen -Meta- 
morphismas als begründet betrachtet, so steht der Annahme, dass die 
alpinen Gneisse und Glimmerschiefer sämmtlich dem Uebergangsgebirge 
angehören, nichts Wesentliches entgegen. 

Uebergangsgesteine. 

Als solche wurden in der Werner'schen Schule angeführt: Grauwacke 
und Grautcackeschiefef' y Thonschiefer, Kieselschiefer, Kalkstein, Trapp 
und Gyps, jede, mit Ausnahme der Grauwacke und ihi-es Schiefers, mit 
dem Vorsatzworte « Uebergangs > , da dieselben Steinarten, mit Ausnahme 
der Grauwacke, auch im Urgebirge und Flötzgebirge auftreten. 

Urgebirge , 

Primitivgebirge; Azoisches Gebirge. Als Urgebirge betrachtete man in der 
altern Geologie, nach hypothetischen Voraussetzungen, den ältesten, vor 
dem Auftreten organischer Wesen festgewordenen Felsboden der Erde. Der 
Ausdruck ist aufgegeben worden, weil man auf keine Weise entscheiden 
^n, ob ein Boden wirklich als ein ursprünglicher zu gelten habe, da 
alle im sogenannten Urgebirge vorkommenden Steinarten auch in jungem 
Gebirgen wieder erscheinen und das absolute Ausbleiben organischer Ueber- 
teste niemals mit voller Sicherheit behauptet werden kann. Es haben auch 
viele Gebirge und Felsarten, die früher als ursprüngliche angesehen wurden, 
sich später als von neuerer Bildung erwiesen. 


246 ürgebirgsarten — üi^nien. 

Urgeblrg8«rten. 

Es galten als Bestandtheile des ürgebirges : Granit, GneisSj GUmmer- 
schiefer, Urihonschiefer, Porphyr und Syenit, Urkalk, Serpentin, Urirapp, 
Quarz, Topasfels, ürgyps, UrHeselschiefer, Dieser Ansicht huldigend 
nannte Jürine den Granit des Montblanc Protogin, den Erstgebornen, 
weil die höchsten Gebirge als üeberreste des ältesten, grossentheils durch 
Wasser oder Einsturz zerstörten Bodens galten. 

Urgonien. 

Etage ürg. d*Obb.; Hieroglyphenkalk Lusssb; Schrattenkalk Studib; 
Caprotinenkalk; Rudistenkalk; Neocomien sup^rieur. — In den Alpen hell-, 
zuweilen bräunlich grauer, selten dunkelgrauer Kalk, verwachsen schuppig 
bis dicht, aller Vegetation feindlich, nackte von Karren durchzogene Fel»- 
flächen, oder schroffe Abstürze darbietend. Aus S a v o i e n , wo die Bildung, 
in den südlicheren Kalkgebirgen, bis 260°" mächtig auftritt, setzt sie Ober in 
die breite Kette, welche Waadt und Bern vom Wallis scheidet, und tritt erst. 
Ostlich vom Thunersee, in den äussern, nördlichen Kalkgebirgen auf, mit denen 
sie, über Feldkirch nach Vorarlberg fortsetzt Am Pilatus unterscheidet 
Elautmakn eine untere, bei 70°" mächtige Stufe von dunklerem Kalk, z. Th. 
mit GlauconitkOrnern voll Mi/iuliten^ aber wenig grOssern Fossilien, von 
denen nur Serpula Pilatana als charakteristisch zu nennen ist. Die obere 
Stufe, zuweilen bis 150°* mächtig, an der Aussenfläche oft fast schneeweiss, 
im Innern hellgrau, ist der Gaprotinen- oder Rudistenkalk, mit nicht selten 
dicht gedrängten C^ipr, ammonia, RadioL Blumenbachi und auch vielen 
Milioliten, In diesem Rudistenkalk bildet das Aptien, mit Orbitolina len- 
ticularis, Pteroc, pelagi, Rhynch. Gibbsiana, eine Einlagerung von etwa 
40" Mächtigkeit, aus wenig dicken dunkelgrauen, an der Oberfläche gelben 
oder braunen Ealkbänken bestehend, die mit dünnen sandigen Schiefer- 
lagern abwechseln. Auf dem obem Rudistenkalk liegt unmittelbar der 
Gault, oder, wo dieser und der Seewerkalk fehlen, der Nummulitenkalk. — 
Im Jura lässt sich das Urgonien ebenfalls, von Voreppe und Chambery 
her, an seinem Ostlichen Fuss und in seinen Innern Thälem, bis gegen 
B i e 1 zu verfolgen, und wird auch, wie in den Alpen, in eine untere und 
obere Stufe getheilt. Die untere Stufe besteht in der Waadt aus meist 
oolithischem grauem Kalk, im Jura von Neuchätel aus gelbem, theils, wie 
bei Neuchätel, merglichtem oder erdigen^ theils, wie bei M o r t e a u , 
festem, dick geschichtetem, zu Bausteinen benutztem Kalkstein ; sie enthält 
eine mannigfaltige Fauna, besonders von Gastropoden^ Acephalen, Bryo- 
zoen, die für sich Lumachell-Lager bilden, und Echiniden^ und unter- 
scheidet sich durch dieselbe von dem darunter liegenden gelben Kalk von 


Valaogian. S4T 

NeachAtel, der dem Neocomien angehört Die Mächtigkeit dieser nntem 
Stafe kann 10 bis 15"* betragen. Die obere Stnfe, 80 bis 100"* m&chtig, 
iit der Rndistenkalk, unklar in mächtige Bänke abgesondert, weisB, dicht 
und von bedeatender Festigkeit, in den obersten Lagern aber kreide- oder 
iDckerartig. Bezeichnendes Petrefact ist Ccipr. ammoma, die stellenweise 
bemahe den Stein verdrängt; aber auch andere Fossilien, besonders Nerineen^ 
Turbo und Echimdmy kommen vor. Bei Annecj, im Yal Travers 
ood an andern Stellen ist der Kalk durchdrangen und geschwärzt dnreh 
AsphalL Die Orbitulitenschicht und das Aptien bildet im Jura nicht, wie 
in den Alpen, eine Einlagerung im Rndistenkalk, sondern bedeckt den- 
selben, als eine selbständige Stufe. 

Studbb, G. d. S. II, 18&3; Favbe, Savoie, 1861; Kaufmann, PUstns, 
1867; Dbsor et Grbsslt, Jura Nench. 1859; db Loriol et (Hhutär 
BON, 8chw. Dks. XXIII, 1869; Jacgabd, J. Yandois, 1869. 

Yalangien Dxsob. 

Yalanginien; Yallengien; Neocomien inferieur. Kieselkalk (?) Kaotil 
Eine zuerst im Neuchäteler Jura hervorgehobene Stufe der unteren 
Ereidegruppe , zwischen dem Neocomien, mit dem sie theilweise früher 
vereinigt wurde, und dem obersten Jurakalk. Sie zerfällt in drei Unter- 
stafen. Eine obere , Umonü genannt , ist ein gelber eisenschüssiger, * 
wenig fester Kalk, mit Einlagerungen und Nestern von kleinkörnigem, 
linsenförmigem EisenooHthy der früher verschmolzen wurde, und zahlreichen 
Fossilien, die ihn entschieden von dem aufliegenden Neocom trennen. Tiefer 
folgt ein dichter, fester Kalk (Marbre bätard)^ bald rein weiss, bald röth- 
lich gelb bis ocherroth, in dicke Bänke abgesondert und als Baustein benutzt. 
Von Fossilien enthält diese Abtheilung, die mächtigste der ganzen Stufe, 
vorzüglich Nerineen. Die Grundlage bilden graue Mergel, dolomitische 
Kalksteine und Kalkbreccien, mit Fossilien, Terebrateln und Echmiden, 
die ünmer noch den Typus der Kreidegmppe tragen. Die Mächtigkeit der 
ganzen Stufe mag etwa 50*" betragen. — In den Alpen scheint eine gegen 
200"" mächtige unter dem Neocom liegende Lagerfolge dem Yalangien zu 
entsprechen, was indess paläontologisch noch bestimmter zu bestätigen ist. 
unter dem alpinen Neocom liegen die Alimannsschichten ^ nach ihrem 
Eisengehalt vielleicht den jurassischen Limonit repräsentirend, dann folgt 
die Echmodermenbrecde (s. dl), als oberstes Glied des Kieselkalks, der 
nun, als Hauptmasse der ganzen Stufe, bis zu den obersten Jurabildungen 
fortsetzt 

Desor et Grbsslt, Jura Neach. 1859; Jaocard, Jnra Yand. 1869; 

DE homoh et Jaocard, Idss. d'Arsier, IL de Geaive KYIII, 1865; 

Kaufmanv, Pilatus, 1867. 


248 Yalonine-Gonglomerat — Yalonme-Gnuiit 

Yalorsine-Conglomerat. 

Poudingne de V. db Sausbubb. — Eckige, oder vorherrschend gerundete 
Geschiebe, von Sandkorn- bis Kopfgrösse, bestehend aus Gneiss, Glimmer- 
schiefer, Quarz, nach Favbk auch Quarz mit Turmalin, wie er in Gängen 
der Aiguilles Rouges vorkommt , aber ohne massigen Granit, noch 
Kalkstein, verkittet durch einen grauen, grünen, violetten oder rothen 
Schiefer, der sich oft von wahrem Glimmerschiefer kaum unterscheiden 
Iftsst und auch fflr sich eigene, mit dem Conglomerat abwechselnde Lager 
bildet. Es ist dieses in deutliche, bis mehrere Fuss dicke Schichten abge- 
sondert , und es ei*scheint , in der Kette der Geblancs oder der P o - 
settes, zwischen Valorsine und dem Col de Balme, in verticaler 
Stellung, mit grauem, glimmerigem Sandstein und glimmerigem Thonschiefer, 
der Pflanzen der Anthracit- oder Steinkohlenbildung enthält. In ähnlicher, 
steil S fallender SteUung, zeigt es sich an der Strasse von Trient nach 
T6te-Noire und auf beiden Seiten der Rhone unterhalb Marti gny, hier 
wieder vertical, mit dunkel grauem Glimmercement und nur wegen der ein- 
gebackenen Trümmer nicht mit Gneiss oder Glimmerschiefer zu verwechseln. 

Saussure, Voy. II; Necker, Valors. M. de Gen. 1828; Favre, Savoie, 
1867. 

Talorsine-Oranit. 

Granit der Barberine. — Krystallinisch körniges Gemeng von weissem 
Orthoklas, z. Th. porphyrartig, besonders an der Barberine in zoU- 
grossen Zwillingen, ausgeschieden, weissem oder grünlich weissem OUgoklas, 
Qtuirz, tombakbraunem und silbei-weissem Glimmer ^ der erstere vor- 
herrschend und mit dem weissen oft innig verwachsen. Nach einer Bausch- 
analyse fand Delesse die Zusammensetzung nicht wesentlich verschieden 
von derjenigen des Protogins vom Montblancgipfel, der auch, mit Aus- 
nahme des weissen Glimmers, aus denselben Mineralien besteht. — Der 
Yalorsinegranit erfüllt, als Grundlage des Gneisses, den Thalboden der 
Eau-Noire und steigt an mehreren Stellen , in meterdicken , in der 
Höhe sich verästelnden Gängen, im Gneiss, der hier in eine dunkle, 
Hornfels ähnliche, feinblättrige Masse übergegangen ist, aufwärts. Einige 
dieser Gänge gehen, ohne schärfere Trennung vom Granit, nach oben, oder 
an den Salbändern, in einen blass violetten Felsiiporphyr über, der jeden- 
falls mineralogisch sich vom Granit weit mehr unterscheidet, als dieser 
vom Montblancgestein. 

Neckeb, Valors. M. de Gen. 1828; Delesse, Bull. See. g^L 1850; 
Studer, G. d. 8. 1853; Favre, Savoie, 1867. 


Yarennakalk — St. Veitschichten 249 

Tarennakalk. . 

Bei y a r e n Q a and Regoledo am Comersee. Schwarzer dichter 
Kalk, in mehr als meterdicke Lager, oder in dünnere Platten bis beinahe 
schiefrig abgesondert, z. Th. von weissen Spathadern durchsetzt Von 
Fossilien fand sich an einer einzelnen Stelle Posidonomya Motissoni 
MxKiAN. IMe Mächtigkeit beträgt mehrere hundert Meter. Nach oben 
geht er, ohne schärfere Trennung, in die Perledoschiefer über; nach 
unten folgen graue dolomitische Kalksteine und Dolomite mit Crinoiden, 
die ihn von bunten Sandsteinen und Yerrucano trennen. Der Yarennakalk 
wird als dem Muschelkalk entsprechend betrachtet und häufig als Marmor 
verwendet. 

GoLLEONO, Bull. S. gM. 1844; Escher, schw. Dks. XIII, 1853; 
Stoppani, Studii, 1857. 

Variansschichten Mosch. 

Bathonien d'Ökb. ; Cornbrash; Forestmarble ; Bradfordclay ; Lagenalis 
und Digonabett Oppel, z. Th. — Gelblich brauner, in der Höhe zuweilen 
rothbrauner Mergelkalk, selten festere Bänke bildend ; im A a r g a u gegen 
10" mächtig; über dem Uauptrogenstein, unter den Macrocephalusschichten. 
Bezeichnet durch Rhynch. varians, die oft ganze Bänke und lumachellartige 
Lager bildet. Ausserdem mannigfaltige andere Fossilien, Ämmoniten, 
Gastropoderiy Trig, costata, viele Myen, Ostr. Marshi, Holectypfis de- 
pressus u. s. w. 

MöscH, Aarg. Jura, 1867. 

Variolitj 

Blatterstein. — Dunkelgrüne oder violette, verhärtetem Thon ähnliche, 
aphanitische Grundmasse, mit schiefnger Anlage; erbsengrosse Kugeln ein- 
scfaliessend, hellbräunlich, beinahe weiss, am Rande hellgrün, im Innern 
dicht, von gleicher Härte wie die Grundmasse, daher an der Aussenfläche 
and im Bruch nicht über dieselbe hervorstehend, auch wie diese zum 
schwarzen Glas schmelzend. Am Hörnli in Erosa, in Yerbindung mit 
Diorit, aber auch in andern Gegenden von Bünden. 

Studer, DavoB, Schw. Dksch. I, 1837; Theobald, Bünden O, 1866. 

St. Yeltschichteii Gbusbach. 

8. Klippenkalk. 


250 Ycltlmencliielier — YemcMio. 

TelUinersdilefer Thmbald. 

8. GasannaaGhiefer. Tbbobald erklärt beide BenennoBgeir als gleicb- 
bedenteiuL 

TnaoRAKD, BiadsB n. 

Terde «itico* 

Die Benennung wird auf zwei verschiedene Steinarten angewendet, die 
beide in unseren Alpen , besonders in Bünden, vorkommen. Sie be- 
zeichnet 1. einen Serpentin mit Adern von weissem körnigem Kalk. Bei 
Manrin im Thal der übaye, SW vom Monte Yiso, wird derselbe 
als ein sdir geschätzter Marmor gebrochen. In Bttnden stehen die Spatb- 
adem anch wohl unter sich in Verbindung und der Stein erscheint als 
Serpentinbreccie mit Kalkspathcement. — 2. Verde antico, oder besser 
Porfido verde antico heisst auch der Grttn- oder Dioritporphjr, eine 
dunkelgrüne aphanitische Grundmasse mit eingeschlossenen hellgranen 
Oligoklaskrystallen , und findet sich, meist in beschränkter Ausdehnung, 
mit Diorit oder OrQnem Schiefer. 

Terde di Corsica 

heisst der StnaragdU-Gabbro oder EuphoÜd, der in unsem Alpen nur 
am Saassgrat anstehend bekannt ist, aber in Blocken Aber die game 
Westschweiz sich verbreitet hat 

Yerenaschichten Lang. 

Weisser, oolithischer, kreideähnlicher Kalkstein, mit zahhreichen Fos- 
silien, innig mit dem Stein verwachsen. Wenig ausgedehnte Anschürfung 
am nördlichen Ausgang der Einsiedelei von S. Verena bei Solothnrn. 
Die Verenaschichten bilden die Grundlage des zur Eimmeridgestufe ge- 
hörenden Kalksteins der Steinbrüche von Solothurn und werden von 
Lang als dem Diceraskalk angehörend, von Greppim als Epiastartien Thubm. 
betrachtet. 

Lang q. BCtdcbtsb, foss. Schildkr. v. Soloth. Schw. Dks. XXII, 1867; 
Gbbppin, Jura B. 1870. 

Terrncano^ 

Anagenite; Arenaria rossa; Salese. — Gonglomerat gerundeter oder eckiger 
Trümmer von weissem oder blassrothem Quarz, von Eigrösse bis Sand- 
komgrösse, verkittet durch ein rothes, violettes oder grünes Talk- und 


Yerracano. 2ftl 

Kiesekemont. Oft sind die einzelnen Körner and TrOmmer in eine dOnne, 
gULozendeTalkhttlle eingeschlossen. Mit Einlagerungen von bräunlichem Qoane- 
Sandstein und gelbem, rothem, oder violettem Talkschiefer und Thonschiefer; 
Tielfach von Qnarzadern durchsetzt In dicke Bänke abgesondert und oft 
zu mehreren hundert Meter mächtigen Massen anschwellend, die auch wohl 
an krystallinische Steinarten erinnern und in Talkschiefer und Gneiss ttber- 
zcgehen scheinen. Am Monte Pisano die Ruine Verruca tragend, 
auf fossilleeren plattenförmigen Schiefem und Sandsteinen, von Kalkstein 
bedeckt. Am M. di Torri bei Jano, N von Yol terra, liegt der 
Yerrucano auf Thonschiefer, der Pflanzen der Steinkohlebildung, Anthracit 
und Zinnober einschliesst und mit ihm in enger Verbindung steht. Nach 
diesem Vorkommen kommt dem Verrucano die Stelle des Rothliegenden, 
wenn nicht eines Gonglomerats der Steinkohlebildung selbst, zu. Mehrere, 
besonders auch italienische Geologen, betrachten dagegen den Verrucano 
als Buntsandstein. — Uebereinstimmend mit dem Verrucano von Toscana 
erscheint ein rothes Conglomerat, das, in oft grosser Mächtigkeit, in den 
lombardisch-venetianischen Alpen , den Gneiss und Glimmer- 
schiefer von jungem Formationen scheidet, nur dass es häufig auch Trflmmer 
von Porphyr, Felsit und anderen krystallinischen Steinarten einschliesst, 
auch der Talk sich zuweilen gegen das rothe oder graue Thoncement etwas 
zurückzieht. Dass auch dieses Conglomerat als Rothliegendes zu gelten 
habe, hat Suess nachgewiesen. In ähnlichen Lagerangsverhältnissen tritt 
der Verracano an vielen Stellen in Bünden auf. — Auf der andern 
Seite der Alpen finden wir den Verracano, zwar nur wenige Meter mächtig, 
aber übereinstimmend mit dem italischen Conglomerat, bei Argentidre, 
im Thal der D u r a n c e , der Anthracit- oder Steinkohlebildung auf- 
gelagert, über ihm, in grosser Mächtigkeit, Quarzit, worin Gänge von 
silberhaltendem Bleiglanz aufsetzen, und noch höher Kalk. Ob auf den 
C^blancs das rothe Conglomerat, das man als Abänderung der Pou- 
dingues de Valorsine betrachtet und mit diesen dem Anthracitsandstein 
beiordnet, nicht vielleicht etwas jünger und zwischen die grauen Sandsteine 
eingeklemmt sei, ist bei der beinahe verticalen Schichtenstellung schwer zu 
benrtheilen. In der Tiefe zeigt sich das rothe Conglomerat, weder am 
Trient, noch am linken Ufer der Rhone, zwischen den schwarzen Anthracit- 
gesteinen eingelagert. Auch auf dem rechten Rhoneufer, wo der rothe 
Verrucano, oberhalb Outre-Rhöne, mächtig auftritt, bleibt man un- 
gewiss, ob er als dem Anthracitsandstein ein- oder aufgelagert zu betrachten 
sei. — Die auffallendste Entwicklung gewinnt der Verracano in G 1 a r u s 
ond am südlichen Ufer des Wallensee's, von wo er, als Meherconglomerat, 
Semifit^ oder unter andern Namen, längst bekannt geworden ist Schon 


252 Verwerfang — VUlettekalk. 

T. Buch (1809) glaubte das Rothliegende in ihm za erkennen und er- 
wartete, wie in Thüringen, den rothen Porphjrr unter ihm hervortreten zu 
sehen. Bdckland und neuere Geologen sind dieser Ansieht beigetreten. 
Aber weder Porphyr, noch Steinkohlegebirge, werden sichtbar, und, im 
Yorder-Rheinthal, geht die Steinart allmälig in Gneiss Aber. 

Savi, Studii geol. 1833; Sa vi e Memeqhini, Toscana, 1851; Capellini, 
Spc2äa, 1864; Stoppani, StiKÜi, 1857; Studer, G. d. S. 1853; 
SiMLEB, Petrogenese des Yermcano in Glams, 1862; SuESS, BothL 
in den Südalpen, Sitz. B. A. d. W. 1868. 

Verwerfung, 

Rttcken, Faille heisst die Lostrennung und Verschiebung eines Gebirgs- 
theiles aus seinem Zusammenhang, längs einer Spalte oder Kluft Gewöhn- 
lich ist die Spalte vertical, oder steil geneigt, und die losgetrennte Masse 
ist längs derselben hinabgerutscht. Viele ^Lagerungs Verhältnisse in den 
Alpen sind nur durch die Annahme sehr grossartiger Verwerfungen zu 
erklären , und auch im Jura, besonders in Franche-Comt^, hat 
man sie häufig zu gleichem Zwecke benutzt. 

Vesnlmergel. 

Marnes v^suliennes Mahcou; Fullers-earth ; Mames ä Ostrea acmninata 
TuuRH. S. Acuminataschichten. 

Viggiükalk. 

« 

Aschgrau, als kleinkörnige Breccie, durch helle und dunkle Körner Oolith 
ähnlich. In grossen Steinbrüchen zu Bausteinen und, geschliffen, häufig als 
Marmor benutzt. Er gehört, wie der Kalk der nahen östlichen Steinbrüche 
von S a 1 1 r 1 und A r z o dem untern Lias an. 

Lavizzari, Bocce, 1849; Stoppani, Studii, 1857; Neqri e Spreafico, 
Lugano, Jst. Lomb. 1869. 

Villarsmergel Rsnev. 

S. Purbeckstufe. Die richtige Benennung, . statt Villars, ist Villers- 
1 e - 1 a c. 

Rene vier, Bull. Vaud. V, 259, 1857. 

VUlettekalk. 

Marbre bröche de Tarantaise. Mandeln von dichtem, weissem, gelbem, 
selten schwarzem Kalkstein, verkittet durch violetten, kömigen, mit Talk 


l 


Vilserkalk — Virgloriakalk. 263 

gemengten E[iükstein, mit Anlage znm Schiefrigen. Schlecht erhaltene 
Belemniten und Pedinüen einschliessend. Die fraher als Marmor aus- 
gebeuteten Schichten bilden die obere Masse eines isolirten, links von der 
Is^re stehenden Hflgels, oberhalb Montiers. Die tiefere Masse besteht 
aus schmutzig gelblich weissem, homogenem Kalkstein, der keine Petre- 
facten enth&lt. 

Bbochant, J. des M. 1808, XXIII, p. 343; Brard, Mini. appl. n, 361; 
SlBMONDA, M. di Torino 2^ ser. in, p. 20. 

Yilser-Kalk. 

Der rothe Kalk Ton Y i 1 s im Lechthal, W von Füssen, mit meist 
eigenthflmlichen Terebraieln, Rhynchanellen und Ammoniten, wird von 
GoiiBKL dem Klippenkalk, Haselbergerkalk, Diphyenkalk, also der tithoni- 
schen Stufe verglichen. Der daneben anstehende und tiefer liegende harte 
weisse Kalk, ohne deutliche Schichtung, die nur durch fossilreiche Streifen 
mit Tereb. antiplecia, T. pala, T. bifrons, Rhynch, trigona u. a. an- 
gezeigt ist, unterscheidet sich auch paläontologisch von dem rothen und 
zeigt die meiste Annäherung zu der Kellowaystufe. Oppbl hat denselben 
auch eine Stunde N von Reichenhall u. a. a. Stellen der deutschen 
Alpen wiedergefunden. 

Oppbl, Vilserkalk, Württemb. Jb. XVn, 1861; — Zone des Amm. 
transv.. Benecke Beit. I, 1866; GCmbel, Bair. Alpen, 1861. 

Yirgloria-Kalk. 

Schwarze, kieselreiche, harte Kalksteine, in zoll- bis meterdicke Platten 
abgesondert, die sich von jeder Grösse erhalten lassen und vielfach benutzt 
werden. Die Schichtflächen sind gewellt, uneben, und donnere Schichten 
sind zuweilen in einzelne Knollen zertheilt. Die Trennbarkeit der Platten 
wird erleichtert durch einen üeberzug der Schichtflächen mit einem fett- 
glänzenden dunkelgrauen Thon. An einigen Stellen ist die Formation 
ziemlich reich an Petrefacten, besonders an Retzia Irigonella, Terebr. 
vulgariSy globosen Ammoniten u. a., die sie als Muschelkalk bezeichnen. 
Sie erscheint, 50 bis 100 F. mächtig, am Yirgloriapass, N von 
der Scesa plana in Vorarlberg, und weiter Ostlich, auf rothem Sand- 
stein, den man als Buntsandstein betrachtet. 

V. RiCHTHOFBN, Vorarlberg, Jb. d. g. RA. 1869; Thxobald, Blinden 
I, 1864. 


254 yirgala-Stnfe — Vogeflen-SandsteiD. 

YirgularStiife Thdbm. 

Oberster Jurakalk z. Th.; Portlandstafe s. Tk. In den Umgebimgen 
ton Porrentrny, oben, als Epwirgulien, 14"* mftchtig, dicke dolo- 
mitische oder merglicbte Kalkbänke, dicht oder oolithiBch, theils ohne 
Fossilien, theils erfflllt mit oft fasslangen Nerineen (Sirod, Cham- 
pagne 1 e) ; tiefer als Virguiien im engem Sinn, 5°" mfichtig, dunkle, th. 
feste nnd dünnplattige , th. schiefrige Mergel, mit Ostr. foirgula , die oft 
Lnmachelle bildet, nnd vielen Schlamm -Mollusken; nnten, als Hypo- 
vbrgtUien, 32°* mächtig, eine Folge weisser oder gelber Kalkbänke, mit 
Trigonien, Myen, Venus und Korallen, die mit braonen, z. Th. sandigen, 
fossilarmen Mergeln abschliessen. In anderen Theilen des Jnra lässt sich 
diese Yirgnlastafe mit ihren drei Abtheilnngen nicht mit Sicherheit wieder- 
finden. Oppkl zieht die zwei untern Abtheilungen, ihren Fossilien gemäss, 
noch zur Kimmeridgegmppe (Strombien Thubm.) und glaubt nnr das Epi- 
virgulien möchte vielleicht dem englischen Portland entsprechen, (tbxpfih 
hält sich, fflr den Bemer Jura, an die neue Abtheilung des oberen Jura 
nnd giebt dem Virgnlien eine Mächtigkeit von 50 bis 70™, die jedoch an 
einigen Stellen auf 8*" sinkt, setzt dann jedoch Aber die Virgnlastufe no<^ 
die Portlandstufe von 40" Mächtigkeit. Jaooard &sst Alles zwischen dem 
Kimmeridge und Purbeck Liegende, in einer Mächtigkeit von 50 bis 100*, 
als Portlandstufe zusammen, indem er die Benennung Virgnlastufe ganz 
fallen lässt. 

Thurmann et Etalok, Leih. Bmnt. Schw. Dks. XYIII, 1861 ; Jaccabd, 
Jura Yaad. 1869; Greppik, J. Bern. 1870; Opp£l, Jnraf. 1858. 

Titmanerkalk KAun. 

Späthiger Kalkstein, bräunlich bis gelblich, zuweilen in Echinodermen- 
breccie übergehend. Enthält kleine, meist mikroskopische Kieselkömchen, 
auch Quarzkryställchen und ein aus geraden Stäbchen bestehendes, äusserst 
feines, mikroskopisches Kieselgitter (Petrodictyon). Bildet mächtige, wohl- 
geschichtete Bänke in der Kieselkalkstufe des Neocom. In der Pilatus- 
kette, am Vitznauerstock und anderwärts. 

Kaufmann, sdurifd. Mitth. 1871. 

TogeBen-SandsteiiL 

Ords Yosgien. QoarzkOmer von Hirs- bis Hanfgrösse, nmhällt von 
sparsam vorhandenem Roth-, zuweilen auch Grelbeisenstein, der sie zu einem 
Sandstein von geringer Festigkeit verbindet. Zurückstehend gegen den 


WUderlrildniig — Wangenkalk. 255 

Qiisn flfod iveisse, beinahe erdige Theile Yon zersetztem Feldspath bei* 
gemengt^ selten einzelne, weisse Glimmerblättchen. Bald in der Tiefe, bald 
nach oben hin schliesst der Sandstein rundliche oder linsenförmige Geschiebe 
Ton dorchscheinendem, oder weissem, zuweilen anch rothem oder braunem 
Quarz ein. Die Yorherrschende Farbe des Steins ist blassroth. Er ist 
deutlich, meist horizontal geschichtet. Die Mächtigkeit ist sehr Terschieden 
und scheint gegen N zuzunehmen ; sie beträgt bei Guebwiller 200* 
und steigt, westlich von Strassburg, bis an 400°*. Die Mehrheit der 
Geologen betrachtet den Yogesensandstein, der auch im Schwarzwald and 
WMterhin auftritt, als die tiefere Abtheilung des Bnntsandsteins; französische 
Geologen halten ihn fttr eine Fortsetzung des Rothliegenden, oder, nach 
Bus DB Beaumomt fär den Repräsentanten des Zechsteins. 

Elib de Bbaumomt, Explic. de la carte geol. de F. I, 1841; Daubr^, 
Bas-Rhin, 1852; Dblbos, Haat-Rhin, 1866; v. Albbbti, Monogr. ete. 
1834. 


S. Wealden-day. 


8. Fullersearth. 


8. Graue Schiefer. 


WUderblldnng. 


Walkererde. 


Wallisseldefer. 


Wangenerschlchten Mosch. 

Dic6ratten; Corallien d'Obb. ; Weisser Jura /?, Wohlgeschichtete Kalk» 
hinke Qitbhst. ; Weisse Kalke Mosch; Calc. k N^rinto Thubm. — Dichte 
Ua kreideartige, oft gross oolithische weisse Kalksteine, zuweilen brecden- 
aräg, grau, bräunlich; an der oberen Grenze, im Aargau, knollig, Knollen- 
kalk MöscH. An mehreren Stellen, im westlichen Jura, einen geschätzten 
Baustein liefernd, so bei Wangen, W bei Iten. In der Gegend tou 
Olien scheidet sich die Corallenfacies der Bildung, die westlich von Ölten 
ihren Hauptcharakter bildet, Yon der Schlammfacies, Ostlich Yon Ölten. 
Die Mächtigkeit mag im Aargau 4* nicht Qbersteigen, wächst aber bei 
Wangen bis zu 20* und bei b e r b u c h s i t e n auf 6(r. 

Wlngenkalk Kaum. 

Aus erbsen- bis faustgrossen Concretionen zusammengesetzter, sehr 
eompacter, weinliger Ms leberbrauner Kalkstein, kleine Nummuliten und 
Orbitoiden enthaltend. Die Concretionen kommen auch isolirt, im Schiefer 




Aaf WäBgen&lp 
ckaagaa«, ob Hinter- 


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»la i%»j'yj''z.it*tm» - tuisr Lts» San:" 
üfl^s. snit ü«£r iOiiä :a aa 


4- te 600 F. mditi^ 
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Wä SeTelea, Wild- 


Wi.i«r*ürizit- Ezst. *i»:.Tii2^ ii Sxffex «ad m. Westphalen 
«ctwi.'ktl** >xi_7f- xzii SäsfWTkss'rt.IiTM. Ix iir H«S4e kerrsdd Thon, 
IFfi-' -•«-<. jj. "nttf^fr €L>«:Ä.it>>LrT ^:iiL ^-t<^«*c»sfa»a, oleii Üioiiiger 
g^:'rg.y=r^ p^ -c«^c'i.'c\: i. Al> rrf: Scxf-en S3»L «cvohl n Engibiid, als in 
XrriiÄiscilüi. r»^i»:Ä az orrii.jcäifq U-fc«»rr«stda. Ibefls ^iföjsirasser- 
■l'.^ «Ac». ü^ils Fw<:.a<; xü** f.^fj.^ tf». Friker als tiefetes Gfied der 

ri:«. wtrx ix Wf-jJ-ieabü-roM jeöt gev5li]ilidi, als 
Tzrx^TK'fiiL azz^r^üi. ism. Dir« Favia sic^ mehr an* 
täibeTt. Hni^e G^l:e?ii x>f!&i?a ivr «iea PxrWek um. Jva md lassen 
die xvei oberes Stzf-s Wi «ier Krei^. la der Sck»€ii md ibrer um- 
gebaw ist die Par^eck5tx5? iSw d.i aUeia 


Weiasar i 


Oberste Gruppe d-er dixdi t. Bccb 
deut^ben Jvra. cacb d^n- Firbe d^^r SceLs&rtea. 
Gnipp<?xi« der braaise asd sclivar!« Jan* warde 
dareb QrassTsrT in sechs Scalen cetbeilt. die 
ersten Bacbstaben des griechiisdi^n Alphabets 

T. Buch* d<fr Jorm m IVatsehL EL Ak. 
WÄrtbc 1^43: — der Jwa. ISA 


Kmtbpflni^ des 
die zwei tieferen 
aacb der wässe 
lait den sechs 


Weisse Kreide — Wengenchicliten. 257 

Weisse Kreide. 

Petrograplusch bezeichnet die Benennnng die weisse, schreibende oder 
harte, Kreide, mit oder ohne Feuersteinknauer , wie sie im sfldöstlidien 
England, in der Umgebung von Paris, auf der Insel Rügen und 
anderwärts bekannt ist, in der Schweiz und den an sie stossenden Gebieten 
aber nicht vorkommt. In stratigraphischem Sinn versteht man unter der 
Weissen Kreide eine durch eigenthUmliche Fossilien charakterisirte Stufe 
der Ereidegruppe , das Senonien d'Obb. , die in den Alpen den grauen 
oder gelblichen Mergeln von Entremont, im Gebirge der Grande 
Chartreuse, und in der Schweiz dem grauen oder rothen /Seewer/caft 
entspricht, im Jura aber nicht vertreten ist 

Wellendolomit. 

Grüne, braune, oder schwarze Mergel mit eingelagerten, harten, dolo-^ 
fflitischen Platten, die aus den verwitterten Mergeln hervortreten, Quarz- 
and und Glimmer und oft viele Fossilien des Muschelkalks enthalten. — 
Der Wellendolomit bildet im Plateau-Jura am Rhein die tiefste Stufe des 
Hoschelkalks, unmittelbar über dem Bnntsandstein. Bei Rheinfelden 
12* mächtig. Im Ketten-Jura ist er nicht bekannt. 

MöSGE, Aarg. Jura, 1867. 

Wellenkalk. 

Dfinnknotige oder wellige Kalklager, durch dünne Mcrgelkger ge- 
trennt, unter der Anhydrit- und Steinsalzstufe des Muschelkalks. Bei 
Rheinfelden 20*" mächtig. Selten und nur schlecht erhaltene Fossilien 
einschliessend. Unter ihm liegt der Wellendolomit 

Wengersehlchten Wissm. 

Dunkelgraue bis schwarze, dickschiefrige Tufe und Kalkschichten, hart 
nnd kieslig, oder weich bis erdig, z. Th. bituminös und verkohlte Ueber- 
reste von Pflanzen enthaltend, besonders aber Mollusken; Halobia Lom- 
meiü oft die Schichtflächen ganz bedeckend. Die Mächtigkeit sehr ver- 
schieden, zuweilen nur wenige Fuss, aber auch bis 300 F. In Süd-Tirol, 
an der Seisseralp, vorzüglich aber bei Wengen, N von S. Gassian. 
In der oberen Trias, über den Buchensteinerschichten, bedeckt von Schiern* 
Dolomit 

Wissmann, Beitr. 1841; v. Bichthofbn, Süd-Tirol, 18G0. 

17 



geUkhcB Kalk- 
■ift diBiMB, 
Bei Werf ea nSalnc^ 
tUe, alf GrmztijM^ 4er K&extzfcm Kalkgebirge ies DudistdBs, TIucd- 
pAir^ SieaerKs-Meeres, sad vcstbck Back Tinl fbctsetKod. Die vauecD 
PeCreiKSeB, S-äktLa crß<aia, Myidiet /liiiiMfiii, i\mi. ClanB, ge- 
kdraa 4er «ateni Tiiis aa vad Warahafa die WiifcMin,1ikhlfii als Baot- 
suMblda. Bei Dieatea aerl^ äe aalerteaft voa daakda ThoasdiieCem, 
«oria sJTrscte Pt^zefadea TortosMea: aa läiuca SteOea bededd sie 
Gatteasteüer- oder aTpiaer MascMkalk. Toa dem Yenacaao, der öCten 
dea WerfeaerscLi:htea beigforiaet vird, aatcrs^eidea sich diese doich 
das Wegfallea grobkSrsifer Cosrk>Bente aad talldger Qaaizite, «dche 
itücb dea Terrecaiko diarakterisireB « aad die origaaisriiea üeberreste 
diesea ia albere Terbisiaag mit der SteJakohlehiMang. Es scbehit 
Baatsaadätda aack dea WestiJpea bia aar so weit, als aach der Moscbel- 


kslk, fortzasetzea; dieser leLh aber dea Westalpea, vibread der Y^racano 
aad Tükqaaizit aiicbtlg aad z. Ib. ia eager Yerbiadaag Bit dem Aathrarit 


liLL T. L, LeoBb. Jb. L 1S30: t. Hanaa, TViai i. d. A. Jb. d. BA. 
1S53; T. Bkbtborx. Yondb. Jb. d. SA. X, 1899; GCmbbLi 
BL A.186L 


Wettcffkalk. 


Walkero'ie. 

& FUlerseartk 

Wetterstebdudk. 


Dicbt, laaeilea scbappig kjknig, seltener oolitbiadi bis grossoolitbisch; 
miss oder r5tblicb weiss, bb intensiT rotb oder gelb; reia, oder dolooiitisdi 
aad tlbergebead in Doloaüt Bezdchaeade Fossilien siad Korallen and 
Gastropoden (Ckemm. Rosihonu, OL £scAer», Ch. exiaiia). In meist 
nackten, lackigen, aber gesckkkteten, nüditigen Felsmassen die bObern 
Qobinse der sQd-baieriscben and nord-tirolhchen Alpen bildend, sUdiich 
^on Partenkirek, tom Zagspiti nack dem Aacbensee. Govbkl be- 
tracbtat den Wettersteinkalk ab anterea Kenperkalk, entsprechend dem 


Wefetingonchieliteii — Wildflyadi. 259 

HallstSdterkalk, durch die Raiblerschichten getrennt vom Hanptdolomit 
M0J8I9OVIOS dagegen setzt ihn in den oberen Keaper, unter den Dachstein- 
kalk, parallel dem Esinokalk und den Torerschichten des Schlemdolomits. 

GCmbel, Bair. Alp. 1861 ; Mojsisovics, Obere Trias, Jb. d. BA. 1869. 

Wettingerschlehten Mosch. 

Plumpe Felsenkalke, Weisser Jura e Quenst. Dichter oder verwachsen 
körniger, gelblich, röthlich oder grOnlich weisser Kalk, ausgezeichnet durch 
starken Kieselgehalt, der, theils in faust- bis kopfgrossen Knauern, theils 
in vielfach sich kreuzenden Adern, theils als Yerkieselung der Fossilien, 
den Kalk beinahe verdrängt, oder, durch innige Beimengung, ihm eine un- 
gewöhnliche Härte mittheilt. Die Formation ist in dicke Bänke getheilt, 
die an der Aussenfläche oft knollig und -zackig verwittern , und erreicht 
eine Mächtigkeit von 20 bis 40°*. Den Fossilien nach setzt Mösch sie in 
das mittlere Kimmeridgien. Sie bildet einen beträchtlichen Theil des süd- 
lichen Abfalls des Banden und die Felsen des Bheinfalls; Regens 
berg steht auf ihr und, als Decke des südlichen Abhanges der Lagere n» 
erstreckt sie sich über Wettingen nach Baden. 

MöfiOH, Aarg. Jura, 1867. 

Wetzsteinschichteii. 

S. Aptycfaenkalk. 

Wienersandstein. 

Karpathensandstein, Flysch, Macigno. — Es ist der dunkle Sandstein 
von Siefring und vom Kahlenberg bei Wien, in dicke und dünne 
Tafeln geschichtet, deren Oberfläche oft mit Fucoiden (Chondr. intricalus, 
Ch. Targioni u. a.) und wnlstförmigen Erhabenheiten bedeckt sind. Die 
Formation, von bedeutender Mächtigkeit, erstreckt sich von Wien westlich 
nach den äussern Salzburger- und Bairischen Alpen, Ostlich nach den 
Korpathen. Steinart und Fucoiden stimmen vollkommen flberein mit dem 
Aber Nummulitenschichten gelagei-ten eocenen Flysch und Macigno. Gestützt 
auf das Vorkommen von Inoceramen betrachtet ▼. Haukb den Wiener- 
sandstein als der Kreide angehörend, so dass derselbe der Pietra forte (s d.) 
und nicht dem eocenen Macigno entspräche. 

Wildflyseh iUuFif. 

Dunkelgraner bis schwärzlicher, weicher Schiefer, dünngeschichtet bis 
blättrig, oh krammschaliK, mit gläoienden Flächen, tach wohl von weisaan 


260 "* Wimmiakalk — Zechstein. 

Spathadem durchzogen. Meist sehr unregelmässig gelagert, Blöcke, oder 
harte Knauer umwickelnd, abwechselnd mit Facoidenschiefer and Macigna 
Hit vielen Mulden, Sätteln und KrOmmungen aller Art. Ein Haapiglied 
der untern Flyschbildung. Tiefbach bei Ger sau; kleine Schliere bd 
Alpnach; Sörenberg am N Fuss der Brienzergräte, Habkern o. a. 
Kaufmann, schriftl. Mitth. 1871. 

Wimmiskalk. 

Bei der Wimmisbrücke, am Ausgang des Simmenthalea, komiBeii 
drei Kalkformationen vor, die sich auch westlich bis nach Savoien verfolgeB 
lassen. Als Grundlage ein dunkelgrauer, beinahe schwarzer Kalk, dentli^ 
geschichtet, der, nach seinen zahlreichen Petrefacten, der Kimmeridgestofe 
angehört, lieber demselben folgt ein hellrauchgrauer, unklar oder gar nicht 
geschichteter, aber vielfach zerspaltener Kalk, mehr als 200* mftchtig ond 
prallige Felswände bildend, deren Fuss meist mit Trflnmierhalden bedeckt 
ist. Auf ihm liegen rothe thonige Kalkschiefer, welche Furaminiftren 
der Kreide, ziemlich selten, Inoceramen und Crinoidenreste enthalten^ 
und wahrscheinlich dem Seewerkalk entsprechea. In dem mittlem, rauch- 
grauen Kalk, der in engei*em Sinn Wimmiskalk genannt wird, ist in neuerer 
Zelt, an einzelnen Stellen, eine grosse Menge von Fossilien gefunden worden» 
welche grossentheils mit denjenigen des Corallien vom Salöve flberein- 
Btimmen, Nerinea depressa, N. DefrancU, Cerith. nodososiriatum, Saiica 
Dejanira, Cardium coralUnum, Dkeras Lucü, Peden subspinosus ^ P. 
globosus, Terebr, Bieskidensis, Rhynch. Aslieriana, R, lacunosa, Gdaru 
carinifera u. a. Pictet setzt den Wimmiskalk in die jurassische Zone der 
Strambergerschlchten, oder in die tiefere Abtheilung der Tithonischen Stnfe, 
und so auch Zittkl. 

Studer, W. S. Alpen, 1834; Ooster et Fischer-Oobtxb, OuiOiBn 
de Wimmis, 1869; Zittel, PaL Mitth. II, I, p. 5, 1868. 

Wismntherze. 

Im Thale Anniviers, an dem Gebirgsstocke, der die Thäler Zinal 

und Torrent scheidet, kommen im GrUnen Schiefer Gänge von Wismuth* 

kupfererz (Annivit Brauns) vor, auf deren Ausbeutung auf Wismuth in den 

60er Jahren Bedacht genommen wurde. 

Brauns, Bern. Mitth. 1854, p. 57; Kenngott, Min. d. Schweiz, 1866; 
Obsent, Berg- und Hütten-Ztg. 1868 und 1869. 

Zecbstelii^ 

Magnesian Umestone, heisst der dunkelgraue, oft bitominöse oder dak>^ 
mitische Kalkstein der Zechsteinbildnng, oder oberen I>ya8. Unter 


Zellenkalk — ZwischenbildnogeiL 261 

Kalk liegt der wenig mächtige, aber weithin fortsetzende, schwarze, bita- 
mindsei erzreiche Kapferschiefer, mit zahlreichen Fischen, aber ihm Rauch- 
wacke, Gyps und Stinkstein. Die untere Dyas ist das Rothliegende, lieber 
der Zechsteinbildang folgt der Bantsandstein. — Im ganzen Gebiete der 
Alpen, des Jura und Apennin scheint die Zechsteinbildang zn fehlen, von 
ihren Fossilien, Pflanzen, Mollasken oder Rschen, haben sich noch keine 
Sporen gefunden. Im Anfang des Jahrhunderts, als man, nach petro- 
graphischer Aehnlichkeit, den thüringischen Zechstein in dem dunkeln Kalk 
der deutschen und schweizerischen Alpen wieder erkannt zu haben glaubte, 
wurde es Üblich, Zechstein und Alpenkalk als synonyme Ausdrücke zu 
gebrauchen, was indess, nach gewonnener, besserer Kenntniss, bald wieder 
aufgegeben wurde. 

Zellenkalk und Zellendolomit 
8. Rauchwacke. 

Zinkerze. 

Der Bleiglanz in nnsem Alpen wird nicht selten von Zinkblende be- 
gleitet. In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts wurde auch die am 
Silberberg bei Daves reichlich vorkommende Blende zu Klosters im 
Prftttigau, in grossartigen Hüttenwerken , auf Zink zugut gemacht, was 
indess keinen günstigen ökonomischen Erfolg hatte. 

V. Saus, Graab. Jb. d. Natf. Ges. 1861. 

Zopfj^latten Qubkst. 

sind wenige Zoll dicke Platten im schwabischen Braunen Jura /}, auf deren 
Oberfläche eine Menge dicker und dünner Stengel und Wülste, in mannig* 
faltigen Formen, zuweilen auch am Ende an Crinoidenki*onen erinnernd, 
vielfach auch sich durchkreuzend, reliefartig aus dem Sandstein hervor« 
stehen. Von organischer Structur ist nichts zu bemerken, die Erhöhungen 
sind Abdrücke, die mit der Platte derselben Masse angehören. Ganz ähn- 
liche, kaum zu deutende Abdrücke sind auch nicht selten auf PUtten von 
MoUisse, Flysch und älteren alpinen Steinarten. 

Zwischenbildiingeii oder Zwischengestelne 

beisst die Zone von Steinarten, die, besonders in den äussern alpinen 
Centralmassen, zwischen dem Gneiss und dem Kalkgebirge, diesem und der 
Gneissgrenze parallel stratificirt, eingelagert sind. Die Mächtigkeit der 
Zone beträgt zuweilen nur wenige Fnss oder Klafter , oder sie fehlt ganz, 


262 ZlamKachschichtciL 

Zuweilen kann sie anch anf 20 bis 30 Klafter nnd mehr anwachsen, fn 
der Regel liegt zunächst auf dem Gneiss dolomiiischer Kalk^ ROihikalk 
EscBXB, abergehend in Raachwacke, oder durch sie vertreten. Der Gneiss 
ist vertical, oder steil S fallend abgesondert, seine obere Grenzfläche ist 
stärker oder schwächer N fallend, senkrecht auf seine Schieferung, und 
der Röthikalk liegt daher auf seinen SchieferkOpfen, wie die Grenzfläche 
N fallend. Auf den dolomitischen Kalk folgt Quarzit; auf diesem, oder 
mit ihm abwechselnd liegen roihe oder grüne, oft schief rige Thane, und 
den Schluss bildet schwarzer kömiger Kalkstein mit eingeschlossenen weissen 
QuarzkOrnem und Nestern von EisenoolUh, der ihn auch wohl ganz verdrängt, 
und ein Lager von 1 bis 5 Fuss Mächtigkeit bildet, oder sich zu Lagern oda 
vereinzelten Mandeln von Rotheisen verdichtet hat In diesen Eisensteinen, 
selten in dem schwarzen Kalk, findet man zahlreiche Petrefacten, besonders 
Ammoniten, welche den obersten Stufen des untern Oolith entsprechen, 
während die drei tiefern Glieder der Zwischenbildungen niemals noch eine 
Spur organischer UebeiTCste gezeigt haben. Auf dem Eisen haltenden 
schwarzen Kalk liegt dann, in einer oft tausend Meter Übersteigenden 
Mächtigkeit, der bisher als Hochgebirgskalk bekannte Kalk, der die Haupt* 
masse unserer Kalkgebirge bildet. 

'Stüder, W. S. Alpen, 1834; — G. d. S. 1854. 

Zlambachschichten . 

Ueber dem Reichenhallerkalk , unter dem Hallstädterkalk. Es sind 
unten helle, knollige, Schwefelkies fahrende, dem Wetterkalk ähnliche Kalke; 
dann folgen graue oder bräunliche Mergel und Mergelkalke, den Flecken- 
mergeln beizuordnen; zu oberst dunkle Mergelthone und Gyps, mit ein- 
gelagerten Korallenbänken. Die Fauna besteht vorherrschend aus nicht 
näher bestimmbaren Bivalven, zugleich aber findet sich Ammon. galei- 
formiSf A. subumbilicatuSy A. respondens^ A. neojurensis n. a. Im Zlsm* 
bachgraben bei St. Agatha, N vom Hallstädtersee. 

Mojsisovics, Ob. Trias, Jb. d. RA. 1869. 


Orts-Register. 


Die Artikel, deren XTeberschrift einen Ortsnamen enthält, sind bei diesem 

Orte nicht berücksichtigt 


Aalen 1. 72. 
Aar 100. 
Aareu 34. 127. 
Aargletscher 90. 
Aarwangen 32. 
Abondance 59. 
Adamello 2. 238. 
Adda 96. 
Adnet 2. 
Aesch 39. 
Agordo 46. 
Aigle 16. 83. 
Aiglcpierre 209. 
Aiguilles-Ronges 5. 248. 
Airolo 97. 98. 103. 116. 
Aizy 191. 

Alagns 100. 
Albinalp 61. 
Aletschhora 125. 
Alfensthal 7. 
Allalin 73. 75. 
AJle 209. 
Alpnach 260. 
Altmann 6. 
AW Pi». 2. 
^nuaergan 14. 


Ampezzo 68. 214. 

Amstsg 46. 50. 

Andermatt 22. 

Andomo 230. 

Andr^ Fort St.- 9. 43. 

Andrichan 226. 

Anna St.- 239. 

Annecy 20. 65. 247. 

Anniviers V.- 141. 143. 170. 197. 260. 

Antigorio 67. 

Antrona V.- 100. 

Anzasca V.- 100. 

Aosta 19. 225. 

AppenzeU 12. 92. 166. 167. 173. 174. 

Aproz 59. 

Arhaz 42. 

Archamp 162. 

Ardese 15. 

Ardez 33. 224. 

Ardon 71. 

Aresche 86. 

Argentiire 196. 251. 

Arlberg 19. 

Arolla 88. 

Arvel M. 153. 154. 

Arzo 7. 17. 20. 252. 


264 


Orto-Begüter. 


Asti 21. 228. 

Attingliausen d5. 

An 22. 

Aabenon L'- 22. 72. 

Angst 9. 37. 224. 

Anssee 193. 

Ayer 170. 

Bach 23. 159. 

Baden i. A. 24. 259. 

Baden bei Wien 5. 6. 233. 240. 

Bagnethal 141. 170. 

Baldo M»*- 27. 

Baifries 25. 

Balingen 25. 186. 

Balme Col de 10. 

Balmflnh 114. 164. 

Bann^ Le- 25. 139. 

Barberine 248. 

Basel 49. 229. 239. 

Batie La- 107. 

Bancblen 12. 

Baveno 104. 158. 227. 

Bavona 11. 

Beatenberg 6. 173. 174. 223. 

Beatenhöble 133. 

Beanges 127. 

Becca-di-None 71. 

Bedretto Val 67. 97. 

Belin Fort 52. 

Bellalnna 80. 

Bellelay 240. 

Belley 222. 

Belmont 120. 182. 

Belpberg 120. 145. 190. 228. 

Beno 29. 

Bergell 51. 53. 215. 

Bergün 80. 

Bern 49. %. 162. 

Bemeralpen 50. 240. 

Bemex 114. 

Bernhard Gr. St. 197. 213. 

Bernhard El. St. 44. 52. 115. 

Bemina 2. 59. 64. 183. 188. 243. 

Bemrent 6. 

Berra 83. 113. 

Berrias 191. 

Besan^n 52. 209. 232. 

Beversthal 131. 


Bex 9. 16. 60. 115. 147. 205. 224. 

Beznan 119. 

Bianco lago 79. 

Biel 164. 246. 

Bifertengrat 10. 

Binnenthal 67. 96. 172. 

Bionaz 103. 

Bionnay 57. 

Blanbenren 127. 

Blegny 25. 36. 

Bleiberg 46. 

Blumenstein 147. 

Blumlisalp 122. 173. 

Bois-de-Ranbe 156. 195. 

Boisset 212. 

Boladore 103. 221. 

BoU 175. 

Bollingen 36. 

Boltigen 6. 83. 126. 139. 205. 823. 

Bonhomme Col de 44. 57. 151. 

Bonnet St. 26. 28. 198. 228. 232. 

Bonneville 200. 

Bormio 128. 221. 

Born 93. 

Borri M. 182. 

Bossetan 92. 

Botterens 50. 

Bottstein 119. 

Botzberg 93. 120. 168. 

Botzen 72. 

Bondry 114. 160. 

Bouveret 200. 

Bramois 11. 

Branson 187. 

Brembana V. 205. 

Brenner 11. 

Brevent M. 81. 

Brevine La- 240. 

Brezon M. 133. 

Brianza 2. 7. 30. 57. 65. 105. 

Brieg 115. 

Brienzersee 64. 

Brisen 78. 

Brislach 239. 

Bristenstock 10. 50. 

Broc 200. 

Brngg 120. 

Bmneck 40. 


l 


Orts-Begitter. 


d66 


Bnomigletscher 51. 

Biiet 173. 

Bolle 127. 314. 

Bfinden 52. 

Büren 164. 240. 

Bnrgdorf 214. 

Burgen 173. 

BfisBerach 63. 

Bütsclieleck 145. 

Calanda 100. 

Camonica Val 2. 

G&mpo-dei-Fiori 17. 

Campolongo 52. 67. 97. 172. 

Canaria Val. 67. 97. 115. 

Canisflnli 14. 

Gaprino M. 29. 

Caquerelle 55. 

Casanna 46. 

CasBian St. 24. 120. 257. 

Castell-Arqnato 21. 228. 

Caatell-Gomberto 26. 

Ciblancs 248. 251. 

Celerina Y. 209. 

Genere M. 98. 
Cermontane 17. 

Chambery 7. 65. 127. 165. 246. 

Cliaillol 223. 

Cbamoniz 106. 

Cfaamoson 49. 71. 72. 

Champagnole 16. 254. 

Cbampotej 214. 

Chandoline 11. 59. 

Channaz 72. 150. 

Chapelle La 55. 

Charmouth 49. 

Chavomay 20. 

Ch&t Moni du 72. 

Chätel St. Denis 50. 65. 127. 160. 167. 200. 

Chanxdefonda La 120. 

Chemin 71. 

Clieneyej 227. 

Cheville 47. 92. 

Chiamnera Val 79. 

Chiavenna 203. 225. 239. 

Chieri 228. 

Cipit 52. 

Chippia 141. 

Girin 222. 


Civiasco 227. 

Ciarens 134. 

Clivio 7. 

Clucy 150. 

eins bei Boltigen 205. 223. 

Clnsaz La 232. 

Clnse 92. 

Codera 104. 204. 

Coenve 39. 139. 

Comersee 115. 

Concise 127. 

Cordaz La 26. 28. 92. 

Corfara 46. 

Cornier G* 19. 

Comol 156. 

Comn Lac 73. 

Cossonay 160. 

Conrfaivre 63. 

Courgenay 139. 

Courmayeur 107. 

Conrronx 35. 

Conrt 35. 61. 229. 

Conrtedonx 209. 

Cramont 52. 

CrSteseche Col de 17. 

Crion M. 92. 

Croix S-- 13. 47. 92. 240. 

Ilalpe 97. 

Bamvant 214. 

Darbon 6. 139. 223. 

Därstetten 126. 

Danpbinä 13. 

Davos 88. 220. 261. 

Dax 240. 

Degerfelden 43. 

Degersheim 167. 

Del6mont 26. 32. 33. 35. 111. 156. 168. 

176. 229. 239. 
Delsberg s. DeUmont. 
Lent-Blancbe 19. 
Dents-Blanches 71. 
Develier 168. 
Devolny 65. 
Diablerets 6. 26. 28. 47. 178. 174. 228. 

232. 
Diegten 121. 288. 
Dienten 258. 
Dijon 205. 


266 


Orts-Begister. 


DöUiwald 66. 

Domlesclig 41. 

Dossena 46. 

Dranse 54. 

Dröne 42. 

Dorance V. 251. 

Dürnten 38. 

fibenalp 134 

Egerkingen 36. 

Eggishom 110. 

Ehrendingen 2. 

Einsiedeln 69. 83. 173. 240. 

Elbingenalp 2. 

Elgg 182. 

Emmenthal 166. 167. 190. 

Engadin 3. 

Engelberg 122. 

Engetbal 73. 

Engl 95. 

Entlebnch 12. 116. 167. 

Entremont 257. 

Entrevernes 6. 26. 28. 174. 223. 

Enzi 101. 

Erba 7. 65. 

Erbignon 10. 

Eringertbal 141. 

Erosa 249. 

Esino 66. 68. 102. 

Etablon Col d' 11. 

Etivaz 219. 

Etzgen 74. 

Etzlithal 50. 51. 

Eaganeen 179. 

Evolena 52. 225. 

Pähnem 83. 

Fain Val del 79. 

Falkenflnh 12. 

Fassa 68. 163. 

Faudon 26. 28. 174. 

Faalen 213. 

Faulbom am Brienzersee 78. 169. 

Faalhom bei Churw. 41. 

Felsenaa 74. 

Fermnnt 99. 

Ferpecle 18. 

Ferrera Val 70. 

Ferret Val de 11. 80. 

Fianel 70. 


Fibbia 103. 

Filisnr 143. 

Filzbach 242. 

Finsteraarbom 100. 125. 

Fizs 83. 92. 

Flaine 232. 

Flond 71. 

Florenz 3. 26. 187. 

Fontanil 214. 

Fomo Pizzo 66. 

Fonbly 10. 133. 187. 201. 

Fonrgs Les 72. 

Franche-Gomt^ 49. 

Frangy 160. 

Franzensfeste 40. 

Freiberg 95. 

Freiburg 96. 

Frick 60. 74. 119. 150. 

Frienisberg 164. 182. 

Frohnstetten 36. 

Fnitigen 59. 223. 

Füetzen 283. 

Fnitigen 133. 

Füssen 253. 

«admen 153. 157. 

Gadmenflnh 11. 223. 

Gaispfad 62. 67. 220. 

GaUen St. 120. 145. 162. 241. 

Gana Val 78. 

Gap 65. 

Gassino 105. 

Gastein 219. 

Gasteren 104. 

Gaveradi 98. 

Geissberg 93. 

Geisslingen 186. 

Generöse M** 7. 17. 29. 

Genf 3. 96. 127. 137. 160. 

Gtonna 178. 

Gersan 260. 

Gingolph St.- 200. 

Glämisch 32. 70. 122. 151. 212. 

Glarus 31. 122. 251. 

Goggeyen 151. 

Gondo 11. 100. 

Gonzen 71. 

Gomergrat 51. 

Gorno 46. 


,t I 


Orti-Bagister. 


267 


GoiÜiiid St. 5. SQ. d8. 125. 240. 

eilte 87. 

Omtok 182. 

ernhoni 42. 

foinaalvas 131. 220. 

GraioMe 7. 65. 190. 214. 237. 

Gnsoney 100. 

uRston 6. 

Griesm. 

Griabach 152. 

Gritttobel 50. 

Grimsel 5. 

Giindelwald 73. 154. 

Gnmn 6. 

Grab 165. 217. 

Giingwyler 153. 

^biriUer 265. 

Guggisberg 160. 167. 

GnmmiLiih 125. 

GüobeTg 114. 

Ovraigel 50. 83. 113. 

Onrteji 214. 

Qottaimen 239. 

(htteiutem 114. 

Habkeren 83. 87. 124. 256. 260. 

Hacken 173. 

Haldenstein 153. 

M 19. 46. 117. 224. 

HiSsladt 140. 

Hbdeck213. 

Haselberg 7. 

HaaÜ 71. 122. 
Hegau 27. 186. 
Heiden 162. 
Heriaanl89. 
Herznach 120. 
Hettange 147. 
Heathal 79. 
Hilferen 159. 
Hinterbolz 6. 
Hohen-Bohneo 144. 182. 
Hoben-Saz 256. 
Hobentwiel 186. 
Hobgant 92. 
Holzersflah 223. 
HömU 166. 167. 249. 
Honr200. 
H<Kpeiitlua 289. 


H&ügen 162. 

HütUgen 22. 

Jano 251. 

Jann 223. 

Jean de Conx St- 35. 127. 

Jean de Säxt St- 232. 

Jensberg 41. 

Jeoire St- 133. 

Illgraben 197. 

Imfeid 67. 

Indnno 7. 17. 

Ins 137. 

Interlaken 153. 

Jochpaas 42. 

JoU Gol 44. 

JoH M. 226. 

Jolimont 41. 164. 

Jorio M. 124. 220. 

Jonx Yal de 240. 

Jschl 175. 

Is^rable 11. 33. 

JnUen S. 114. 

JoUer 2. 104. 131. 

Jungfrau 18. 32. 122. 196. 

Justithal 14. 64. 

Ivrea 64. 124. 

Kaiser-Augst 224. 

Eaiserstahl 27. 

Ränder %. 137. 

Eanderthal 232. 

Käpfhach 182. 229. 

Karpathen 14. 83. 

Kärp&tock 152. 

Kaufdorfanh 160. 

Eienberg 74. 114. 

Eienthal 232. 

Kirchberg a. d. Pielach 6. 

Kletigau 22. 35. 154. 168. 244. 

Klosters 261. 

Elostertbal 99. 

Eöesen 54. 

Eren 14. 

Eressenberg 71. 72. 178. 

Eriegsmatt 82. 

Eronberg 150. 

Eu&tein 117. 

Eummerbeig 80. 

Eftttigen 85. 


S68 


Ugeren 93. 299. 

Langeneckgnt 16. 60. 

Langkofel 46. 214. 

La Tour 200. 

L&afelfingeo 114. 

Lanfenbarg 74. 

Laiuttiiie 32. 121. 144. 148. 

Lauterbmooen 33. 71. 73. 134. 

Lauxanier Lac de 196. 

Leehthal 7. 

Lemenc 191. 

Lengnaa 35. 

Leuna 15. 75. 

Lenibnrg 165. 

Lenzerhaide 41. 

Leonhard S. in Sfid-Tirol 120. 

Leprese bei Bormio 103. 128. 

Liddes 11. 

Liebl34. 

Ligometto 7. 

Lindenthal 160. 

Lintbthal 232. 

LiBchana 80. 

Livigno 2. 3. 59. 

Livinallnngo 40. 

Livinerthal 65. 67. 97. 103. 231. 235. 

Lobsingen 160. 

Locle 155. 156. 168. 182. 195. 229. 

Lohner 92. 

Longhin 131. 

Loretto 47. 

Lotschpass 196. 

Lotschthal 33. 50. 125. 

Lowerzenee 71. 72. 174. 

Lncendro 103. 

Lnganersee 78. 90. 

Lugano 11. 68. 155. 

Lngnetz 41. 

Lnkmanier 67. 172. 

Lnnz 6. 

Lnxembonrg 147. 

Lnsern 12. 38. 120. 144. 145. 159. 160. 

162. 167. 189. 
Lyme-Regis 49. 184. 
Machilly Pointe de 48. 
Mädelergabel 3. 
Maderan 50. 51. 96. 125. 
Kagereu 162. 


MaggiaT. »5. 

Mains 120. 

Malenco 59. 220. 225. 239. 

Manno 11. 

Margarethen St. bei St Gallen 162. 

Margarethen St. bei Wien 8. 

Mario M. 228. 

Manuels 88. 

Marsens 214. 

Martigny 10. 71. 76. 107. 187. M. 

Martin 8. 182. 229. 

Ma88a33. 

Masserano 21. y 

Matringe 37. 42. 48. 54. ^ 

Matt 59. 95. 

Matterhom 19. 88. 

Matteijoch 201. 

Matiendorf 35. 

Manrienne 37. 44. 

Manrin 178. 250. 

Maurice St- 10. 133. 

Majenthal 226. 

Meilen 151. 

Meillerie 16. 60. 133. 147. 

Meiringen 226. 

Mellingen 130. 165. 

Meltingen 63. 

Mendrisio 2. 7. 60. 

Merligen 153. 169. 174. 282. 

Metabief 72. 

Mettenberg 154. 

Midi Aig. du 57. 

Midi Dent du 83. 173. 

Miesbacb 58. 

Mittaghom bei Fmtigen 11. 

Moiry 18. 

Mdle 60. 

Mol^n 83. 192. 

Moliire Tour de la 165. 

Möllersdorf 233. 

Montanvert 80. 

Montblanc 5. 17. 66. 80. 98. 100. 106. 
127. 243. 246. 

Montreux 133. 

Mordes Dent de 10. 

Morgez 197. 

Mormont 36. 

Moron M. 121. 


Orts-Register. 


269 


Mörschwyl 38. 

Mortean 114. 246. 

Morteratsch 79. 243. 

Mostallone V. 64. 124. 227. 230. 

Montier 36. 229. 

Moutiers 115. 224. 263. 

Mühlenen 59. 

Müllingen 37. 212. 

Mumpf 43. 

Münster s. Montier. 

Mnran 219. 

Mnretpass 51. 143. 

Margenthal 32. 

Murren 73. 

Mürtschenalp 143. 

Äantna 72. 205. 

Napf 101. 144. 182. 

Naye M. 134. 

Nendaz 33. 

Nenchätel 119. 169. 214. 

Nenhans 173. 

Nenkirchen 72. 

Neustadt öster. 5. 114. 

Niederhom 26. 28. 173. 

Niesen 83. 

Niremont 50. 113. 

Noiraigue 127. 

Nnfenen 98. 107. 115. 

Nnsplingen 189. 222. 225. 

Oberalm 14. 

Oberalpstock 51. 

Oberblegi 32. 62. 71. 140. 

Oberbncbsiten 255. 

Oberdorf 114. 

Obergestelen 22. 239. 

Oberbalbstein 41. 88. 129. 225. 

Obersaxen 71. 

Oberthäli 110. 

Oeningen 156. 162. 228. 229. 

Oldenalp 232. 

Ollamont 143. 

Ölten 55. 57. 93. 255. 

Oppenitz 6. 

Orbe 20. 

Ormonds 65. 

Oron 182. 229. 

Ortenburg 47. 


Ortles 46. 

Ossola Domo d' 11. 

Othmarsingen 165. 

Outre-Rhöne 251. 

Oye 47. 

Paderno 105. 

Pappenheim 189. 

Parpan 124. 

Partenkirch 258. 

Paudfeze 144. 182. 229. 

Paznann 98. 

Peccia 11. 

Pechgraben 6. 

Pellina Val 44. s. Valpellina. 

Perledo 29. 

Pemant 6. 26. 28. 174. 223. 

Perte du RhÖne 13. 92. 165. 208. 

Pery 35. 

Pfäffikon 229. 

Pfirt 176. 

Pierre Bourg St. 11. 

Pilatus 6. 13. 26. 28. 53. 69. 83. 92. 123. 

133. 134. 138. 173. 183. 198. 200. 203. 

246. 254. 
Pinperdu 25. 36. 216. 
Pisciadella 183. 
Pissevache 76. 100. 
Platet 198. 232. 
Plattenheide 140. 
Point Lac St. 47. 
Pommat 11. 

Pontresina 79. 184. 243. 
Ponts Les 240. • 
Porrentruy 26. 111. 139. 176. 191. 208. 

209. 239. 254. 
Porte-de-France 65. 127. 
Poschiavo 59. 88. 
Posettes 248. 
Prado 203. 
Prasanz 61. 
Prättigau 41. 
Predazzo 163. 243. 
Premia 97. 
Prosta La 20. 
Prosa 103. 

Puntaiglias 71. 104. 143. 
Pyrimont 20. 


270 


Orts-Begister. 


€|nentin St. 72. 

Raibl 46. 239. 

RaUigstöcke 26. 28. 

Randen 24. 70. 121. 259. 

Rangiere 55. 

Regensberg 259. 

Regoledo 249. 

Reichenbach 133. 

Reichenhall 121. 253. 

Rifling 102. 

Reit-im- Winkel 117. 173. 

Renan 92. 

Reposoir 83. 92. 

Reuss 100. 

Rhätikon 3. 54. 59. 

Rhein 100. 

Rheinfall 259. 

Rheinfelden 9. 43. 74. 114. 210. 224. 257. 

Rheinthal 229. 

Riffelhom 51. 220. 

Rigi 12. 41. 166. 167. 

Rimpfiflchwänge 88. ^* 

Ripaldi M. 187.^ ' 

Roche 153. 154. 

Rödersdorf 39. 239. 

Rofla 100. 

Rogoznik 7. 237. 

Rom 228. 242. 

Romainmötier 127. 189. 

Ronca 26. 

Ronco 227. 

Rootenberg 159. 

Rorschach 189. 217. 

Rosa M. 100. 

Rossberg 166. 

Rossnra 97. 

Rothen-Bühel 42. 

Rougemont 83. 152. 190. 

Roüsses 206. 

Roveredo 7. 65. 

Rüblihom 68. 125. 201. 

Ruhpolding 7. 117. 

Ruppletenalp 50. 

Ryburg 9. 114. 224. 

Haanen 58. 83. 125. 240. 

Soanenmööser 115. 240. 

Saass 73. 

Saassgrat 75. 


Sachsein 115. 

Saiss 8. Seiss. 

Sales 92. 

SaUve 15. 198. 237. 260. 

Salins 9. 16. 52. 55. 72. 108. 188. 209. 

210. 216. 232. 
SaUe La 11. 
Saltrio 7. 16. 17. 252. 
Salvan 59. 
Salvatore S. 68. 75. 
Samoens 92. 
Sampuoir Y. 143. 
Sandhnbel 80. 
Sargans 71. 
Sanbrignes 240. 
Savien 41. 
Savoien 13. 
Saxonet 92. 
Scalve Yal di 205. 
Scarl 33. 

Scesa-plana 2. 149. 253. 
Schächenthal 232. 
Schaffhausen 121. 154. 244. 
Schafloch 133. 

Schambelen 37. 74. 130. 147. 
Schams 143. 
Schanfig 41. 
Schangnau 256. 
Scheibbs 6. 
Scheidegg 73. 
Schienenberg 176. 
Schilthom 73. 
Schipsius 98. 
Schieitheim 127. 214. 
Schiern 46. 
Schliengen 34. 
Schmitten 33. 
Schnottwyl 164. 
Schön enwerth 24. 
Schratten 83. 123. 
Schweinsberge 113. 
Schweizerhau 9. 114. 210. 224. 
Schyn 41. 
Scopi 107. 
Secfeld 118. 176. 
Seiaseralp 46. 52. 257. 
Sella 98. 
Semsales 182. 


Orto-Begister. 


271 


Sentis 69. 

Sepey 83. 

Seprais 35. 

Servoz 33. 

Sesia V. 64. 124. 230. 

Sessera Y. 230. 

Sesvenna 33. 

Sette-Comnni 65. 

Sevelen 256. 

SejBsel 20. 

Siefring 259. 

Silberberg 33. 

Silsersee 143. 

Silvretto 99. 124. 

Simplon 11. 67. 97. 98. 124. 240. 

Sinning 105. 

Sirod 254. 

Sittt^n 42. 107. 196. 197. 

Sixt 71. 

Solalex 232. 

Solenbofen 189. 225. 

Solothnm 35. 36. 119. 127. 153. 214. 

222. 250. 
Sonthofen 71. 72. 173. 174. 
Sorenberg 260. 
Sorescia 98. 
Soaaillon 47. 
Speer 166. 167. 
Spezia 178. 
Spiez 54. 
Splfigen 153. 
Sponda-alp 66. 
Spullersalp 2. 
Staad 159. 165. 189. 217. 
Staffeleek 74. 
Stalla 13. 52. 61. 88. 
Stanz 2. 

Stanzerthal 98. 99. 
Steffisbarg 189. 
Steinabnmn 47. 
Steinacb 11. 
Steinenbach 161. 
Steinenbühl 63. 
Steinhof 18. 
Steinsberg 2. 224. 

Stockhom 14. 54. 64. 126. 140. 169. 
Stramberg 237. 
Strassbnrg 255. 


Strätligen 38. 

Strona V. 64. 124. 227. 

Stuttgart 213. 

Snello 7. 

Snmiswald 101. 167. 

Snperga 105. 144. 

Sorenhom 164. 

Tägertscbi 162. 

Tanninge 48. 107. 

Tarasp 68. 

Tanffers 46. 

Taunus 219. 

Tavannes 121. 

Tavetsch 64. 

Tenniken 121. 168. 244. 

Terrible Mt. 1. 43. 62. 108. 

T6te-Noire 248. 

Teufen 162. 

Theodule Col de St. 19. 

Thones 115. 174. 

Tbun 12. 105. 166. 167. 189. 190. 

Tiefengletscher 110. 

Tinzen 42. 74. 143. 

Tinzerhom 68. 

Tischalp 70. 

Toce 8. Tosa. 

Tödi 10. 206. 

Todte-alp 62. 220. 

Toffen 133. 

Toppa V. 100. 

Torri M. di 251. 

Tosa 64. 99. 235. 

Tour-de-Peilz s. La-Tour. 

Trachselwald 101. 

Travers Val de 13. 70. 247. 

Trepalle 46. 

Trient in Savoien 157. 248. 

Trient in Tirol 7. 65. 

Triesner-Culm 181. 

Triftgletscher 80. 

Triphon S. 153. 

Trogen 162. 

Trompia V. 208. 221. 

Trons 64. 71. 193. 

Tümitz 6. 

Turtmann 11. 

Ceken 72. 

Uetliberg 137. 195. 


272 


Orts-Begister. 


TJndervillier 120. 

Unterheid 226. 

Untersberg 121. 

XJnterterzen 206. 

üntervaz 153. 

Urbach 157. 

Uri 122. 

Urirothstock 78. 

TJtznach 12. 38. 96. 137. 

Vaduz 181. 

Yallalta 46. 

Vallengm 227. 

Vallorbe 20. 

Valorsine 57. 80. 90. 104. 

Valpellina 98. 107. 195. 

Varenna 184. 

Yarese 17. 182. 

Veit St. 140. 

Veltlin 53. 98. 

Vernier 114. 

Verpilliere La 72. 

Yerzasca V. 124. 

Vevaise 50. 

Vevey 50. 160. 162. 167. 200. 

Viamalav41. 

Viceiiza'27. 28. 174. 

Viggiü 7. 17. 

Villers-le-Lac 252. 

Vüs 14. 

Viso M.' 178.1250. 

Vispach 239. 

Voirons 50. 65. 83. 105. 113. 

Volpino 26. 

Volterra 251. 

Toreppe 246. 

Töslan 233. 

Yonosson-gletscber 88. 

Vouvrier 223. 

TuUy 41. 164. 


Wabern 189. 

WäggiB 41. 160. 

Waidhofen 102. 

Waldshnt 18. 43. 163. 

Wallbach 43. 

Wallensee 147. 

Wallenstadt 127. 153. 213. 

Wallis 52. 

Wangen 176. 

Wasseralfingen 72. 

Weissenburg 133. 134. 

Weisshom 19. 

Wetterhorn 122. 173. 

Wettingen 259. 

Wien 53. 83. 145. 172. 

Wilderewyl 153. 

Wildhans 256. 

Wildkirchli 133. 134. 

Wimmis 83. 139. 237. 

Windgelle 71. 80. 232. 

Winterthur 161. 229. 

Wölfliswyl 72. 74. 120. 121. 233. 

Wollhansen 167. 

Wöschnan 148. 

Würenlos 165. 

Yherg 87. 173. 

Yverdon 160. 

Zennatt 88. 225. 

Zinal 18. 22. 260. 

Zinkenstock 110. 

Zirl 118. 

Zngspitz 248. 

Znllwyl 114. 

Znrzach 119. 

Znzgen 43. 

Zweisimmen 126. 

Zwingen 55. 

Zwischbergen 100.